# 30. Oktober: Marihuana ist für Arnie keine Droge…


Kaum hat ”Governator” Arnold Schwarzenegger als “Action Hero” beim Feuerinferno in Südkalifornien den Zenit seiner Politlaufbahn erreicht, holt ihn seine turbulente Bodybuilder-Karriere ein. Marihuana sei “keine Droge”, erklärte in einem aufsehenerregenden Interview mit der britischen Ausgabe des Männer-Magazins “GQ”. Zuerst behauptete Arnie, dass er niemals Drogen genommen hätte. Als ihm der Interviewer Filmausschnitte der Bodybuilder-Doku “Pumping Iron” entgegenhielt, wo Arnie beim Kiffen zu sehen ist, beteuerte der: “Das ist ja nur ein Blatt – meine Droge war, Gewichter zu stemmen”. Arnie-Sprecher Aaron McLear konterte: Die Aussage sei “als Scherz zu verstehen”. Doch es könnte Ärger geben: In den USA sind verharmlosende Bemerkungen über Drogenkonsum ein Polit-Tabu. Arnie verteidigte auch Politiker, die Antworten über persönlichen Drogenkonsum verweigeren: “Was haben sie lieber? Einen Politiker, der Sachen nimmt, aber was weiterbringt – oder einen, der alles aufzählt, aber lausige Entscheidungen trifft?”. Als für ihn größte historische Weltenlenker nannte dazu Arnie Tony Blair, Nelson Mandela, JFK, Ronald Reagan und Michail Gorbatschow. Der amtierende US-Präsident George W. Bush schaffte es nicht auf die Liste.

# 29. Oktober: Giftige Luft über Südkalifornien

Kühles Wetter und örtlich leichter Regen halfen Fige-Fighters die 23 Brände des Kalifornien-Infernos weiter unter Kontrolle zu bringen. Die größte Gefahr jetzt: Giftige Luft durch die Feuer, die wie eine gigantische Smog-Glocke zwischen San Diego bis Santa Barbara hängt. Die Behörden warnten vor “extrem gesundheitsschädlicher Luftverschmutzung”. Laut Berechnungen hätten die Großbrände – die eine Fläche von über 203.000 Hektar verkohlten, 1800 Gebäude niederbrannten und mindestens 1,5 Milliarden Dollar Schaden anrichteten – auch so viel Treibhausgase wie 440.000, ein Jahr lang betriebene Autos freigesetzt, warnte Patricia Rey, Sprecherin der kalifornischen Umweltbehörde, gegenüber der Agentur AFP. Der Rat der Behörden: Zu Hause bleiben. Denn auch die nun in Südkalifornien so populären Staubmasken halten die Experten für wenig geeignet, da die giftigen Partikel, 30 Mal so klein wie etwa ein Haar, nicht abgefangen werden. Besonders bedroht durch den Giftsmog seien Kinder, Ältere und Menschen mit Asthma. Eine Entspannung ist nicht in Sicht, da keine nennenswerten Winde die dreckige Luft verfrachten – und mehrere Feuer übers Wochenende noch loderten. Kaliforniens “Governator” Arnold Schwarzenegger, wegen seines effektiven Marathon-Einsatzes von den US-Medien weiter als “Action Hero im wirklichen Leben” gefeiert, versprach inzwischen eine gnadenlose Jagd auf Brandstifter, die mehrere Feuer gelegt hatten. “Wir werden euch zur Strecke bringen, wir sind auch auf den Fersen”, donnerte Arnie. Fünf Personen wurden bisher verhaftet, ein Kopfgeld von 285.000 Dollar ausgesetzt.

