# 10. August: Börsen-Guru Heiko Thieme: „Ordentlich abgesahnt….“


Sie haben seit Wochen vor einer Korrektur gewarnt. Kann nun aus dieser Korrektur eine Katastrophe werden?
Thieme: Es hat seit 2003 weltweit praktisch keine Korrektur gegeben. Deshalb liegt jetzt ein Minus von zehn Prozent im normalen Bereich. Begonnen hat alles, als man Leuten ohne Kreditwürdigkeit Geld borgte und darauf spekulierte, dass der Wert ihrer Immobilien immer weiter steigen würde. Diese Blase ist jetzt geplatzt, 100 bis 250 Milliarden Dollar sind wohl abzuschreiben. Die Gesamtkapitalisierung der Aktien- und Rentenmärkte ist über 50 Billionen, die “Subprime”-Probleme sind da fast “Peanuts”, verkraftbar vom Finanzsystem – wenn es dabei bleibt. Dennoch: Diese Immobilienkrise wird mindestens bis ins nächste Jahre das Potential der Wirtschaft und der Märkte beeinträchtigen. Im Klartext: Niedrigeres Wirtschaftswachstum begleitet von gebremsten Aktienaufschwung. Wir sind ja auf den Börsen-Autobahnen etwa in Deutschland zuletzt mit 200 km/h dahingerast, in China sogar mit Lichtgeschwindigkeit. Das konnte nicht gut gehen.
Wie sieht ein Worst-Case-Szenario aus?
Thieme: Die Hypothekenkrise wird durch Spekulationen im Hedgefondsbereich multipliziert, bis die Banken ein absolutes Moratorium erstellen müssen, da sie keine Bewertungsbasis mehr haben. Panik folgt, Investoren wollen ihr Geld zurück. Doch die Notenbanken werden durch Zuschießen von Geld die Liquidität der Finanzmärkte garantieren. Die Chancen für einen Totalcrash liegen unter zehn Prozent.
Wie kam es zu den Hedgefonds-Exzessen?
Thieme: Die Hedgefonds sind der Selbstbedienungsladen des Kapitalismus per se: Man hat dabei den institutionalisierten Klau nicht nur goutiert, sondern unterstützt. Manager streifen Gebühren ein, ohne eigene Risiken zu tragen. Das war ja anfangs so gedacht, dass dafür auch außergewöhnlich hohe Renditen zurückkommen. Und jetzt können diese Fonds Probleme multiplizieren: 1,7 Billionen Dollar sind investiert, damit kontrollieren sie durch Spekulationen 15 bis 20 Billionen. Die jetzige Krise wird die Einstellungen zu Hedgefonds ändern. Kann denen egal sein: Die haben ohnedies ordentlich abgesahnt.

