Jared Kushner flüstert Trump ins Ohr, Saudis beim „Aufräumen“ nach Khashoggi-Mord mehr Zeit einzuräumen


Khashoggi
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Es sieht so aus, als würde US-Präsident Donald Trump mit einer leichten Kehrtwende im Mordfall Jamal Khashoggi beginnen: Mehr als zwei Wochen nach dem mutmaßlichen, grauenhaften Foltermord an dem im US-Exil lebenden, saudi-arabischen Kolumnisten für die „Washington Post“ in Istanbul gestand Trump ein, dass der Dissident vermutlich wohl tot sei.

„Das ist sehr traurig“, fügte Trump an.

Der Präsident drohte, dass es „ernsthafte Konsequenzen“ geben würde, sollte das saudi-arabische Herrscherhaus hinter dem Journalistenmord stecken. Genau danach sieht es aber aus: Alle Spuren für zum mächtigen Kronprinzen Mohammed Bin Salman als Drahtzieher:

  • Einer seiner treuen Bodyguards, Maher Abdulaziz Mutreb, ist auf Überwachungskameras zu sehen, als er vor dem Attentat auf Khashoggi das Konsulat betritt.
  • 12 der 15 Attentäter haben Verbindungen zu Bin Salman, so US-Zeitungen.

Die durch das weltweite Entsetzen über das Zerstückeln des Regimekritikers am 2. Oktober völlig überraschten Saudi-Herrscher wollen das Mordkomplott nun Geheimdienstgeneral Ahmed al-Assiri in die Schuhe schieben. Kronprinz Bin Salman (33) – der sich als „Modernisierer“ bei Reisen durch die Welt präsentiert, doch Kritiker zu Hause mit harter Hand zum Schwiegen bringt – soll damit entlastet werden. 

Er hat auch im Weißen Haus einen Fürsprecher: Trumps Schwiegersohn Jared Kushner setzt sich dafür ein, dass man Riad mehr Zeit geben solle. Offenbar fürs interne Aufräumen. 

Bei den Ermittlungen selbst konzentrieren sich die Fahnder jetzt auf das Auffinden der Leichenteile: Die türkische Polizei durchsuchte gerade den „Belgrad-Wald“ nahe Istanbul. Dort soll ein Wagen des Konsulats nach dem Mord gesichtet worden sein.

In Erklärungsnotstand ist unterdessen auch Außenminister Mike Pompeo geraten: Laut türkischen Offiziellen wäre ihm eine Tonbandaufnahme vorgespielt worden, auf der der grauenhafte Mord protokolliert ist. Pompeo jedoch bestreitet das.  

Unterdessen sorgen skandalöse Aussagen von Trump für Aufregung: Der US-Präsident bewunderte bei einem Wahlkampfauftritt für die Zwischenwahlen Republikaner-Kandidaten Greg Gianforte, da er im Mai einen Guardian-Reporter  verprügelte. „Ich habe gehört. dass er einen Journalisten versohlte“, feixte Trump vor grölenden Anhängern.

„Solche Leute mag ich!“, tönte Trump.

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