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Dramatische Stunden in Amerika: US-Präsident Donald Trump schäumt, der erste Republikaner redet von der Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens – und der “Dow Jones”-Index stürzte mit einem Minus von 370 Punkten ab.

Am “Day  After” nach den Bombenenthüllungen, der Präsident hätte bei einem Februar-Treffen mit dem damaligen FBI-Chef Comey auf ein Ende der Flynn-Ermittlungen gedrängt, gleicht Washington einer Stadt im Ausnahmezustand.

Der Republikaner-Abgeordnete Justin Amash stürzte das Weiße Haus noch tiefer in die Krise, als er einem Impeachment-Prozess gegen Trump möglicherweise zustimmen könnte, wie er sagte. Er ist damit der erste Republikaner, der sich derart offen gegen den Präsidenten in Stellung bringt.

An der Wall Street verglichen Analysten die grassierenden Turbulenzen sogar bereits mit dem Chaos während des Lewinsky-Skandals, der in den Neunzigern fast Präsidenten Bill Clinton aus dem Amt fegte. G.E.-Legende Jack Welch befürchtete, dass ein Trump-Impeachment den Markt “wegblasen” könnte.

Der US-Dollar verlor in den letzten Tagen inmitten der nun fast täglich losbrechenden Skandale deutlich an Wert.

Die News-Kabelkanäle, vor allem CNN und MSNBC, hat das Skandalfieber gepackt.

Das Theater des Absurden war Mittwoch perfekt, als der russische Präsident Wladimir Putin dem US-Präsidenten aus der Patsche helfen wollte: Er bot eine Übermittlung von “Mitschnitten” des letztwöchigen Skandaltreffens zwischen Trump und Außenminister Lawrow an den Kongress an, um zu beweisen, dass es keinen Geheimnisverrat gegeben hätte (bei diesem Skandal soll Trump Top-Secret-Infos aus Israel ausgeplaudert haben….).

Presse-Sprecher Sean Spicer reduzierte das tägliche Press-Briefing auf ein kurzes Update an Bord von Air-Force-One – Reporter durften nur fünf Minuten lang Fragen stellen. Die sonst wortgewaltige Beraterin Kellyanne Conway stand dahinter, doch sagte kein Wort.

Trump selbst hat seit mehr als 24 Stunden nicht mehr getwittert – eine der längsten Pausen seiner bisherigen Amtszeit. Sein Stab verschanzt sich in den Büros, die Angst geht um. Die Stimmung des Präsidenten selbst sei düster, heißt es. Immer öfter käme es zu Wutausbrüchen: Zuletzt hätte er sogar Schwiegersohn Jared Kushner als “inkompetent” heruntergemacht.

Gut Lachen hat unterdessen Ex-Präsident Barack Obama, den Trump während des ganzen Wahlkampfes als Versager heruntermachte: Trump sei nichts anderes als ein „Bullshitter“, giftete Obama.