# 28. Juli: Arnie-Ex-Freundin Barbara Baker: „Unbändiger Wille…“

Ihr Ex-Boyfriend Arnold wird 60 am Montag. Was hat er erreicht?
Baker: Ich kenne niemanden, der sich so oft neu erfunden hat wie Arnold. Er hat diese unglaubliche Vorstellungskraft, mit Neuem von Vorne zu beginnen – und den unbändigen Willen, es auch durchzuziehen. Er schaffte es von Europa nach Amerika, wurde der beste Bodybuilder aller Zeiten, ein Hollywood-Superstar, dann Gouverneur von Kalifornien – und jetzt ein globaler Führer zur Abwehr des Klima-GAUs. Unglaublich. Selbst ich, die ihn so gut kenne, wundere mich oft, wie eine Person so viele Dinge gleichzeitig schaffen konnte.
Ist das eine mögliche künftige Rolle, Welt-Retter, nachdem ihm durch die Verfassung ja das Oval Office verwehrt bleibt?
Baker: Er wäre sicher gerne Präsident geworden, keine Frage. Aber er ist sicher Realist genug, um sich zu denken, “verdammt”, das kann ich einfach nicht werden! Aber er hat hunderte Möglichkeiten, vor allem in seiner jetzigen Rolle als globaler Führer im Umweltbereich. Ich glaube nicht, dass ihn der Senat reizt, es wird eher eine internationale Rolle sein.
Könnte er ein Grünbotschafter werden, etwa unter Hillary im Oval Office?
Baker: Politisch ist er flexibel und sein Zorn auf Parteipolitik sicher groß genug, um auch mit den Demokraten für diese wichtige Sache zu kooperieren. Und verglichen mit dem anderen Ökokrieger, Al Gore, ist Arnold weniger kontroversiell und polarisierend. Er ist mehr ein Pragmatiker: Spucken wir in die Hände! Packen wir es an!
Halten sie Kontakt zu ihm?
Baker: So jedes halbe Jahr telefonieren wir, er ist so busy seit er Gouverneur ist, kaum vorstellbar. Zuletzt gab es eine Party mit alten Bodybuilder-Freunden, und selbst da kamen seine Helfer dauernd mit kleinen Zetteln zu ihm, um ihn über die Budgetverhandlungen am Laufenden zu halten. Es stört mich nicht, wenig Kontakt zu ihm zu haben. Ich bin froh ihn zu kennen. Und ich habe eine neue Karriere begonnen, als Vortragende über Arnolds Erfolgsgeheimnis.
Das wäre?
Baker: Gehe in dich und finde deine Stärke. Finde ein Ziel und fokusiere mit 100% darauf. Das muss wie eine Sucht sein: Verwende alle Ressourcen, kontaktiere jede hilfreiche Person, nütze jede Chance. Und wenn du es geschafft hast, analysiere deinen Erfolg, um das Modell zu verstehen und später für andere Projekte wiederholen zu können.
Was denkt er über Österreich?
Baker: Das hat einen Fixplatz in seinem Herzen. Neben seinem Gouverneursbüro hat er dieses kleine “Österreich-Zimmer” eingerichtet, mit allerlei Souveniers, Fotos, Landkarten, Leintüchern, da sieht es aus wie vor 100 Jahren in Österreich. Das ist verankert in ihm, so sehr er Österreich auch verlassen wollte. Das sind seine Wurzeln.
War Arnie erbost, dass sie dieses Buch mit so vielen intimen Details veröffentlichen?
Baker: Er sagte: Klar, ich bin immer loyal zu meinen Freunden. Er hat es locker hingenommen. Er fühlt sich sehr wohl in seiner Haut, nichts wirft ihn leicht aus der Bahn. Und er respektiert unsere lange, intime Beziehung. Er ließ mich mein Buch schreiben, meine Story erzählen.
Macht es ihnen Sorge, dass Details des Buches wie Marihuanakonsum, Doping, blanker Machoismus oder seine Sexkapaden, ihm Schaden zugefügt haben könnten?
Baker: An der Sensationsgier der Medien kann ich nichts ändern. Die fischen sich ein paar “skandalöse” Sachen raus, die Arnie längst eingestanden hat.
Streckenweise beschreiben sie ihren damaligen Boyfriend als ordentlichen Matcho. Sie zitieren ihn mit: “Ich erwarte von einer Frau, dass sie mich 100 Prozent unterstützt und nichts retour erwartet”.
Baker: Es hat mich damals verletzt. Doch aus heutiger Sicht weiß ich, dass viel davon mit seiner enormen Fokusiertheit auf seine, zuerst Bodybuilding- und dann Hollywood-Karriere zurückzuführen war. Und alles was ich wollte, war eine Heirat. Das konnte nicht gut gehen. Hinzu kommt natürlich seine Jugend in einem kleinen Nest in Österreich, er war einfach ein ungehobelter Klotz, als er nach Kalifornien kam. Dazu litt er unter seiner Familie, der Rivalität mit seinem Bruder Meinhard, die Härte des Vater und die Gleichgültigkeit der Mutter. Diese innere Unsicherheit wollte er wohl überspielen mit derben Witzen und Matchobenehmen, das ja insgesamt auch typisch für den Bodybuilder-Sport ist.
Wollte er sie nicht heiraten, weil sie seiner weiteren Laufbahn nicht so förderlichen sein konnten wie etwa seine spätere Gattin, JFK-Nichte Maria Shriver?
Baker: Damals als junge Frau stellte ich mir meine Rolle in einer Heirat als Hausfrau und Mutter vor, völlig konträr zum Powerfrautypus á la Shriver. Und dann muss ich rückblickend eingestehen, dass ich seinen Träumen oft nicht ganz folgen konnte. Ich war nicht der Typ, der ihm zujubelte: “Ja, werde ein Hollywoodstar!” Ich dachte niemals in so großen Dimensionen.
Sie beschreiben, dass er es schwer fand, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, er legte sich eine Art emotionellen Panzer zu.
Baker: Das hat auch viel mit seinem Sport zu tun: Da geht es nur um das physische, emotionelles hat keinen Platz hier, das wäre für Babies. Doch mir gegenüber zeigte er auch eine offene, verletzliche Seite. Er hat sogar geweint, mitunter. Tief drinnen ist er sehr emotionell, kümmert sich um seine Mitmenschen.
Im letzten Wahlkampf beschwerten sich Frauen über sexuelle Übergriffe durch Arnie.
Baker: Arnie ist ein Showoff manchmal, dazu hat er eine recht derben Schmäh. Klar, es kann sein, dass er manchmal zulangte und dass manche Frauen das als nicht unterhaltsam empfanden. Er blödelte herum, sich denkend, dass sie empfänglich dafür sein könnten. Man darf ja auch nicht vergessen, dass er als Bodybuilder selbst das Ziel von andauernden Angreifen und Anbandeln war. Frauen streichelten seinen Körper, selbst als wir beide Hände hielten. Irgendwann muss er sich gedacht haben: “Mein Gott, alle Frauen fahren ab auf mich!”

