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Nach den Drohungen aus Russland haben die USA ihre Luftschläge in Syrien gegen ISIS-Ziele dramatisch reduziert. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, so die New York Times, bis abzusehen ist, wie Syrien und seine Verbündeten auf den Vergeltungsschlag von Donald Trump für das Giftgas-Massaker reagieren werden.

Die martialische Rhetorik hat sich jedenfalls aufgeheizt: Die Partner von Syrien-Schlächter Bashar al-Assad, Russland und der Iran, beschuldigten Trump, eine “rote Linie” überschritten zu haben: Bei weiteren US-Angriffen in dem Bürgerkriegsland werde man zurückschlagen.

Trump selbst möchte nach seinem ersten Einsatzbefehl als Oberkommandierender das Thema wechseln. Eine neue Debatte wurde entfacht: Insgesamt war der “Tomahawk”-Raktenschlag zunächst als “angemessen” beurteilt worden. Aber bisher haben sich Trumps miese Popularitätswerte kaum verbessert: Der erwartete “Kriegs-Bounce” blieb bisher aus: Laut der aktuellsten Gallup-Umfrage liegt Trump weiter bei nur 40 Prozent Zustimmung (im RealClearPolitics-Schnitt sind es (40,4 %).

Auch wird die Kritik wieder lauter an Trumps Schlingerkurs in der Syrien-Politik: Senator John McCain stänkerte, dass die USA mit ihren ersten Signalen – wonach die Beseitigung Assdas “keine Priorität” habe – den Diktator zur Nervengas-Attacke ermutigt hätten. Trump trage Mitschuld an dem Massaker, so McCain.

In einen Argumentationsnotstand geriet auch der neue “Star” der Trump-Regierung, UN-Botschafterin Nikki Haley: Sie hatte vor dem UN-Plenum die Giftgas-Gräuel leidenschaftlich angeprangert. Doch in einem TV-Interview konnte sie kaum erklären, warum Trump aus “humanitären Gründen” bombte, aber gleichzeitig keine Flüchtlinge ins Land lassen will.