# 30. April: Obama bricht mit Wright!

High Noon im Drama um Barack Obamas “Hassprediger” Jeremiah Wright: In einer energischen, teils emotionalen Rede beendete Obama seine 20-jährige Freundschaft zu dem zornigen Pastor, der ihn einst mit Gattin Michelle verheiratete und seine zwei Töchter taufte. Wright goss zuletzt mit neuen, schockierenden Tiraden über Amerikas Schuld an 9/11 und wirren Verschwörungstheorien, wonach die US-Regierung AIDS für Völkermorde an Minoritäten kreierte, Öl ins Feuer. Obama platzte der Kragen: Wrights Kommentare seien “abstossend”, hasserfüllt und widersprechen allem für das er stehe. Obama will mit den scharfen Worten das “Pastor-Desaster” (New York Post) hinter sich lassen. Die Zeit drängt: Dienstag steigt die nächste Primaries-Runde in Indiana und North Carolina gegen Hillary Clinton.

# 29. April: Obama unter Wright-Attack!

Demokraten-Frontrunner Barack Obama ist wegen neuen “antiamerikanischen” Wutausbrüchen seines Ex-Pastors Jeremiah Wright in die schlimmste Krise seiner Kandidatur geschlittert. Die Affäre begann im März, als wirre Wright-Tiraden wie “Gott verdamme Amerika” kursierten. Der zornige Pastor war ein langjähriger Freund Obamas, der ihn mit Gattin Michelle verheiratete und seine beiden Töchter taufte. Obama konterte damals elegant mit einer aufwühlenden Rede über Rassenbeziehungen in Amerika, wo er Versöhnung forderte anstatt der hasserfüllten Aufrechungstaktiken der alten Garde an Schwarzenführern. Dennoch: Die Republikaner missbrauchten Wrights skandalöse Aussagen, um seinen “Weggefährten” Obama als unpatriotisch zu denunzieren.
Doch nun fällt ihm Wright selbst in den Rücken. Neue Wutausbrüche in einer PR-Offensive in eigener Sache lieferten gleich noch mehr Munition für Obamas Kontrahenten: Wright verglich die USA mit dem “römischen Empire, das die Welt terrorisiert”. Und sich über Attacken wie 9/11 nicht zu wundern brauche. Wright suggerierte, dass Obama in Wirklichkeit auch so denke wie er, sich jedoch als Politiker distanzieren müsse. Und er zückte die Rassenkarte: Kritik an ihm seien Angriffe auf die “schwarze Kirche”, rief er.
Als Obamas “größten Alptraum” brachte die New York Post die Misere auf den Punkt: In einer Woche steigt die nächste Runde im Vorwahl-Duell gegen Ex-First-Lady Hillary Clinton in den US-Staaten Indiana und North Carolina – mit Hillary im Aufwind in den Umfragen. Statt einer neuen Rassendebatte wollte Obama gerade weiße Wähler, die ihm zuletzt den Rücken kehrten, zurückgewinnen. Doch “mit Freunden wie diesen”, ätzten US-Medien, “wird es schwer”.

# 28. April: McCain ebenfalls in Trouble

Der White-House-Kandidat der Republikaner John McCain profitierte zuletzt vom immer selbstzerstörerischen Vorwahl-Duell seiner möglichen Gegner bei den US-Präsidentschaftswahlen am 4. November, Barack Obama und Hillary Clinton. Während McCain im hypothetischen Duell an beiden “Dems”-Titanen in einigen Umfragen vorbeizog, mehren sich aber auch die Indizien, dass der 71-Jährige Vietnam-Held selbst massive Probleme hat, seine Partei zu einen: Bei den an sich unbedeutenden Republikaner-Primaries in Pennsylvania stimmten immerhin ein Viertel der Parteigänger für die Ex-Gegner Mike Huckbee und Ron Paul. Ein klares Protest-Signal der Basis: McCain konnte bisher den rechen Parteirand kaum für seine Kandidatur begeistern, darunter Ultrafromme, Solzialkonservative oder strikte Einwanderungsgegner. Die könnten im Herbst den Wahlurnen fernbleiben, fürchten GOP-Strategen. Die mangelnde Euphorie der Rechten nach siebeneinhalb Jahren Bush-Debakel führt auch zu einem dürren Spendenstrom: Erst 77 Millionen Dollar sammelte McCain total, ein Bruchteil von Obamas 235 Millionen.

# 28. April: Kaliornien brennt – again…

Südkalifornien wird neuerlich von verheerenden Waldbränden heimgesucht: 550 Häuser mussten in einem durch Windböen entfachten, extrem gefährlichen Busch-Feuer in Sierra Madre in den Bergen hinter der Millionen-Metropole Los Angeles evakuiert werden. 1.000 Menschen waren insgesamt auf der Flucht. Das erste Inferno der gefürchteten “Feuer-Saison”, die sich bis in den Spätherbst erstreckt, verkohlte 140 Hektar. Bis zu 25 Meter hohe Feuerwalzen kamen auf wenige Meter an Villen heran. 400 Feuerwehrleute stemmten sich mit Angriffen aus der Luft per Helikopter und Löschfahrzeugen am Boden gegen die Feuersbrunst.
Eine frühe Hitzewelle und die nun seit Jahren im US-Westen andauernde Dürre hatte die Brände begünstigt: Fast 40 Grad Celsius erreichte die Gluthitze. Feuerwehr-Sprecherin Elisa Weaver deutete gegenüber Reportern an, dass das Feuer in einer Picknick-Stelle entlang eines unter Wanderern populären Pfad ausbrach. Zu dramatischen Szenen kam es bei einer Hochzeitsfeier: Brautpaar und 40 Gäste mussten mit Helikoptern evakuiert werden, nachdem ihnen die Feuerwalze den Fluchtweg versperrt hatte. Erst letzten Oktober kamen bei einem der schlimmsten Feuerstürme in Südkalifornien aller Zeiten sieben Menschen um. 2.000 Häuser verbrannten, 640.000 Bürger wurden evakuiert. Der Gesamtschaden damals: Eine Milliarde Dollar.

# 25. April: McCain geht auf Distanz zu rekord-verachteten Bush

Rekordhohe Benzinpreise (94 Cents/Liter), die Immobilienkrise (niedrigste Hausverkaufs-Rate seit 1991) und Grundnahrungsmittel-Engpässe (Reis) treiben neben dem Irakkrieg die Ablehnung von US-Präsident George W. Bush in historische Höhen. Und Republikaner-Parteifreund John McCain, der um seine Nachfolge kämpft, geht auf Distanz. Er werde nicht zulassen, “dass die US-Regierung jemals wieder so kläglich versagt wie nach Hurrikan Katrina”, polterte er zuletzt in New Orleans. Bush Popularität war zuletzt auf 28 Prozent gestürzt. Noch drastischer: Seine Unbeliebheit ist mit 69 Prozent die höchste, die das Umfrage-Institut Gallup in seiner 70-jährigen Geschichte jemals gemessen hat. Prompt kehrt McCain Bush immer offensichtlicher den Rücken. Die Rache des Bush-Clans kommt vielleicht von “First Daughter” Jenna: Sie überlege “andere Optionen” bei der Oval-Office-Wahl als McCain, sagte sie auf CNNs “Larry King Live”.

# 25. April: Grauenhafte Details zum Tod von Nussbaumer & Co

Während der im Irak entführte und getötete Oberösterreicher Bert Nussbaumer zu Grabe getragen wird, tauchen neue, furchtbare Details auf, wie brutal die Killer Nussbaumer und vier US-Kollegen des Sicherheitsdienstes “Crescent Security” töteten. “Der Kopf meines Sohnes war fast abgerissen”, erzählte nun Sharon Debrabander, Mutter der Geisel John Young, der US-Zeitung “Buffalo News”: “Er wurde fast geköpft!”
Dazu zeigten die Reports der Mediziner, die die Leichen in der “Dover Airforce Base” im US-Staat Delaware obduzierten, schwere Kopftrauma durch das Auftreffen stumpfer Gegenstände. Einige Opfer hatten mehrere Rippenbrüche. Innere Blutungen wurden festgestellt. Alle waren mit ihren Händen am Rücken gefesselt. Es gab jedoch keine Schussverletzungen. “Die waren diesen Schweinen nicht einmal eine Kugel wert”, so Debrabander verbittert.
Neue Erkenntnisse soll es über den Todes-Zeitpunkt geben: Demnach wären die Leichen aufgrund des Verwesungsgrades zwei Monate lang verscharrt gewesen. Damit dürften sie erst heuer von den Kidnappern, am ehesten schiitische Milizen, umgebracht worden sein. Erste Informationen hatten auf November hingedeutet.
Keine Details gibt es über den Zustand der Leiche von Bert Nussbaumer. Der von den US-Behörden angeforderte Obduktionsbericht sei, so Mutter Maria Nussbaumer, noch nicht eingetroffen. Das Wiener Außenamt bestätigte, dass nach der Überstellung der Leiche letzten Montag eine zweite Obduktion vorgenommen worden war. Nussbaumer und seine vier US-Kumpel waren am 16. November bei Basra im Südirak entführt worden. Die wegen des grauenhaften Todes ihrer Angehörigen nun noch wütenderen US-Familien fordern von der US-Regierung, dass sie zumindest jetzt die Killer jage: “Die Befreiung war vermasselt worden – jetzt könnten sie wenigsten die Mörder zur Rechenschaft ziehen”, so Mark Munns, Vater des Opfers Joshua Munns.

