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Das wird wieder ein Theater: Nächsten Samstag ist Donald Trump 100 Tage im Amt – traditionsgemäß Zeit für eine erste Bilanz des Präsidenten über seinen Start im Oval Office.

Unter Trump dürfte das Ritual wohl recht schrill werden.

Eine große Überraschung ist das nicht. Ein paar Highlights der nächsten Tage:

  • Gerade gab das Weiße Haus bekannt, dass sich der Rechts-Republikaner an diesem Tag bei einem Wahlkampf-ähnlichen Aufritt in Harrisburg (Pennsylvania) von seinen Fans feiern lassen will. Erwartet wird, dass er den treuen Anhängern seiner “Bewegung” in allen Superlativen verkündet, wie “great” er Amerika bereits gemacht hätte in kürzester Zeit.
  • Mit dem Auftritt möchte Trump auch seinen Lieblingsfeinden eins auswischen: Den Medien! Am Abend des 100-Tage-Tages nämlich steigt auch das “White House Correspondents Dinner”: Trump hatte schon zuvor seine Teilnahme – beleidigt wegen der kritischen Berichterstattung – abgesagt. Jetzt möchte er mit seinem Auftritt den Event offenbar auch überschatten.
  • Präventiv hatte Trump via Twitter schon eine “Frontbegradigung” verlautet: Nachdem er in den Medien einen Tsunami an schlechten Noten bezüglich feststellbarer Erfolge und belegbarer Errungenschaften erwartet, beklagte er schon vorab den “lächerlichen Standard”, wonach diese 100 Tage zu kurz wären, um wirklich was weiterbringen zu können.
  • Wegen der aufkommenden Verzweiflung, doch noch irgendeinen legislativen Sieg im Kongress erreichen zu können, drängt er das Kapitol an den Rand des Chaos. Die nächste Woche dürften dort die Fetzen fliegen: Der Präsident will “Trumpcare” von den Toten auferwecken und am Mittwoch seinen Steuerplan verstellen (natürlich inklusive der “größten Steuersenkung aller Zeiten“…). Mit der Offensive riskiert Trump jedoch, dass der überforderte Republikaner-Kongress das Notgesetz zur weiteren Finanzierung der Regierungsgeschäfte nicht durchbringen kann: Ein neuer “Government Shutdown” wäre die Folge. Auch der würde sich  nicht unbedingt “great” machen für den “Dealmaker”.

Eins ist klar: Niemand wird sich langweilen müssen beim Countdown zu 100 Tagen Trump.

Danach sind es 1360 Tage bis zum Ende seiner Amtszeit.