# 28. Oktober: Protokoll eines Feuersturmes: „Tragische Zeiten für Kalifornien“

Es war die Woche, in der Kaliforniens “Goverantor” Arnold Schwarzenegger auch im wirklichen Leben zu “Action Hero” wurde. 20 Stunden pro Tag rackerte er seit dem Losbrechen des historischen Feuersturms, der seit vergangenem Sonntag zwischen San Diego und Santa Barbara Südkalifornien verwüstete: Arnie pendelte zwischen den Kommando-Zentren der Großbrände, begutachtete per Helikopter-Flügen das Inferno aus der Luft, gab bis zu fünf Pressekonferenzen pro Tag und übernachtete nahe der Feuer-Frontlinien. Dazu richtete der Austro-Amerikaner in seiner “feinsten Stunde”, so US-Medien, mit einer gesunden Dosis an Pragmatismus, glaubwürdiger Leadership, berührenden Treffen mit den Opfern und Huldigungen der Firefighters als “die wahren Helden” die Kalifornier in einem ihrer bittersten Momente auf.
Er mobilisierte Ressourcen auch in der US-Kapitale Washington. Alles wurde in die Schlacht geworfen: Pentagon-Chef Robert Gates schickte acht gigantische Löschflugzeuge, aus ganz Kalifornien und drei Nachbarstaaten kamen zwei US-Navy-Helikopter, 24 “Luftangriffs”-Flieger, zwei Löschjumbos “DC-7”, 40 Helikopter, 25 “Air Tankers” sowie ein Riesen-Löschflugzeug aus Kanada, das mit einer Füllung 26.500 Liter über Glutnestern abwerfen kann. 250.000 Dollar lobte Arnie zur Ergreifung von Brandstiftern aus, seit feststeht, dass einige der Monsterfeuer gelegt worden sind. Arnies Medienstab lief ebenfalls auf Hochtouren: 50 Aussendungen füllten pro Tag die Reporter-Mailboxen, alles von Audio-Aufzeichnungen der Pressekonferenzen, Bildmaterial, Deklarationen, Hilfsansuchen an Bush und Gates.
“Schwarzenegger hat die Lektion aus Katrina gelernt”, urteilte das linke Briten-Blatt “Independent”. Und als er Bush bei dessen Besuch am Armeestützpunkt der “Marine Corps Air Station” in Miramar vor dem Präsidenten-Jumbo “Air Force One” begrüßte, wusste Arnie bereits, dass er ein zweites “Katrina” – Bushs blamables und tödliches Versagen nach dem Killer-Hurrikan im versunkenen New Orleans – abgewendet hat. Stolz und sicher auch ein wenig neidisch klopfte der Präsident Arnie auf die Schulter – während Schwarzenegger wild gestikulierend Einsatzpläne erläuterte. Bush ließ sogar durchblicken, dass er bei Katrina mit der Demokratin Kathleen Blanco eben keine so fähige Partnerin beim Katastrophenmanagement hatte wie jetzt mit Arnie.
Der Gepriesene hatte keine kleine Herausforderung zu meistern. Und Schwarzenegger übertrieb nicht, als er von “tragischen Zeiten” für den 38-Millionen-Einwohner-Bundesstaat sprach: Sieben Menschen starben, fünf Tage nach dem Beginn der Feuer wurden zwei verkohlte Leichen in einer abgebrannten Villa gefunden, dazu vier Illegale aus Mexiko in einem Canyon. 23 Großfeuer hatten 1.000 Quadratkilometer in eine verkohlte Mondlandschaft verwandelt. Die Flammenwalzen fraßen sich durch die Suburbs von L.A. und San Diego, über 1.750 Häuser wurden zu rauchenden Schutthalden reduziert. Eine Million Menschen mussten evakuiert werden. Der Gesamtschaden wird auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt. Mit zahllosen evakuierten Weltstars im berühmten Malibu, der idyllischen Promi-Enklave am Pazifik, kamen sogar Hollywood-Filmproduktion ins Trudeln.
“Schnell, rennt zu dem Glutnest”, treibt Fire-Captain Ron Sterling sein Team an beim Lokalaugenschein an den Frontlinien des “Harris Fire” an einem schroffen Berghang, durchsetzt mit schicken Millionenvillen: “Kämpft weiter an dieser Front, haltet die Stellung”, bellt er neue Kommandos in das übergroße Funkgerät. Plötzlich: Ein kurzer Windstoß lässt die komplett ausgedörrten Büsche regelrecht explodieren. Zehn Meter hoch schießen die Flammen in die Höhe. Der penetrante Brandgeruch macht das Atmen zur Qual, die Augen tränen. Dabei ist die Szenerie fast schaurig schön: Die Sonne ist durch die Rauchfahne glutrot, es “schneit” Asche. “Der Wind hat nachgelassen”, sagt Kollege Don Camp: “Heute haben wir erstmals eine Chance gegen das Inferno”. Das dumpfe Knattern der doppelrotorigen Chinook-Helikopter ist zu hören: Sie kommen das Tal raufgeflogen, werfen pink-farbigen chemischen Staub zur Feuerdämpfung ab. “Heute läuft der Angriff auf Hochtouren”, freut sich Camp.
Was die Villen der Reichen mitten in der so brandgefährdeten Wildnis der heißen Steppen Südkaliforniens zu suchen haben, will er nicht kommentieren: “Es ist unser Job, die Häuser zu beschützen”, winkt er ab: “That´s it”. Ein neuer Brandherd ist hinter den Trupp ausgebrochen, Sterling lässt den Löschwagen die Straße runter verlegen.
Die Katastrophe begann mit einer Wetterlage, vor der Kalifornier panische Angst haben: Ein mächtiges Hoch zwischen der Sierra Nevada und den Rocky Mountains schaufelt Wüstenluft in Richtung Küste, die Fallwinde heizen sich auf, wie der Föhn in den Alpen. “Santa Ana winds” heißt das Phänomen, gefürchtet als “Atem des Teufels”. Dazu summierten sich andere Umstände, die, wie es Schwarzenegger später nennen würde, den “perfekten Feuersturm” auslösen sollten: Ein besonders feuchter Winter 2005/6 ließ dicke Vegetation sprießen, die in einer eineinhalbjährigen Dürren, einer der schlimmsten der Kaliforniengeschichte, zu “hochexplosivem Treibstoff”, so Experten, austrocknete. Es fehlt nur mehr der Funke.
In der Nacht zum Sonntag ging es los. “Plötzlich heulte der Wind”, erzählt der in Malibi ansässige, österreichische Mode-Accessoires-Designer Sigmar Berg: “Und es wird plötzlich richtig heiß!” Die schlimmsten Santa-Ana-Winde, die jemals gemessen wurden, fegen mit 180 km/h die Berghänge hinunter – die engen Canyons multiplizieren wie in einem Kamin ihre Kraft. Binnen Minuten rast eine Feuerwalze auf Mailbu zu, Glutnester, so groß wie Basketballbälle, werden kilometerweit vorausgeschleudert und stecken Villen am Strand in Brand: Bergs Nachbar, der Autor der X-Files Chris Carter, brüllt am Zaun plötzlich panisch: “Feuer! Packt eure Sachen! Wir müssen verschwinden!” Berg, seine Frau Petra, die sechsjährige Adina und der dreijährige Luis, werfen panisch Erinnerungsgegenstände und Dokumente in Reisetaschen. Adina weint vor lauter Angst – und weil alle ihre Stofftiere nicht in den Rucksack passen. In der “Pepperdine University” am Hang über Mailubus Zentrum haben sich 400 Student in der Cafeteria verschanzt – während die Flammen am Campus-Gelände wüten. Erste dramatische TV-Bilder lassen die USA und die Welt den Atem anhalten: Studenten laufen panisch durch den Rauch um ihr Leben, ein Feuerwehrmann wird vom Sturm fast umgeblasen, während er den Wasserstrahl in eine Feuerwand hält. Doch es ist nur der Auftakt: Wie Bombentreffer detonieren in neun Bezirken (“Counties”) in Südkalifornien die Großfeuer. Immer neue “Breaking News” mit immer neuen phantasievollen Feuer-Namen: “Magic”-, “Slide”-, “Ranch”-, “Santioago”-, “Horno”-, “Rosa” oder “Rice”-Feuer. Es sind tödliche Monster: In der Nacht auf Montag, erzählt der seit 22 Jahren in Julian, eine Autostunde nordöstlich von San Diego lebende, österreichische Restaurant-Besitzer Franz Dorninger, habe der Sturm sein Haus abgedeckt. “Es rumpelte plötzlich”, sagt er aufgeregt: “Und als ich vor das Haus lief, war es fort”. Kurz darauf sieht er die Feuerwalze auf sich zukommen – flüchtete ins Restaurant.
Während die Welt sich noch wundert, wie Jennifer Aniston, Mel Gibson, Barbara Streisand & Co in Malibu über die Runden kommen, beginnt in den Vororten von San Diego eine historische Tragödie: Die explosionsartig ausgebrochenen “Witch”- und “Harris”-Feuer fressen sich durch die Wohngegenden. Ein Gebäude nach dem anderen geht in Flammen auf. “Wir haben mehr Häuser, die in Flammen stehen, als Feuerwehrleute, um den Brand zu bekämpfen”, rief San Diegos “Fire Chief” die Nation um Hilfe. TV-Reporter Larry Himmel berichtet “live”, wie sein eigenes Haus lichterloh brennt: “23 Jahre haben wir hier gelebt”, sagt er mit tränenerstickter Stimme: “Hier liegt noch der Gartenschlauch. Wir haben alles versucht. Es hat nichts geholfen. Es war ein wunderbares Haus. Alles ist verloren”. Ganz Amerika weint mit Himmel mit.
Drei Tage lang heulen die “Santa Ana”-Winde. Kaliforniens Ressourcen reichen nicht für das eskalierende Inferno: Es fehlt an Feuerwehrleuten, Helikoptern, Flugzeugen. Schwarzenegger muss binnen kürzester Zeit Nachschub aus Nordkalifornien, Nachbarstaaten und aus “Washington” zusammentrommeln. Er schickt sogar die Nationalgarde in die Feuerzonen und zieht 200 Soldaten von der Bewachung der mexikanischen Grenze ab. Der Himmel über San Diego wird pechschwarz, wie im Atomhorrorstreifen “The Day After” fällt weiße Asche. Evakuierte sprechen von “Armageddon”, dem Ende der Welt. Die Stromgesellschaften müssen vom Feuer demolierte Stromleitungen kappen. Es kommt zu massiven Blackouts. Erst gegen Wochenmitte lassen die Horrorwinde nach, den Löschtrupps gelingen erstmals kleine Etappensiege: Obwohl die Feuer meisten weiterwüten, brennen nur mehr wenige zusätzliche Häuser ab.
9.000 Firefighters waren letztendlich im Einsatz, viele von ihnen stemmten sich 70 Stunden ohne eine Minute Schlaf gegen die Feuerwalzen. Bitter sind ihre Erinnerungen an die “Niederlagen”, wie es einer formuliert, die sie anfangs einstecken mussten. “Wir trachteten eher, dass uns der Wind nicht umweht”, sagt Scott McLean, der 1.200 Mann im Kampf gegen das “Harris Fire” dirigierte. Erschöpft, mit russgeschwärzten Gesichtern und hängenden Köpfen kamen sie von den Frontlinien zurück. Einige der hartgesottenen Kerle liefen die Tränen über die Wangen, als sie berichteten, wie ein Gebäude nach dem anderen in Flammen aufging. “Du stehst ohnmächtig vor dem lodernden Gebäude, ein paar Minuten lang”, zitiert die “L.A. Times” Firefighter Dave Orozco: “Dann realisierst du, dass es verloren ist – und gehst zum nächsten”. Wenige Veteranen hatten jemals eine derart aggressive Feuersbrunst erlebt: Funken in Golfballgröße prasselten auf sie nieder. Dazu entwickeln Großfeuer ein Mikro-Klima mit völlig unberechenbaren Winden, inklusive kleiner Tornados. 12 Firefighters werden eingeschlossen und überleben nur, als sie sich unter feuerresistenten Folien verkriechen.
Obwohl Schwarzenegger durch sein Organisationstalent eine Polit-Blamage á la Katrina abwendete, wird die Kritik an mangelnder Infrastruktur zur Feuerbekämpfung lauter. In San Diego etwa, dessen Firedepartment beim letzten “Jahrhundert-Feuer” 2003 (15 Tote, 2.820 zerstörte Häuser) heillos überfordert war, wurden die Empfehlungen einer Untersuchungskommission bisher kaum erfüllt: Bloß 19 der angeregten 150 zusätzlichen Löschfahrzeuge sind angeschafft. Dazu fliegen schrottreife Helikopter aus der Vietnam-Zeit herum. In Washington wettern zusätzlich die oppositionellen Demokraten, dass die Nationalgarde, die wichtigste Krisenfeuerwehr bei Naturkatastrophen, durch Einsätze im Irak “ausgedünnt” sei. Und durch Bushs bisher 750 Milliarden Dollar teure “Antiterror”-Kriege fehle das Geld an der Heimatfront ohnehin allerorten. Dazu warteten durch absurde Bürokratie und Kommunikationsprobleme 18 einsatzbereite Armee-Helikopter drei Tage lang auf den Startbefehl.
Gelobt wird jedoch die rasche Evakuierung von mehr Menschen als selbst bei Katrina und die professionelle Versorgung der Feuer-Obdachlosen. Im “Qualcomm”-Footballstadium in Downtown San Diego waren bis zu 10.000 Evakuierte ohne Zwischenfälle versorgt worden: Sogar eine Kinderkrippe hatte freiwillige Helfer eingerichtet. Lana Gomcs und ihr Boyfriend Daniel Woodard, beide 22, leben beim Lokalaugenschein bereits drei Tag in einem Gang unter der Tribüne des Stadiums, ihr Baby Lynn, erst vier Monate alt, bekommt gerade die Milchflasche. “Als wir die Feuerwand sahen, haben wir keine Sekunde gezögert”, sagt Gomcs und ist beeindruckt von der guten Organisation des “Flüchtlingslagers” sowie der Hilfsbereitschaft der Bürger von San Diego, die tagelang Lebensmittel, Gewand und Gebrauchsgegenstände anschleppten.
Fast absurde Schicksale machen Schlagzeilen: Dayna Czermak etwa überlebte Hurrikan Katrina und “flüchtete” nach Kalifornien. Gerade rechtzeitig zum Feuersturm in ihrer neuen Gemeinde, Lake Arrowhead, nordöstlich von L.A.: “Die Flammen loderten so hoch wie fünf Stockwerke”, schilderte die “naturkatastrophengeprüfte Frau”, so US-Medien, die dramatischen Szenen. Sie ignorierte Evakuierungsbefehle und konnte ihr Haus retten: “Ich habe bereits etwas Praxis beim Umgang mit Desasters”, sagt sie.
“Father” Greg Hughes durchstöbert gerade den Schutt seiner völlig niedergebrannten “Presbyterian Church” in Malibu. “Einen verkohlten Kommunions-Becher habe ich gefunden, das war alles”, sagt er: Und weiter, trotzig: “Ich werde sie wieder aufbauen! Das hier ist kein Ende sondern ein Neubeginn!” Zehntausende wurden vor dem Wochenende erstmals in die verkohlten Suburbs vorgelassen. Viele brechen, vor laufenden TV-Kameras, zusammen. Die meisten wollen, so wie auch Pastor Hughes, ihre Gebäude wieder aufbauen. Anderen reicht es: “Ich schaue, dass ich meine Finanzen wieder in Ordnung bringe”, sagt der Österreicher Dorninger, dessen Haus bereits 2003 niederbrannte: “Aber ich überlege mir ernsthaft, hier wegzuziehen – das Klima ändert sich offenbar zu stark”.
Die Popularität von Arnie erreicht inzwischen immer neue Höhepunkte, in einer Serie an TV-Interviews präsentierte sich der neue Politstar der Nation. Einziger Wermuthstropfen in “Arnies Woche”: Durch die Zusammenarbeit mit Bush in der Feuertragödie habe sich eine neue “Freundschaft” zwischen den Politikern entwickelt, beobachtet die “New York Times”. Die ist jedoch durch Bushs mangelnde Popularität kein wirklicher Bonus.