# 24. April: Hillary füllt ihre Kriegskasse

Der Sieg von Ex-First-Lady Hillary Clinton in Pennsylvania mit 9,2 Prozent Vorsprung vor Kontrahenten Barack Obama füllt ihre leere Kriegskasse in Rekordtempo: Zehn Millionen Dollar sollen in nur 24 Stunden gesammelt worden sein, so Finanzchef Terry McAuliffe. Geld genug, um gut gerüstet in den Krieg um die nächste Primarie-Runde am 6. Mai zu ziehen: In North Carolina führt Obama im Umfragenschnitt mit 15,5 Prozent. In Indiana liegt Hillary knapp mit 2,2 Prozent voran.
Pennsylvania hat Hillary damit vorerst gerettet: In den Tagen vor dem Showdown in dem Arbeiterstaat hatten blamable Stories die Medien dominiert, wonach sie mit einer Million in der Kreide steht – und hunderten Kleinbetrieben Rechnungen schuldig bleibt. Obama hat sie dazu mit seiner prall gefüllten Kriegskasse (42 Millionen Dollar standen Anfang April zur Verfügung) und Rekordausgaben von 13 Millionen für TV-Werbungen in Pennsylvania an den Rand des Ruins getrieben.
Inzwischen ist in dem Titanen-Duell, das US-Medien längst als “Blutfehde” brandmarken, ein absurder Streit entbrannt, wer eigentlich führt:
# Hillary behauptet plötzlich, mehr Menschen hätten im Demokraten-Vorwahlkrimi für sie gestimmt. Doch sie zählt die Stimmen der boykottierten Primaries in Florida und Michigan hinzu. Camp Obama spricht von “Trickserei”: In Michigan etwa stand nur Hillary am Stimmzettel.
# Obama appelliert verstärkte an die gut 800 “Superdelegierten”, Partei-Größen, die frei abstimmen können, dass ihm die Nominierung zugesprochen werden müsse: Denn er führt in der Delegierten-Zählung mit 1.721 zu 1.590 praktisch uneinholbar vor Hillary.
Mehr als die Hälfte der “Supers” sind da schon hinzugerechnet. Obama und Hillary brauchen jedoch die Hilfe der 300 noch Unentschlossenen, um die Siegermarke von 2.024 überqueren zu können. Die wollen sich spätestens in 40 Tagen, dem Ende der Primaries, entscheiden, heißt es.
Und genau hier will Hillary ihre Chance nützen: “Trotz Obamas Siegen und seiner soliden Führung bleiben bei vielen Demokraten Zweifel”, so NBC-Polit-Kommentator Chris Todd, “warum er es einfach nicht fertig bringt, seinen Sieg zu finalisieren”. Selbst Hillary suggerierte süffisant: Hier offenbare sich Obamas fatale Schwäche, dass er es nicht fertig brachte, sie trotz allem Geld und Charisma K.O. zu schlagen. Sie argumentiert weiter: Ihre Siegerstaaten seien beim Kampf gegen den Republikaner John McCain “bedeutender”, darunter die wichtigen Schaukelstaaten Ohio, Florida oder eben Pennsylvania.

# 23. April: Hillary is back – schon wieder…

Da stand sie wieder im Konfetti-Regen, bejubelt von tausenden überglücklichen Fans in Philadelphia: Ex-First-Lady Hillary Clinton hat sich mit einem, mit 54,3 zu 45,7 Prozent recht deutlichen Sieg gegen Frontrunner Barack Obama bei den Demokraten-Primaries in Pennsylvania neuerlich gegen den Untergang gestemmt. “Take that”, titelte die New York Post. Trotzig rief sie in die tosende Menge: “Sie wollten mich schon zur Aufgabe drängen”. Und dann mit breitem Grinsen: “Ich bin immer noch hier…” Aufgewertet sei ihr “zutiefst persönlicher Sieg”, wie sie sagte, da Obama 11,2 Millionen Dollar verglichen mit ihren 4,8 Millionen in TV-Werbungen gepumpt hatte. Hillarys PR-Profis sprachen sogar von einer “Wende” in dem Vorwahlkrimi.
Doch Hillarys Hürden, doch noch am Nominierungs-Parteitag der “Dems” in Denver zur Gegnerin des Republikaner-Kandidaten John McCain bei der Schlacht ums Oval Office gekrönt zu werden, sind kaum niedriger geworden. Ex-Clinton-Berater Dick Morris brachte ihre Misere auf den Punkt: “Zu wenig, zu spät!” Selbst einige ihre Strategen ließen Zweifel an einem letztendlichen Sieg anklingen, schrieb die “Washington Post”.
Wie könnte sie es doch noch schaffen?
# Einen Sieg in der Zählung “gewählter Delegierter” muss sie abschreiben: Obama führt in dieser Kategorie mit 1.479 zu 1.328. Nur mehr neun Vorwahlen sind bis zum 3. Juni ausständig. Polit-Experten: Es sei “mathematisch unmöglich”, dass sie ihn überholt.
# Hillary schielt deshalb auf eine andere, “moralische” Kategorie: Totale Wählerstimmen. Dort liegt sie laut Schätzung des Instituts “RealClearPolitics” mit 611.360 Stimmen zurück. Diese Aufholjagd, so Experten, sei “extrem schwer, aber immerhin nicht völlig unmöglich”.
# Mit zumindest einen Stimmen-Sieg in der Tasche will Hillary vor die 795 “Superdelegierten” – Parteiinsider, die ungebunden vom Wahlergebnis abstimmen können – treten. Die sollen sie über die Siegermarke von 2.025 drücken. 258 hat sie auf ihrer Seite, Obama 234. Beim entscheidenden Rest hofft sie auf aufkommende Zweifel innerhalb der Partei an Obamas Schlagkraft, eine “fatale Schwäche”, wie Team Hillary wild argumentiert, beim knallharten Duell gegen McCain im Herbst.
Doch die Partei hat panische Angst, dass sie durch das prolongierte, selbstzerstörerischen Titanen-Duell die Chancen auf das White House vergeigen könnten. Laut Exit Polls in Pennsylvania würden 25 Prozent der Hillary-Fans sogar für McCain stimmen, falls Obama das Ticket erhält. Umgekehrt sind es 16 Prozent. Prompt titelte die Website “Huffington Post” süffisant: “Und der Sieger ist – John McCain…”.
Um bis überhaupt bis zum Juni durchhalten zu können, muss Hillary rasch ihre leere Kriegskasse auffüllen: Anfang April stand sie mit einer Millionen in der Kreide, während Obama 42 Millionen angehäuft hatte. 2,5 Millionen flossen nun binnen Stunden in ihre Kasse. Hillarys Siegerstrategie ist so zerbrechlich, so TV-Kommentator Tim Russert, dass ihr Obama in zwei Wochen bei den Primaries in Indiana und North Carolina endgültig den “Todesstoß” versetzen könnte.

# 23. April: Arnie kauft Küstenstreifen

Inmitten des krisengebeutelten US-Immobilienmarktes sorgt ein spektakulärer Landkauf von Kaliforniens “Governator” Arnold Schwarzenegger für Aufsehen: Arnie legte für ein exklusives Stück Grund in der bei Hollywood-Stars besonders beliebten Strandenklave Santa Barbara 4,7 Millionen Dollar auf den Tisch. Stars von der Talkqueen Oprah Winfrey bis zum ehemaligen King-of-Pop Michael Jackson haben Anwesen dort. 10,1 Hektar ist die Prachtimmobilie beim Ort Ranch Monte Alegre groß. Sie ist durchsetzt mit Wasserfällen und mit dichtem Grün durchzogenen Canyons.
Die Gemeinde hatte kürzlich eine alte Riesenranch aus dem 19. Jahrhundert zum Verkauf konvertiert und in kleinere Einzelgrundstücke filetiert. Was Arnie auf dem Grund errichten will, ist bisher unbekannt: Die Auflagen erlauben Villen mit einer maximalen Größe von 789 Quadratmeter. Die 99 Seiten langen Planungsunterlagen beschreiben weitere, höchst detaillierte Auflagen für Architektur und Garten: Villen sollen in mediterranem Stil gehalten sein, die Art der Bepflanzung ist festgelegt. Flutlicht-Lampen für etwa eine Tennisplatz sind nicht gestattet.
Aufgeregt wird in Kalifornien gefragt: Bereitet der Austroamerikaner bereits ein Leben nach der Politik in der Strand-Idylle vor? Oder hat er mit seinem scharfen Geschäftssinn eine Chance für einen guten Grundstücks-Deal gesehen? Arnie lebt mit Gattin Maria Shriver und den vier Kids in deren Millionenvilla im noblen L.A.-Suburb Brentwood. Er pendelt per Privatjet zu seinem Arbeitsplatz nach Sacramento. Arnie hatte bereits als Bodybuilder gutes Gespür für lukrative Immobiliendeals bewiesen. Deren Erlöse trugen zu Arnies Aufstieg zum Multimillionär bei: Sein Wert wird auf 100 bis 200 Millionen Dollar geschätzt.