# 14. Juni: Tina Brown: „Diana hatte emotionelle Narben…“

Manipulativ, gehässig, neurotisch, sogar teuflisch – das sind alles Attribute, die mit Ihrer Diana-Bio in Zusammenhang gebracht werden. War die “Königin der Herzen” eigentlich eine Hexe?
Brown: Viel davon stammt vom Hype vor der Buch-Veröffentlichung. Sie hatte natürlich negative Eigenschaften – aber wer des Buch zu Ende liest, wird Diana weiter lieben. Ihr aggressives Benehmen stammt von emotionellen Narben, die sie während ihrer Jugend erlitt. Vor allem eine große Portion Unsicherheit: In die Ecke getrieben konnte sie echt zuschnappen! Und wenn ihr weh getan wurde, verfiel sie oft in totale Paranoia. Als ihr Vater heiratete, ohne es den Kinder zu sagen, war Diana so wütend, dass sie ihn ohrfeigte. Das ist ziemlich außergewöhnlich, besonders im strengen England.
Diana war, berichten Sie, happy vor ihrer Hochzeit. Das steht im starken Kontrast früherer Bios, wo sie sich als “Schlachtlamm” fühlte. Auf was hat sie sich gefreut?
Brown: Diana war sehr romantisch, sie träumte immer von ihrem Prinzen, der sie aus ihrer öden Existenz befreien wird. Heute schwärmen Kids von Filmstars, in Dianas Kinderwelt waren es die Royals. Und sie sah in Charles mehr den Prinzen als den Mann. Daher antwortete sie provokant auf die Frage, ob sie ihn liebe oder das, was er ist: “Macht das einen Unterschied?” Später hatten die traumatischen Erlebnisse während der Horror-Ehe offenbar ihre Erinnerungen an die Vorfreude gelöscht. Doch sie war aufgeregt wie ein Kind vor der Weihnachtsbescherung. Sie fuhr mit einem Fahrrad im Kreis, klingelte und sang: “Morgen heirate ich den Prinz von Wales…”
War das nicht furchtbar naiv?
Brown: Ihre Ehe war ein böses Erwachen: Sie fühlte sich betrogen, sich unter falschen Versprechen in die Ehe gelockt. Vor allem da ihr verschwiegen wurde, dass Charles bereist eine Mätresse hat. Und dann hat sie mit ihrer Starpower den Hof immer in den Schatten gestellt, vor allem Charles. Auch das führte zu enormen Spannungen. Er war extrem eifersüchtig. Diana war vor der “Traumhochzeit” jung, unreif und enorm romantisch! Und das zog sich dann leider wie ein roter Faden durch die Wahl weiterer Lover: Reitlehrer James Hewitt, der stattliche Armeeoffizier hoch zu Ross, der ihr Beschützer sein sollte; Hasnat Khan, der Chirurg und Lebensretter; Dodi, ein Ritt auf einem “fliegenden Teppich” durch das glamouröse Luxusleben der Superreichen. Was sie nie fand, war, was sie gebraucht hätte: Einen soliden Typen, der sich wirklich um sie kümmert.
Es war sicher nicht leicht für sie, Liebhaber zu finden?
Brown: Weit schwerer als für Charles, wo alle wegschauten, da die Prinzen immer Mätressen hatten. Diana stand im Rampenlicht: Sie musste Anfangs nehmen, was sich anbot, den Bodyguard, den Reitlehrer. Viele sagten wohl “Nein danke” beim Gedanken, Liebhaber der Frau des Thronfolgers zu sein. Das war gefährlich.
Ihr Ex-Lover, der Bodyguard Barry Mannakee kam bei einem Motorradunfall ums Leben. Diana glaubte, man hätte ihn beseitigt.
Brown: Nichts kann bewiesen werden. Ein Fahrschüler fuhr mit seinem Wagen um die Ecke und traf ihn.
Ist Harry Charles Sohn?
Brown: Das bleibt ein Mysterium. Gewissheit kann nur ein DNA-Test bringen. Es gibt jedoch interessante Zitate, die ich erstmals in meinem Buch präsentiere: Charles sagte, er wisse nicht, “was sie in dieser Zeit wirklich machte”. Das ist eine recht komische Antwort. Und Diana sagte: “Irgendwie hatten wir Harry”. Strange.
Was ist Charles für eine Figur?
