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Der Druck auf Donald Trump wächst weiter stündlich wegen seiner skandalösen Verharmlosung des Neonazi-Terrors in Charlottesville. Jetzt hagelt es erste Aufrufe zum Rücktritt: Ex-Vizepräsident Al Gore sagte in einem Interview, dass Trump zurücktreten sollte. Gefragt in dem Gespräch mit Reportern der Website LADbible, welchen Ratschlag er Trump geben würde, antwortet Gore knapp: “Treten Sie zurück!”

Hart griff Trump auch einer seiner bisher treusten Verbündeten in Kongress, Tennessee-Senator Bob Corker, an: Der Präsident habe bisher weder “Stabilität” noch Kompetenz gezeigt, ätzte Corker. Trump, so Corker weiter, habe “bisher nicht gezeigt, dass er den Charakter unserer Nation versteht”. Der mächtige Republikaner warnte den Oberkommandierenden, dass ein Kurswechsel im Weißen Haus dringend nötig wäre.

Doch der Präsident gibt sich weiter trotzig – obwohl sich in einer in der US-Geschichte einmaligen Zäsur die US-Wirtschaft, die Streitkräfte, der Kongress und sogar seine eigene Partei vom Präsidenten abgesetzt hat. Trump hingegen hätte sich nach seinem bizarren Wutausbruch, als er Rechtsradikale mit Gegendemonstranten gleichstellte, “befreit” gefühlt, heißt es. Wie er es sieht, hätte er neuerlich den Eliten eine drübergezogen, die ihn in ein Korsett zwingen wollten…

Der Zorn wächst: Der Demokraten-Kongressabgeordnete Steve Cohen brachte eine Gesetzesvorlage zur Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens ein.

Der Bürgermeister von Phoenix spricht sich unterdessen gegen eine Veranstaltung des Präsidenten in seiner Stadt aus: Geplant ist für nächste Woche eine der berüchtigten, wahlkampfähnlichen Auftritte vor tausenden der treuesten Anhänger des Rechtsaußen im Oval Office. Trump solle nach Charlottesville “keine Emotionen schüren und das Land noch tiefer spalten”, appellierte Bürgermeister Greg Stanton. Das Weiße Haus freilich hält an dem geplanten Auftritt am Dienstag fest.

Ein Kenner glaubt aber, dass der Skandal-Präsident bald zurücktreten wird: Der Ko-Autor des Buches “The Art of the Deal”, Tony Schwartz, würde sich wunderen, wenn Trump am Ende des Jahres noch im Oval Office sitzen würde, sagte er jetzt. Er werde aber vor allem wegen der kommenden Kremlgate-Enthüllungen das Handtuch werfen, glaubt der Insider.

Der Volkszorn gegen den Rechtsaußen-Präsidenten hat auch sein Firmenimperium erreicht – es gibt erste Boykott-Maßnahmen: Die Spitals-Kette “Cleveland Clinic” (250 Krankenhäuser) sagte aus Protest gegen Trump eine Gala im Florida-Golfressort Mar-a-Lago ab.