# 27. Oktober: Arnie im Feuersturm

US-Präsident George W. Bush legte bei seiner Stippvisite der Feuer-Katastrophenzone in Südkalifornien seine Hand auf die Schulter von “Goverantor” Arnold Schwarzenegger. Er muss stolz auf seinen Republikaner-Parteifreund sein. Und wohl auch ein wenig neidisch: Denn Arnie exerzierte durch einen hemdsärmeligen Marathon-Einsatz – wo er in 20-Stunden-Tagesschichten Feuereinsatzkräfte mobilisierte, die Evakuierung von einer Millionen Menschen organisierte und Opfer aufrichtete – vor, wie Politiker nach Bushs Hurrikan-Katrina-Blamage bei Naturkatastrophen Leadership zeigen sollten. Während Bush während der Tour ebenfalls die Opfer tröstete und ihnen “bessere Tage in der Zukunft” versprach, feiern die US-Medien Schwarzenegger als politischen “Action Hero”.
Und das obwohl die Kritik am zögerlichen Start vor allem der Luftangriffe gegen das Inferno wächst: 18 einsatzbereite Militärhelikopter warteten drei Tage wegen absurder Bürokratie auf den Startbefehl. 23 Feuer brannten noch in neun “Counties” zwischen San Diego und Santa Barbara, die Hälfte ist nach einem totalen “Luftkrieg” gegen die Flammenhöllen, der durch das Abflauen der gefürchteten “Santa Ana”-Wüstenwinde nun möglich ist, jedoch bereits fast vollständig unter Kontrolle.
In den Brandruinen der 1.750 zerstörten Häuser werden grauenvolle Funde gemacht: Die völlig verkohlten Leichen eines Ehepaares wurden in einem Haus eines San-Diego-Suburbs gefunden, vier weitere, ebenfalls komplett verbrannte Tote in einem Canyon nahe der mexikanischen Grenze. Es sind voraussichtlich illegale Einwanderer. Die neue Opferbilanz: Sieben Tote direkt im Feuer, sieben weitere, die durch, mit dem Feuer zusammenhängende Unfälle ums Leben kamen. Dazu werden Details einer weiteren Beinahe-Tragödie bekannt: 12 Firefighters waren von der Feuerwalze überrollt worden, überlebten um Haaresbreite unter ihren feuerresistenten Schutzfolien.
Kalifornien macht inzwischen Jagd auf Brandstifter, die mehrere der Horrorfeuer gelegt haben sollen. 250.000 Dollar sind als Ergreiferprämie ausgesetzt. Zehntausende Evakuierte wurden erstmals in die zerstörten Suburbs vorgelassen: Es spielen sich herzzerreißende Szenen ab, wenn sie vor dem verkohlten Schutt ihrer Heime unter Tränen zusammenbrechen.

# 27. Oktober: Hillary: Vollgas mit 60!

Sogar die Riesen-Fete zu ihrem 60. Geburtstag nützte Hillary Clinton zur Image-Politur: Jünger, hipper, lockerer, sollte sie wirken, als sie im Manhattaner “Beacon Theatre” unter tausenden Ehrengästen mit Rocker Elvis Costello ausgelassen die Hüften schwang. Sie zeigt Schwung. Kein Wunder, denn trotz aller bisherigen Errungenschaften als Senatorin etwa schielt sie auf den ultimativen Triumph: Einen Sieg in der historischen Wahlschlacht 2008 um das Oval Office.
Sie ist längst Favoritin: Denn die runderneuerte Hillary, Version 2.0, demolierte im bisherigen Wahlkampf lässig und souverän ihre Kontrahenten. Mit wachsendem Selbstbewusstsein gibt sie sich nicht bloß, wie früher, gewohnt brillant, zielstrebig und diszipliniert, sondern inzwischen sogar “äußerst sympathisch”, so Beobachter. “Die 60iger sind die neuen 50iger”, scherzte sie etwa über ihren runden Geburtstag. Sogar modisch hat sie mit stylischer Föhnfrisur und eleganten Hosenanzügen ihren Stil gefunden. Vergessen ist die alte Hillary, die als First Lady machtbesessen im Hintergrund die Fäden zog, steif, berechnend, dogmatisch und “xantippisch” zum Hassobjekt für Millionen wurde, andere mit monatlich neuen Frisurversuchen und Mode-Frontalunfällen erheiterte.
Der Hillary-Hype erreicht deshalb täglich schrillere Höhepunkte: In Greifweite ist plötzlich der Traum, als erste Frau das mächtigste Politamt der Erde zu beziehen. Ihren stärksten Kontrahenten in den Demokraten-Vorwahlen, den farbigen Senator Barack Obama, hat sie laut CNN-Umfrage mit 30 % abgehängt. Gegen Republikaner-Frontrunner, Ex-New-York-Bürgermeister Rudy Giuliani, führt sie ebenfalls deutlich. Mit 90 Millionen Dollar sammelte sie heuer so viel Wahlkampf-Cash wie niemand vor ihr. Und noch aufregender: Umfrage-Details deuten darauf hin, dass eine wahre politische “Frauen-Revolution” Hillary ins White House spülen könnte. Bis zu 24 % an “Republikaner-Frauen” könnten für sie wählen. Damit wäre sie unschlagbar.
Doch es wird ein langes Schlammschlacht-Jahr bis zum Urnengang am 4. November 2008. Neue Buch-Bomben liefern Wahlkampfmunition für ihre Gegner: Im Enthüllungsbuch “For Love and Politics” analysiert Starautorin Sally Bedell Smith (frühere Bios: Diana, Jackie O., Jack Kennedy) die innere Dynamik des Politpowerpaares von Hillary und Bill Clinton anhand ihrer Zeit im White House zwischen 1993 und 2001. Keine leichte Aufgabe: “The Clintons”, oder “Billary”, so US-Medien, unterhalten immerhin seit 32 Jahren den vielleicht mysteriösesten Ehebund der Erde. Darin erduldete Hillary eine gehörige Portion an Demütigungen, von Bills Serien-Seitensprüngen in Arkansas bis zum Lewinsky-Oralsexskandal, dem per “Starr-Report” bestdokumentiertesten Ehebruch der Menschheitsgeschichte. Heute jedoch treten sie im Wahlkampf wie “ein frisch verliebtes Paar” auf, so Beobachter.
Smith detaillierte Analyse des so ergreifenden wie widersprüchlichen Psychodramas namens Clinton-Ehe und die Bilanz der White-House-Ära I sei relevant, pries “Newsweek” die Bio, da Teil II der unglaublichen Clinton-Saga bevorstehen könnte. Unter den Enthüllungen:
# “Emotionen sind nicht rational”, soll demnach Hillarys Leitspruch sein, so Smith: Deshalb wirke “sie oft wie eine Eisprinzessin”. Selbst als Bill zuerst ihr und dann der Nation per TV-Rede die Lewinsky-Affäre beichtete, war ihr nichts anzumerken: “Sie saß im Solarium des White House und grüßte die Angestellten mit einem freundlichen, ungezwungenen Lächeln”, so die Autorin. Die totale Öffentlichkeit erduldet die damalige First Lady noch mit Distanziertheit: Während Bill nicht aufhören kann, Hände zu schütteln und in der Menge zu baden, wartet sie in einem Nebenraum geduldig auf die Abreise. Erst jetzt in ihrem eigenen Wahlkampf taut sie auf, “langsam aber stetig”, so US-Medien.
# Bill und Hillary sind – zumindest politisch – “Soulmates”, ein unzertrennliches Paar. “Supreme Court”, Höchstgericht, hieß Hillary beim Stab, die letzte Instanz bei Bills Entscheidungen. Die Autorin weiter: “Wenn immer er meinte: ,Lassen Sie mich nachdenken…´, wussten seine Berater: Er muss zuerst Hillary fragen”. “Wenn es um Politik geht, trauen Hillary und Bill letztendlich nur einander”, so Smith. Keine Überraschung ist daher, dass Bill bereits voll für sie wahlkämpft: Mit perfekt kalibrierten Reden – wo er als charismatisches Naturtalent trachtet, sie nicht zu überstrahlen – stellt er stolz seine Gattin, den neuen Star der Demokraten, den Massen vor.
# Nur so ist vielleicht erklärbar, warum die durch Bills Sex-Sucht dauererniedrigte Hillary dem Serien-Ehebracher nicht längst den Laufpass gab. Im Gegenteil: “Wenn immer seine Eskapaden den Politaufstieg der Clintons fast zum Entgleisen brachten”, so die Autorin, “habe sie ihn als vehementeste Verteidigerin gerettet – und jene attackiert, die Bill, oft zu recht, beschuldigten”. Es müsse ein “psychologisches Problem” sein, tröstete sie sich selbst. Verzweifelt wollte sie Versuchungen minimieren: Ihrer Stabschefin ordnete sie an, Praktikantinnen mit Miniröcken nach Hause zu schicken. Einmal wollte sie verhindern, dass Bill neben der Hollywood-Schönheit Sharon Stone Platz nimmt. “Vergeblich, denn er setzte sich trotz geänderter Sitzordnung einfach neben Stone”, so das Buch. Hillary flüchtet am Beginn des Lewinsky-Dramas in die “totale Verleugnung”, klammert sich an den festen Glauben, “dass ihr Gatte doch niemals so verrückt sein könnte”.
Wie erträgt Hillary, 60ig-jährig, die Strapazen des Wahlkampfes? Sie delegiert an ihr 32-köpfiges Wahlkampf-Team. “Dazu hält sie kleine Nickerchen”, berichten Insider. Im Bus tippt sie ein paar Emails in ihren Blackberry, bespricht Details mit ihrem Stab und telefoniert mit Bill. Die Tage seien lang und brutal, so ihre Iowa-Kampagnenleiterin: “Aber es macht ihr höllisch Spass”. Und dass mit Hillary, als erste Präsidentin, im White House ein frischer Wind wehen wird, bezweifeln wenige: Männer sind “Schwächlinge”, tobte sie laut Autorin Smith immer wieder: “Die wissen nicht, wie man kämpft”.

