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Sintflutartige Regenfälle durch den nun fast stationären Tropensturm führen zu einem historischem Flutdesaster in der viertgrößten US-Metropole. Während andauernder Regengüsse eskalierte die Lage am Sonntag dramatisch. Anwohner flüchteten in die Dachböden, eine potentielle Todesfalle.

Die Behörden appellierten an Flutopfer, stattdessen auf die Dächer zu klettern. Tausende 911-Notrufe gingen ein, Betroffene, die nicht durchkamen, riefen via “Social Media” um Hilfe. Sie seien in Lebensgefahr, so der Tenor der dramatischen Hilferufe auf Twitter und Facebook.

Zu sehen waren schockierende Fotos: In einem kämpfte sich ein älteres Ehepaar durch eine überschwemmte Straße, das Wasser bis zur Brust. Die Behörden ersuchten Einwohner, private Boote für Rettungseinsätze zur Verfügung zu stellen.

Die Szenen erinnerten an den Horror in New Orleans 2005 nach Todessturm Katrina: Karawanen an Menschen wateten durch die Wassermassen, einige verwendeten aufblasbares Spielzeug als Rettungsreifen. Helikopter der Küstenwache brachten hunderte Menschen im letzten Moment in Sicherheit.

Aus der Luft wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar: Ganze Bezirke von Houston standen unter Wasser, viele der Stadtautobahnen waren bis zu fünf Meter hoch geflutet.

Beide Flughäfen sind geschlossen, am “Hobby Airport” versanken die Startpisten in der Hochwasserbrühe.

Houstons größtes Krankenhaus musste inmitten des Desasters evakuiert werden.

Kritik an den Behörden wird laut: die Bewohner der Großstadt wurden explizit aufgefordert, zu bleiben – jetzt können sie die untergehende Stadt nicht verlassen…

Laut dem „National Hurricane Center“ soll Harvey fast im Zeitlupentempo als Tropensturm mach Houston ziehen – bis Mittwoch wird mit weiteren Dauerregengüssen gerechnet: Nach neuen Berechnungen des Wetterdienstes sind weitere Regenmengen von 1200 Millimetern nicht ausgeschlossen.