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Zuletzt hatte der US-Präsident noch geglaubt, er hätte Nordkorea-Diktator Kim Jong-un mit wilden “Feuer und Wut”-Drohungen schon eingeschüchtert gehabt. Kim hatte zuerst tatsächlich auf das Abfeuern von Raketen in Richtung des US-Territoriums Guam verzichtet.

Bei einem Auftritt vor Anhängern in Phoenix verkündete Trump fast schon einen Sieg in dem Showdown: “Kim Jong-un beginnt, die USA zu respektieren”, tönte Trump: “Vielleicht entsteht daraus etwas wunderbares”.

Wie naiv konnte Trump da nur sein? Denn seither passierte wenig Wunderbares:

  • In der Vorwoche schoss Nordkoreas Armee eine Rakete ab, die über Japan hinweg flog.
  • Jetzt ließ der von Trump keineswegs eingeschüchterte Diktator eine Atombombe testen, mutmaßlich erstmals eine Wasserstoffbombe mit der vielfachen Sprengkraft der Nagasaki-Bombe (80.000 Tote).
  • Davor wurde ein Video gezeigt, in dem Kim eine dieser Bomben inspiziert, die laut Pjöngjang auf Interkontinental-Raketen montiert werden könnten.

Die Welt zittert, dass Trump jetzt nur mehr ein Ausweg bleibt: Militärische Vergeltung gegen Nordkorea.

Ominös sind die Reports der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap: Demnach könnte der Entschluss zum Krieg bereits gefallen sein. General Joseph Dunford, der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte, hätte sich mit seinem südkoreanischen Gegenüber, Gen. Jeong Kyeong-doo, bereits verständigt, alle “militärischen Optionen zu besprechen“.

Laut dem Bericht hätte General Vincent K. Brooks, Kommandant der US-Truppe in Südkorea, angekündigt, man werde “rasch handeln”.

Trump selbst drohte via Twitter: Kim verstehe “nur eine Sprache”, zürnt er. Der Präsident kritisierte China, das versagt hätte, Kims Regime an die Kandare zu nehmen. Und Trump lästerte auch über Südkorea, das zuletzt Gespräche mit dem Norden vorschlug: “Appeasement” werde nicht funktionieren, twittert er.

Wie es aussieht, könnte sich der US-Oberbefehlshaber bereits zum Krieg entschlossen haben.