Warum sich Trump auf die Seite der Chinesen schlägt und Europäer im Regen stehen lässt


Trump
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Donald Trump rettet Jobs  – jetzt offenbar sogar auch noch in China. Die Versprechen des US-Präsidenten, Dinge “great” zu machen, sind global. Sehr selektiv jedoch.

Trump will, dass das eben verhängte Embargo gegen die chinesische Telekommunikation-Firma ZTE aufgehoben werden sollte. “Viele Jobs gehen in China verloren“, beklagte er auf Twitter.

Das ZTE-Drama ist verworren: Die chinesische Telekom-Firma hatte sich den Zorn der US-Regierung zugezogen, da zuerst gegen das US-Boykott gegen den Iran und Nordkorea verstoßen wurde. Die Chinesen hatten auch mit Kuba und Syrien Geschäfte gemacht.

Weiters befürchteten die US-Behörden, dass die Smartphones des Konzerns für Spionage in den USA missbraucht werden könnten. Doch ZTE weigerte sich, wie von Washington verlangt, jene Mitarbeiter zu bestrafen, die für die Deals mit Schurkenstaaten verantwortlichen waren. Im Gegenteil: Einige Manager wurden sogar befördert.

Washington reagierte knallhart: Nach dem Verhängen einer Geldstrafe von 1,2 Milliarden Dollar wurde US-Zulieferfirmen die Ausfuhr von Komponenten für ZTE-Produkte verboten. Ohne Chips aus Amerika brach die Produktion zusammen, das Unternahmen mit 75.000 Mitarbeitern steht am Abgrund.

Peking intervenierte – und fand bei Trump ein offenes Ohr. Das Kalkül ist klar: Er braucht Chinas Hilfe beim Countdown zum historischen Gipfel mit Nordkoreas Führer Kim Jong-un. Peking hat viel Einfluss in Pjöngjang.

Für die Europäer jedoch sind Trumps “Make China great”-Ouvertüren ein Schlag in die Magengrube: Denn gleichzeitig drohte sein Nationaler Sicherheitsberater John Bolton europäischen Firmen mit Sanktionen, sollten sie weiterhin unter dem noch existierenden Irandeal Geschäfte mit dem Iran machen.

Trump also könnte die Europäer wegen legaler Geschäfte bestrafen, während er bei den Chinesen trotz des umstrittenen Vorgehens von ZTE ein Auge zudrückt.

Photo by Gage Skidmore

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