# 22. April: Hillarys schwere Stunden…

Ex-First-Lady Hillary Clinton hat in den letzten Stunden vor der Demokraten-Primary in Pennsylvania, wo 158 der insgesamt 4.049 Delegierten-Stimmen ermittelt wurden, alles gegeben. Mit aller Kraft wollte sie das Ruder nochmals herumreißen: Sie donnerte per Bus, Privatjet oder SUV-Karossen durch den ländlichen US-Staat, stoppte in Scranton, Pittsburgh, Harrisburg und Philadelphia. Pennsylvania war ihre große Chance für ein neuerliches Comeback im Vorwahlkrimi gegen den “schwarzen JFK”, Barack Obama. “Kein US-Staat ist wegen seinem demographischen Mix idealer für Hilary als Pennsylvania”, analysiert TV-Kommentator Tim Russert. Konkret: Weiße, Frauen, Arbeiter, Latinos, Alte.
Hillary ließ sich nichts anmerken, dass sie gerade wieder schwere Stunden durchlebt: Ihr Traum von einer Rückkehr ins White House als erste “Mrs. President” ist längst durch Obamas einzementierte Führung in weite Ferne gerückt. Größen der Partei hatten sie immer unmissverständlicher bedrängen, das Handtuch zu werfen. Doch sie bäumte sich auf, klatschte rhythmisch mit den 4.000 Fans bei der Schlusskundgebung in Philadelphia, Gatte Bill und Tochter Chelsea an der Seite. Sie rief ihre zentralen Wahlargumente in die Menge: Nur sie hätte die Erfahrung, die krisengebeutelte Supermacht durch diese “gefährliche Zeiten” zu steuern.
Schamlos spielte sie per TV-Werbung die Angstkarte aus: Mit einer Collage an Bildern amerikanischer Momente des Grauens – alles vom Börsencrash 1929, Pearl Harbor 1941, die Kubakrise 1962, Killer-Hurrikan “Katrina” 2005 und sogar Superterrorist Osama Bin Laden – suggerierte sie, Kontrahent Obama sei als Krisenmanager zu “grün hinter den Ohren”. Camp Obama schoss zurück: Die Premiere Osama bin Ladens im bitteren “Dems”-Krimi sei ein neuer Tiefpunkt. Und ein “Verzweiflungsschlag”.
“Die Uhr tickt für Hillary”, titelten US-Medien unmissverständlich. Nur mehr wenige Primaries stehen für eine mögliche Aufholjagd am Programm: Indiana und North Carolina wählen in zwei Wochen, West Virginia kurz darauf, Kentucky und Oregon Ende Mai, sowie Montana, South Dakota und Puerto Rico im Juni. Obama führte bei Delegierten mit zuletzt 1.650 zu 1.508 sowie mit einem Vorsprung von 827.308 totalen Wahlstimmen. Polit-Profi Russert: “In beiden Kategorien ist es praktisch ausgeschlossen, dass sie ihn überholen kann”. Und auch das Geld geht zur Neige: Während Obamas Kriegskasse mit 42 Millionen Anfang April prall gefüllt war, stand Hillary mit einer Million in der Kreide. Ihr einst gepriesenes Netzwerk an Spendern, rapportierte zuletzt die “New York Times”, sei abgeschöpft und ernüchtert. Obama etwa streifte im März 42,8 Millionen ein, sie bloß 20,9 Millionen. Unvorstellbare 142,5 Millionen sammelte Obama allein heuer.
Doch das letzte Wort haben die “Superdelegierten”, fast 800 Parteiinsider, die ungebunden von den Primaries-Resultaten entscheiden können. Hillary flehte zuletzt fast: “Wartet, bis alle gewählt haben”.

# 21. April: Pennsylvania: Der Friedhof der „Dems“

Die immer schrillere Demokraten-Schlammschlacht zwischen dem “schwarzen JFK” Barack Obama und der eisernen Ex-First-Lady Hillary Clinton könnte ihre Partei um die Chancen zur Rückeroberung des White House bringen. Pennsylvania, wo Dienstag Primaries steigen, gilt bereits als “Friedhof der Demokraten”, so US-Medien. Dort führte Hillary im Schnitt laut “RealClearPolitics” mit 6,3 Prozent Vorsprung. Doch sie hat mit ihrer “Kitchen Sink”-Strategie”, wo mit dem dreckigen Geschirr in der Abwasch geworfen wird, zumindest eines erreicht: Der einst von einer ganzen Generation als Hoffnungsträger für eine Kehrtwende in der kaputten US-Politik gefeierte Obama hat fast allen Glanz verloren. Er wirkt müde, ausgelaugt, seine Rhetorik wiederkäuend, in der großen TV-Debatte sogar richtig angewidert.
Und er musste bei der Abwehr der Tsunami an Hillary-Attacken sein größtes Wahlkampfversprechen brechen, selbst die Hände vom Dreckschleudern zu lassen: Hillary sei ein “Aushängeschild der alten Washington-Garde”, tobt er jetzt vor 35.000 Fans, die alles tue und sage, um die von Lobbyisten korrumpierte Politik fortzuführen. Hillary schlug zurück: Obama würde so deftig zulangen, da er im TV-Duell “hoffnungslos untergegangen” sei. Während sich die Dems-Star zerzausen hat Republikaner-Kontrahent John McCain “freie Fahrt”, so Beobachter: Er zog laut Umfragen bereits an beiden vorbei.
Eine ernsthafte Debatte um Sachthemen – vom Irakfiasko, der Wirtschafts- und Immobilienkrise bis zum Klimaschutz – ist im Vorwahl-”Quagmire” (Sumpf) der “Dems” längst versunken. Persönliche Fehltritte und Charaktermord dominieren: Obama geriet wegen seinem “Hassprediger” Jeremiah Wright sowie seiner Schelte für “verbitterte”, sich an Waffen und Gott “klammernde” Provinzler in die Defensive. Hillary erntete Hohn und Spott über ihr Märchen lauernder Scharfschützen bei einem Bosnien-Trip 1996.

# 20. April: Countdown zum PA-Day

Im Wahlkampf-Finale um die den Demokraten-Vorwahlthriller vielleicht entscheidenden Primaries in Pennsylvania fliegen nun so richtige die Fetzen: Barack Obama – der insgesamt nach Delegierten mit 1.648 zu 1.507 vor Hillary Clinton führt, doch in Pennsylvania laut Umfragen mit im Schnitt 42 zu 47 Prozent zurückliegt – griff seine eiserne Kontrahentin in den letzten Stunden vor dem Urnengang am Dienstag frontal an: Sie betreibe eine “Politik der Vernichtung”, wetterte er vor tausenden Fans, bewerfe ihn Dreck und verbreite “trivialen Unsinn”. Camp Clinton feuerte prompt zurück: Wenn Obama “legitime Kritik” nicht aushalte, sei er wohl kaum gerüstet für die finale Schlacht ums White House gegen die Schlammschlacht-Maschinerie der Republikaner. Nach wüsten Attacken im großen TV-Duell des Senders ABC fiel Obama tatsächlich in der US-weiten Gallup-Umfrage erstmals seit einem Monat wieder knapp mit 45 zu 46 Prozent hinter Hillary zurück. Doch die Ex-First-Lady habe nun massive Probleme bei der Finanzierung des Wahlkampf-Marathons, schreibt die New York Times: Ihre Gönner seien “abgeschöpft” und “ernüchtert”, so das Blatt.

# 20. April: Papa Finale

Papst Benedikt XVI. beendete seinen umjubelten USA-Trip mit zwei weiteren Highlights: Unter extremen Sicherheitsvorkehrungen betete er in der 45 Meter tiefen Baugrube von “Ground Zero”, dem Areal der kollabierten Twin Towers, für die 2.627 Opfer des Jumbo-Horrors von 9/11 und setzte ein Signal gegen den Terror. Tiefhängende Nebelschwaden sorgten für eine gespenstische Kulisse. Angehörige von 9/11 Opfern begleiteten den Pontifex. Nach Drohungen per Video von Terrorpaten Osama Bin Laden hatten New Yorks Cops praktisch ganz Lower Manhattan abgeriegelt, das “Secret Service” Scharfschützen auf den umliegenden Hochhäusern platziert.
Stunden später hielt der deutsche Katholiken-Führer, der sich während der US-Woche kein Blatt vor dem Mund nahm und US-Präsident George W. Bush wegen seiner kriegerischen Alleingänge á la Irak-Invasion ins Gewissen redete, eine Messe vor 58.000 Gläubigen im Yankee-Baseballstadium ab. Bei seiner Predikt in der weltberühmten St.-Patrick´s-Kathedrale wiederholte er seine Entschuldigungen zum Missbrauchsskandal um pädophile Priester, dem Herzstück seiner US-Mission. Trotz mangelnden Charisma im Vergleich zu Vorgänger Johannes Paul II. erhielt Benedikt bei seiner US-Premiere von Medien und Theologen durchaus gute Noten.

# 19. April: Hil vs. Bam: Schlammschlacht ohne Ende

Der Countdown zur nächsten Runde in der Vorwahl-Odyssee zwischen Barack Obama und Hillary Clinton um das Demokraten-Ticket für die Oval-Office-Schlacht tickt: Am Dienstag werden in Pennsylvania 158 Delegierte (von total 4.049) ermittelt. Die 42. Vorwahl-Runde (!) könnte den Krimi entscheiden: Verliert Hillary, so Politologen unisono, ist ihr Traum vom White House vorbei. Im Umfragen-Schnitt hält sie mit 48 zu 42,2 Prozent (“RealClearPolitics”) an einem knappen Vorsprung fest. Gesamt liegt sie jedoch mit 1.507 zu 1.648 Delegierten zurück. In US-weiten Umfragen rutschte sie zuletzt laut “Newsweek” dramatisch mit 35 zu 54 Prozent ab.
Die eiserne Ex-First-Lady braucht in den letzten acht Primaries “nichts weniger als ein Wunder”, so Beobachter. Hillarys letzte Hoffnung: Sie will durch späte Siege Terrain gutmachen und durch scharfe Attacken weiter Zweifel an der “Wählbarkeit” des afroamerikanischen Jungsenator säen. Die Superdelegierten, 800 Partei-Insider, die unabhängig vom Wahlresultat entscheiden können, sollen sie dann zur Kandidatin krönen. Obama wirft in Pennsylvania alles in die Schlacht, um den Spuk zu beenden: Mit prall gefüllter Kriegskasse, 40 Millionen Dollar nahm er im März ein, schaltet Obama vier mal so viele TV-Spots wie Hillary. 35.000 Fans kamen zu einem seiner rockkonzert-ähnlichen Wahlkampfauftritte Freitag abends nach Downtown Philadelphia.
In dem sieben Wochen langen Wahlkampf um den “weißen Arbeiterstaat” hatten beide brutal wie nie zugelangt. Doch die Schlammschlacht zerstört das Image beider Kandidaten, so Experten. Der klare Sieger bisher: Republikaner-Kontrahent John McCain. Der zog in Umfragen bereits an den streitenden Dems vorbei. Der Druck auf Hillary steigt daher stündlich, das Feld zu räumen: “Ihre Zeit läuft aus”, betitelte die Agentur AP eine nüchterne Analyse ihrer Chancen.