# 26. Oktober: Verkohltes Kalifornien

Der Jumbo “Airforce One” von US-Präsidenten George W. Bush landete in einem, durch das historische Feuerinferno schwer getroffenen US-Bundesstaat Kalifornien. Nach Fortschritten beim Niederringen der Flammenhöllen der 18 Großfeuer wird das ganze Ausmaß der Tragödie sichtbar:
# Der Gesamtschaden in San Diego allein übersteigt etwa eine Milliarde Dollar;
# Zwischen der mexikanischen Grenze und Lake Arrowhead im Norden sind bisher 1.801 Quadratkilometer verkohlt worden – eine Fläche größer als das Stadtgebiet von New York City;
# 1.609 Gebäude wurden ein Raub der Flammen.
Die Todesopfer-Bilanz wurde von “Governator” Arnold Schwarzenegger mit nur einem Toten nach unten revidiert, weit niedriger als beim letzten “Jahrhundertfeuer” in 2003, als 22 Menschen starben (von den zuletzt rapportierten sechs Toten starben fünf bei der Evakuierung). Beim Durchkämmen der Brandruinen könnten jedoch weitere Opfer entdeckt werden.
Experten bezeichnen das als die größte “Erfolgsgeschichte” des Feuersturmes: “Die haben diesmal nicht um den heißen Brei geredet”, erzählte Hausbesitzer Steve Levstik dem TV-Sender ABC: “Sie sagten unmissverständlich: Raus aus dem Haus! Vor vier Jahren hat es bloß geheißen: Passen Sie auf die lokalen Nachrichten auf”. Mit einer Million Evakuierten waren auch zehn Mal so viele Menschen in Sicherheit gebracht worden als 2003.
Abflauende “Santa Ana”-Winde, die zu Wochenbeginn mit Sturm-Böen bis zu 160 km/h das Inferno erst richtig entfachten, halfen den Firefighters an der Brandfront erstmals echte Fortschritte zu machen. Beim Lokalaugenschein nahe San Diego, brachten sie den flächenmäßig größten Brand, das “Harris Fire”, in einem noblen Vorort samt Millionen-Villen unter Kontrolle. “Der Wind hat gedreht und nachgelassen”, so Einsatzleiter Don Camp: “Vor zwei Tagen blies er uns noch fast um”. Dadurch wurde erstmals auch der totale Großangriff mit Helikoptern und Löschflugzeugen möglich: Bis zu 35 Ladungen aus Wasser und chemischen Löschmitteln wurden am Mittwoch etwa auf das Feuer in den “San Bernadino”-Bergen geschüttet. “Die machen rasant Fortschritte”, so US-Wald-Experte Dennis Bouslaugh. Dennoch: Die sechs Feuer im Großraum San Diego konnten am Ende des vierten Tages des Feuersturms bloß zu 15% unter Kontrolle gebracht werden. 28.000 Häuser seien nach wie vor bedroht und insgesamt 13 Feuer in sieben Bezirken noch aktiv, so Behördensprecher.
Die Ermittlungen über die Auslöser der Horror-Feuer laufen unterdessen auf Hochtouren: In mehreren Fällen wird Brandstiftung vermutet, auch könnten durch den Sturm umgeblasene Stromleitungen das Inferno gestartet haben. Die Polizei erschoss einen 27-jährigen Verdächtigen, als der versuchte, zu flüchten.
Die niedrige Opferbilanz wird unterdessen als “Erfolg” in den US-Medien nach dem Debakel nach Killer-Hurrikan “Katrina” 2005 gefeiert – und Arnie als hemdsärmeliger Einsatzleiter mit guten Noten bedacht. Dennoch: Besonders in San Diego sei verabsäumt worden, so die “L.A. Times”, die Fire-Departements trotz Empfehlungen einer Kommission nach dem Horror-Feuersturm 2003 besser auszustatten. Von der etwa angeregten Anschaffung von 150 zusätzlichen Löschfahrzeugen waren tatsächlich bloß 19 gekauft worden. Arnie reagierte verärgert auf die Kritik: “Leute beschweren sich bloß des Beschweren willens”, donnert er.

# 25. Oktober: Feuersturm eskaliert

Zehntausende Feuerwehrleute hatten sich mit einem Großaufgebot an Löschflugzeugen, Helikopter, Bulldozern und einfachen Wasserschläuchen neuerlich mit aller Verzweiflung gegen das Feuer-Inferno in Südkalifornien gestemmt – und wurden auch an Tag Drei der immer historischeren Brandkatastrophe geschlagen: “Die Ungeheuer brennen weiter, unaufhaltbar”, gestand San Diegos Firechief Kirk Humphries ein. Die bisherige Opferbilanz: Fünf Tote, 40 Verletzte, darunter 16 Firefighters.
Nach dem Inferno in der Strandenklave der Hollywood-Stars, Malibu, wo, wie ein Lokalaugenschein verdeutlicht, sich die Lage weitgehend entschärft hat, schlitterte der Großraum San Diego mit gleich mehreren Großfeuern in eine der größeren Tragödien der jüngeren US-Geschichte: Eine Million Menschen, ähnlich viele wie bei der Massenflucht vor Monsterhurrikan “Rita” in Texas 2005 und die “größte Evakuierung in der Geschichte Kaliforniens, so “Governator” Arnold Schwarzenegger, sind aus ihren Häusern geflohen, 1.300 Gebäude wurden zu Asche reduziert. 68.000 (!) zusätzliche Gebäude sind von den weiter durch die heißen “Santa Ana”-Wüstenwinde angetriebenen, bis zu 30 Meter hohen Flammenwalzen bedroht.
In drei Tagen Inferno brannten zwischen San Diego und Lake Arrowhead in der “Sierra Nevada”-Bergkette 1.554 Quadratkilometer nieder, eine Fläche so große wie New York City. Arnie wirft inzwischen Kaliforniens komplette Ressourcen zur Feuerbekämpfung in die Schlacht und ließ sich von US-Präsident George Bush – der die Desasterzone am Donnerstag besucht – Hilfe bei der Versorgung der hunderttausenden Evakuierten sowie den Einsatz der gigantische Lösch-Tanker der US-Streitkräfte genehmigen. 27 “Air Tankers” stehen im Dauereinsatz sowie sechs DC-7-Jumbos mit Löschkapazitäten. Ein Löschflugzeug kam sogar aus Kanada.
Arnie will auch offen zur Schau stellen, dass er, anders als Bush 2005 bei Killer-Hurrikan “Katrina” in New Orleans, alles in seiner Macht stehende tut, um Kalifornien durch diese “tragische Zeit” (Arnie) zu bringen: Er gibt pro Tag fünf Pressekonferenzen, tourt die Desaster-Zonen, tröstet Vertriebene. Die explosive Kombination von drei Faktoren – extreme Dürre, Hitze und starker Wind – sei für die weitere Eskalation der Katastrophe, so Schwarzenegger, verantwortlich: “Es ist der perfekte Feuersturm”. Das menschliche Leid wird offensichtlich im “Qualcomm”-Football-Stadium in San Diego, wo Zehntausende Obdachlose provisorisch untergebracht sind. Trotz bester Versorgung erinnern die Bilder frappant an die aus dem “Superdome” in New Orleans nach Katrina.
Der finanzielle Gesamtschaden wird auf mehrere hundert Millionen Dollar geschätzt. Die Feuer-Katastrophe dürfte die von 2003 übertreffen, wo 22 Menschen starben und 3.640 Häuser zerstört wurden. Warum ist das Feuer nicht zu stoppen? Die brutalen “Santa Ana”-Winde, die erst am Donnerstag etwas abebben sollen, treiben die Feuer mit Windböen von bis zu 160 km/h an, dazu werden Glutnester (“Ambers”) wie Katapultgeschosse oft mehrere Kilometer weit nach vorne geschleudert – und entfachten, meist hinter den Verteidigungslinien der Firefighters, neue Feuer. Die extreme Hitze der Großfeuer, erklärten die Bekämpfer mit russgeschwärzten Gesichtern, kreiert dazu ihr eigenes Klima, mit unberechenbaren Böen und sogar Windhosen. Zweimal waren in den letzten Tagen Firefighters bereits von der Flammenhölle eingeschlossen worden – und überlebten nur durch ihre feuerfesten Notzelte, in die sie sich verkriechen: “Bis die Winde nachlassen, müssen wir oft tatenlos zusehen”, sagt einer frustriert.
Dort, wo die Brände vorüber sind, durchstöbern die Opfer verzweifelt die Brandruinen: “Ein paar angeschwärzte Hostienschalen habe ich noch gefunden”, sagt Pastor Greg Hughes, als er den Schutt der in Malibu am Sonntag niedergebrannten “Presbyterian Church” durchsiebt: Aber wir werden dass alles her wieder aufbauen, schwört er trotzig: “Das ist Gottes Wille”.

# 24. Oktober: Arnei als „Action Hero im wirklichen Leben…“

Es ist der Kampf seines politischen Lebens: Kaliforniens “Governator” Arnold Schwarzenegger will das historische Feuer-Inferno besser meistern als US-Präsident George W. Bush einst Monster-Hurrikan “Katrina”, wo Opfer im versunkenen New Orleans 2005 tagelang auf Hilfe warteten. Und Arnie zeig-te hemdsärmelig bereits Stunden nach dem Ausbruch der 16 explosionsarti-gen Feuer mit einem Reigen an Pressekonferenzen, Besichtigungstours sowie der Mobilisierung von Einsatzkräften Flagge. “Das sind tragische Zeiten für Kalifornien”, sagte er vor der Brand-Ruine der “Presbyterian Church” in der schwerbetroffenen Promi-Strandenklave Mailibu.
Dann flog er weiter nach San Diego, wo die schlimmsten Brände 660 Häuser ausradierten und tausende weitere bedrohen. “Ich freue mich, dass alles hier so gut organisiert ist”, sagt Arnie als er Evakuierte im “Qualcomm”-Football-Stadium besuchte. Er zeigt Liebe zum Detail: “Ich habe gezittert, dass wir hier nicht genügend Windeln, Klopapier oder Babymilch haben”.
Arnie will erste Reports über chaotische Zustände bei der Evakuierung sowie beim Kampf gegen die Flammenhölle mit aggressiver Präsenz und cooler Einsatzleitung bereist im Keim ersticken. Rasch liegt heute bei laschen Politi-ker-Reaktionen auf Katastrophen das Wort “Katrina” in der Luft – fast ein politisches Todesurteil. Arnie übernachtete deshalb in San Diego nahe den Kampflinien, wo tausende Feuerwehrleute gegen die Feuerwalzen Stellung bezogen. Seine Teilnahme an einer Frauenkonferenz, ein Prestige-Projekt von Gattin Frau Maria Shriver, wo er mit Briten-Ex-Premier Tony Blair auf-treten wollte, sagte er kurzerhand ab.
Alles wird in die Schlacht geworfen: 1.500 Soldaten der Nationalgarde wur-den mobilisiert, inklusive 200, die an der mexikanischen Grenze stationiert waren. 2.300 Häftlinge schickte Arnie an die Feuerfront. Nach der Erklärung Kaliforniens zum Notstandsgebiet durch Bush soll auch die Bundes-Katastrophenbehörde FEMA aushelfen. Von Pentagon-Chef Robert Gates be-kam Arnie sechs gigantische C-130-Löschflugzeuge der US-Streitkräfte be-willigt, als Verstärkung zu den bereits fliegenden 19 “Air Tankers”. 50 “Stri-ke”-Teams aus Elite-Feuerwehrleuten wurden aus den Nachbarstaaten Ne-vada, Oregon und Washington abgezogen. Amerika habe “aus den Fehlern bei Katrina gelernt”, konnte er sich einen Seitenhieb auf Bush, mit dem er mehrmals telefonierte, nicht verkneifen.

