# 17. Jänner: Tom Cruise: „Stauffenberg war ein Held“

Sehen Sie Deutsche und Österreicher wegen der Stauffenberg-Story in einem anderen Licht?
Cruise: Das Nazi-Thema faszinierte mich, vor allem das Ausmaß des Grauens. Und schon als Kind, als ich Dokumentationen über den zweiten Weltkrieg, den Holocaust sah, war mein erster Gedanke: “Warum hat den niemand abgeknallt?” Nun lernte ich aus erster Hand: Diese Leute existierten, es gab eine Widerstandsbewegung! Ich werde diese Erfahrung niemals vergessen. Und ich bin stolz, das wir das mit unserem Film der ganzen Welt vorführen können.
Nicht alle haben Sie in Deutschland mit offenen Armen empfangen.
Cruise: Vielleicht gab es Anfangs Vorteile gegenüber Hollywood, gegenüber meiner Person. Doch wir begegneten diesen Teil der deutschen Geschichte mit dem größten Respekt, ließen jede Szene von Historikern verifizieren. Es ist eine Story, aus die wir alle und für ewig lernen können: Ein Aufstand gegen die Tyrannei! Ich nehme meinen Job sehr ernst: Wir haben das Thema bestmöglichst umgesetzt. Ich bereite mich auf meine Rollen auch intensiv vor: Bei “The Last Samurai” war es gleich ein ganzes Jahr…
Sieht das die Stauffenberg-Familie auch so?
Cruise: Wir haben Familienmitglieder getroffen. Das war sehr hilfreich für den Film. Einige bestanden auf ihre Privatsphäre mehr als andere.
Stauffenberg riskierte als Familienvater sein Leben. Könnten sie das?
Cruise: Ich liebe meine Familie. Ich kann mir kaum ausmalen, unter welch unglaublichen Stress er deshalb gestanden haben muss. Es ist ein unerträglicher Gedanke. Niemand weiß, zu was er fähig ist: Klarheit gibt es wohl erst im Moment, wenn du vor deiner Frau und deinen Kinder stehst. Und dich fragst: Vielleicht sehe ich sie nie wieder? Stauffenberg war ein Held!
Wie sollen Zuseher die Spannung bewahren, wenn das Ende bekannt ist?

Cruise: Das war ja bei der Titanic auch so. Wir wissen wie es ausgeht – und klebten dennoch an der Leinwand.