# 19. April: Benedikt XVI.: Kurs auf Ground Zero

Papst Benedikt XVI. näherte sich mit hochkarätigen Auftritten in Serie dem Finale seines umjubelten, sechstägigen Amerika-Trips: Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen will der Pontifex auf “Ground Zero” für die Opfer des 9/11-Terrorhorrors beten und zum Abschluss eine Messe vor 58.000 Gläubige im “Yankee”-Baseballstadium abhalten.
Am Samstag hatten die pompösen Feierlichkeiten Midtown Manhattan lahmgelegt: Benedikt hielt ein Messe vor 3.500 Priestern in der St.-Patrick´s-Kathedrale, rollte an 5.000 aus Sicherheitsgründen ausgewählten Fans durch die Prachtstraße “Fifth Avenue” im kugelsicheren Papamobil. Genau vor drei Jahren war der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger zum Nachfolger des “Rockstar”-Papstes Johannes Paul II gewählt worden.
Erste Bilanzen der US-Premiere klingen euphorisch:
# Durch sein Treffen mit Opfern des Missbrauchsskandals durch pädophile Priester und Entschuldigungen leitete er eine “Phase der Versöhnung” ein;
# Bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung pries er elegant die Menschenrechte als Grundlage einer funktionierenden Weltgemeinschaft und erteilte aggressiven Alleingängen á la Bushs Irakkrieg eine klare Abfuhr;
# Beim ersten Auftritt eines Papstes in einer New Yorker Synagoge samt Wünschen zum jüdischen Pessach-Fest propagierte er den Dialog zwischen den Religionen.
“Für die 67 Millionen Katholiken war der Papst bisher eine Art Karikatur”, analysierte der Theologe George Weigel im US-TV: “Jetzt hat er sich erfolgreich bei ihnen vorgestellt”.

# 18. April: McCain zieht an streitenden Dems vorbei

Die prolongierte Schlammschlacht zwischen den Senatoren Barack Obama und Hillary Clinton könnten den Demokraten das Oval Office kosten: Laut jüngster “AP/Yahoo”-Umfrage ist Republikaner-Kontrahent John McCain an beiden der sich gegenseitig immer wüster mit Dreck bewerfenden “Dems” vorbeigezogen. McCain führt nun gegen Obama mit 47 zu 43 Prozent, gegen Hillary sogar mit 49 zu 41 Prozent. Das Dilemma der Demokraten durch die Vorwahlodyssee wurde beim jüngsten TV-Duell wenige Tage vor der nächsten Primaries-Runde am Dienstag in Pennsylvania offensichtlich: Sie stritten sich fast ausschließlich um Fehltritte, Lügen. Patriotismus oder Bekanntschaften mit Radikalen. Für Sachthemen blieb kaum Zeit. Heftig kritisiert wird auch der Sender ABC: Der Moderator, Ex-Clinton-Sprecher George Stephanopoulos, stellte vor allem Obama Fangfragen. 150.000 Seher beschwerten sich per Emails über die “katastrophale Debattenführung”. Bei den Dems schrillen längst die Alarmglocken: Parteichef Howard Dean appellierte, die Superdelegierten – Parteiinsider, die den Krimi entscheiden könnten – sollten jetzt Farbe bekennen. Obama führt in der Delegierten-Zählung fast uneinholbar mit 1.647 zu 1.507.

# 18. April: Der UN-Papst

Papst Benedikt XVI hat in seiner Rede vor der UN-Hauptversammlung in New York – dem Höhepunkt seines sechstägigen US-Trips – die Menschenrechte als Grundlage zur Lösung der “zahllosen Probleme des Planeten” bezeichnet. Er forderte eine Aufwertung der Vereinten Nationen, deren Arbeit “unersetzbar” sei. Und er warnte, dass die internationale Zusammenarbeit durch die “Entscheidungen weniger” gefährdet sei.
Vor allem diese Passage in der in französischer und englischer Sprache recht monoton vorgetragenen Rede in der randvollen Halle der “General Assembly” am East River wird als klarer Seitenhieb auf die kriegerischen Alleingänge durch US-Präsident George W. Bush verstanden – vor allen auf den seit fünf Jahren tobenden Krieg im Irak. Die Bilanz der Invasion, durchgeboxt 2003 großteils gegen den Willen der Weltgemeinschaft, ist verheerend: 520 Milliarden Dollar Kosten, 4.037 tote GIs, mindestens 150.000 getötete Iraker. Hinzu kommt eine gefährliche Destabilisierung des Nahen Ostens.
Benedikt sprach sich vor der UNO – dem Startschuss seines hochaktiven “Big Apple Weekends” (New York Post) samt “Ground Zero”-Visite und Massenmesse in “Yankee-Stadium” – nicht grundsätzlich gegen Interventionen aus, wenn Menschenrechte massiv bedroht seien: “Es dürfe keine Untätigkeit und Gleichgültigkeit geben”. Gemeint war damit wohl die Tragödie in der Sudanregion Darfur, so Beobachter im US-TV. Doch Eingriffe der Weltgemeinschaft sollten im Kollektiv getragen werden, so Benedikt. Die UNO sah er dabei als Art Welt-Friedensmacht.
Die klaren Worte und die unverholene Abfuhr der “Bush Doktrin” präventiver Militärschläge überraschte wenige. Schon in Washington hatte Benedikt deutliche Worte gefunden: An Bush Seite stehend forderte er die Aufwertung jener Organisation, die sein Gastgeber so gerne ignoriert: der UNO. Seinen 350 US-Bischöfen las er die Leviten, da sie mit dem Missbrauchsskandal um pädophile Priester “miserabel” umgegangen seien. Dazu beanstandete er in einer Messe vor 48.000 Gläubigen Missstände im Umgang mit Schwarzen und Latinos in Amerika.
Gute Noten bekommt Benedikt bisher für seine Versöhnungs-Offensive nach dem Pädophilen-Skandal: Kein Tag ohne neuer Mea Culpa, dem Ausdrücken seiner “tiefen Scham” gegenüber den 5.000 Opfern. Überraschend traf er sich persönlich mit fünf Missbrauchsopfern. In dem emotionalen Treffen, wo auch Tränen flossen, unterrichteten sie das Katholikenoberhaupt über erschütternde Details der Sexübergriffe. Ein Opfer, Bernie McDaid, warnte den Papst vor einem “Krebsgeschwür in der Kirche”.

# 17. April: Papst liest US-Priestern die Leviten

Papst Benedikt XVI. versucht mit scharfen Worten und offen Schuldeingeständnissen der US-Kirche nach dem devastierendem Megasexskandal um pädophile Priester zu einem Comeback verhelfen. 350 seiner Bischöfe las der scharfzüngige Deutsche in einer Riesenbasilika in Washington D.C. die Leviten: Der Umgang mit Skandal sie oft “sehr dürftig” gewesen. Schuld treffe aber auch ihn selbst und den Vatikan, ließ Benedikt durchblicken. Er appellierte, das verlorene Vertrauen zurückzuholen: “Es ist unsere Gottespflicht, die Wunden dieses kompletten Vertrauensbruchs abzubinden und die Versöhnung mit den Opfern zu suchen”. Der Pädophilenskandal mit über 5000 Opfern und zwei Milliarden Dollar Entschädigungszahlungen hatte die US-Katholiken an den Rand des Ruins geführt. Er rief aber auch auf, sich von “modernen Zeiten” nicht zur “Aufweichung” der strikten Religionslehre verleiten zu lassen: Die USA bedürfe einer “moralischen Erneuerung”, so der Doktrinär.
Stunden vor der Zurechtweisung seiner Bischöfe, seinem “US-Personal”, so US-Medien, hatte der Pontifex trotz allen Pomp und einer Riesengeburtstagstort zum 81-iger auch – seine Rhetorik angriffiger als erwartet – US-Präsidenten George W. Bush ins Gewissen geredet: Der solle “geduldige Bemühungen der internationalen Diplomatie zur Lösung von Konflikten” unterstützen. Der Papst forderte auch provokant die Stärkung der UNO, jener Weltorganisation, die Bush verachtet. Der indirekte Rüffel für Bushs Irak-Invasion könnte der Prolog zu einer weit heftigeren Generalabrechnung vor der UN-Hauptversammlung in New York mit der kriegerischen Politik des Texaners sein: Benedikt will dort Menschenrechte und Diplomatie propagieren.

# 17. April: Papst-Besuch in New York: Die belagerte Metropole

Ground Zero, der Tatort des Terror-Horrors von 9/11 (2.627 Tote) am Südzipfel Manhattans, ist heute ein 40 Meter tiefe Riesenbaustelle. Die Fundamente der fünf, bis zu 541 Meter hohen Skycraper werden gelegt. Doch am Sonntag ruhen Bagger, Bulldozer und Kräne für ein paar Minuten des Gedenkens: Am Granitfels tief unten in der Grube will Papst Benedikt XVI. (81) für die Opfer beten. Bei den Sicherheitskräften schrillen die Alarmglocken: Noch dazu hat 9/11-Drahtzieher Osama Bin Laden Benedikt zuletzt per Video bedroht. “Das Areal mit verschiedensten Ebenen, Baumaterial überall, Kränen darüber ist schwer zu sichern”, sagt ein Wächter beim BLICK-Lokalaugenschein. Die Elite-Schutztruppe des “Secret Service” will deshalb an den umliegenden Bürotürmen sogar Scharfschützen platzieren.
Wegen den “strengsten Sicherheitsvorkehrungen vielleicht aller Zeiten”, so Lokalmedien, gleicht New York einer Metropole im Ausnahmezustand. Wie ein Wirbelwind wird Benedikt von Freitag bis Sonntag durch den Big Apple rasen: Dutzende Auftritte sind geplant – von einer Rede vor der UNO bis zur Messe im “Yankee”-Baseballstadium vor 58.000 Gläubigen.
Zum Schutz des Pontifex wird alles in die Schlacht geworfen:
# 39.000 Cops wurden in Alarmbereitschaft versetzt;
# Mit MPs bewaffnete SWAT-Einheiten patrouillieren durch die Metropole;
# Kanonenboote der US-Küstenwache sichern die Flussläufe;
# Jede Subway-Garnitur des 368 Kilometer langen U-Bahnnetzes soll durchsucht werden.
Auch für die Luxusläden an der Fifth Avenue werden weltliche Einkaufsbegierden zum Erliegen kommen: Umjubelt von tausenden Fans wird Benedikt die Prachtstraße vorbei an Louis Vuitton, Gucci oder Tiffany im kugelsicheren “Papamobil” vorbeirollen. Vor dem Prachtbau der St. Patrick´s-Kathedrale, wo Benedikt Samstag eine Messe hält, steht bereits ein Labyrinth aus metallischen Absperrgittern bereits. “Die Sicherheitsbedenken sind berechtigt”, sagt George McCrossin (55), der goldweiße Vatikanfahnen verkauft: “Es wäre nicht der erste Attentatsversuch auf einen Papst”.

