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Die Lage in der von Wirbelsturm Harvey unter Wasser gesetzten Millionenstadt Houston wird immer verzweifelter: Tausende von den Wassermassen eingeschlossenen Flutopfer warten immer noch auf die Rettung.

Viele versuchen die Flucht auf eigene Faust: Sie waten durch die Brühe, klammern sich an Luftmatratzen, ein Vater schob seine Kinder im Kühlschrank durch die Flut. Die Schreckensszenen in der US-Metropole (6,5 Mio. Einwohner) erinnern an Todessturm „Katrina“, wegen dem New Orleans vor 12 Jahren absoff (1600 Tote).

10.000 Menschen wurden in Notunterkünfte gebracht. Das Convention Center platzt aus allen Nähten, Evakuierte, darunter viele Kinder, schlafen am Boden.  Doch der Strom Notleidender reißt nicht ab: Die Küstenwache erhält 1000 Notrufe pro Stunde. Die Hilferufe: „Holt uns raus!“

Die medizinische Versorgung in Houston ist zusammengebrochen, die größten Spitäler sind von den Wassermassen eingeschlossen. Dabei ist das Wasser mit Bakterien verseucht, es drohen Erkrankungen.

Texas-Gouverneur Greg Abbott mobilisierte alle 12.000 Nationalgardisten des US-Staates.

Der große Regen prasselte den vierten Tag vom Himmel: In Houston fiel schon ein Meter Regen, fast doppelt so viel wie die Jahresregenmenge in Wien. Und es ist kein Ende in Sicht: Harvey zog wieder ins Meer und soll neuerlich gegen die Texas-Küste krachen.  Der geschätzte Schaden bisher: 30 Milliarden Dollar.

Zehn Tote wurden gemeldet. Polizeichef  Art Acevedo fürchtet aber: „Ich weiß nicht, wie viele Leichen wir finden werden…“

Donald Trump besuchte die verwüstete Küstenstadt Rockport. Doch der US-Präsident lieferte davor einen Eklat: Er schwadronierte über „tolle TV-Quoten“ durch Harvey – ein Affront angesichts des Leids.