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Bei den teilweise exotischen Auftritten in Saudi-Arabien, Israel und dem Vatikan ging zunächst ja alles so halbwegs gut beim Debüt von US-Präsidenten Donald Trump (70) auf der großen Weltbühne. Im Nahen Osten wurde er teilweise sogar wie ein politischer „Rock Star“ empfangen. Doch zum Finale entgleist Trumps Neun-Tage-Trip – ausgerechnet bei Treffen mit den  engsten US-Verbündeten in Europa.

Trump rempelt, pöbelt und stümpert. In der EU-Hauptstadt Brüssel legte er einen wahren Fettnapf-Hattrick hin:  Gegenüber der EU-Spitze jammerte er über die „sehr bösen Deutschen“, weil die so viele Autos in den USA verkaufen. Dann rempelte er den Montenegro-Premier Dusko Markovic bei einem NATO-Gruppenfoto zur Seite. Zuletzt wollte er Mitgliederstaaten des Militärbündnisses mehr Geld abknöpfen.

Jetzt wütet Trump beim G7-Gipfel der mächtigsten Industrieländer in Taomina (Sizilien). An Streitpunkten mangelt es nicht bei Trumps erstem internationalen Gipfeltreffen: Bei fast allen Themen – Welthandel, Flüchtlingskrisen und Terrorbedrohungen – vertritt Amerikas Brachial-Präsident meist konträre Ansichten. Befürchtet wurde daher vor dem G7-Treffen, das Freitagabend begann, fast schon ein diplomatischer Super-GAU.  Bei der heißen Debatte um die Klima-Politik wollte Trump vorerst nur sagen, dass er wisse, welche Position die Europäer haben. Im Vorjahr hatte Trump angekündigt, die USA würden aus dem Pariser Klimavertrag aussteigen.

Erschwerend beim Umgang mit Trump auch: Die Hälfte der Regierungschefs ist seit der letzten G7-Zusammenkunft vor einem Jahr neu im Amt. Die Europäer könnten zu wenig eingespielt sein, um Trump geeint Paroli zu beten – sollte er seinen Rambo-Kurs auch am Wochenende fortsetzten