# 24: Oktober: Osama, Video-Star

Ein neues Audio-Tape von Superterroristen Osama bin Laden sorgt für Aufregung: In dem, via dem arabischsprachigen Newskanal “Al Dschasira” ausgestrahlten Tape ruft der Al-Kaida-Führer seine Kämpfer im Irak auf, “ihre Kräfte zu vereinen”. Das Tape könnte Beweis einer Schwäche der Terrororganisation sein, so Terror-Experten auf CNN: Der Al-Kaida-Ableger im Irak hat durch die jüngste US-Offensive und interne Grabenkämpfe zuletzt an Schlagkraft verloren. Bin Ladens Botschaften hingegen kommen mit immer häufigerer Frequenz, was als Teil eines generellen Comebacks der Terror-Truppe erscheint, so Experten im US-TV weiter. Zum sechsten Jahrestag des 9/11-Anschlages (3.000 Tote) forderte Bin Laden die Amerikaner – erstmals seit 2004 per Video – auf, zum Islam zu konvertieren. In einem zweiten Video pries er die 9/11-Jumbo-Entführer und kündigte eine “Karawane von Selbstmordbombern” gegen den Westen an. In einem weiteren Audio-Tape hatte Bin Laden zuletzt zum “Heiligen Krieg” gegen Pakistans Präsidenten Pervez Musharraf aufgefordert.

# 23. Oktober: Feuersturm in Malibu

Südkalifornien schlittert in eine der schlimmsten Buschfeuer-Katastrophen der letzten Jahre: Von San Diego bis Santa Barbara wüten elf Großfeuer, die in nur einem Tag 16.100 Hektar verkohlte Erde zurückließen. Die erste Bilanz des Infernos: Ein Toter, 12 Verletzte, darunter vier Firefighters mit schwersten Verbrennungen, 39 komplette Brandruinen.
Dramatische Szene spielten sich in Malibu ab, der idyllischen Strand-Enklave der Superreichen und Hollywoodstars nahe L.A.. Um 6 Uhr Früh, Sonntag, klingelte bei Pastor Greg Hughes” am Telefon: “Da ist ein Feuer im Canyon!”, rief ein Freund panisch: Er raste von seinem Privathaus zur “Presbyterian Church”, einem Wahrzeichen Malibus. Als er ankam, brannte die Kirche bereits lichterloh. Meist hilflos mussten die 700 blitzschnell in Stellung gegangenen Firefighters zusehen, wie Windböen von bis zu 150 km/h – angefacht von den gefürchteten, glutheißen Santa-Ana-Wüstenwinden – eine bis zu 30 Meter hohe Feuerwalze die steilen Hänge hinunter in Richtung Meer trieben.
Dramatische TV-Bilder wurden ausgestrahlt: Feuerwehrleute, die sich mit aller Kraft selbst gegen den Sturm stemmen, und ihre Wasserstrahlen in die Feuerwand vor ihnen richten. Ein Anrainer deutete panisch auf ein brennendes Haus: “Mein Freund ist da drinnen! Er kann nicht raus! Bitte helfen sie ihm, retten sie ihn!”
Wilder Funkenflug setzten per Zufallsprinzip Gebäude in der Umgebung in Brand, darunter einige Strandhäuser und ein Einkaufszentrum. 400 Studenten der “Pepperdine University” am Hang über Malibu schienen kurzfristig von dem Inferno eingeschlossen: Einige versuchten, zu Fuß über das komplett verrauchte Kampus-Gelände zu flüchten. Die meisten verschanzten sich, mit Gesichtsmasken umgebunden, in der Cafeteria.
Dabei war der dramatische Sonntag in Malibu erst der Auftakt eines vielleicht historischen Feuer-Dramas, das in den nächsten Tagen eskalieren könnte: Kalifornien-”Governator” Arnold Schwarzenegger rief in sieben Gemeinden den Notstand aus, inklusive Los Angeles. Im “Canyon County” waren von einem weiteren, explosionsartigen Feuer 3.800 Häuser bedroht. “Live” per TV-Helikopter war zu sehen, wie sich in der Nacht die glühend roten Feuer durch einen Suburb fraßen.
“Wir haben das Feuer erst zehn Prozent unter Kontrolle”, so Firechief Edward Osorio: Und Mailibu-Bürgermeister Pamela Ulich dramatisch: “Das Schicksal von Malibu liegt in den Händen des Windes”

# 25. Oktober: Malibu-Agenzeuge: „Es wurde plätzlich ganz heiß…“

Seit einem Dreivierteljahr lebt der österreichische Fashion-Accessoires-Designer und Gründer der “Beryll”-Marke mit Läden in Paris, Santa Monica und New York, Sigmar Berg (39), mit Frau Petra (37) und Kids Adina (6) sowie Luis (3) in der Promi-Strandenklave Malibu. Auf dramatische Weise musste die Familie erfahren, wie sich der idyllische Flecken am Pazifik binnen Minuten in eine lebensgefährliche Hölle verwandeln kann. “Es begann bereits in der Nacht zum Sonntag”, erinnert sich Berg: “Der Sturm heulte plötzlich – und es wurde extrem heiß”. Gegen Morgengrauen kam Brandgeruch hinzu: “Und dann sahen wir schon die Feuerwalze den Berg runterkommen”.
Was ist zu tun? Einer ihrer Nachbarn, Chris Carter, Autor der X-Files, war keine große Hilfe: “Rennt! Feuer! Rettet euch!”, schrie er völlig hysterisch. Kopflos liefen die Bergs durch das Haus, während draußen Windböen bis 125 km/h die Äste von den Bäumen rissen. “Blitzschnell packten wir unsere Taschen”, erzählt Berg: “Ich griff sehr selektiv zu, alles was Erinnerungswert hat, Fotos, Computerdisks, Andenken”. Die Angst und die Unsicherheit wurden oft unerträglich. Als die kleine Adina nicht alle ihre Stofftiere in die Tasche stopfen kann, beginnt sie bitterlich zu weinen.
Berg ruft hektisch bei den Behörden an: “Alles ist möglich, halten sie sich bereit für die Evakuierung”, lautete die unergiebige Auskunft. Allerdings: Die Straße runter hatte der Sturm die Glut hunderte Meter weit geschleudert und mehrere Häuser sogar am Strand in Brand gesetzt. Wie Feuerbomben würden die aussehen, so Berg. Der Designer tankt vorsorglich seine Autos auf, kauft Notrationen im Supermarkt. Als sich der Wind legt, glaubt die Familie bereits an die Entspannung. Am Abend kommt Produzent Peter Wolf zum Margarita-Kippen vorbei.
Plötzlich schießen wieder, knapp nach Mitternacht am Montag, lodern die Flammen in den Himmel: Mindestens 20 Meter hoch. “Und die Feuerwalze schien sich nun auch in unsere Richtung zu bewegen”, deutet er auf die steilen Berghänge hinter seinem Haus: Der Himmel glühte tiefrot, fast schaurig schön wäre das gewesen. Dutzende Löschhubschrauber knatterten über dem Inferno. Die Flammenwand stoppt schließlich. Das Schlimmste ist überstanden.
Am Kuriosesten: Durch das Aussperren der Paparazzi durch abgeriegelte Straßen und einem gewissen Lagerkoller bewegten sich die Hollywood-Stars so frei und unbeschwert durch Malibu wie Berg es noch nie erlebt hatte. Mit Pierce Brosnan hätte er locker im “Zuma Sushi” gequatscht, Alec Baldwin beim Einkaufen getroffen. Anthony Kiedis von den “Red Hot Chilly Peppers” lief durch die leeren Straßen. “Den Promis schien trotz der Feuergefahr die plötzliche Privatsphäre zu gefallen”, rekapituliert Berg.

# 23. Oktober: Panik unter Hollywood-Stars

Hollywood-Stars inklusive Mel Gibson und Victoria Principal sollen wegen dem Feuerinferno vor ihren Millionen-Villen am weltberühmten Strand Malibus evakuiert worden sein, berichte “Entertainment Tonight”. Sängerin Tanya Tucker, die sich in Las Vegas aufhielt, trachtete per Telefon, ihre 18-jährige Tochter Presley rechtzeitig aus dem Haus zu bekommen, wie sie der TV-Station “KCOP” aufgeregt berichtete: “Ich sagte ihr, nimm alles was du kannst und flüchte mit den vier Hunden ”. Unter den weiteren evakuierten: Kultregisseur James Cameron (“Titanic”) und Sängerin Olivia Newton-John. Insgesamt mussten 200 Malibu-Villen geräumt werden. Eine ganze Liste weiterer Stars beobachte die unberechenbaren Bush-Feuer mit große Sorge, darunter die Hollywoodstars Jennifer Aniston, Bill Murray, Nick Nolte, Goldie Hawn, Popgröße Sting, der Megaproduzer Rob Reiner oder Studiobesitzer Jeffrey Katzenberg. Vernichtet hat das Feuer-Inferno “Hodge Castle”, einen schlossähnlichen, massiven Bau, wo wertvolle Gegenständen von Elvis Presley lagerten. Residiert hatte darin zuletzt “Socialite” Lily Lawrence, die das Schloss – ausgerechnet – diesen Freitag um 17 Millionen Dollar verkaufen hatte wollen.

# 20. Oktober: Neuer US-Justizchef: Keine Ahnung, ob Waterboarding Folter ist…

Bekommt die USA einen neuen “Folter-Justizminister”? Der von US-Präsident George W. Bush vorgeschlagene Ex-New-York-Richter Michael Mukasey verweigerte in einem Hearing zur Kongress-Bestätigung seiner Bestellung eine klare Aussage, ob er brutale Verhörtechniken – inklusive dem “Waterboarding”, wo das Ertrinken vorgetäuscht wird, Scheinexekutionen oder Erniedrigung durch Nacktheit – als “Folter” bezeichnen würde. Kommentare dazu wären “unverantwortlich” gegenüber den Leuten, die autorisiert sind, bestimmte Techniken anzuwenden, sagte Mukasey – und provozierte scharfe Kritik der Demokraten. Mukasey soll Alberto Gonzales nachfolgen, der per geheimer Aktennotiz 2005 verschiedenste Brutalo-Verhörmethoden neuerlich genehmigte, wie die “New York Times” enthüllte. Bush verteidigt sich weiter mit dem Slogan, dass die USA “nicht foltert” und sich “an die Gesetze hält”. Doch die US-Gesetze stehen im klaren Widerspruch zu internationalen Abkommen, so Kritiker. Das White House verweigert bisher jegliche Details, welche Techniken vom Geheimdienst CIA angewandt werden. Mukaseys Bestätigung als neuer US-Justizminister wird trotz der Kritik erwartet.

