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Großer Bahnhof für die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (62). Nachdem Blizzard “Stella” den ersten Termin mit US-Präsidenten Donald Trump (70) am Dienstag verwehte, wurde Trumps Kalender jetzt am Freitag für Merkel leergeräumt. Die Kanzlermaschine landete planmäßig Donnerstagabend in Washington D.C. Sie entspannte sich danach noch ein wenig, wollte den Jetlag abschütteln.

Merkel kam bestens vorbereitet: Sie hatte Reden und Stil des neuen “Enfant Terrible” der Weltpolitik genau studiert, ein ganze “Psychoakte Trump” landete in den Briefing-Papieren.

Klar: Das Treffen mit dem unberechenbaren Rechts-Republikaner wurde eine der heikelsten Missionen für Merkel – immerhin lästerte Trump lautstark über ihre Einwanderungspolitik, sein Team denunzierte Berlin mal als “Währungsmanipulator”, mal als “Trittbrettfahrer bei den NATO-Kosten”.

Vor jeglichem Hick-Hack aber wollten sich beide persönlich kennenlernen: Trump schlug deshalb ein 20 Minuten langes Vier-Augen-Gespräch im Oval Office vor (ohne Berater, Dolmetscher). Bei der folgenden offiziellen Unterredung wird wohl die Zeit knapp werden angesichts der langen Liste brisanter Themen, inklusive Handelsfragen (Trump drohte mit Strafzöllen für deutsche Autos), die NATO (Trump will mehr Kohle), die EU (Trump würde Zerfall begrüßen) und Russland (Trump agierte bisher als “Putin-Versteher-in-Chief”).

Viel Gelegenheit für “Mutti Merkel” (Bild-Zeitung), dem Novizen im White House ins Gewissen zu reden. “Die Anführerin der freien Welt trifft Donald Trump”, hatte das Portal “Politico” geätzt.

Es wird für Merkel ein delikater Spagat: Sie will einerseits einen guten Draht zu Trump herstellen für eine praktikable Kooperation der Achse Washington – Berlin. Doch gleichzeitig wird Distanz erwartet, sollte Trump an Grundwerten des Westens rütteln.

Jedes Wort und jeder Gesichtsausdruck wird da bei dem Auftritt beider vor der Weltpresse Bände sprechen.