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Einmal noch, weil´s so schön war: Der designierte US-Präsident Donald Trump (70) lässt sich bei einer „Thank You”-Tour quer durch die USA von seinen treuen Anhängern nochmals feiern. Der Mogul dreht eine Ehrenrunde. Ich war bei einer der Siegerpartys, als Trump vor 3.000 Fans in Fayetteville (North Carolina) das Podium betritt. „Trump! Trump!“- und „USA! USA!“-Rufe hallen durch die Arena, Eltern heben Babys in die Höhe, andere klammen sich an ihre „TRUMP”-Schilder mit Tränen in den Augen. Ihr Idol erklärt nochmals, wie er Amerika „great“ machen wolle: Jobs werde er schaffen, Illegale rauswerfen, die Mexiko-Mauer bauen und die Mördermilizen der ISIS besiegen, donnert Trump.

In die gewohnte Brachial-Rhetorik mischen sich Untertöne einer sichtlichen Genugtuung, dass er es allen gezeigt hätte. Kaum jemand glaubte, dass er es schaffen könnte, besonders nicht „die Medien“, wie er zischt. Prompt gibt es Buhrufe. Man sieht Trump an, dass für ihn die Zeit der Revanche gekommen ist, wenn er am 20. Jänner am Kapital in D.C. angelobt wird. Trotz der Feierlaune nach Trumps Sensationssieg gegen die Demokratin Hillary Clinton am 8. November ist auch bei den Anhängern der alte Hass nicht verflogen: Viele tragen noch die „Hillary in den Häfen“-T-Shirts, andere freuen sich diebisch, dass es nun den Illegalen an den Kragen gehe. Einer will sogar persönlich beim Mauerbau helfen.

Trump versprach, das gespaltene Land heilen zu wollen – das scheint schwer vorstellbar angesichts der Rachegelüste.