# 19. Oktober: Wieder Aufregung um Klimt-Bilder

Die Eröffnung der bisher größten Klimt-Ausstellung durch Kosmetik-Erben Ronald Lauder (63) in seiner Manhattaner “Neuen Gallerie” diese Woche wird von Fragen über Nazi-Raubkunst durch US-Medien überschattet. In “Gustav Klimt: The Ronald S. Lauder and Serge Sabarsky Collection” werden acht Gemälde und 126 Zeichnungen gezeigt. Lauder wurde weltberühmt, als er das von Österreich retournierte Klimt-Meisterwerk “Adele Bloch-Bauer I” um 135 Millionen Dollar kaufte. Der Coup war als Triumph in Sachen “Holocaust-Restitution” gefeiert worden, in der Lauder – auch als neuer Präsident des “Jüdischen Weltkongress” – einer der Hauptproponenten ist.
Doch vermehrt wird auch von Sammler Lauder mehr “Transparenz”, so Kritiker, über Details seines Inventars gefordert: Mysteriös bleibt, welche Kunstwerke der Ex-US-Botschafter in Wien, ein Fan der “Wiener Sezession” und das “deutschen Expressionismus”, in seiner “privaten Kollektion” exakt besitzt – und unter welchen Umständen er von wem was erwarb, wie sich die “New York Times” in einem angriffigen Dossier wundert.
Viele der Werke gehörten einst wohlhabenden Juden, die ihnen von den Nazis vor der Flucht oder Deportation abgepresst wurden, so die Zeitung. Lauders Bruder Leonard war zuletzt ins Visier von L.A.-Anwalt Randol Schoenberg, der einst die Rückführung der Bloch-Bauer-Klimts in die USA erzwang, geraten: Er soll ein von den Nazis gestohlenes Gemälde besitzen, so der Vorwurf. Lauder selbst ist vom Wiener Kunstsammler Fritz Grünbaum auf Rückgabe von vier Farbzeichnungen von Egon Schiele verklagt worden.
Restitutions-Experten fragen sich, warum Lauder mit Infos zu seinen Kollektionen geizt: Spärlich fallen etwa Suchbegriffe auf der Website “neugallerie.org” in der Zeit zwischen 1925 und 1947 aus. “Das ist immer ein Alarmsignal”, so ein Nazi-Raubkunst-Experte. Auch der 477-seitige Ausstellungskatalog enthält wenig schlüssiges über die Eigentümergeschichte der Werke. Lauder wehrt sich gegenüber der Zeitung: “Das ist meine Privatsache, man öffnet ja auch nicht seinen Wäscheschrank für alle zum Begutachten”.

# 19. Oktober: Macht Polit-Frauen-Power Hillary zur Präsidentin?

Reitet Hillary Clinton auf einer Welle politischer Frauen-Power ins Oval Office? Teils Aufsehen erregende Umfrage-Daten deuten darauf hin, wie Hillarys interner Meinungsforscher Mark Penn bereits recht siegessicher ausposaunte. Mit einem “fast uneinholbaren Vorsprung”, so Beobachter, von zuletzt laut CNN-Umfrage 30% Vorsprung zu ihrem stärksten Parteiwidersacher Barack Obama sind der New-York-Senatorin die in zweieinhalb Monaten beginnenden Demokraten-Vorwahlen (“Primaries”) kaum mehr zu nehmen.
Hillarys übermächtige Wahlkampfmaschinerie, die einen Rekordwert von 90 Millionen Dollar heuer sammelte und 37 Millionen in ihrer Kriegskasse hortet, rüstet bereits zur Endschlacht um das White House 2008 gegen ihren Republikaner-Kontrahenten — und schielt vor allem auf die Wählerinnen. Der Aufstieg der Frauen als treibende politische Kraft und Hillarys Chance, erste US-Präsidentin zu werden, könnte “eine historische Wende auslösen”, hofft Penn, Hillary vor allem bei jüngeren Wählerinnen und “Republikaner-Frauen”, wo sie laut Penn bis zu 24 % einfahren könnte, voll abräumen. Damit wäre sie praktisch unschlagbar, da Frauen bereits jetzt 54 % des Wahlvolkes ausmachen. “Auf die Republikaner wartet eine böse Überraschung”, so Penn.
Zuletzt hatte Hillary mit sechs Prozent vor Ex-New-York-Bürgermeister Rudy Giuliani geführt, doch bei Frauen liegt ihr Vorsprung bei 18 %. Hillarys Wahlkampfgegner schlagen immer verzweifelter zurück: Hillary wäre nicht die erste Washington-Politikerin, die verfrüht “Mission Erfüllt!” ausposaune, ätzte Obama in Anspielung auf das verfrühte Ausrufen eines Iraksieges durch US-Präsidenten George Bush. Giuliani wetterte, Hillary habe keinerlei “Erfahrung in irgendwas”. Die reagierte gelassen: Es sei schmeichelnd, dass sich derart “viele Männer so für sie interessieren”, scherzte sie.

# 13. Oktober: Kann Gore zur Oval-Office-Schlacht überredet werden?

Der Druck auf Nobelpreisgewinner Al Gore (59), doch noch als US-Präsident zu kandidieren, steigt im schrillen Medien Hype um Gores Triumph in Oslo als Klimaretter stündlich. Hardcore-Gore-Fans haben über die Website “DraftGore.com” über 200.000 Unterschriften für eine Petition erhalten, wo Gore fast angefleht wird: “Amerika und die Welt brauchen Helden!” Und: Nach der durch den Nobelpreis ausgelösten “Flutwelle an Begeisterung” hätte Gore, so die Organisatoren in einer ersten Reaktion, “keine andere Wahl” als für 2008 zu kandidieren. Der Tenor der Gore-Fans: Nur vom Oval Office aus könne er wirklich die Welt vor einem Klima-GAU bewahren.
Der TV-Kanal ABC schürte das Feuer um die wilden Spekulationen, Gore könnte die Demokraten-Vorwahlen – wo derzeit New-York-Senatorin Hillary Clinton souverän führt – doch noch aufmischen. Einem Berater hätte er demnach anvertraut: Er würde gerne antreten, doch befürchte, dass es “zu spät” und Hillary in den “Dems”-Primaries inzwischen “unbezwingbar” sei. Sollte Hillary jedoch plötzlich absacken, könnte Gore als Demokraten-Retter einreiten, wird nun prompt spekuliert.
Doch Gore müsste blitzschnell handeln: Die Registratur-Deadline für den wichtigen Primaries-Staat New Hampshire ist bereits am 2. November. Mit Hilfe seiner mächtigen Hollywood-Freunde müsste Gore seine Kriegskasse füllen (Hillary allein sammelte heuer 90 Millionen Dollar), Legionen an Helfern für den Wahlkampf anheuern und in Umfragen, wo er mit 13% an vierter Stelle (2% hinter John Edwards, 7% hinter Barack Obama und 26% hinter Hillary) liegt, aufholen.
Schwer, aber nicht unmöglich, sagen US-Politologen. Gore ist als TV-Entrepreneur und Top-Speaker heute 100 Millionen Dollar schwer, so “Fast Company”. Und nach dem Oscar für die Klimadoku “Eine unbequeme Wahrheit”, dem TV-Preis “Emmy”, seinem “Live Earth”-Megakonzert mit einer Fernsehaudienz von zwei Milliarden Menschen und jetzt dem Friedensnobelpreis sei Gore “in einer einzigartigen Position”, so Chris Lehane, einer seiner Strategen. Gore flüchtete bei seinem ersten Auftritt nach der Preisbekanntgabe nach einem kurzen Statement, wie er nun seinen Kampf um die Klimarettung intensiveren werde, überstürzt vor Reporterfragen: Seither brodelt die Gerüchteküche noch heftiger.
Doch auch wenn Gore nicht direkt in die Schlacht um das Oval Office einsteigt, ist die Liste an Szenarien für ein Polit-Comeback lange:
# Die neue “grüne Eminenz der Demokraten”, so Beobachter, hat geschworen, den Klimaschutz im 2008-Rennen zum Top-Thema machen zu wollen;
# Als Starredner wird er etwa bei der Demokraten-”Convention” nächsten August in Denver die Parteibasis begeistern;
# Hillary & Co werden massiv um eine Wahlempfehlung durch Gore (“Endorsement”) rangeln.
Natürlich könnte Hillary, sollte sie die tatsächlich zur Demokraten-Kandidatin in der Schlacht um die Bush-Nachfolge werden, Gore als Vize-Präsident vorschlagen – eher ein “unwahrscheinliches Szenario”, so Insider, da er diese Position zwischen 1993 und 2001 unter Hillary-Gatten Bill bereits inne hatte. Doch viel aufregender: Gore könnte unter Präsidentin Hillary als Amerikas “Klima-Botschafter” genau wieder jene US-Leadership garantieren, die der globale Kampf zur Reduktion der CO2-Emissionen dringend benötige.

