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Von ihren Anhängern lässt sich Hillary Clinton (69) feiern wie ein Rockstar. Ein Meer hochgestreckter Hände mit leuchtenden Smartphone-Schirmen umgibt die Demokratin in einer Freiluft-Arena in Fort Lauderdale. „Hillary! Hillary!”, skandieren sie.

Hillary peitscht die Menge auf, besonders mit härteren Attacken denn je gegen Rivalen Donald Trump (70): Sie verdammt den Mogul als Frauenhasser, der die Finger niemals am Atomdrücker haben dürfe. Ihre Stimme überschlägt sich, sie hat sich heiser geschrien.

Als ein Trump-Provokateur brüllt “Bill ist ein Vergewaltiger!”, verliert sie die Contenance: “Diese finstere, hasserfüllte und gefährliche Vision für unser Land macht mich krank”, ruft sie. Die Wut-Tirade wird zu einem der bisher packendsten Momente des US-Wahlthrillers.

Aber die dramatische Szene ist auch ein Indiz hoher Nervosität – das Clinton-Camp verfällt wegen Trumps wilder Aufholjagd fast in Panik: Der Rechtsaußen ging nach der FBI-Bombe über neue Ermittlungen in Clintons E-Mail-Skandal zuletzt in einer “ABC/Washington Post”-Umfrage mit 46 zu 45 Prozent sogar in Führung.

Trump hat den Wind im Rücken. Er pumpt 25 Millionen Dollar in eine TV-Werbeoffensive in 13 US-Staaten. Die Welt bangt, die Finanzmärkte beben: Der Dollar und die US-Börsen gaben nach.

Hillary aber hofft, dass sie den Vorsprung – humpelnd – über die Ziellinie retten kann:
# Denn 26 Millionen US-Bürger haben bereits gewählt, doppelt so viele wie 2012. Hillary liege da vorne, so Reports.
# Auch wenn Trump ALLE “Battleground”-Staaten (Florida, Ohio etc.) gewinnen sollte, würde er keine Mehrheit schaffen bei den Wahlmännerstimmen. Er müsste ihr einen “Demokraten-Staat” wie Michigan wegschnappen. Hillary spielt hier Catenaccio: Mit frischem Geld sollen diese Festungen um jeden Preis verteidigt werden.

Trump wiederum hofft mit immer absurderen Attacken gegen die “kriminellen Clintons”, wie er sie beschimpft, auf einen Erdrutsch in letzter Sekunde.

Was machen Hillary-Anhänger, wenn Trump wirklich Präsident wird? “Ich wandere nach Kanada aus”, sagt Kathy Blanco. Kweku Darfoor jedoch würde das Ergebnis akzeptieren: “So ist das in einer Demokratie”.