Trump-Handelskrieg mit Verbündeten: Warum alle nur mehr den Kopf schütteln


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Donald Trump hat mutwillig einen Handelskrieg mit seinen engsten Verbündeten vom Zaun gebrochen – die Welt hält den Atem an. Und schüttelt den Kopf.

Als erstes Salvo nahm Trump die EU, Kanada und Mexiko ins Visier mit dem Verhängen von Strafzöllen in der Höhe von 25 Prozent für Stahlimporte und zehn Prozent für Aluminium-Einfuhren.

Die EU und Kanada verkündeten prompt Vergeltungsmaßnahmen:  Betroffen sind bekannte US-Produkte von Levis-Jeans, Whiskey oder Harley-Davidson-Motorrädern. Brüssel fokussierte gewieft auf Produkte, die in US-Staaten produziert werden, die mehrheitlich Trump unterstützen. 

Kanada verhängte Strafzölle in der Höhe von 25 % auf US-Einfuhren im Gesamtwert von 16 Mrd. Kanadischer Dollar. Premierminister Justin Trudeau sagte kurzerhand auch einen Trip nach Washington zu Nafta-Verhandlungen ab. Auch Mexiko verhängte Strafzölle.

Die USA hat auf die Vergeltungsrunde der Europäer und Kanadier noch nicht offiziell reagiert. Es wird weiterhin beteuert, dass man keinen Handelskrieg vom Zaun brechen, sondern nur heimische Stahl- und Aluminium-Produzenten vor unfairem Dumping schützen wolle.

Experten und Kommentatoren haben Trump wegen der aggressiven Handelspolitik in der Luft zerrissen. Das Anzetteln eines Handelskrieges gegen Amerikas engste Verbündete grenze an “Geisteskrankheit”, sagte Experte Jeffrey Sachs auf CNN.

Trump könnte sich auch mit seiner “Amerika First”-Brachial-Politik selbst ins Bein schießen, der angezettelte Handelskrieg 190.000 Jobs auch in den USA kosten, rechnen Experten vor.  

Die Stimmung dürfte jedenfalls explosiv werden, wenn Trump nächsten Donnerstag beim G7-Gipfel in La Malbaie (Kanada) auf den kanadischen Gastgeber und europäische Regierungschefs trifft. Die geraten in der Öffentlichkeit unter Druck, Trump endlich energischer die Stirne zu bieten.

Ein Vorgeschmack kam bei einem Telefonat zwischen Trump mit Frankreichs Emmanuel Macron: Der Franzose bezeichnete die US-Strafzölle als illegal und verdammte sie als „schweren Fehler“. Die „Bromance“ zwischen den beiden scheint zu Ende….

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