# 12. Oktober: Al Gore, Nobel-Superstar

Al Gores Schreibtisch in seiner 1915 erbauten Riesenvilla im Südstaatenstil in Nashville, Tennessee, ist bedeckt durch einen wilden Wust aus Umwelt-Reports, Forschungsergebnissen oder Studien. Gleich drei Riesen-Computerschirme, Type Apple “Cinema Display”, hat er zusammengehängt, wo Zahlenkolonnen, Grafiken, Fotos des schmelzenden Polareises, Satelli-tenaufnahmen leuchten. In diesem kreativen Chaos passiert nichts weniger als, was Historiker als Beginn der Rettung der Menschheit bewerten könn-ten: Denn niemand vor dem Ex-Vize hat die Gefahrenen eines Klima-GAUs durch die Aufarbeitung der massenhaften Daten in “All-Nightern” so über-zeugend und verständlich aufgearbeitet. Und niemand die Menschheit über die Bedrohung des Weltklimas durch hemmungslosen CO2-Ausstoß derart wachgerüttelt.
Al Gore sei das “wichtigste Individuum” für das Schaffen eines globalen Ver-ständnis über jene Maßnahmen, die zur Abwendung der Katastrophe “nun nötig sind”, würdigte das Nobelpreis-Komitee in Oslo die zwanzigjährige Kampagne des Klimaretters. Der Friedensnobelpreis-Triumph, den er mit dem UNO-Klimarat IPCC teilt, ist der schillernde Höhepunkt eines wahren “Gore-Jahres”:
# Im Februar stand er auf der Bühne mit Hollywood-Star Leonardo DiCaprio und nahm den Oscar für seine Kult-Klimadoku “Eine unbequeme Wahrheit” im Blitzlichtgewitter des “Kodak Theatre” in Los Angeles entgegen;
# In einem Beststeller rechnete er brutal mit der Präsidentschaft von George W. Bush ab und entfachte eine neue Runde wilder Spekulationen, ob gar ein Polit-Comeback bevorstehe;
# Anfang Juli ließ Gore im größten Konzertspektakel der Menschheitsge-schichte die “Generation Grün”, deren Posterboy er längst ist, auf allen Kon-tinenten für den Klimaschutz rocken. “Wir stehen vor einem planetarischen Notfall”, reagierte Gore gewohnt leidenschaftlich auf den Nobelpreis: “Die Klimabedrohung ist keine politische Krise, sondern eine moralische und spiri-tuelle Herausforderung der gesamten Menschheit”. Und wenn heute laut “New York Times/CBS”-Umfrage in den USA 90% der Demokraten, 80% der “Unabhängigen” und sogar 60% der Republikaner “sofortiges Handeln” un-terstützen, ist das Großteils Gores Verdienst. Zusätzlich inspirierte er auch andere Politiker, wie Kaliforniens “Governator” Arnold Schwarzenegger, zum radikalen Klima-Kurswechsel.
Al Gore ist heute globaler Superstar, doch er brauchte dazu zwei Karrieren. Als Politiker war der Senatorensohn aus Tennessee meist Zielscheibe für Hohn und Spott: Als Vize unter Bill Clinton (1993 – 2001) hänselten ihn Geg-ner wegen seiner Ökopredigten als “Ozone Man”, seinen Stab nervte er mit Recyklingwahn. Gemeinsam mit Gattin Tipper fiel er als Pedant und Moral-apostel auf. Als er 2000 schließlich gegen den Texas-Gouverneur George W. Bush antrat, wurde er als “hölzern” abgekanzelt. Die TV-Debatte gegen den stotternden Bush verlor er, da er laut seufzte und die Augen verdrehte. Im Florida-Nachwahlskandal musste mitansehen, wie trotz seines praktischen Wahlsieges das US-Höchstgericht seinen lebenslangen Traum vom Oval Of-fice zunichte machte.
Erstaunlich daher Karriere II abseits der Politik: Neben seiner Kampagne zur Aufrütteln der Weltbevölkerung über den drohenden Klimakollaps, wetterte er massiv gegen Bushs Irak-Invasion, selbst zu einer Zeit, als die USA nach 9/11 in einer Welle dumpfen Hurrapatriotismus versank. Mit “Earth in the Balance” warnte er bereits 1992 vor drastischen Folgen der Umweltgifte. “Gore-acle”, nennen ihn seine Fans deshalb ehrfurchtsvoll. “Bei jedem wich-tigen Thema der letzten Jahrzehnte wurde er zunächst verlacht und behielt am Ende recht”, so Bill McCormick, Sprecher der Fangruppe “DraftGo-re.com”, die “Visionär” Gore zu einem Politcomeback drängen will.
Und mehr noch: Gore überstrahlt in seiner Post-Politik-Karriere sogar Bill Clinton, der als globaler Super-Philanthrop zwar ebenfalls für Furore sorgt, doch weder Nobelpreis noch Oscar vorzuweisen hat. “Gore 2.0” ist dazu re-laxed, mitunter sogar echt witzig: Bei der Oscar-Verleihung etwa tat er, als Reaktion auf die wilden Spekulation über ein mögliches Antreten 2008, so, als wolle er die Gelegenheit für eine Kampagnen-Ankündigung nützen: “Lie-be Amerikanerinnen und Amerikaner…”, begann er, bevor die Musik ihn un-terbrach. Seine Parodien auf “Saturday Night Live” sind Dauerbrenner auf “YouTube”. Cool zeigt sich Gore im schwarzen Frack auf Roten Teppichen von Cannes bis L.A.. Am Cover des Kultmagazins “Vanity Fair” hockte er ne-ben George Clooney und Gwyneth Paltrow.
In US-Medien wird nun wieder wild spekuliert: Tritt er doch noch an? “Ame-rika und die Welt braucht jetzt einen Helden”, appellierten Gore-Fans per Zeitungsanzeigen. Die Hürden sind hoch: In bereits 12 Wochen beginnt in Iowa die “Primaries”-Saison. Gore bräuchte in Kürze Millionen in der Wahl-kampfkasse und Legionen an Helfern. Dazu hat sich mit Hillary Clinton eine attraktive Frontrunnerin etabliert. Aber auch ohne Antreten wird Gore das Superwahljahr 2008 überschatten: Die Rettung des Weltklimas werde er zum “Top-Thema” machen, schwor er. Auch wegen seinem großen Einfluss verfolgen ihn Klimabeschwichtiger mit vehementer Kritik: Gore sei ein “Heuchler”, so ein Vorwurf, da der Stromverbrauch in seiner Riesenvilla zehnfach über dem Schnitt liege. Ein Briten-Richter attestiert ihm per Ur-teilsspruch neun “Fehler” in seiner Öko-Kultdoku. Gores “unbequemes Urteil” freute sich prompt die rechte “New York Post”.
Letztendlich, und das ist vielleicht die aufregendste Perspektive, könnte er beide Karrieren vereinen: Sollte Hillary tatsächlich Bush 2009 im Oval Office beerben, könnte sie ihn leicht zum “US-Klimabotschafter” ernennen.

# 12. Oktober: Das unglaubliche Comeback des Al Gore

Al Gore (59) feiert mit dem Friedensnobelpreis den Höhepunkt einer erstaunlichen Transformation vom hölzernen, glücklosen Politier zum schillernden Posterboy einer ganzen Grün-Generation. Der Senatorensohn aus Tennessee, der zunächst fieberhaft seinen Traum vom Oval Office verfolgte, war als Politiker oft zur Lachnummer degradiert worden: Als Vize unter Bill Clinton (1993 – 2001) wurde er wegen seiner Öko-Warnungen als “Ozone Man” verspottet – dann als “Erfinder des Internet”, da Gore im Wahlkampf 2000 gegen den Texas-Gouverneur George W. Bush, korrekterweise, auf seine Weichenstellungen für den Durchbruch des “World Wide Web” hinwies.
Dazu galt er als Pendant und Besserwisser, mit der moralisierenden Gattin Tipper an seiner Seite. Im Wahlstimmen-Skandal von Florida ging Gore hilflos unter – und musste zusehen, wie der vom US-Höchstgericht ernannte Bush ins White House einzog.
Umso erstaunlicher wirkt Gores Comeback: Er katapultierte sich binnen sieben Jahren zum wichtigsten Führer der Menschheit in ihrer brennendsten Krise — dem drohenden Klima-GAU. “Es geht um nichts weniger als unser Überleben”, machten Gores Appelle den Klimaschutz zum Top-Thema. Besonders heuer badete der inzwischen recht lockere Gore im Rampenlicht.
Vor dem Nobelpreis gewann er
# für seine Doku “Eine unbequeme Wahrheit” den Oscar und wurde in Hollywood zum Megastar;
# rechnete per Bestseller brutal mit der Bush-Präsidentschaft ab
# und ließ im Juli die Erde bei “Live Earth”, dem größten Popkonzertreigen aller Zeiten, für den Klimaschutz rocken.
Da der verkannte Visionär mit seinen frühen Warnung stets recht behielt, nennen ihn seine Fans ehrfürchtig das “Gore-acle”. Doch es gibt auch Kritik am Klima-Guru: Er sei ein “Heuchler”, so Kritiker, da der Stromverbrauch in seiner Privatvilla 15-fach über dem Schnitt liege. Und ein Briten-Richter attestiert ihm zuletzt per Urteilsspruch neun “Fehler” in seiner Klima-Kultdoku.

# 12. Oktober: Tritt Nobelpreisträger Gore 2008 an

Bedeutet der Friedensnobelpreis-Triumph von Al Gore (59) auch ein Politbeben durch seinen Einstieg in die historische Wahlschlacht 2008? In US-Medien erreicht der Hype um den Ex-Vize und Klima-Guru seit Tagen schrillste Dimensionen: “Amerika und die Welt brauchen Helden”, wollten Fans ihn per Zeitungsanzeigen zur Kandidatur drängen. 136.000 unterschrieben eine Petition. Die Hürden wären hoch: Bloß 12 Wochen vor dem Start der “Primaries”-Saison in Iowa müsste er seine Kriegskasse füllen und Helfer anheuern. Mit Hillary Clinton hat sich eine attraktive Frontrunnerin etabliert. Stratege Chris Lehane entgegnet: “Er ist in einer einzigartigen Position”. Tatsächlich, denn 2007 ist mit Nobelpreis, Oscar und Megakonzert “Live Earth” längst “Gore-Jahr”. Dazu habe Gore bei jedem Thema, vor allem der Klimakrise und seiner Kritik am Irakkrieg, recht behalten, so sein Fans. Auch wäre er “wählbarer” als die polarisierende Hillary. Gore hat ein Polit-Comeback bisher nicht dezidiert ausgeschlossen. Eine weitere Theorie: Gore könnte noch später einsteigen – sollte Hillary “ins Schleudern geraten”, so Beobachter.

