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Update: 14:11 Uhr (Ostküstenzeit)

Die Reise der deutschen Kanzlerin Angela Merkel zum ersten Besuch beim neuen US-Präsidenten Donald Trump wurde in letzter Sekunde abgesagt, Der Grund: Der drohende Blizzard an der US-Ostküste.

Das Treffen mit Trump, das verschoben wurde, war als einer von Merkels heikelsten Missionen bewertet worden. Trump lästerte früher über Berlin wegen Merkels Einwanderungspolitik, das Weiße Haus beschuldigte Deutschland auch als Währungsmanipulator.

Merkel wollte einen delikaten Spagat versuchen: Sie möchte bei dem künftigen Treffen einerseits einen guten Draht zu Trump bei dem Vieraugen-Gespräch im Oval Office entwickeln für eine praktikable Kooperation der Achse Washington – Berlin. Doch Distanz wurde erwartet, sollte Trump Grundwerte des Westens in Frage stellen (Moslem-Bann, Folter).

 

Merkel wollte bei dem US-Trip Top-Manager von Siemens, BMW oder Schaeffler mitnehmen: Beim Handel geriet Deutschland zuletzt unter Druck durch den Vorwurf, Berlin halte den Euro absichtlich niedrig, um Exporte zu begünstigen.

Zur Sprache dürfte bei dem nun später angesetzten  Meeting der so konträren Staatslenker auch die NATO kommen. Trump verlangt unverblümt mehr Geld von den Partnern, Merkel denkt eine Erhöhung des Verteidigungsetats bereits an. Es kann auch sein, dass Trump ihren Rat sucht beim Umgang mit Russland – Merkel immerhin gilt als eine der versiertesten „Putin-Kennerinnen“ in Europa.