Brown: Eigentlich ist er ein gar nicht so unanständiger Mann, fast eine tragische Figur, hin und her gerissen zwischen zwei Frauen, Diana und Camilla. Oft verhielt er sich egoistisch, wie viele verwöhnte Männer. Doch er wurde in die Di-Ehe gedrängt: Von den Eltern, den Medien. Heiraten wollte er Camilla.
Nach der Scheidung wurde Diana globale Wohltäterin.
Brown: Sie wusste, dass sie mehr mit ihrer Berühmtheit anfangen könnte, als Benefizbälle zu eröffnen. Sie dachte sich: Ich kann die Welt verändern! Diese Vision hatte sie lange vor Clinton, Bono oder Jolie, die Dianas Schablonen noch heute nützen können. Diana hat die globale Philanthropie praktisch erfunden.
Sie manipulierte auch die Medien.
Brown: Sie hatte stets dieses unglaubliche Talent zu kommunizieren – und sie wurde recht abgebrüht dabei. Sie brauchte keine PR-Assistenten: Sie rief die Reporter lieber gleich direkt an. Die Tragik dabei: Sie hat es übertrieben. Als sie den Paparazzi den Tip gab, dass sie Dodi auf der Yacht vor Korsika küssen würde, war “Genie aus der Flasche”. Der Mediensturm verfolgte sie bis nach Paris – und hat ihr das Leben gekostet. Sie hatte die Aggressivität einer neuen Paparazzi-Generation unterschätzt.
Wurde sie umgebracht?
Brown: Dafür habe ich keine Beweise. Die, die sich um sie kümmern hätten sollen, Dodi & Co haben versagt. Deshalb führt Vater Mohamed Al-Fayed wahrscheinlich diesen Kreuzzug, um zu beweisen, dass die Royals sie töteten. Schlechtes Gewissen. Die tragische Ironie dabei: Sie hatte auf den Schutz ihrer royalen Bodyguards verzichtet, weil sie dachte, die würden sie ausspionieren. Doch die hätten sicher verhindert, dass sie in ein Auto mit einem Betrunkenem am Steuer steigt.
Sie hatten Lunch mit ihr vor ihrem Tod?
Brown: Sie war erstaunlich, wunderschön, voller Pläne und Energien: Sie wollte eine globale Botschafterin für Tony Blair sein, William so ausbilden, dass er mit den Medien so umgehen könne wie JFK jr. Eine Frau am Zenit. Sechs Wochen bevor sie in diesem Tunnel so sinnlos verblutete.
Wie sehr hat sie die Royals verändert?
Brown: Fundamental. Sie sind moderner, abgebrühter im Umgang mit den Medien. Williams Pressemann etwa werkte zuvor für David Beckham. Keine stotternden, steinalten Marineoffiziere mehr. Und das Königshaus ist nun viel volksnäher, transparenter.
Heute dominiert Paris Hilton die News.
Brown: Diana war eine Ikone! Und von denen gab es neben ihr nur wenige: Elvis, Marilyn Monroe, JFK. Die Paris Hiltons unsere Zeit sind Möchtegerns. Paris könnten was von Diana lernen. Sie sollte mein Buch lesen. Vielleicht schicke ich ihr eines in die Haftanstalt. Zeit zum Lesen hat sie ja jetzt genug.
Was ist mit Angelina Jolie?
Brown: Sie könnte in Dianas Fusstapfen folgen. Sie managed ihre Karriere bisher ganz wunderbar und tut viel gutes.
Was ist William-Freundin Kate Middleton passiert?
Brown: Wieder wurde demonstriert, dass es verdammt hart ist, eine strahlende Frau an der Seite der Prinzen zu sein. Sie erhielt das Diana-Startreatment und das war zugleich das Ende. Die Queen sagte klipp und klar: Wir brauchen keine zweite Medienkönigin, die uns die Show stiehlt. Doch sie werden letztendlich keine Wahl haben: Es wird immer Rummel geben um die künftige Gattin des Thronfolgers. Sie sollten sich daran gewöhnen, überstrahlt zu werden.
Wie schwer ist es für William und Harry?
Brown: Enorm. Vor allem, da sie die Presse hassen. Dieser Hass ist in ihnen eingraviert, seit die Paparazzi ihre Mutter und sie rund um die Uhr verfolgten. Sie machen die Reporter auch für den Tod ihrer Mutter verantwortlich.

