„Die Lava kommt!“ Anstieg der Opferbilanz nach Explosion des Vulcan de Fuego befürchtet


Fuego
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Die Angst steigt in Guatemala, dass sich die Opferbilanz nach dem explosiven Ausbruch des “Vulcan de Fuego” (Vulkan des Feuers) dramatisch vergrößern könnte. Bisher ist offiziell von 38 Toten die Rede. 

Doch ganze Ortschaften sollen von einer feurigen Aschewolke und Lavaströmen ausradiert worden sein. Helfer konnten wegen eines neuen Ausbruchs Montagmorgen und der Gefahr weiterer Eruptionen abgeschnittene Orte an den Flanken des 3700 Meter hohen Vulkans noch nicht erreichen. 

“Ground Zero” der Katastrophe ist der Ort El Rodeo: Überlebende berichteten von einer durch den Ort gefegten Aschewolke und Strömen an glühendem, flüssigem Gestein. Häuser brannten ab. Oder wurden unter grauer, dicker Asche begraben. “Nicht alle haben es geschafft, zu flüchten”, sagte eine Frau. 

Aus den Ortschaften Alotenango, San Miguel los Lote und La Libertad gab es vorerst nur spärliche Lebenszeichen.

Hilda Lopez sagte zur Agentur AP, die Familie hätte gerade die Geburt eines Babys gefeiert, als einer der Nachbarn brüllte: “Kommt raus, die Lava kommt!” Sie hätten es zuerst nicht glauben können: “Dann sahen wir den heißen Schlamm, der sich durch den Ort wälzte”.   

Der gewaltige Ausbruch wurde zur schlimmsten Vulkan-Katastrophe in den Zentralamerika-Staat  seit mehr als 100 Jahren, berichtete die BBC: Sonntag bebte zuerst die Erde, dann explodierte der Gipfel des Berges in einem rot-glühenden Inferno. Asche stieg in eine Höhe von acht Kilometern auf. Am tödlichsten aber: Eine sogenannte pyroklastische Wolke, ein bis zu 700 Grad heißes Gemisch aus Asche und zermalmten Vulkangestein, raste die Berghänge hinunter.

Solche vulkanische Todeswolken können ein Höllentempo von 640 km/h erreichen. Deshalb ist eine Flucht für Anrainer zu nahe am Krater meist aussichtslos.

Jetzt laufen die Rettungs- und Bergungsarbeiten auf Hochtouren. 3.255 Menschen wurden evakuiert, ein Radius von 12 Kilometer rund um den „Fuego“ zur Sperrzone erklärt. 

 

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