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AmerikaReport bringt das Irma-Tagebuch von US-Korrespondenten Herbert Bauernebel, der vom Jahrhundert-Hurrikan live aus Miami berichtet. 

Die Lage während Hurrikan Irma eskaliert dramatisch in Downtown Miami. Windböen bis zu 150 km/h drücken gegen das Hotelfenster, das ganze Gebäude schwankt heftig.

Ich habe mich entschlossen, die Situation unten auf den windgepeitschten Straßen zu begutachten. Ich muss dafür 23 Etagen durchs Stiegenhaus nach unten.

Auf Höhe 15. Stock sitzt in Stiegenhaus auf den Betonstiegen ein Spanisch sprechendes Paar auf den Betonstiegen, sie halten drei Hunde an der Leine.

Die Frau sieht total verängstigt drein: “Wir haben solche Angst”, sagte sie. Ihr Partner nickt stumm.

Auf der Straße fegen die extrem starken Windböen wie in einem Windtunnel durch, die Stämme der Palmen verbiegen sich fast in horizontale Lage. Auf den Straßen steigt der Wasserpegel rapide, streckenweise stehen das Wasser bereits einen halben Meter hoch. Die Sturmflut von Irma drückt die Wassermassen von der Meeresbucht ins Stadtzentrum von Miami mit der imposanten Skyline.

Auf noch nicht gefluteten Gehsteigen liegen kleinere Trümmer von nahen Gebäuden und Palmwedel. Nach einem kurzen Video ist es Zeit für den Rückzug ins Hotel.

Es geht zurück hinauf in die 23. Etage, im Hotelzimmer ist es nach dem Ausfall der Klimaanlage bereits drückend schwül.

Als ich nach 20 Minuten vom Balkon nach unten sehen, haben sich die Überschwemmungen dramatisch ausgeweitet: In der Einfahrt zur Parkgarage des “Conrad”-Luxushotels steht das Wasser nun fast schon zwei Meter hoch. Es ist schon ein beklemmendes Gefühl, eingeschlossen zu sein. Immerhin: Es gibt noch Strom.