# 17. April: Arnie kämpft für Todesstrafe

Kaliforniens “Governator” Arnold Schwarzenegger kündigte nach dem Urteil des US-Höchstgerichts – wonach Exekutionen mit Giftspritzen keine Folter darstellen und damit zulässig sind – eine rasche Wiederaufnahme der Hinrichtungen an. “Die Todesstrafe entspricht dem Willen der Bürger”, polterte Arnie, der vor allem in seinem Heimatland Österreich als Befürworter einer “barbarischen Praxis”, so Gegner, massiv kritisiert worden war. Ein Bundesrichter könnte bis spätestens zum Jahresende eine Wiederaufnahme bewilligen, so die Zeitung “L.A. Times”. Die Exekutionen waren auch in Kalifornien bis zur Entscheidung des “Supreme Courts” auf Eis gelegt worden. Wegen dem Stau in den Todeszellen könnte es dann zu einer Exekution pro Monat kommen, so die Zeitung. Und Arnie als “Gouverneur des Todes” im Rampenlicht stehen: Er entscheidet über die letzten Gnadengesuche.

# 16. April: Hillary kämpft ums Comeback

Ex-First-Lady Hillary Clinton startet weniger als eine Woche vor den wichtigen Primaries in Pennsylvania beim großen TV-Duell gegen den Frontrunner Barack Obama neuerlich einen verzweifelten Comeback-Versuch. Hillary braucht in dem weißen Arbeiterstaat nichts weniger als einen totalen Triumph, um ihre minimalen Chancen, Obama im “Dems”-Vorwahlkrimi doch noch zu überrunden, am Leben erhalten zu können. Mit 158 Delegierten (von total 4.049) ist es die größte noch ausständige Vorwahl. Vor allem durch Obamas Schelte von Provinzlern, die sich “verbittert” über die Wirtschaftslage an Gott und Waffen “klammerten”, hoffte Hillary auf eine Chance: Seit Tagen trommelt sie auf den “elitären Obama” ein. Doch ihre wüsten Attacken prallen ab: Ihr einst gewaltiger Vorsprung in Pennsylvania schrumpft weiter, zuletzt laut “Quinnipiac”-Institut auf 50 zu 44 Prozent. In den nächsten Primaries-Stops in Indiana und North Carolina liegt sie sogar weit abgeschlagen zurück. Doch sie braucht Siege: Obama liegt in der Delegiertenzählung mit 1.642 zu 1.507 voran.

# 16. April: Papa goes America

Bis zuletzt hatte Hochspannung geherrscht, ob brisante politische Themen das Treffen zwischen US-Präsident George W. Bush und Papst Benedikt XVI. überschatten könnten: Der Papst wollte zunächst an Bush appellieren, bitterarmen Entwicklungsländern zu helfen, sowie Erleichterungen für Einwanderer zu erwägen. Doch Bushs Stab hatte gezittert, ob in dem 45 Minuten langem Treffen im Oval Office “diplomatische Tretminen” detonieren könnten: Der massive Widerstand des Katholikenführers gegen Bushs Irak-Krieg etwa, seine Kritik an der barbarischen Todesstrafen-Praxis in den USA oder sogar das Wirtschaftsembargo gegen Kuba. Denn Harmonie herrscht zwischen den beiden Konservativen bloß in ihrer Ablehnung von Abtreibungen, Stammzellenforschung und Schwulenehen.
Bush hatte jedenfalls keine Mühen gescheut, den Deutschen Joseph Ratzinger, der am Mittwoch seinen 81. Geburtstag feierte, mit gewaltigem Pomp bei Laune zu halten: Überschwenglich holte er ihn am Dienstag an der Luftwaffenbasis Andrew vom gelandeten Papst-Jumbo “Hirte Eins” ab. Zehntausende jubelten an der Prachtallee Pennsylvania-Avenue in der US-Kapitale Washington dem Pontifex zu, als er im kugelsicheren “Papamobil” vorbeirollte. Vor dem Präsidenten-Amtssitz warteten 21 Salutschüsse und 12.000 Festgäste am “Südrasen”, mehr als selbst zum Empfang von Briten-Queen Elizabeth II. Am Abend lud Bush Benedikts Entourage zu einem Festessen mit bayrischen Gerichten ein: Benedikt selbst hielt sich fern. Die Tradition verbietet Päpsten die Teilnahme an Staats-Dinners.
Der vergleichsweise scheue Nachfolger des “Rockstar-Papstes” Johannes Paul II. hat ein Litanei heikler Missionen zu absolvieren. Er will
# bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York am Freitag Menschenrechte, Diplomatie und Ethik als Grundpfeiler der internationalen Beziehungen propagieren – und Bushs Präventivkriegen á la Irakinvasion oder dem ökonomischem Diktat der Supermacht eine Abfuhr erteilen;
# bei Treffen mit Juden, Buddhisten, Hindus und Moslems die Toleranz zwischen den Religionen propagieren und einem Gebet auf “Ground Zero”, dem Tatort des Terrorhorrors von 9/11, den 2.627 Opfern gedenken sowie ein Signal gegen den Terror islamischer Extremisten setzen;
# und die desolate US-Kirche aufrichten: Erste Klarstellungen, dass er sich für pädophile Priester “schäme”, haben viele der über 5000 Opfer noch nicht befriedig (der Skandal kostete der Kirche zwei Milliarden Dollar an Entschädigungen).
Die Papstvisite stellte US-Sicherheitskräfte vor historische Herausforderungen: In New York allein sind alle 39.000 Cops in Alarmbereitschaft, sogar jeder einzelne U-Bahn-Zug soll durchsucht werden.

# 15. April: Papst mit Kurs auf Ground Zero

In den USA herrscht blanke Angst um die Sicherheit von Papst Benedikt XVI während seines pompösen, sechstägigen Amerikatrips. Vor allem wegen des Auftritts auf “Ground Zero” – dem Areal der im Jumbo-Horror von 9/11 ausgelöschten Twin Towers in Lower Manhattan – herrscht Alarmstufe Rot: Der Papst will am Sonntag am Felsboden der 45 Meter tiefen Baugrube für die Opfer der blutigsten Terrorattacke auf US-Boden (2.627 Tote) beten. Der Drahtzieher des Angriffes, Terrorpate Osama Bin Laden, hatte Benedikt zuletzt per Video als “Kreuzfahrer gegen Moslems” verdammt. Für Experten gelten Bin-Laden-Videos als Vorwarnung für drohende Angriffe.
Es gibt aber auch Sorgen um mögliche brisante politische Aussagen:
# Die Ground Zero-Rede könnte Islam-kritische Passagen enthalten, wird spekuliert: Schon 2006 hatte der Doktrinär, Spitzname “Gottes Rottweiler”, mit einer provokanten Rede Moslems vergrämt.
# Eine pointierte Abfuhr will Benedikt der kriegerischen Politik seines Gastgebers, US-Präsident George W. Bush, vor der UN-Vollversammlung erteilen. Die erwartete Botschaft: Nicht “Geld und Militärmacht” sollten die internationalen Beziehungen dominieren sondern “moralische Werte”.
12 US-Sicherheitsapparate üben seit bis zu sieben Monaten an der “größten Personenschutz-Operationen der US-Geschichte”, so Medien: Scharfschützen der Elitetruppe “Secret Service” sind in Stellung gegangen, in New York sichern mit Maschinenpistolen bewaffnete SWAT-Teams ganze Stadtteile. Nervös sind die Veranstalter auch wegen der angekündigten Demos von Opfern des Megaskandals durch pädophile Priester. Der Massenandrang erzeugt zusätzliche Herausforderungen: 17.000 Menschen werden am Südrasen vor dem Oval Office erwartet, 58.000 im New Yorker “Yankee Stadium”. Bange betrachten die US-Gastgeber auch das hohe Alter des 81-jährigen: Seine Krankenakte wurde übermittelt, Spitäler stehen für Notfälle bereit.
Bush empfängt das Oberhaupt der 67 Millionen US-Katholiken mit historischem Pomp: Erstmals in der US-Geschichte wird der Papst bei der Landung auf “Andrew Airforce Base” höchstpersönlich vom Präsidenten abgeholt. 21 Salutschüsse lässt Bush dazu abfeuern und beim Dinner bayrische Gerichte auffahren.

# 14. April: Unelitäre Schlammschlacht

Ex-First-Lady Hillary Clinton sieht durch die “Provinzler-Schelte” von Frontrunner Barack Obama eine Woche vor den vielleicht vorentscheidenden Primaries in Pennsylvania ihre große Comeback-Chance. Obama hatte in einem seiner schlimmsten Wahlkampf-Fettnäpfe Arbeiter in der Pennsylvania-Provinz durch die Jobmisere als “verbittert” charakterisiert: Die würden sich an Religion und Waffen klammern und Antipathien gegen Immigranten zeigen. Das Wochenende über trommelte Hillary auf den “abgehobenen” und “elitären” Obama, wie sie sagte, ein: Der sei “unwählbar”, da er die Probleme abseits der US-Metropolen” nicht verstehe.
Doch Hillary hat ihre plötzliche Anbiederung an Fromme und Waffennarren wohl übertrieben, besonders nachdem sie sich als First Lady stets für strenge Waffengesetzte einsetzte. Jetzt erzählte sie voller Rührung, wie sie mit “Dad” als Kind Enten schoss. Obama machte sich prompt über sie lustig, nannte sie Annie Oakley, Amerikas legendärste Scharfschützin. Und Hillary solle sich “schämen” wegen ihrer miesen Taktiken, die er von den Republikanern erwarte, nicht “Parteifreunden”. Pech für Hilary: Frühere Bill Clinton-Statements über “frustrierte Arbeiter” wurden ausgegraben, die Obamas frappant ähneln.
Experten warten ein explosives TV-Duell, wenn Hillary und Obama am Mittwoch in Philadelphia zusammentreffen. Umfragen reflektieren den jüngsten Showdown nicht: In Pennsylvania liegt Obama mit 7,3 Prozent (“RealClearPolitcs”) Rückstand noch auf Kurs für eine mögliche Aufholjagd.

