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Jetzt ging Hillary Clinton so brutal auf Donald Trump los wie nie seit ihrer bitteren Niederlage im November – und das, ohne den Präsidenten jemals beim Namen zu nennen.

Bei einer Rede vor Absolventen der Wellesley-Universität, in der sie selbst graduierte, erinnerte Clinton an eine Zeit, als sie als junge Akademikerin ins Leben startete: “Wir waren damals alle zornig über die vergangenen Präsidentschaftswahlen, als ein Mann gewählt wurde, dessen Präsidentschaft in der Schande enden sollte wegen eines Impeachment-Verfahrens nach einer Justizbehinderung”.

Es gab schallendes Gelächter im Saal.

Die Demokratin meinte natürlich Watergate-Präsident Richard Nixon, doch die Parallelen zum jetzigen Drama der “Kremlgate”-Serienskandale von Donald Trump waren natürlich unüberhörbar.

Es folgte gleich ein weiterer Seitenhieb: Hillary erinnerte, dass auch Nixon einen Ermittler feuerte, der Untersuchungen gegen ihn leitete.

Auch sonst ging es recht angriffig zu bei der Ansprache: Sie rief die Absolventen zum “Widerstand” auf, warnte vor einem “autoritären Regime”, oder machte sich lustig über Menschen, die Dinge negieren, die sie mit ihren eigenen Augen sehen, wie die Größe einer Menschenmenge – ein klarer Schlenker zur bizarren Debatte um die Besucherzahl bei Trumps Vereidigung.

Hillary riss auch Witze über ihre Niederlage: Sie hätte lange Wanderungen durch die Wälder unternommen, sagte sie, ihren Kleiderkasten ausgeräumt. Auch “Chardonnay” hätte geholfen.

Die Demokratien gefiel als witzig, menschlich und ehrlich: Hätte sie solche Reden im Wahlkampf gehalten, wäre sie jetzt wohl in Sizilien beim G7-Gipfel…