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AmerikaReport bringt das “Irma-Tagebuch” von US-Korrespondenten Herbert Bauernebel, der vom Countdown zum Jahrhundert-Hurrikan ab sofort live aus Miami berichtet.   

Einmal noch geht die Sonne auf in Miami. Freitagmorgen blinzeln Sonnenstrahlen nochmals durch die ersten durchziehenden Wolkenfelder. Palmen biegen sich im bereits leicht auffrischenden Wind. Die Schwüle ist erdrückend.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm.

Doch dann durchbricht ein schriller Alarmton am Handy die gespenstische Stille: Es blinkt eine Hurrikan-Warnung auf. Der Sturm soll nun in den Morgenstunden am Sonntag knapp westlich der Florida-Metropole vorbeiziehen, so die letzten Prognosen.

Bürgermeister Carlos Gimenez erteilte für den Großraum Miami Evakuierungsbefehle für 650.000 Menschen. Die bis zu drei Metern hohe Sturmflut könnte zur lebensgefährlichen Katastrophe werden. Miami ist wie ausgestorben.

In den Luxus-Hotels “Four Seasons” und “Conrad“ gleich um die Ecke von meinem Standort werden gerade die letzten Gäste evakuiert.

In der Urlauber-Stadt ist alles geschossen: Schulen, Ämter, sogar Spitäler. Abgeschaltet wurden auch zwei Atom-Meiler, die in Irmas vorhergesagter Schneise der Verwüstung liegen könnten.

Südflorida hat sich gewappnet so gut wie es geht. Die Angst steigt. Jede Minute rückt das Monster näher.