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Wer ist der Mann, der in Las Vegas das blutigste Massaker in der US-Geschichte anrichtete? Stephen Paddock hatte aus seinem Hotelzimmer im 32. Stock das Mandalay Bay Resorts das Feuer auf Besucher eines Country-Music-Festivals eröffnet.

Die vorläufige Horrorbilanz: 58 Tote, 515 Verwundete.

Die Polizei fand in dem Zimmer, nachdem sich Paddock selbst richtete, ein Arsenal aus zehn Schusswaffen – darunter zahlreiche Maschinengewehre.

Das Profil des Killers ist ungewöhnlich, urteilten Kriminologen nach dem Bekanntwerden erster Details aus dem Privatleben des 64-Jährigen. Paddock war ein pensionierter Buchhalter mit einem Faible fürs Glücksspiel. In den Wochen vor dem Massaker wurden Gambling-Geldtransaktionen von zehntausenden Dollar beobachtet, so der Sender NBC. Er hätte stets mit hohem Einsatz gespielt, erzählte er Freunden. Seinem Bruder berichtete er, dass er einmal beim Zocken 250.000 Dollar gewonnen hatte, so die “Washington Post”.

Der Mann nannte ein Haus im Wert von 400.000 Dollar im Ort Mesquite 90 Autominuten nordöstlich von Las Vegas sein Eigen, dort lebte er mit seiner Partnerin Marilou Danley (62). Der Massenmörder, der in den Achtzigern beim Luftfahrtkonzern Lockheed Martin als Buchprüfer arbeitete, war neben seiner Spielsucht ein passionierter Fischer und Hobby-Pilot mit Fluglizenz. Bizarr angesichts der Attacke auf ein Country-Music-Festtival: Der Schütze mochte Country Music.

Doch all die bisherigen Erkenntnisse deuten auf ein “wenig auffälliges Leben” hin. Auch sein Bruder Eric fiel aus allen Wolken: “Er war ein ganz normaler Typ”, sagte der.

Er bestätigte auch, dass der Killer mit Immobilien spekulierte, es gäbe weitere Besitzungen in Orlando (Florida). Es hätte aber keine Anzeichen für eine Radikalisierung oder psychische Probleme gegeben. Eric Paddock dann: “Irgendwas ließ ihn durchdrehen”.

Die Terrororganisation ISIS behauptete, der Vegas-Amokläufer wäre vor wenigen Monaten zum Islam konvertiert und ein “Soldat des Kalifats” gewesen. Laut FBI-Sonderermittler Aaron Rouse gäbe es dafür bisher aber “keinerlei Hinweise”.

Das Motiv bleibt ein Mysterium: Warum der Mann ohne Vorstrafen ein derart entsetzliches Blutbad anrichtete, wird noch fieberhaft untersucht.

Sein Vater Benjamin Paddock übrigens war ein berüchtigter Bankräuber, der acht Jahre lang als Flüchtiger auf der “Most Wanted”-Liste des FBI geführt worden war. Ihm wurden psychische Störungen attestiert…