Der Skandal um die Attacke russischer Hacker auf die US-Wahlen weitet sich dramatisch aus. Cyber-Agenten des russischen Geheimdienstes hatten von Internet-Servern Zehntausende E-Mails der Demokraten-Partei gestohlen und im Wahlkampf-Finale zwischen den Kandidaten Donald Trump (R) und Hillary Clinton (D) strategisch geleakt – vor allem über die Aufdecker-Website “Wikileaks“.

Der Geheimdienst CIA ist sich sicher: Der Kreml wollte “Russenfreund” Trump zum Wahlsieg verhelfen – und hatte damit Erfolg.

Und noch brisanter: Der subversive Cyberangriff sei von Präsidenten Wladimir Putin persönlich angeordnet und dirigiert worden. Begonnen hätten die Angriffe von Cybereinheiten wie “Cozy Bear“ als Vendetta gegen Hillary Clinton nach ihrer Kritik an Putin wegen der manipulierten Russlandwahlen 2011. Doch rasch agierten die Russen als Trumps unheimliche Wahlhelfer. “Das primäre Ziel der Angriffe war die Verbreitung von Chaos während der Wahlen und zuletzt die Unterstützung des Kandaren Trump”, sagte Ex-Terrorabwehrchef Matt Olson zu ABC.

US-Präsident Barack Obama kündigte jetzt Vergeltungsmaßnahmen gegen Moskau an.

Selbst Republikaner schäumen: Im Kongress sind Hearings geplant. Hillarys Wahlkampfmanager John Podesta verlangte, dass vertrauliche Unterlagen der CUA über “HackerGate“ öffentlich gemacht werden.

Wegen dem Skandal steigt auch der Druck auf die 538 Wahlleute, die am Montag per Abstimmung gemäß dem Wahlresultat Trump offiziell zum Präsidenten machen sollen. Vor allem Hillary-Anhänger hoffen auf eine Rebellion unter den Wahllisten, bei der viele Trump die Stimme verweigern könnten. 37 “Trump-Dissidenten“ wären nötig, um die Wahl platzen zu lassen. Ein derartiger Coup gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Kritik wird unterdessen auch laut an Präsident Barack Obama: Der hätte zu lange gewartet, um Moskau wegen den Cyberattacken an den Pranger zu stellen.

Nur Trump selbst will es nicht glauben: Er bestreitet vehement, dass “Kumpel” Putin hinter den Hacker-Angriffen stecken könnte.