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AmerikaReport bringt das “Irma-Tagebuch” von US-Korrespondenten Herbert Bauernebel, der vom Countdown zum Jahrhundert-Hurrikan live aus Miami berichtet. 

Das erwartete Inferno durch Wirbelsturm Irma lässt in Miami bisher noch auf sich warten: Zwar ziehen immer wieder Regenschauer durch, bei denen die Windböen auffrischen.

Doch in “South Beach” getrauten sich angesichts des zögerlichen Starts des Hurrikans immer mehr Menschen zum “Sightseeing” an den Strand und den “Ocean Drive”. An der sonst überlaufenen Partymeile wurden alle Restaurants, Bars und Hotels dicht gemacht und viele mit Holzplatten zugenagelt.

Die Schäden halten sich bisher in Grenzen: In einer Seitengasse riss eine Böe einen großen Baumast einfach ab.

Das Meer brodelt durch die sich langsamen verstärkenden Winde, doch bisher ist das Wasser noch nicht in den breiten Strand vorgerückt.

Mit der wachsenden Zahl der Schaulustigen wird auch offensichtlich, wie viele Einwohner die Evakuierungsbefehle ignoriert hatten.

Andres Asion aus Miami Beach ist einer von ihnen. Er erklärt, dass sich seine Eltern weigerten, ihre Wohnung zu verlassen. “Ich musste ihnen beistehen”, erzählt er mir. Er kaufte Proviant und arbeitete einen “Notfallplan” aus: “Sollte es brenzlig werden, suchen wir im Stiegenhaus Schutz”, sagt er. Doch er erwartet wenige Probleme: “Das Apartmenthochhaus ist sturmsicher gebaut, auch die Fenster”.

Nachdem Irma nun Miami nicht frontal treffen wird, atmet Andres bereits ein wenig auf. Er gibt zu: “Gestern hatte ich noch richtige Angst”.