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Der Skandal um die Bestellung des Ex-Sicherheitsberaters Michael Flynn eskalierte neuerlich – und könnte das Trump-White-House in die nächste Krise stürzen. Die Details sind neuerlich haarsträubend: Der umtriebige Ex-General hatte 500.00ß Dollar erhalten als Lobbyist für die Türkei.

Währenddessen arbeitete er im Wahlkampf als Berater von Donald Trump – und wurde dann sogar zum Nationalen Sicherheitsberater bestellt, eine Top-Position in der US-Regierung. Seine Rolle als “Agent für eine fremde Macht” (“Foreign Agent”) soll er verschwiegen haben. White-House-Sprecher Sean Spicer behauptete, dass Trump keine Ahnung gehabt hätte über Flynns Nebenjob als “Contractor” für Ankara.

Flynn war von einem türkisch-amerikaeschen Geschäftsmann mit besten Beziehungen zu Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angeheuert worden, um nach dem Putschversuch der Militärs Recherchen über den Exil-Kleriker Fethullah Gulen anzustellen. Der war von Erdogan als Drahtzieher des Putsches beschuldigt worden.

Flynns Job endete nach der Wahl Trumps. Jetzt weiß man, dass der Ex-General als bezahlter Türken-Lobbyist tätig war, als er Hillary Clinton bei einer Hetzrede am GOP-Parteitag in Cleveland letzten Juli der Korruption bezichtigte (während die Menge “Sperrt sie ein!” brüllte). Am Wahltag schrieb er einen Medien-Kommentar, in dem er Edogans Regime verteidigte und Gulen als “islamischen Mullah” und “radikalen Islamisten” heruntermachte.

Flynn trat nach Trumps Einzug ins Weiße Haus zurück, nachdem er über Telefonate mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak gelogen hatte.

Flynn hatte zunächst bei Personalüberprüfungen seine Rolle als Lobbyist angegeben, nicht jedoch den lukrativen Auftrag als “Foreign Agent”. Die Fragen werden lauter: Wie rutschte Flynn bei der angeblich so rigorosen Durchleuchtung seiner Vergangenheit vor der Bestellung zum Sicherheitsberater durch?

In den Strudel wird neuerlich Vizepräsident Mike Pence gezogen. Ein Rechtsanwalt des Transition-Teams hatte über Flynns Doppelrolle Bescheid gewusst – und angeblich die Infos mit Pence geteilt. Der Vize aber beteuerte, erst jetzt davon erfahren zu haben.

Kein Trump-Tag jedenfalls ohne neuen Skandal…