Während Donald Trump mit “Air Force One” nach Washington zurückkehrte, explodierte der Skandal um ein Geheimtreffen im Juni des Vorjahres zwischen seinem Sohn Don Jr. und der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaya. NBC ließ Freitagmorgen die Bombe platzen, wonach ein Ex-KGB-Spion und heutiger Lobbyist bei dem Treffen mit dabei war.

Prompt wurde die Identität enthüllt: Rinat Akhmetshin begleitete Veselnitskaya zu dem Meeting am 9. Juni 2016 im 25. Stock des New Yorker Trump-Towers.

Wer ist der Mann? Akhmetshin war Mitglied des Militärgeheimdienstes während der Sowjetzeit, er wanderte nach dem Zerfall der UdSSR in die USA aus und wurde 2009 US-Staatsbürger. Der Ex-Offizier war zuletzt als Lobbyist in Washington tätig, vor allem mit Lobby-Arbeit gegen den vom Kongress beschossenen “Magnitzky Act”, durch den Sanktionen gegen russische Individuen wegen Menschenrechtsverstößen möglich wurden. Akhmetshin wird aber auch mit der Firma “Fusion GPS” in Zusammenhang gebracht: Die wurde zunächst von Republikaner beauftragt, negative Informationen über Donald Trump herauszufinden – daraus entstand später das berühmte “Pinkel-Dossier” über angebliche Trump-Aktivitäten in Russland von Ex-Briten-Spion Christopher Steele.

Die Verstrickungen werden also immer komplexer: Trump-Anhänger verbreiten bereits Verschwörungstheorien, wonach Trump Jr. hineingelegt worden sein könnte. Wahrscheinlicher natürlich ist, dass Akhmetshin auch an Recherchen gegen Hillary Clinton betitelt war. Fest steht, dass er mit Hackern in Verbindung gebracht wurde: In einer Klage 2015 wird Akhmetshin vorgeworfen, für einen Klienten bei einem Cyberangriff Gigabytes an Daten von der Firma International Mineral Resources (IMR) gestohlen zu haben.

Akhmetshins Teilnahme an dem Skandal-Treffen an der Seite von Veselnitskaya mit Trump Jr., Jared Kushner und Ex-Kampagnenchef Paul Manafort stellt jedenfalls eine neue, dramatische Eskalationsstufe dar. Und es kommt noch brisanter: Bekannt wurde auch, dass eine sechste Person dabei war – ein Übersetzer.

Die weiteren Personen könnten nun zu Kronzeugen werden, ob Don Jr. die Wahrheit sagte bei seinen Beteuerungen, damals keine “Hillary Infos” erhalten zu haben.