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Das Leid an der Golfküste von Texas will nach Harvey kein Ende nehmen: Zwar gingen die Hochwasserpegel im Großraum Houston (6 Mio. Einwohner) zuletzt zurück – dafür eskaliert das Flut-Drama östlich der Metropole

Nach dem sintflutartigem Regen musste wegen der Gefahr eines Dammbruches Wasser aus zwei Staubecken abgelassen werden. Der Pegel des “Neches River” im Bezirk “Tyler County” könnte auf 24 Meter anschwellen. Die Behörden warnten Anwohner: “Flüchtet oder oder ihr werdet streben!”

Aus Port Arthur und Beaumont kommen neue Schreckensbilder: Weite Teile der Ort stehen unter Wasser, es sollen Leichen durch die gefluteten Straßen treiben, berichten Augenziegen laut der „Daily Mail“.

Die Opferzahl: 38 Tote. Bisher. Denn es wird befürchtet, dass bei neuen Inspektion der Flutzonen noch viele weitere Leichen gefunden werden.

In Houston wird jetzt erst das ganze Ausmaß der Zerstörung durch Harvey sichtbar. Der Gesamtschaden könnte 160 Milliarden Dollar betragen, so Experten. Texas-Gouverneur Greg Abbott gab sich fassungslos: “Das ist eine viel größere Katastrophe als selbst einst Katrina!” Hurrikan Katrina hatte 2005 New Orleans devastiert.

48.700 Häuser wurden durch die Wassermassen zerstört, eine halbe Million Autos blieb in Straßen zurück, die zu reißenden Strömen wurden. Die Polizei entdeckte jetzt in einem Graben in einem Van die Leichen von sechs Opfern der Saldivar-Familie, unter ihnen vier Kinder (6-16 Jahre). Sie ertranken bei der Flucht in dem Wagen.

Selbst nach dem Abzug von des Wirbelsturms aus Houston steigen in einigen Vororten die Flutpegel weiter. Wegen der Gefahr eines Dammbruches musste im Bezirk Addicks Wasser abgelassen werden, wieder versinken Häuser langsam in den Fluten. Durch die Flut drohen auch Krankheiten: Die Kloake stinkt bestialisch, es vermischt sich Kot mit Umweltgiften. Ärzte warnen vor Bakterien. Und natürlich: In überschwemmten Siedlungen wurden Krokodile und Schlangen gesehen.

32.500 Menschen suchten Zuflucht in Notunterkünften, fast zehntausend alleine im “George R Brown Convention Center” in Downtown Houston. Auf Feldbetten schlafen die “Harvey-Flüchtlinge” in einer riesigen Halle. Anders als bei Katrina ist Operation aber gut organisiert: Es gibt Nahrung, medizinische Versorgung, Zugang zu Computern und ein Zentrum für vermisste Personen.

Die Flutopfer sind hier sicher. Aber in ihren Augen sieht man Hoffnungslosigkeit: Sie haben alles verloren.