Das Gespenst der „Yield Curve“: Folgt dem „Trump-Boom“ bald die Rezession?


Print Friendly, PDF & Email

Die US-Wirtschaft dampft aus allen Zylindern, die Arbeitslosigkeit liegt mit 3,8 Prozent so tief wie seit Jahrzehnten nicht mehr, Experten schließen ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent für das laufende Quartal nicht aus.

Warum grassiert dann in der Wall Street die Angst vor einer Rezession? Anleger macht zuletzt die sogenannte “Yield Curve” (Ertragskurve) nervös – die als verlässliches Barometer für kommende Wirtschaftsabschwünge gilt.

Dabei wird vor allem der Unterschied bei den Erträgen für kurz- und langfristige Staatsanleihen bewertet. Normalerweise gibt es bei längerfristigen Anlagen wie etwa “10-year Treasuries” höhere Erträge als bei “Bonds” mit kürzeren Laufzeiten. Honoriert wird dabei üblicherweise die langfristige Anlage.

Wenn jedoch das Vertrauen von Händlern und Analysten schwindet, dass sich die Wirtschaft auch in der Zukunft positiv entwickelt, nähern sich die Ertragskurven von lang- und kurzfristigen Anleihen an. Genau das passiert jetzt – trotz des Feuerwerks robuster Wirtschaftszahlen.

Zuletzt waren die Erträge bei “10-year Treasuries” nur um 0,34 Prozent höher als bei Anleihen mit zweijähriger Laufzeit. Die Wall Street will damit sagen: Es könnte ein Wirtschaftsabschwung bevorstehen.

Die “Yield Curve” hat bereits ähnliche Werte wie 2007, kurz vor dem Finanzkollaps und dem Start der “Great Rezession”. Geht der Trend weiter, könnte sich die Kurve sogar “invertieren”, dann gibt es für Kurzzeit-Anlagen sogar mehr Zinsen. Eine solche Inversion gab es zuletzt vor jeder Rezession in den letzten 60 Jahren, so die New York Times.

Kein Wunder, dass Investoren in New York nicht nur wegen den angezettelten Handelskriegen der Trump-Regierung nervös sind: Der Dow Jones sackte zum Wochenbeginn um mehr als 328 Punkte ab. 

Photo by openDemocracy

Previous 6/25: Gangster-Gang tötet 15-Jährigen
Next "Bürgerkrieg" im Trump-Amerika? Rhetorik eskaliert – Bewaffnung von Trump-Stab empfohlen…