# 27. Februar: Seymour Hersh: „Die Lage ist ernst“

Wird der Skandal Iran-Contra-Dimensionen erreichen?
Hersh: Ich kann die Reaktionen schwer abschätzen, doch der Kongress sollte untersuchen. Dieser Präsident macht was er will. Es ist deprimierend. Keine dieser Millionenbeträge ist explizit vom Kongress genehmigt, die nehmen dass aus diversen Irak-Budgets, wo ohnehin sehr locker mit dem Cash umgegangen wird. Schockierend ist: Wir zahlen an Gruppen, die verwickelt mit jenen sind, die 9/11 angerichtet haben.
Stehen wir kurz vor einem US-Krieg gegen den Iran?
Hersh: Die Lage ist ernst. Alle meine Informanten innerhalb der Militärs sagen das. Es gibt noch keinen Angriffsbefehl, aber die Leute machen sich ernsthafte Sorgen. Das Säbelrasseln kann natürlich auch ein Bluff sein, um die Iraner zu schrecken. Nur die bewahren bisher die Nerven.
Wer steckt hinter Bushs Konfrontationskurs?
Hersh: Vize Dick Cheney. Seine Macht ist ungebrochen.

# 25. Februar: Alexander Denk, Ex-Lover von Anna Nicole Smith: „Sie starb an gebrochenem Herzen“

Das Drama um die Leiche von Anna Nicole Smith, sechs Männer, ein Baby – wobei der Wiener Bodybuilder, Koch, Bodyguard und Fitnesstrainer Alexander Denk, 39, einer der Väter der Smith-Tochter Dannielynn (5 Monate) sein könnte. Immerhin: Das Baby könnte bis zu 88 Millionen Dollar erben. Denk hatte fünf Jahre lang eine intime Beziehung mit Smith – und ist seither Dauergast in US-Talkshows á la CNNs “Larry King Live”. Im ÖSTERREICH-Interview erläutert der seit 1993 in Los Angeles lebende Österreicher sein Leben mit Anna Nicole Smith und reagiert auf ihren tragische Tod:

Wie haben sie Anna Nicole kennengelernt?
Denk: Ich stellte mich als Koch bei ihrer TV-Show “Anna Nicole Smith Show” im Jahr 2002 vor. Als einziger von 43 Köchen verzichtete ich auf jegliche Designer-Speisen und wartete einen Wiener Apfelstrudel auf – Anna schmeckte der hervorragend und ich war geheuert. Ich habe zwei Jahre für sie als Koch gearbeitet, dann als Trainer und Bodyguard. Doch die Funken flogen sofort und eine intime Beziehung begann. Es war toll.
Sie waren jedoch einer von vielen Boyfriends.
Denk: Ich kenne Howard Stern fünfeinhalb Jahre lang, und habe mich meist gut mit ihm verstanden. Er war sehr freundlich, sehr professionell, am Anfang vielleicht ein wenig eifersüchtig. Er dachte, dass ich ihn verdrängen werde. Er hat sich aber daran gewöhnt. Musste er auch, da Anna klar stellte, dass sie mich in ihrem Leben haben wollte. Larry Birkhead habe ich ein paar Mal gesehen, der hat nicht mal zurückgegrüßt. Sehr unfreundlich. Er hat sich irgendwie komisch verhalten. Details kann ich wegen all der Prozesse nicht verraten, aber es wird ans Tageslicht kommen.
Waren sie nicht eifersüchtig?
Denk: Ich wusste, dass Funken flogen zwischen uns. Doch ich sagte zu ihr: “Ich kann dich nicht an die Kette binden, du triffst deine eigenen Entscheidungen”. Und sie war in Beziehungen ein Freigeist. Ich akzeptierte: Sie ist nicht verheiratet, sie kann machen was sie will. Männer kamen und gingen, aber auch ich selbst hatte zwischendurch eine Freundin. Ich habe mich oft auch geziert, gesagt, “es ist mit egal, ob du eine Berühmtheit bist!” Dazu bin selbstbewusst genug. Und das hat sie näher und näher an mich gezogen. Wir hatten Sex in den letzten fünf Jahren, manchmal spontan, mintunter fuhren wir zehn Tage auf Urlaub.
Wie war Anna Nicole Smith wirklich?
Denk: Sie hat mir oft ihr Herz ausgeschüttet, weil sie mir vertraute. Sie redete über ihre schlimme Jugend, wo sie wirklich einiges mitmachte. Und sie hat immer gesagt, wenn sie sterben sollte – und sie wollte das mit 37 Jahren wie ihr großes Vorbild Marilyn Monroe – dann erzähle bitte der Welt, wie ich war: Sie hat gesagt, dass sie selbst ein Buch schreiben werde, wo sie dokumentiert, wie schlecht sie oft behandelt wurde. Und ich kündigte mein eigenes an – und wir scherzten dann, wer schneller fertig wird damit.
Schreiben sie das Buch?
Denk: Mal sehen.
War das Ernst zu nehmen mit dem Selbstmord?
Denk: Nein, sie war eine frohe Natur, sie liebte das Leben, wir hatten unglaublich viel Spass zusammen. Niemand kennt sie so. Alle sagen, sie war auf Drogen.
War sie?
Denk: Die Zeit, die ich mit ihr verbrachte, habe ich nichts beobachtet. Getrunken haben wir zusammen. Und ich denke, vor vielen öffentlichen Auftritten, wenn sie nervös war, hat sie sich mit Alkohol wohl beruhigt. Sie war sehr verspannt, wenn sie unter Druck stand. Ich selbst habe ihr einmal helfen müssen, einen Slogan für einen Werbespott aufzusagen. Ich sagte: “Atme tief durch, lass dir Zeit!”. Und die ganzen komischen Auftritte von ihr in der Öffentlichkeit, waren ihre Art, die Nervosität zu überspielen. Und ein Gläschen oder zwei helfen auch. Die Leute glauben, sie ist unter Drogeneinfluss – doch sei war wohl eher beschwipst.
Das sieht in dem kürzlich veröffentlichten Videos aber anders aus.
Denk: Vielleicht waren das Schmerzmittel. Das war ja kurz nach dem Tod ihres Sohnes Daniel. Und dann hatte sie Krämpfe, meiner Meinung nach handelte es sich um reguläre Medikamente.
Was hielt sie von ihrer Mutter?
Denk: Sie hasste sie, sie hat mir schlimme Sachen erzählt. Wie sie verprügelt wurde. Überhaupt hatte sie eine triste Jugend: Ihr Boyfriend schlug sie, als sie schwanger war und dann noch einer. Geschwärmt hat sie nur von Howard Marshall, der war ein echter Gentleman. Sie hat immer gesagt, ich würde sie an ihn erinnern, wegen der blauen Augen und weil ich sie respektierte. Oder weil es mir nichts ausmachte, als sie fast 100 Kilo hatte.
Ihre Mutter behauptet, sie hätte das unter Drogeneinfluss gesagt…
Denk: Alles was sie wollte, war von ihrer Mutter geliebt zu werden. Und sie verstand nicht, warum sie stattdessen gehasst wurde.
Wie haben sie von ihrem Tod erfahren?
Denk: Ein Freund hat mich angerufen und dann läutete des Telefon nonstop, 200 Anrufe in ein paar Stunden. Es war sehr traurig. Ich habe sie geliebt.
Wann haben sie zuletzt mit ihr gesprochen?
Denk: Zwei Nächte bevor sie starb. Ich fragte sie, wie es ihr gesundheitlich ginge. Ich machte mir immer Sorgen über ihre Gesundheit. Sie sagte, sie wollte darüber am Telefon nicht sprechen, da sie fürchtete, dass es abgehört werde könnte. Sie hat mich ermutigt, auf die Bahamas zu kommen. Die letzten Worte waren: “Schick mir eine Mail! Ich vermisse dich, bye!”
Hat sie Ihnen gesagt, dass sie der Dad sein könnten?
Denk: Sie hat immer gesagt, dass sie viele Kinder mit mir haben will. Sie rief plötzlich: “Hey, Alex, lass uns nach Österreich fahren und Babies machen!” Ich machte mir eher Sorgen, wenn sie dort mit zehn Koffern bei meiner Mutter auftaucht.
Warum ist sie auf die Bahamas gezogen?
Denk: Sie ist vor den Medien geflüchtet, sie wollte in Ruhe gelassen werden, zumindest während der Schwangerschaft. Sie ärgerte sich maßlos über diskriminierende Stories. Sie wollte ein normales Leben führen, zu Hause kochen, wieder das einfache Girl von Texas sein.
Woran ist sie gestorben?
Denk: An gebrochenem Herzen. Das ist natürlich ein Spruch, aber sie liebte ihren Sohn mehr als alles! Sie wollte ihm ins Grab folgen, sie hat sich aufgegeben.
Machen sie einen DNA-Test, ob sie tatsächlich der Vater von Dannielynn sind?
Denk: Wenn weder Birkhead noch Stern der Vater sind, werde ich das wohl machen. Sie hat mich immer gebeten, ihr beizustehen, stets Teil ihres Leben zu sein. Ich will alles richtig machen – das schulde ich ihr.