# 12. April: Wo ist Nussbaumers Leiche?

Zuerst hatte Maria Nussbaumer, Mutter der getöteten Austro-Geisel Bert Nussbaumer (26), 16 Monate lang vergeblich auf die Rettung ihres Sohnes aus den Fängen irakischer Milizen gewartet. Jetzt wartet sie weiter: Auf die Rückführung der Leiche aus den USA. Vor 15 Tagen waren die sterblichen Überreste des für den Sicherheitsdienst “Crescent Security” werkenden, am 16. November 2006 gekidnappten Oberösterreichers, am Luftwaffenstützpunkt in Dover, US-Staat Delaware, identifiziert worden. Die Familie hatte alle erforderlichen Dokumente in den folgenden Tagen prompt übermittelt.
Dennoch: Es gibt es noch keinen Überstellungstermin. “Es ist keine leichte Situation für uns”, macht die verzweifelte Mutter im Interview ihrer Frustration Luft: “Wir wollen ihn beerdigen, einen Schlussstrich ziehen”. Groß ist die Empörung auch, da die Begräbnisse von drei getöteten, amerikanischen Nussbaumer-Kollegen längst stattgefunden haben. Das Wiener Außenministerium verweist wegen der “ungewöhnlichen Verzögerung” auf US-Institutionen: Es fehle seitens der Amerikaner noch ein “Zertifikat”, so Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Sonst sei alles “bereit zur Überstellung”.
Auch auf den Obduktionsbericht über die exakte Todesursache und den Zeitpunkt wartet die Nussbaumer-Familie bisher vergeblich. Den hätten sie über die US-Botschaft in Wien angefordert. Angehörige der US-Opfer hatten berichtet, dass die Geiseln wahrscheinlich vor einem halben Jahr mit stumpfen Gegenständen erschlagen wurden.

# 12. April: Millionäre Clinton, „Bettler“ Bush

Das White House ist kein Platz zum Geldscheffeln: Das zeigt der direkte Vergleich der Verdienste des amtierenden Präsidenten George W. Bush – und “Ex” Bill Clinton. Während Bill mit Gattin Hillary, so jetzt veröffentlichte Steuererklärungen, in 2007 20,4 Millionen lukrierten, musste der mächtigste Politiker der Erde mit vergleichsweise mickrigen 923.807 Dollar auskommen. Der Grund: Das Gehalt als Commander-in-Chief ist im Vergleich zur Privatindustrie mit 400.000 Dollar fast dürftig. Bei den Clintons klingelte jedoch mit total 109 Millionen seit ihrem Exit aus dem White House die Kasse: Allein mit seinen globalen Reden kassierte Bill 51,8 Millionen. Hillary machte mit ihrer Bestseller-Bio 10,4 Millionen, Bill mit seiner und einem weiteren Buch gar 29,5 Millionen.

# 11. April: Obama schnappt nach „Supers“

Der Demokraten-Favorit für den Kampf ums Oval Office, Barack Obama, holt nun auch in der Vorwahl-Kategorie der “Super-Delegierten” auf – jene 800 Partei-Insider, die ungebunden von den Wahlresultaten der Primaries-Saison frei abstimmen können. Der Vorsprung von Kontrahentin Hillary Clinton ist laut “RealClearPolitics.com” auf 254 zu 226 zusammengeschrumpft. Im Jänner waren es über hundert, im Dezember 2007 sogar 150. Der Trend ist alarmierend für Hillary: Ein “Coup” der Parteifunktionäre gilt als ihre letzte Chance, Obamas Kür zum “Dems”-Kandidaten noch vereiteln zu können. Denn die “gewählten Delegierten” hinzugerechnet, liegt Obama mit 1.641 zu 1.505 klar voran. Hillarys einst gewaltiger Vorsprung in Pennsylvania, dem nächsten Primaries-Stop am 22. April, ist laut “Time” auf 49 zu 41 Prozent geschrumpft. Eine knappes Resultat oder eine gar Niederlage dort könnte das endgültige K.O. für sie bedeuten. Die endlose Dems-Schlammschacht hilft unterdessen Republikaner-Gegner John McCain: Laut “AP/Ipsos”-Umfrage hat er mit Obama mit je 45 Prozent gleichgezogen. Im Februar führte der “schwarze JFK” noch überlegen mit 51 zu 41 Prozent.

# 10. April: Oliver Stones Abrechnung mit „W“

Die Aufregung um den geplanten Hollywood-Streifen über US-Präsidenten George W. Bush durch Kultregisseur Oliver Stone (“JFK”, “Wall Street”, “World Trade Center”) eskaliert in den USA: Stone will in “W”, so der Titel des potentialen Skandalfilmes, offenbar mit dem weltweit höchst unpopulärem Texaner gnadenlos auf der Kinoleinwand abrechnen. Das geht aus ersten brisanten Details des Drehbuches hervor, das US-Medien zugespielt wurde. Stone will, wie er selbst ankündigte, die Kernfrage beantworten: “Wie schaffte es ein Alkoholiker und Loser zum mächtigsten Politiker der Erde?”
Die von Autor Stanley Weiser verfasste Filmvorlage beschreibt in fast tragikomischen Details Bushs Saufgelage als Student in Yale (wie er billigen Wodka aus einem Mistkübel soff), seine Romanze zu Gattin Laura, Texas-style beim Anbandeln am Grill (Bush säuselt: “Du wirst meine Bildungsberaterin, ich mag wie du denkst – und aussiehst…”) – und wie lustig es im Oval Office zugegangen sein könnte, während Bush die Kriege in Afghanistan und dem Irak dirigierte (Irakkriegs-Architekten Paul Wolfowitz nannte er “Wolfmeister” und wollte seine Ohrenhaare stutzen).
Neben Pikantem gibt es aber auch Stoff für einen handfesten Politskandal um das Filmprojekt des Hollywood-Provokateurs. In einer Szene schreit “W” seinen Pressesprecher an, als der Reporter-Fragen über Iraks Diktator Saddam Hussein anspricht: “Wissen die nicht, dass ich Arschlöcher nicht mag, die meinen Dad töten wollten? Hast du ihnen nicht gesagt, dass ich seinen traurigen, verfickten Arsch durch den ganzen Nahen Osten treten werde?” Dreharbeiten könnten bereits im Mai beginnen, in die Kinos soll “W” noch vor Bushs Abtritt nächsten Jänner kommen: Josh Brolin spielt Bush, so Insider, Elizabeth Banks First Lady Laura. Stone verteidigt das Filmprojekt: “Es wird ein faires, ausgeglichenes Präsidenten-Portrait”.

# 10. April: Elton für Hillary

Für ein paar Augenblicke konnte Hillary Clinton inmitten ihres Wahlkampf-Fiaskos im Glanz und Glamour der alten Clinton-Ära schwelgen: Popikone Sir Elton John spielte in der New Yorker “Radio Music Hall” für sie auf – und 2,5 Millionen Dollar in die leere Kriegskasse. Hillary nützte die Gelegenheit, vor 6.000 zahlenden Fans neue Durchhalteparolen im Kampf gegen ihren Kontrahenten Barack Obama auszugeben: “Wir werden kämpfen bis zum Ende”, rief sie in den Saal. Laut US-weiter Gallup-Umfrage liegt Obama mit 51 zu 41 Prozent deutlich voran.

# 10. April: Guru-Investor George Soros: „Tickende Zeitbomben“

Investoren-Legende George Soros warnt, dass die globalen Verluste durch die jüngste US-Immobilienkrise sogar die jüngsten Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) von einer Billion Dollar “übertreffen” könnten: “Immobilien-Preise in mehreren Staaten, vor allem den USA, werden weiter unter Druck geraten”. Soros, der in einem Telefonat mit Korrespondenten sein jüngstes Buch “The New Paradigma for Financial Markets” präsentierte, warnt vor der “schwersten Krise der Finanzmärkte seit der Großen Depression”.
Neben der Investmentblase der Subprime-Kredite habe sich, so Soros, dessen “Quantum”-Hedgefonds mit einer Wette gegen die “Bank of England” 1992 eine Milliarde Dollar verdiente, seit 25 Jahren auch eine “Super-Blase” aus “synthetischen Kreditinstrumenten” gebildet. Beispiel: Das Volumen der Kreditausfalls-SWAPs, mit denen sich Anleihegläubiger gegen die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen absichern, erreiche heute die unvorstellbare Summe von 45 Billionen Dollar, “dem Gesamtwert aller US-Haushalte”, so der 77-Jährige Finanzguru. Ein “Damoklesschwert”, so Soros: “Diese Instrumente sind total unreguliert – niemand weiß, ob der Gegenüber seine Obligation bei Bedarf begleichen kann”. 
In seinem Buch greift Soros auch den festen Glauben der “Finanzfundamentalisten” an, wonach sich “Märkte von selbst regulieren”. Auch wenn Soros vor einer Rückkehr zu den strikten, die Märkte erwürgenden Reglements nach dem Finanz-Crash der Dreißiger warnt, fordert er verstärkte, staatliche Aufsicht, “um Exzesse in den Finanzmärkten einzudämmen”. Das gelte auch für Hedgefonds, so Soros: “Die spekulieren mit zu hohen Einsätzen und destabilisieren das Finanzsystem”. Soros, der die USA bereits in die Rezession gerutscht sieht, erwartet jedoch keinen “kompletten Kollaps der Märkte”.

