Trump bejubelte Militärschlag in Syrien mit Bush-Slogan „Mission Accomplished“


Syrien
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Er drohte, zauderte und bombte dann doch: Donald Trump befahl eine Bomben-Attacke auf Syrien.

Der US-Präsident bestrafte Syrien-Diktator Baschar al-Assad für das Giftgas-Massaker (75 Tote) mit Luftschlägen. Den USA schlossen sich Frankreich und Großbritannien an.

Fast schon schien eine Kriegsoffensive unwahrscheinlich nach einer chaotischen Woche im Weißen Haus, als Trump Freitagabend 21 Uhr (Ortszeit)) vor die TV-Kameras trat. Mit ernster Miene verkündete der Oberkommandierende den Beginn der Vergeltungsschläge. Er verdammte Assad als „Monster“, der sein eigenes Volk vergase. Und: Die Welt könne den Einsatz von Chemiewaffen nicht tollerieren. Trump zürnte auch Assads Verbündeten Russland: „Wer bitte stellt sich auf die Seite eines Massenmörders?”

Während Trumps achtminütiger TV-Rede geht das Inferno los: Von Zerstörern und Kampfjets der Kriegskoalition werden 120 Marschflugkörper abgefeuert. Trump sprach von „Präzisionsschlägen“. 

Tomahawk-Marschflugkörper rasen mit 1200 km/h im Tiefflug fast lautlos über das Terrain. In einem Twitter-Video ist ein rasender Lichtpunkt im Nachthimmel zu sehen, verängstigt hechelt ein Mann: „Oh mein Gott, das ist eine Rakete“. 

Dann grimmige Szenen in der Syrien-Hauptstadt Damaskus, die fast an das „Shock and Awe“-Bomben-Inferno 2003 in Bagdad erinnerten. Ein Staccato ohrenbetäubender Explosionen reißt Menschen aus dem Schlaf. Ein Reporter: „Mehr als ein Dutzend Mal krachte es, in kürzester Reihenfolge, als wären die Ziele fast gleichzeitig getroffen worden“. Durch die Stadt heulen Luftabwehrsirenen, die Leuchtspuren von Raketen der Flugabwehr sind zu sehen. Nach 70 Minuten aber ist es wieder still.

Bombardiert wurden ein militärisches Forschungszentrum in Damaskus, in dem chemische Kampfstoffe entwickelt worden sein sollen, sowie zwei Depots nahe Holmes und Aleppo. Von dem Labor blieb nur ein Trümmerhaufen zurück. 

Die britische Premierministerin Theresa May bezeichnete die Bombennacht als „Erfolg“. Pentagon-Chef James Mattis teilte mit, dass man es vorerst bei dieser einen Angriffswelle belassen wolle. Man werde zunächst  die Reaktion Syriens abwarten. Die Welt aber bangt: Wie reagiert Moskau? Und könnte der Konflikt in einen Showdown zwischen den zwei größten Nuklear-Nationen eskaliere?

Kreml-Chef Wladimir Putin verurteilte die Attacke als „Aggression“. Er drohte mit „Konsequenzen“. Entgegen früherer Drohungen gab es jedoch keine Attacken auf Kriegsschiffe der West-Allianz. Russland wäre auch über die Attacke vorab informiert vordem, so US-General Joseph Dunford.  

Militärexperten halten die Luftangriffe für „begrenzt“, wohl “weitgehend wirkungslos”, so Kritiker. Assad selbst zeigte sich trotzig. Demonstrativ schlenderte er an einem sonnigen Samstagmorgen zu Fuß in die Arbeit im Präsidentenpalast.

Trump meldete sich Samstagmorgen auf Twitter: Er gratulierte den Truppen und jubelte mit „Mission Accomplished“. Genau diese Phrase jedoch hatte schon Ex-Präsident George W. Bush nach dem Bagdad-Sturm 20o3 vorschnell verwendet…

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