KASTEN:
Alexander Denk, 39, geboren in Wien, Sievering, lebt nach fünfeinhalb Jahren in Australien seit 1993 in Los Angeles, gewann als Bodybuilder die wichtigsten Titel der “Natural Bodybuilding”-Bewerbe, arbeitet zusätzlich seit 20 Jahren als Spitzenkoch. Sein großes Vorbild ist Arnold Schwarzenegger, mit dem er in fünf Hollywood-Hits zusammenarbeitete. “Ich bin der Mini-Arnie”, sagt er. Denk spielte auch Rollen in Kinostreifen wie “George of the Jungle”.

# 2. Februar: Loren Thompson (Lexington Institute): „Bush kann Bevölkerung kaum für neuen Krieg gewinnen“


Gibt es Krieg gegen den Iran?
Thompson: US-Präsident George Bush ist am Tiefpunkt seiner Glaubwürdigkeit angelangt – er wird die Bevölkerung kaum für einen neuen Krieg begeistern können. Die Lust der Menschen hier nach einem Waffengang ist ungefähr so groß wie die der Franzosen vor der Irak-Invasion. Nach der Serie katastrophaler Fehler glaubt man Bush gar nichts mehr.
Was ist militärisch möglich – mit den US-Streitkräften im Irak festgefahren?
Thompson: Eine Bombenkampagne ist sicher denkbar, aus der Luft sowie von Schiffen oder U-Booten mit Cruise Missiles. Damit könnte Irans Nuklearprogramm um Jahre zurückgeworfen werden. Die USA ist offenbar nicht sehr talentiert als Besatzungsmacht und im Kampf gegen Guerillas, doch wir sind unerreicht bei der präzisen Zerstörung von Zielen durch Bomben oder Raketen. Jede Installation innerhalb des Irans könnte dem Erdboden gleichgemacht werden. Für eine Invasion mit Bodentruppen fehlt es jedoch schlicht an Mannstärke.
Was wären die Konsequenzen?
Thompson: Die Welt würde noch mehr gegen die USA aufgebracht, der Nahe Osten in einen regionalen Kriege gestürzt und die Hardliner im Iran gestärkt werden. Und im Irak würde das der USA auch nicht helfen. All das macht US-Militäraktionen unwahrscheinlich – doch nichts ist auszuschließen.
Warum dann das Säbelrasseln, all die plötzlich auftauchenden Beweise gegen iranische Agenten innerhalb des Irak?
Thompson: Damit soll eher die Schuld am Versagen der USA im Irak anderen in die Schuhe geschoben werden, diesmal eben dem Iran. Doch geopolitisch hat die USA wegen nicht ausreichender Truppenstärken und einem kompletten Vertrauensverlust in seine Führer enorm limitierte Optionen.

