Debatten in den USA um Sicherheitslücken nach Seattle-Selbstmordflug


Russell
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Der Fall ist tragisch, bizarr – aber auch vor allem alarmierend. 

Die Debatte tobt in den USA nach dem Todesflug von Richard B. Russell (29) mit einer gestohlenen Verkehrsmaschine: Wie konnte ein Gepäcksarbeiter am Flughafen in Seattle einfach ein Flugzeug entwenden und eine Stunde lang – begleitet von zwei F-16-Kampfjets – Runden fliegen und dann am Ketron Island in einem feurigen Crash sein Leben lassen? 

Der tragische Selbstmordflug zeigte eklatante Sicherheitslücken auf. Nachdem nach der 9/11-Terrorattacke die Sicherheitsvorkehrungen für Passagiere drastisch verschärft wurden, klaffen offenbar weiterhin riesige Lücken am „operativen Ende von Flughafen-Systemen“, analysiert die New York Times. 

Als Arbeiter am Rollfeld konnte sich Russell offenbar ohne Probleme Zutritt zu der Propellermaschine verschaffen. Das Anwerfen der Triebwerke wurde mit dem Umlegen mehrerer Schalter herbeigeführt, so Experten: Es gäbe da keine Zündschlüssel. 

Laut dem Arbeitgeber hatte der Mann zwar keinen Pilotenschein. Doch laut Reports könnte er das Fliegen im Flugsimulator gelernt haben. 

All das klingt erschreckend einfach – und genau deshalb ist das Drama ein Weckruf für Sicherheitsexperten.

Dass es zu keiner größeren Tragödie kam, ist vor allem auch den besonnenen Fluglotsen zu verdanken, die während der bizarren Funkdialoge mit dem Amokflieger viel Vertrauen aufbauten. 

Der Diebstahl von Flugzeugen passiert häufiger, als geglaubt wird, doch meistens handelt es sich um Privatflugzeuge. Der Teenager Colton Harris-Moore. Spitzname „Barefoot Bandit“, hatte 2011 kleine Flugzeuge gestohlen – mit einem flog er sogar in die Karibik. 

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