Bärengebrüll an der Wall Street: Christmas-Crash erschüttert US-Finanzmärkte


Wall Street
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Es wäre vielleicht besser gewesen, die Börsen am Heiligen Abend zwischen dem Wochenende und dem Christtag nicht aufzusperren… 

Montag gab es ein neues Gemetzel: Der „Dow Jones“-Index sackte an einem verkürzten Handelstag um 653 Punkte ab – und das alles nach den schlimmsten fünf Tagen in Serie in der Vorwoche seit der Finanzkrise 2008.

Es gab tatsächlich auch wenige Gründe für eine positive Weihnachtsstimmung am Handelsparket: 

  • Die US-Regierung bleibt teilweise geschlossen seit Freitag mit keiner Einigung beim Mauerstreit in Sicht. 
  • Donald Trump liefert – zornig, unberechenbar und „Home Alone“ im Weißen Haus – Konturen eines alarmierenden psychischen Zustandes, der von Kritikern als weiteres Indiz einer wahren Kernschmelze im Oval Office bewertetet wird. 

Der Präsident ordnete jetzt den Abtritt von Pentagon-Chef James Mattis – erbost wegen eines Protest-Rücktrittsschreiben – für den 1. 1. 2019 an, zwei Monate vor dem geplanten Abgang. Trump bekräftigte auch den Abzug der 2.000 US-Truppen aus Syrien, eine auch von seiner eigenen Partei heftig kritisierte einsame Entscheidung. 

Stark in die Defensive geraten wirbelt Trump aus den Privatgemächern des Weißen Hauses neue Tweet-Stürme alle paar Stunden hoch, meist zu den Brennpunkten Mauerbau, Shutdown, Syrien oder Mattis. 

Zu einem kolossalen Eigentor wurde auch der Versuch von Finanzminister Steve Mnuchin, die Märkte zu beruhigen. Er telefonierte am Wochenende mit den CEOs der größten Banken und versicherte danach die „hohe Stabilität“ der US-Finanzsysteme. Abzusehen hätte aber sein müssen, dass dieser Beruhigungsversuch prompt für noch mehr Panik unter Börsianern sorgen würde…  

 

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