# 9. April: Obama-Express rollt weiter

Der “Obama-Express” kommt nun auch in Pennsylvania ins Rollen. Der schwarze Demokraten-Frontrunner Barack Obama will im epischen Vorwahlkrimi gegen Ex-First-Lady Hillary Clinton bei den Primaries in weniger als zwei Wochen eine endgültige Entscheidung erzwingen. US-Politologen sind sich einig: Verliert Hillary Pennsylvania, ist ihr Traum vom White House ausgeträumt. Nach Delegierten mit 1.503 zu 1.639 fast hoffnungslos zurück, braucht sie in dem “weißen Arbeiter-Staat” – demographisch eine Hochburg für sie! – nichts weniger als einen totalen Triumph für ein allerletztes Comeback.
Doch Obama geht in die Offensive: Mit prall gefüllter Kriegskasse (im März lukrierte er mit über 40 Millionen Dollar doppelt so viel wie Hillary) flutet er die TV-Kanäle mit Werbespots. Er gibt vier mal so viel Geld aus wie Hillary. Dazu durchkreuzt er den Staat für täglich mehrere seiner rockkonzert-ähnlichen Wahlkampfauftritte. Der Angriff zeigt Wirkung: Laut einer “Quinnipiac”-Umfrage liegt Obama nur mehr knapp mit 44 zu 50 Prozent zurück. Vor kurzem lag Hillary noch mit bis zu 20 Prozent voran.
Obama profitiert auch von den schweren Turbulenzen in “Hillaryland”, ihrem Wahlkampfteam: Chefstratege Mark Penn legte nach wilden Protesten von Gewerkschaften gegen seine Lobby-Tätigkeit für einen Freihandelsvertrag mit Kolumbien sein Amt nieder. Das Abkommen wird von Arbeitervertreter als “Job-Killer” verdammt. Zusätzliches Pech für Hillary: Gatte Bill soll den besonders im wirtschaftlich tristen Pennsylvania verpönten “Trade Deal” nicht nur unterstützt haben. Er kassierte, so brisante Reports in US-Medien, auch 800.000 von einer kolumbianischen Firma für einen Vortrag. Es ist der letzte Höhepunkt in Hillarys jüngster Pannenserie: Zuerst wurde sie der plumpen Lüge über lauernde Heckenschützen bei einem Bosnien-Trip 1996 überführt. Zuletzt sorgten ihre Millionen-Einkünfte für Aufregung.

# 9. April: „Hill“ und „Bam“ wettern gegen den Irakkrieg

Die “Dems”-Bewerber zur Bush-Nachfolge forderten beim großen Showdown mit Irakgeneral David Petraeus bei Kongress-Hearings vehement einen Truppenabzug: “Die Zeit ist gekommen für einen geordneten Rückzug und das neuerliche Fokussieren auf Afghanistan“, eröffnete Hillary das Feuer auf die festgefahrene Strategie eines “Krieges ohne Ende” der Bush-Regierung. Ihr Kontrahent Barack Obama polterte, nur ein Exit der zur Zeit stationierten 160.000 GIs könnte Iraks chaotische Regierung ausreichend unter Druck setzen, endlich nötige Reformen anzugehen. Obama forderte auch direkte Verhandlungen der USA mit dem Iran. Der Frust der Kriegsgegner wächst: Nach fünf Jahren Krieg, darunter ein Jahr an Bushs Militäroffensive (“Surge”), 4.033 toten GIs und vier Milliarden Dollar Kosten pro Monat sprach sich Petraeus weiter gegen größere Truppenreduktionen aus. Der Republikaner John McCain kritisierte hingegen Hillary und Obama, deren “unverantwortliche Politik” den “Erfolg im Irak” gefährden würde.

# 8. April: Petraeus rosarote Brille

Irak-General David Petraeus hat zum Beginn eines zweitägigen Showdowns am US-Kapitol “signifikante Fortschritte” in Amerikas über fünf Jahre dauernden Krieg (4.033 tote GIs, 520 Milliarden Dollar Kosten) verteidigt – und fordert weiter eine hohe US-Truppenpräsenz von 160.000 GIs. Durch die von US-Präsident George W. Bush gestartete Militäroffensive (“Surge”) konnte die Gewalt eingedämmt werden. Doch prompt wäre sie bei Truppenreduktionen wieder “aufgeflammt”, warnt der General. Der Auftritt von Petraeus bei den Kongress-Hearings wurde auch zum Schattengefecht zwischen den Bewerbern zur Bush-Nachfolge: Die “Dems” Barack Obama und Hillary Clinton wettern gegen den “Krieg ohne Ende” und fordern einen fixen US-Abzug. Republikaner-Gegner John McCain setzt jedoch auf eine Langzeitpräsenz, “bis zu 100 Jahre”, wie er kürzlich sagte.

# 7. April: McCains Vize „Condi“?

Holt Barack Obamas oder Hillary Clintons Republikaner-Kontrahent John McCain US-Außenministerin Condoleezza Rice als “Running Mate”, als Vizekandidatin, an seine Seite? Die US-Politpresse rotiert nach kursierenden Gerüchten, wonach sich die populäre Afroamerikanerin “in Stellung bringe”, so der TV-Sender ABC. Es könnte ein Coup für McCain sein, wo er beim historischen “Dems”-Vorwahlduell – die erste Frau gegen den ersten Schwarzen – mit einer gleich doppelhistorischen Vizekandidatin Paroli bieten könne, so US-Medien: “Condi” wäre die erste Frau und Farbige für den Posten. Doch Zweifel bestehen: Rice gilt als eine der wichtigsten Bush-Getreuen und brave Mitläuferin beim Irak-Debakel. McCain wolle alle Anzeichen vermeiden, so Experten, den Bush-Kurs blindlings fortsetzten zu wollen.

# 7. April: Turbulenzen in „Hillaryland“

Bloß zwei Wochen vor Hillary Clintons letzter Comeback-Chance bei den Demokraten-Primary in Pennsylvania erschüttert ein neues Politbeben ihre wankende Kampagne: Chefstratege Mark Penn (53) wurde am Wochenende gefeuert. Der beim Clinton-Stab meistgehasste Penn, lange isoliert durch seine enge Freundschaft zu Bill, stolperte über eine besonders peinliche Affäre: Er setzte sich als Lobbyist für Kolumbiens Regierung für ein Freihandelsabkommen mit den USA ein, das Hillary strikt ablehnt. “Trade Deals” werden in wirtschaftlich desolaten US-Staaten für die Job-Misere verantwortlich gemacht. Wie in Pennsylvania, wo sich Hillary am 22. April gegen Senkrechtstarter Barack Obama nochmals aufbäumen will. Penn gilt als Sündenbock Nr. 1 für Hillarys Vorwahl-Flops: Er setzte stur auf ihre “Erfahrung”, während Obama mit dem Hitthema “Wandel” im politverdrossenen Amerika zum Höhenflug ansetzte. Es gab sogar Schreiduelle mit Kollegen.
Der Rückschlag durch die Penn-Affäre kommt nur Tage nach den Turbulenzen durch die Steuererklärungen von Bill und Hillary, als bekannt wurde, dass beide 109 Millionen Dollar in sieben Jahren scheffelten:
# Hillary falle es nun weit schwerer, “sich als authentische Agentin der einfachen Arbeiter zu geben”, so Politexperte Tim Russert. Deren Jahreseinkommen sei oft niedriger als die Reinigungskosten in den Clinton-Villen.
# Dazu erhielt Bill 15 Millionen Dollar an Honoraren von Supermarkt-Milliardär Ron Burkle und drei Millionen vom Boss des Konsumentendaten-Imperiums InfoUSA, Vinod Gupta. Und wer genau bezahlte Bill die total 51 Millionen Dollar für seine Vorträge rund um die Welt. Die Fragen werden lauter: Was hat Bill als Gegenleistung gemacht? Waren ausländische Regierungen involviert? Kurz: Wem genau schulden die Clintons etwas, sollten sie wieder ins White House einziehen.
Diese Chancen bleiben minimal: Obama führt in US-weiten Umfragen im Schnitt mit 5,2 Prozent, nach Delegierten mit 1.636 zu 1.502. Und auch in Pennsylvania ist Hillarys Riesenvorsprung auf 6,6 Prozent geschmolzen. Mit 40 Millionen Dollar hatte Obama im März doppelt soviel wie Hillary gesammelt.

# 3. April: Dreamteam Al Gore Barack Obama?

Die Ankündigung des demokratischen White-House-Favoriten Barack Obamas, Ex-Vize und Klimaretter Al Gore an seine Seite zu holen, sollte er Präsident werden, hat in den USA wie eine Bombe eingeschlagen: “Er wird einen Fixplatz an meinem Regierungstisch haben”, sagte Obama bei einem Wahlkampfstopp. Und: Gore werde “eine zentrale Rolle” bei einem komplette Kurswechsel der USA in Sachen Klimakrise spielen, kündigte Obama an.
Prompt rotierten die US-Medien: Springt der unter den “Dems” hochpopuläre Ex-Politiker samt Friedensnobelpreis in der Tasche sogar als “Running Mate”, als Vizekandidat, auf den “Obama-Express” auf? Das Duo Obama-Gore wäre zweifellos eine neue Variante eines “Dremateams”. Besonders nachdem Obama und seine eiserne Vorwahl-Kontrahentin Hillary Clinton wegen ihrer immer schrilleren Attacken kaum mehr als Paar im Kampf für das Oval Office gesehen werden. Denn zuletzt hatte Hillary zum übelsten aller Untergriffe ausgeholt: Ihr Team beschwor Partei-Insider, dass Obama gegen Republikaner-Gegner John McCain einfach “nicht gewinnen” könne.
Gore kommt der Medienhype zum Start seiner neuen Großoffensive zur Abwehr eines Klima-GAUs gelegen: In TV-Spots – die mit grobkörnigen S/W-Aufnahmen GIs am Schlachtfeld der Normandie im zweiten Weltkrieg und Astronauten später am Mond zeigen – will er an Kampfkraft und Pioniergeist der Amerikaner appellieren. Motto: Wenn wir die Nazis bezwangen und zum Mond flogen, können wir auch das Weltklima retten!
Mit Kosten von 300 Millionen Dollar soll es eine der größten Initiativen in den USA für gesellschaftlichen Wandel werden: Gore will dadurch zehn Millionen “Klima-Krieger” anheuern, “Gores Armee”, so US-Medien, als Speerspitze seines Kampfes gegen den Treibhaushorror. Der Klimaschutz soll auch zum Top-Thema im Kampf um die Bush-Nachfolge werden. Immerhin: Laut Umfragen halten 70 Prozent der Amerikaner den Klimawandel für ein “großes Problem”. Gore, der neben dem Nobelpreis für seine Kultdoku “Eine unbequeme Wahrheit 2007 auch dem Oscar einheimste, hält den Boden längst für aufbereitet, dass die USA vom Bremser wieder zum globale Vorreiter werden könnte. “Die Zeit für politische Spielchen ist vor bei”, warnt er weiter schrill: “Es geht um unser überleben!”