# 8. Oktober: Säbelrasselen gegen Teheran wird immer lauter

Das Kriegsgetöse der USA gegenüber dem Mullah-Staat Iran wird ohrenbetäubender. Der Auslöser möglicher US-Militärschläge könnte nicht mehr Irans Atombomben-Programm, sondern seine aktive Einmischung in den Irakbürgerkrieg sein. “Die sind verantwortlich für die Bewaffnung, das Training und die Finanzierung von Operationen, wo US-Soldaten ums Leben kommen”, polterte etwa am Sonntag Irak-General David Petraeus in Richtung Teheran.
Dabei liegen rund um die Welt nach dem Dossier des Staraufdeckers Seymour Hersh über konkrete Planungen “chirurgischer Luftschläge” gegen iranische “Bombenfabriken” und Stützpunkte der “Revolutionären Garden” die Nerven blank: Zettelt die USA tatsächlich einen neuen Nahostkrieg an? US-Präsident George W. Bush habe, so Reports auch in anderen US-Medien, in einer Art Taktik-Schwenk entschieden: Limitierte Angriffe gegen Irans Nachschub-Installationen für Operationen innerhalb des Irak seien leichter bei der US-Bevölkerung durchzusetzen als massivere Bombenwellen gegen Atom-Anlagen. “Es könnte als Selbstverteidigung dargestellt werden”, so Experten im US-TV: “Zum Schutz unserer GIs”.
In einer Videokonferenz, Type “Top Secret”, diesen Sommer unterrichtete Bush seinem Botschafter in Bagdad, Ryan Crocker, dass er die US-Militärs autorisiert habe, Vorbereitungen zu treffen, um den “mörderischen Aktivitäten des Irans innerhalb des Irak ein Ende zu bereiten”. Die Briten, so Bush, seien an Bord. Auf Hochtouren bereite seither das Pentagon die Bombardierung von Kontrollzentren, Trainingslagern und Nachschub-Installationen der “Revolutionären Garden” in Teheran und anderen Orten mit “Cruise Missiles” und satellitengesteuerten Präzisionsbomben vor, sowie Operationen von Elite-Bodenkommandos. Die Ziele seien bereits einprogrammiert, schwimmende Kampfstationen samt zweier Flugzeugträger und das Militärradarsystem AWACS stünden im Golf bereit.
Die kriegerischen Kommentare von Petraeus passen, so Beobachter, perfekt in die “PR-Kampagne” zur Kriegsvorbereitung: Iran liefere Mörser, von der Schulter gefeuerte “Stinger”-ähnliche Luftabwehrraketen sowie ausgeklügelte und tödliche Straßenbomben an irakische Schiitenmilizen, so Petraeus. Irans Botschafter in Bagdad sei zudem Mitglied der Elite-Einheit “Qods Force”, die die Infiltrierung des Irak orchestriert. Die sollen auch hinter kürzlichen Attentaten gegen zwei Provinzgouverneure stecken.

# 5. Oktober: Arnie gegen „herzlosen“ Bush

Neben dem konstantem Gezänk über die Klimapolitik hat Kaliforniens “Go-vernator” Arnold Schwarzenegger US-Präsidenten George W. Bush nun an einer zweiten Front – Reformen des US-Gesundheitswesen – öffentlich den Krieg erklärt: Bush hatte zuletzt ein überparteiliches Reformpaket zur zu-sätzlichen Versicherung von fast vier Millionen Kindern per Veto gekippt.
Betroffen sind allein 775.000 Kids in Kalifornien. Schwer enttäuscht sei Ar-nie, tobte er in Richtung seines Parteikollegen im Oval Office: “Hunderttau-sende Kinder könnten ihre Versicherung verlieren, was das ohnehin kaputte Gesundheitswesen noch weiter verschlimmert”. Und: “Diese Kinder verdie-nen einen gesunden Start in ihr Leben!”
Bush begründete das Veto, das auch im Rest der USA einen Sturm der Ent-rüstung entfachte und für Polit-Beobachter als “Tiefpunkt” seine Präsident-schaft bewertet wurde, mit “Kosteneinsparungen”. Doch der wahre Grund ist eher ideologisch: Bush und die Rechten forcieren Privatversicherer und wol-len die Staatsvorsorge für Bedürftigere so gering wie möglich halten.
Für Arnie wird der Showdown mit Bush als Rückschlag für seine eigenen großen Reform-Pläne gewertet, allen Kaliforniern eine Krankenversicherung zu ermöglichen. Mit nun 739 Millionen Dollar in den nächsten fünf Jahren weniger an Bundesgeldern, ist der Streit um die Finanzierung für Arnie noch schwerer zu gewinnen.

# 4. Oktober: Ist Hillary noch zu stoppen?

Ist Hillary Clinton bei ihrem historischen Sturmlauf auf das Oval Office noch zu stoppen? In einer jüngsten Sensationsumfrage hängt die New-York-Senatorin ihren schärfsten Widersacher in den Demokraten-Vorwahlen, Se-nator Barack Obama, mit 53 % zu 20 % deutlich ab. Auch beim Spenden-sammeln überholte sie Obama erstmals im Sommer-Quartal mit 27 zu 20 Millionen Dollar. Insgesamt spülte heuer der Hillary-Hype die Rekordsumme von 90 Millionen in ihre Kriegskasse. “Vorsicht” gelte jedoch, so TV-Kommentator Tim Russert, Obama frühzeitig abzuschreiben: Der charismati-scher Wahlkämpfer führt knapp in Iowa, wo die Primaries-Saison nächsten Jänner beginnt. “Ein Sieg dort”, so Russert, “und er hat noch Chancen”.
Mit Hillarys überwältigendem Vorsprung von 33 % sprechen aber viele be-reits von einer klaren Vorentscheidung. Auch der Trend ist eindeutig: Hillary legte seit Juni 12 % zu, Obama sank sieben. Gerätselt war einst auch wor-den: Ist Gatte Bill Segen oder Fluch für ihren Wahlkampf? Satte Mehrheiten der Amerikaner bewerten nun die Clinton-Präsidentschaft (1993 – 2001), trotz “Monicagate”-Sexskandal, äußerst positiv – und würden ihn gerne als “Berater” wieder im White House sehen.
Früh hatte daher Hillary ihren “Jolly Joker” im Wahlkampf eingesetzt. Zuletzt starteten “The Clintons”, wie US-Medien das Polit-Powerpaar nennen, eine Zwischenoffensive: Sie gab fünf TV-Interviews an einem Tag, er diskutierte mit Weltstars bei seinem Wohltätigkeitsgipfel in New York Lösungsansätze für eine bessere Welt.
Im Republikaner-Rennen scheint es nur mehr darum zu gehen, wer die bes-ten Chancen habe, Hillary zu schlagen. Die Konservativen räumen hier Ex-New-York-Bürgermeister Rudy Giuliani bisher die besten Chancen ein.

# 2. Oktober: The Clintons

Ist Hillary Clinton bei ihrem historischen Sturmlauf auf das Oval Office noch zu stoppen? In einer jüngsten Sensationsumfrage hängt die New-York-Senatorin ihren schärfsten Widersacher in den Demokraten-Vorwahlen, Se-nator Barack Obama, mit 53 % zu 20 % deutlich ab. Auch beim Spenden-sammeln überholte sie Obama erstmals im Sommer-Quartal mit 27 zu 20 Millionen Dollar. Insgesamt spülte heuer der Hillary-Hype die Rekordsumme von 90 Millionen in ihre Kriegskasse. “Vorsicht” gelte jedoch, so TV-Kommentator Tim Russert, Obama frühzeitig abzuschreiben: Der charismati-scher Wahlkämpfer führt knapp in Iowa, wo die Primaries-Saison nächsten Jänner beginnt. “Ein Sieg dort”, so Russert, “und er hat noch Chancen”.
Mit Hillarys überwältigendem Vorsprung von 33 % sprechen aber viele be-reits von einer klaren Vorentscheidung. Auch der Trend ist eindeutig: Hillary legte seit Juni 12 % zu, Obama sank sieben. Gerätselt war einst auch wor-den: Ist Gatte Bill Segen oder Fluch für ihren Wahlkampf? Satte Mehrheiten der Amerikaner bewerten nun die Clinton-Präsidentschaft (1993 – 2001), trotz “Monicagate”-Sexskandal, äußerst positiv – und würden ihn gerne als “Berater” wieder im White House sehen (ÖSTERREICH berichtete).
Früh hatte daher Hillary ihren “Jolly Joker” im Wahlkampf eingesetzt. Zuletzt starteten “The Clintons”, wie US-Medien das Polit-Powerpaar nennen, eine Zwischenoffensive: Sie gab fünf TV-Interviews an einem Tag, er diskutierte mit Weltstars bei seinem Wohltätigkeitsgipfel in New York Lösungsansätze für eine bessere Welt.
Im Republikaner-Rennen scheint es nur mehr darum zu gehen, wer die bes-ten Chancen habe, Hillary zu schlagen. Die Konservativen räumen hier Ex-New-York-Bürgermeister Rudy Giuliani bisher die besten Chancen ein.

# 2. Oktober: Söldner Inc.

Die US-Söldner schossen aus Fahrzeugen, blieben oft nicht mal stehen, um tote Iraker zu zählen oder sich um Verletzte zu kümmern. Meist wurden die mörderischen Übergriffe vertuscht. Als die Cowboys der privaten Sicherheitsfirma “Blackwater” kürzlich in Bagdad in einem regelrechten Massaker gleich elf Zivilisten abknallten, wollte sie die Irak-Regierung aus dem Land jagen. Die US-Besatzer intervenierten für Blackwater.
Nun will der US-Kongress Blackwaters schießwütiger Privatarmee das Handwerk legen: Ein Horror-Report liefert derart schaurige Details, dass die Blackwater-Affäre in den USA bereits mit dem “Abu Ghraib”-Folterskandal verglichen wird. In 195 Schießereien waren demnach Blackwater-Guards verwickelt, in 163 davon eröffneten sie das Feuer zuerst – eine Rate doppelt so hoch wie bei anderen Firmen. “Die generelle Geringschätzung für das Leben von Irakern ist offensichtlich”, so der Kongress-Report.
122 Angestellte sind in den letzten Jahren entlassen worden, fast ein Siebentel der 861 von Blackwater im Irak stationierten Söldner. Die Entlassungsgründe: Alkohol- und Drogenmissbrauch, aggressives Benehmen oder sexuelle Übergriffe. Schwer kritisiert wird auch das US-Außenamt: Die hätten jahrelang die Übergriffe der Killer-Guards geduldet und sogar bei der Vertuschung geholfen. Ein Söldner war innerhalb von 36 Stunden aus dem Land geschafft worden, nachdem er einen Bodyguard für eine der beiden Irak-Vizepräsidenten im Vollrausch tötete. 15.000 Dollar Entschädigung erhielt eine Opferfamilie. Der Kongress will nun den Einsatz der 50.000 Söldner im Irak durch 400 Privatfirmen neu regeln.
Schlechte Nachrichten kamen auch aus dem Süden: Briten-Premier Gordon Brown kündigte den Abzug weiterer 1.000 Soldaten bis Weihnachten an.