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Bill Cosby ist wegen seiner Sex-Skandale vom Haken – vorerst zumindest.

Der Prozess in Pennsylvania ist am Tag Elf nach einem Jury-Krimi endgültig geplatzt. Die Geschworenen konnten sich nicht auf ein Urteil bei den drei Anklagepunkten einigen.

Richter Steven O’Neill verkündete ein “Mistrail”, ein Scheitern des Verfahrens. Bei Strafprozessen in den USA müssen sich die 12 Geschworenen einig sein. Und genau das war selbst nach 52 Stunden an Beratungen nicht möglich. Die Jury gab als “deadlocked” auf, der Prozess ist vorbei.

Cosby, dem zehn Jahre Haft drohten, trat als freier Mann durch das Portal des Gerichtsgebäudes in Norristown (bei Philly).

Das Platzen des Prozesses gilt als Sensation: Aufgrund der Fülle an Beweisen wurde mit einem raschen “Guilty” gerechnet. Cosby hätten bis zu zehn Jahre Haft gedroht.

Er war angeklagt wegen mutmaßlicher Sexattacken auf die Kanadierin Andrea Constand im Jahr 2004. Mehr als 60 Frauen hatten Cosby in den letzen Jahren des Missbrauchs bezichtigt, doch außer dem Fall Constand waren alle verjährt.

Doch da stand es letztendlich Aussage gegen Aussage – und Cosbys Dreamteam aus Star-Anwälten konnte genug Zweifel schüren, dass sich zumindest einige der Geschworenen nicht sicher waren wegen der Schuldfrage.

Allerdings: Staatsanwalt Kevin Steele kündigte nur Minuten nach dem Richterspruch an, das Verfahren wiederholen zu wollen.

In naher Zukunft daher ist mit einem neuerlichen Justiz-Spektakel zu rechnen.