Verunsicherter Trump scheint Zusage zum Treffen mit Kim Jong-un fast schon zu bereuen


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Zuerst ließ er sich als Anwärter für den Friedensnobelpreis feiern. Doch jetzt scheint Donald Trump seine Zusage zum Treffen mit Nordkorea-Führer Kim Jong-un fast schon zu bereuen. 

Der Modus bei Team Trump während des Countdowns zum geplanten historischen Treffen am 12. Juni in Singapur: Panik. 

Trump, der vor Selbstvertrauen strotzt, doch kaum Erfahrung in den Wirren der Weltpolitik hat, dämmert plötzlich, dass der Gipfel zum blamablen Rohrkrepierer werden könnte.

Laut einen Report der New York Times sei der US-Präsident extrem irritiert und sauer wegen der jüngsten Querschüsse aus Pjöngjang, als in der Vorwoche mit der Absage des Gipfels wegen Militärmanövern gedroht – und bei früheren Versprechungen einer “Denuklearisierung” zurückgerudert wurde. 

Trump hätte Berater in die Mangel genommen, ob er an dem Meeting überhaupt noch festhalten solle, so Insider.

Samstagabend rief er Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in an: Er schien sich zu beschweren, warum Kims jüngste, härtere Töne im Kontrast zu den Versprechungen Südkoreas stehen, wonach der Norden zur nuklearen Abrüstung bereit wäre. Die Diskussion durfte am Dienstag während der Visite von Moon im Weißen Haus weitergehen. 

Trump wird aber selbst Schuld zugeschrieben an dem plötzlichen Dilemma: Er ließ sich schon vor dem Treffen als Sieger feiern. Er verstellte sich dadurch selbst den Weg für einen Rückzieher und legte die Erfolgslatte enorm hoch. Das hat den selbsternannten “Art of the Deal”-Verhandlungskünstler vor dem geplanten Handshake geschwächt.

Denn Kim könnte versuchen, so Experten, dem nach einem Erfolg gierenden Trump einen Pyrrhussieg unterzujubeln – mit blumigen Versprechungen, die schwer kontrollierbar sind. 

Befürchtet wird auch, dass sich Trump nicht ordentlich vorbereitet auf die delikaten Verhandlungen: Er schwänze detaillierte Briefings über Details von Nordkoreas Atom-Arsenal und Raketensystemen, die seine Vorgänger Barack Obama und George W. Bush noch über sich ergehen ließen, so die “Times”.

Inzwischen wird sogar befürchtet, dass bei einem gescheiterten Gipfel der Konflikt neuerlich eskalieren – und sogar ein Krieg drohen könnte.

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