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Da stand er in der Menge im Ballsaal des Hilton-Hotels in Midtown Manhattan, ein breites Grinsen, der Gang fast zeitlupenartig. Er klatschte mit den jubelnden Anhängern mit, sah so drein, als könnte er es selbst kaum fassen: Donald J. Trump (70), New Yorker Immobilien-Mogul, Ex-Reality-TV-Star und Polit-Populist hatte gerade die Wahl zum 45. US-Präsidenten geschafft – und das größte Beben seit Jahrzehnten ausgelöst.

Amerika staunt, die Welt zittert. Die Sensation ist ohne Vergleiche: Ein politischer Novize, der Serienskandale und Wutreden mit geringem Vokabular lieferte, hatte die mit 450 Millionen Dollar geölte Wahlkampfmaschinerie seiner Kontrahentin Hillary Clinton (69) samt Hollywood-Starpower niedergerungen. Und das fast im Alleingang, nachdem sich der Großteil seiner eigenen Republikaner-Partei wegen den ständigen Ungeheuerlichkeiten distanziert hatte. Unbeirrt vertraute er seiner Taktik, wonach ihn der Frust der weißen Arbeiterklasse ins Weiße Haus spülen werden. „Trump triumphiert”, titelte die New York Times.

Vom Podium bedankte er sich kurz nach 3 Uhr Früh Mittwochmorgen bei den „Millionen hart arbeitenden Männern und Frauen, die ihr Land lieben“. Die Welt hatte da gerade ein unvorstellbaren Dramas erlebt: Hillary, die für ihre Siegesfeier schon ein Mega-Feuerwerk im Hudson-Fluss geplant hatte, geriet ins Wanken, als die die Schaukelstaaten Florida, North Carolina und Ohio verlor. Der Todesstoß erfolgte durch die Trump-Bewegung im „Rostgürtel“ von Pennsylvania bis Wisconsin.

Clinton kollabierte, sagte ihre Rede an bitterlich weinende Anhänger ab. Telefonisch gratulierte sie Trump. Wie gewann er? Experten: Die einst von Demokraten dominierte Arbeiterklasse lief fast komplett über. Bei der Dankesrede blieb Trump, flankiert von seiner Familie und Sohn Barron, der fast im Stehen einschlief, noch streichelweich. Er wolle „Präsident aller Amerikaner“ sein und wünsche sich eine friedliche Welt..