So stellte sich Trump nach Mini-Comeback gleich wieder selbst das Bein


Trump
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Selbst die leidenschaftlichsten Kritiker mussten eingestehen: Donald Trump hatte zum Ende des Jahres 2017 doch noch Grund für eine kleine Ehrenrunde.

Die verabschiedete Steuerreform bleibt zwar extrem umstritten und eine große Mehrheit von Ökonomen verdammt den fiskalischen Rundumschlag der Republikaner als Raubzug zugunsten von Multis und Millionären.

Für Trump aber wichtiger war vorerst das Sieger-Image: Ein selten sattelfester Präsident und die zerstrittene Republikaner-Partei haben immerhin bewiesen, dass sie auch die größten Brocken der konservativen Trump-Agenada durch  den Kongress hieven können.

Auch die andauernde Flut von Jubelmeldungen von der Wirtschaftsfront (zuletzt der Rekord-Shopping-Advent und gestiegene Investitionen von Firmen), sowie die auffallend skandal- und pannenfreie Zeit während der Feiertage gab Trump Rückenwind in den Umfragen: Im Schnitt kletterte seine Popularität auf 40 Prozent – von einem Allzeit-Tief Anfang Dezember von 37 %.

Trump also könnte trachten, den Elan ins neue Jahr mitzunehmen.

Dass er sich aber meistens selbst im Weg steht, beweist der neue Twitter-Sturm an seinem ersten Arbeitstag im Oval Office im neuen Jahr.

Seine fortgesetzte Rolle als Cheerleader der Iran-Demonstranten schien ja noch irgendwie einleuchtend.

Mit Twitter-Anfall ins neue Jahr

Doch sonst ging es wieder mit Volltempo in die schleimigsten Niederungen der US-Politik:

  • Er wütete neuerlich gegen die „krumme Hillary“,
  • verlangte, dass man ihre Ex-Mitarbeiterin Huma Abedin verknacken sollte.
  • Trump griff Erzfeind James Comey an,
  • zürnte der „Fake News“-Presse und der „Versager-New York-Times“ wegen nicht existierender Informanten und
  • pinkelte die Demokraten an.
  • Nicht fehlen durfte eine Riesenportion Prahlerei, eine seiner Trademarks: Seine Maßnahmen hätten sogar zu niedrigsten Zahl von Flugunfällen in 2017 aller Zeiten geführt – und seine taffe Haltung, wie er es sieht, Nordkorea zum Einlenken bewogen…
  • Stunden später widmete er sich wieder dem Macho-Wettstreit mit Kim Jong-un, als der US-Präsident über seinen “größeren und mächtigeren Atom-Button” twitterte.

Eines ist auffallend, lästerte die Daily News: Sich mit dem Twittern zurückzuhalten, war sichtlich keine Neujahrsresolution des Präsidenten.

Zum Schmunzeln auch: Die Themenwahl bei dem Twitter-Anfall war identisch mit der von „Fox & Friends“ im Kabel-TV: Der mächtigste Mann der Welt also bezog offenbar neuerlich seinen ganzen – recht eingefärbten – Informationsstand am bequemen TV-Sofa.

Klar scheint, dass auch 2018 von Trump keine stete Hand im Oval Office zu erwarten ist.

Seine Umfragewerte dürften bald wieder fallen, wird deshalb erwartet.

 

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