# 2. April: So starb Bert Nussbaumer

In der Tragödie um die getötete Irakgeisel Bert Nussbaumer (26) und seinen US-Kollegen sickern Details über die Todesursache und den Zeitpunkt durch, wann sich die Killer ihrer Kidnappingopfer entledigten. Die Information stammen von einem Ärzteteam, das die per Militärjumbo aus dem Südirak in die “Dover Airforce Base” im US-Bundesstaat Delaware nahe der Kapitale Washington D.C. überstellten Leichen identifiziert hatte.
Details, so Recherchen in den USA, wären den Angehörigen zumindest einer Geisel vermittelt worden:
# Die Opfer sollen vor mindestens einem halben Jahr getötet worden sein;
# Als Todesursache hätten die Obduktionsmediziner im “Medical Examiner Office” der Militärbasis ein Trauma durch das Auftreffen eines stumpfen Gegenstandes am Hinterkopf sowie gegen die Kehle oder oberen Brustkörper festgestellt. “Blunt Force Trauma”, im englischen Fachjargon.
# Die Opfer sollen in einem Grab im feuchten Wüstensand gefunden worden sein. Dennoch könnten sie “besser erhalten sein, als man sich vorstellen müsse”, so die Insider.
Das FBI hatte den Familien zuletzt eine spezielle Telefonnummer mitgeteilt, wo sie persönlich die Informationen abrufen können. Denn es handle sich bei den Obduktionsergebnissen um “private Information”, so Experten: Deshalb müssten die Opferfamilien auf diese auch höchstpersönlich zugreifen. Diese Nummer in den USA wurde, so der Sprecher des Wiener Außenministeriums, Peter Launksy-Tiefenthal, auch Nussbaumers Mutter Maria und seinem Bruder Bert unverzüglich übermittelt. Ob sie dort bereits angerufen haben, ist unbekannt.
Die Leiche des Oberösterreichers – der als Guard des Privatsicherheitsdienstes “Crescent Security Group” zusammen mit vier US-Kumpel am 16. November 2006 im Südirak gekidnappt worden war – befinde sich im Prozess der Überstellung von Dover nach Wien, hieß es zuletzt.

# 2. April: Hillary pleite…

Ex-Demokraten-Favoritin Hillary Clinton verglich sich in ihrem epischen Vorwahl-Showdown gegen Senkrechtstarter Barack Obama zuletzt mit der “niemals aufgebenden” Hollywood-Boxlegende Rocky Balboa. Doch immer mehr sehen sie K.O. geschlagen in den Seilen hängen. Immer dramatischer ist vor allem ihre Finanzkrise: Mit 8,7 Millionen Dollar stand sie zuletzt in der Kreide, so US-Medien.
Besonders peinlich: Hillary, die sich gerade im Wahlkampf im “Arbeiterstaat” Pennsylvania (Primaries: 22 April) für die “kleinen Leute” einsetzt, schuldet ihre Millionen vor allem Kleinunternehmen, darunter Kreislerläden, sogenannte “Mom and Pop”-Shops; Catering-Firmen, die Lachsbrötchen bei ihren pompösen Gönner-Parties servieren; Unternehmen, die Equipment vermieten. Unter den weiteren Dienstleistungen, die bisher nicht berappt wurden: Portable Klos, Privatjets, Handy-Rechnungen, Spotlights oder Sound-Boxen. Sogar Putzkräfte seien nicht bezahlt worden, rapportiert die Website “Politico”.
Der Arzt Terry Bennett in New Hampshire, so eine Lokalzeitung, vermietete als treuer Hillary-Fan sein Büro an ihren Stab zum Spottpreis: Nun wartet er immer noch auf sein Geld. Schlimmer noch: “Sie haben einen echten Saustall hinterlassen”, sagt er wütend. Hillary, die sich wortgewaltig für die universelle Krankenversicherung einsetzt, hat selbst Monatsbeiträge für ihre eigenen Mitarbeiter nicht geblecht: 229.000 Dollar schuldete sie etwa dem Versicherungsriesen Aetna.
Die brutale Wahlschlacht gegen Obama – wo sie in der Delegiertenzählung weiter fast hoffnungslos mit 1.499 zu 1.632 zurückliegt – ist die teuerste aller Zeiten: Operation Hillary mit einem Stab von über 300 verschlang im Monat Februar, so eine Einsicht bei Daten der US-Wahlaufsichtsbehörde FEC, 31,8 Millionen Dollar, über eine Million pro Tag. Immerhin: 35 Millionen sammelte Hillary in diesem Monat, ein Rekordwert.
Doch Rivale Obama streifte 57 Millionen ein – und setzt sie deshalb weiter massiv unter Druck. Deshalb pumpten ihre Finanzstrategen das Geld lieber in TV-Werbungen und vertrösten Gläubiger. Nach den peinlichen Medienreports ist Feuer am Dach: Hillary verlässt für zwei Tage den Kriegspfad in Pennsylvania, um per Not-Fundraisern bei Kaliforniens Millionären die Kriegskasse aufzufüllen.

# 1. April: Nussbaumer am Weg nach Wien

Während bei der Überführung der Leiche der im Irak getöteten, österreichischen Geisel Bert Nussbaumer von der “Dover Airforce Base” (US-Staat Delaware) nach Österreich die letzten Formalitäten abgewickelt wurden, fordern die Hinterbliebenen seiner getöteten US-Kollegen immer vehementer Antworten von den ermittelnden US-Behörden. “Die Wahrheit muss ans Licht kommen”, sagte Sharon Debrabander, Mutter der Opfers John Young. Die Opferfamilien hatten zuletzt vor allem das in dem 16-monatigen Entführungsdrama federführende FBI wegen “schwerer Versäumnisse” bei möglichen Verhandlungen mit den Kidnappern angeklagt.
Sogar rechtliche Schritte gegen die US-Regierung waren zuletzt bei einem Familientreffen in Minneapolis überlegt worden. Der letzte Stein des Anstoßes: Das FBI verweigerte zuletzt jegliche Informationen über den Zustand der Leichen, die Todesursache und – eines der letzten Rätsel der Geiseltragödie – den exakten Zeitpunkt, wann Nussbaumer sowie seine am 16. November 2006 im Südirak entführten Kollegen Paul Young, Josh Munns und Paul Reuben getötet wurden. Der fünfte in dieser Gruppe, Jonathon Cote, gilt noch als vermisst.
In Sachen Nussbaumers Überstellung hatten österreichische Beamte in den USA zuletzt alle Formalitäten abgewickelt, samt Ausstellungen eines “Leichenpasses”. Frühestens am Mittwoch, spätestens am Freitag könnte die Leiche per Linienmaschine in Wien ankommen, hieß es zuletzt. Youngs Leichnam ist inzwischen im Wohnort der Familie, Kansas-City, Missouri, eingetroffen. Der Sarg soll jedoch versiegelt worden sein. Aus Frust über die schleppende Informationspolitik der US-Behörden war sogar eine neuerliche Obduktion in Eigenregie überlegt worden.

# 1. April: Hillary zur Aufgabe gedrängt

Ex-First-Lady Hillary Clinton will im Jahrhundert-Vorwahlkrimi der Demokraten gegen Frontrunner Barack Obama kämpfen bis zum Ende – sogar bis zum “Nominierungs”-Parteitag in Denver Ende August. “Ich bin drinnen, um zu gewinnen”, rief sie zuletzt trotzig ihren Fans zu. Doch immer mehr Parteigrößen drängen sie hinter den Kulissen zur Aufgabe, zuletzt der mächtige Senator Patrick Leahy. Deren Argument:
# Obama führe mit 1.632 zu 1.499 Delegiertenstimmen mit nur mehr zehn Primaries ausständig praktisch “uneinholbar”. Zuletzt zog er in der US-weiten Gallup-Umfrage mit 51 zu 43 Prozent deutlich wie noch nie davon.
# Und: Hillarys widerliche Schlammschlacht würde Obama im Kampf gegen den Republikaner-Kontrahenten John McCain schwer ramponieren.
Laut US-Medien soll die Parteiführung ihr sogar bereits ein Ultimatum gestellt haben: Bis Juni müsse “alles entschieden” sein. Doch viele Politologen glauben, dass sie schon weit früher durch die Tsunami an Aufrufen, “die Realitäten endlich anzuerkennen”, das Handtuch werfen könnte. Sie habe die Wahl, zitiert die Website “Politico.com” Parteistrategen, “freiwillig durch den Ausgang zu gehen – oder rausgeschoben zu werden”.
Hillary will sich zunächst bei den Primaries in Pennsylvania in drei Wochen nochmals aufbäumen: Doch auch dort ist ihr einst gewaltiger Vorsprung laut Rasmussen-Umfrage auf 47 zu 42 Prozent geschrumpft. Denn der “Obama-Express” ist nach dem souveränen Meistern der Affäre um seinen Hassprediger sowie einer “Charme-Offensive” durch TV-Interviews auf Frauenshows wieder voll in Fahrt gekommen. Hillary bricht hingegen das Aufschneiden über Heckenschützen bei einem Bosnien-Trip 1996 das Genick: Starautor Christopher Hitchens nannte sie eine “pathologische Lügnerin”.