# 27. Jänner: Paris Hilton: „Ich bringe Spass nach Wien…“

Ihre Vorbereitung für den Wiener Opernball laufen auf Hochtouren.
Hilton: Ja, ich bin enorm aufgeregt und freue mich total. Ich weiß was für ein Big Deal dieser Ball ist, weltweit. Ich suche gerade fieberhaft nach dem geeignetsten Kleid. Meine Freundinnen freuen sich ebenfalls schon.
Wer fährt mit?
Hilton: Meine Kusine Brooke und eine Freundin, und vielleicht noch eine, wenn sie nicht arbeitet.
Wie gehen die Walzerstunden voran?
Hilton: Oh Gott, Walzertanzen ist so hart!
Sind sie sich der großen Aufregung in Österreich über Ihren Besuch bewusst? Mögen sie Österreich überhaupt? Einmal haben sie in einem Magazin-Interview gesagt, die zahlen Ihnen dort viel Geld und sie müssen bloß nett Winken – und nur deshalb schätzen Sie das Land?
Hilton: Das wurde aus dem Zusammenhang gerissen. Ich lese keine Magazinartikel, weil nichts wirklich so ist wie es ist. Zur Klarstellung: Ich mag Österreich wegen seiner freundlichen und hilfsbereiten Leute, seiner tollen Landschaft, auch das Essen ist großartig. Ich liebe es, zu reisen. Besonders Ischgl und das Schifahren dort ist wirklich irre. Ich fahre sicher nicht nach Österreich wegen dem Geld – Geld ist nicht wichtig für mich.
Sie planen ein Megafest zu ihrem 25. Geburtstag.
Hilton: Zuerst Schifahren samt Party im Schnee mit meinen Freunden – und dann gehts mit dem Privatjet nach Las Vegas. Cool, oder?
Ist der Opernball die glamouröseste Veranstaltung auf der sie jemals waren? Der Ball ist längst eine weltweite Trademark.
Hilton: Hmmm. Keine Ahnung. Ich habe nur gehört, dass es eine außerordentlich feierliche Sache ist. Aber Sie haben recht: Das wird vielleicht der glamourösester Auftritt meiner Laufbahn.
Was ist ihr Beitrag zum Opernball? Was bringen Sie nach Wien?
Hilton: Ich werde Spass nach Wien bringen, ich werde den Opernball zu einem freudigeren Ereignis machen! Wo immer ich auftauche: Ich habe überall jede Menge Fun!
Haben Sie eine Botschaft für Leute, die ihren Auftritt kritisieren?
Hilton: Davon habe ich nichts gehört.
Ihr Gastgeber wurde zuletzt mit einem Hausverbot für den nächstjährigen Opernball bedroht, weil er Sie als Gast bringt?
Hilton: Keine Ahnung, darüber weiß ich nichts.
Sie sind inzwischen auch eine imposante Geschäftsfrau. Sie haben fast schon eine kleines Imperium aufgebaut. Wie managen sie das alles, besonders in diesem jungen Alter?
Hilton: Ich habe von früh auf gelernt, hart zu arbeiten – das ist Teil unserer Familientradition. Und ich wollte immer mein eigenes Geld verdienen, deshalb gründete ich “Paris Hilton Entertainment”, eine Firma, die jetzt bereits 30 Mitarbeiter beschäftigt. Demnächst kommt eine Unterwäsche-Linie auf den Markt, dann die Haar-Extension-Linie, Sonnenbrillen, Make-up. Dazu produziere ich TV-Shows und eine Cartoon-Serie, die auf MTV laufen wird. Ich lasse mich auch durch meine Reisen rund um die Welt inspirieren, schreibe Ideen nieder, besuche die Fashion Shows, New York, Paris, London, sehe neue Designs, was auch immer.
Ist die Geschäftsfrau Paris Hilton künftig zu beschäftigt für Parties? Schreitet das Erwachsenenwerden voran?
Hilton: Ich bin fast 25 Jahre alt – und fühle mich schon recht erwachsen. Ich denke, dass ich verantwortungsbewusster werde, auch durch den Film “The Hottie and the Nottie”, den ich hier gerade drehe. Ich arbeite ungemein hart dafür, besuchte unzählige Schauspielstunden. Ich gebe hier alles was ich habe – und es wird ein toller Film, ich kann kaum warten, bis er in die Kinos kommt. Ich gehe gar nicht mehr so oft aus, wie alle glauben. Ich muss um 5:30 Uhr am Filmset sein.
Von allen Ihren Unternehmungen, Musik, Fashion, Bücher – macht ihnen Filmen zur Zeit am meisten Spass?
Hilton: Ich habe Freude an allem was ich tue – mit den Filmen kann ich meine “Marke” noch weiter verbreitern. Dieser Film wird jedenfalls für Aufsehen sorgen, man wird anders über mich denken.
Wie wichtig ist Freundschaft für Sie?
Hilton: Ich bin der beste Freund, den man sich denken kann. Loyalität ist für mich das wichtigste im Leben, neben der Familie natürlich. Es ist wahnsinnig schwer, jemanden zu finden, dem man vertrauen und lieben kann. Doch wenn ich fündig werde, dann bin ich loyal und ehrlich.
Wie wichtig ist Beauty für Sie?
Hilton: Schönheit kann Segen und Fluch zugleich sein. Aber ich denke nicht, dass sie besonders wichtig ist.
Sie sind doch ein Aushängeschild dafür.
Hilton: Kann sein, ich weiß nicht recht, vielleicht.
Viele heranwachsende Teenager sehen sie als Idol. Ist das mehr eine Bürde durch die daraus erwachsende Verantwortung – oder ein reines Vergnügen, so viele Fans zu haben?
Hilton: Ich liebe es, die Fanmail zu lesen. Oder wenn ein kleines Mädchen zu mir kommt, zu mir aufschaut und sagt: “Ich liebe dich”. Das macht mich sehr glücklich. Ich habe hart gearbeitet und einmal mehr bewiesen: Wenn du in dich selbst glaubst, kannst du alles erreichen. Alles was ich geschafft habe, habe ich selbst geschafft – meine Familie hat mir null geholfen.
Sie sind ein Sexsymbol für so viele Männer.
Hilton: Ich fühle mich dadurch geehrt. Besonders happy macht mich das Herrichten, bevor ich ausgehe. Schöne Klamotten, schrille Gürtel, Haarbänder, Schmuck, dass alles macht irre Spass.
Wie entspannen sie sich?
Hilton: Ich habe wenig Zeit dafür. Aber manchmal koche ich Spagetti zu Hause für mich und meinen Boyfriend. Ich liebe Kochen, zu Hause blieben, Fernsehen, Kuscheln.
Wollen sie Kinder?
Hilton: Später, nicht jetzt, vielleicht in ein paar Jahren.