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Jubel bei den Republikanern: In einer knappen Abstimmung wurde ein Gesetzesentwurf zur Rücknahme der Gesundheitsreform „Obamacare“ im Repräsentantenhaus genehmigt.

Die geschlagenen Demokraten verhöhnten ihre jubelnden, konservativen Kollegen mit hämischen Gesängen: Chöre mit „Auf Wiedersehen“ schallten durch die Halle.

Am Ende des Abstimmungs-Thrillres hieß es 217 zu 213 Stimmen. 216 Stimmen waren nötig.

Als die Kongress-Mitglieder nach dem Votum die Stiegen herunterkamen, riefen Demonstranten: „Schande! Schande!“

Die Republikaner-Abgeordneten fuhren schnurstracks zu einer spontanen Siegesfeier mit Donald Trump im Rosengarten des Weißen Hauses. Ein triumphaler US-Präsident reckte die Faust zu einer Siegerpose. Er bejubelte das „Ende von Obamacare“, das zu einer „Verwüstung Amerikas“ geführt hätte.

Trump: „Obamacare ist tot!“

Er lehnte sich wieder weit hinaus mit Versprechungen: Bald würden die Amerikaner viel weniger zahlen, sagte ein sichtlich gut gelaunter Trump. Laut Experten ist die Realität freilich eine ganz andere.

Trump prahlte so ungeniert, als hätte er die Reform bereits durch den ganzen Kongress gebracht. Die Gesetzes-Initative muss nun jedoch durch den Senat: Dort wird ein noch härterer Showdown erwartet. Der Republikaner Bob Corker sagte Stunden vor der Abstimmung im „House“, dass „Trumpcare“ in der jetzigen Form in der Oberkammer des Kongresses keine Chance hätte.

Trump und die Republikaner könnten zu früh feiern: Genaue Analysen über die schwerwiegenden Konsequenzen der Reform fehlen noch. 24 Millionen Menschen könnten ihre Krankenkasse verlieren, so frühere Berechnungen.

Zweifellos ist es ein Etappensieg für Trump: Der erste Anlauf zur Durchsetzung der Brutalo-Geseundheitsreform war im März blamabel gescheitert.

Trump verschob wegen der spontanen Siegesfeier im Garten des Weißen Haues einen Trip nach New York: Dort will er am frühen Abend den australischen Premier Malcolm Turnbull treffen.