# 31. Jänner: Octo-Mum im Kreuzfeuer

Dem Jubel über die Achtlinge folgen harte Fragen über Medizinier-Ethik: Wer pflanzt einer Sechsfach-Mutter nochmals acht Embryonen ein?
Los Angeles. Harte Fragen über den Geisteszustand der Mutter und Ethikverletzung der Ärze machen die Rekordgeburt von Achtlingen zum Skandal: Die „Octo-Mum“, Achtlingsmama, so die New York Post, Nadya Suleman (33), sei laut Mutter Angela seit den „Teenager-Jahren besessen vom Kinderkriegen” gewesen. Mit Spermaspender statt Lebenspartner brachte sie per künstlicher Befruchtung drei Zwillingspaare (fünf, drei und zwei Jahre alt) zur Welt – während sie bei ihren Eltern lebte.
Pleite. Der Kinderwahn hatte schon zuvor die Kasse gesprengt: 2008 meldete der Haushalt mit 981.371 Dollar Schulden Privatkonkurs an. Der nun 14-fache Großvater Ed, ein palästinensischer Immigrant, musste im Irak Geld dazuverdienen. Jetzt wird fassungslos gefragt: Welcher Arzt pflanzt unter solchen Umständen acht Embryonen ein?
Ethikverstoß. „Das ist ein grober Verstoß gegen die Praxis“, zürnte Reproduktionsmediziner Dr. Jamie Grifo. Der Frau sei, wurde bekannt, die „selektive Abtreibung“ einiger der Föten angeboten worden. Sie hätte es „nicht übers Herz gebracht“, so ihre Mutter. Die ist erschöpft: „Jetzt ist Schluss mit dem Kinderkriegen”.

# 29. Jänner: Here comes Cate

Kaum wer würde von der so klassischen Schönheit Cate Blanchett (39), Star im Oscar-Favoriten The Curious Case of Benjamin Button, zutrauen, so offen über ihr Privates Sexleben zu plaudern: „Guter Sex ist das Geheimnis jeder Ehe“, verblüffte sie kürzlich. Als Erfolgsrezept für ihre elfjährige Ehe mit Autor und Regisseur Andrew Upton (42) deutete sie häufige Aktivitäten unter der Bettdecke an: „Es geht um den Sprung zur richtigen Zeit, den Rhythmus“. Dass der bei der Oscar-gekrönten Blondine aus Australien stimmt, ist mit gleich drei Buben, Dashiell (7), Roman (4) und Ignatius (1), offensichtlich. Blanchett demonstriert dabei als Supermom eindrucksvoll, wie sich Hollywood-Karriere und Familienleben samt turbulenter Kleinkinderschar unter einen Hut bringen lassen. Dabei startete ihre Ehe, die von Klatschblättern als fast „langweilig skandalfrei“ etikettiert wird, fast am falschen Fuß: „Er dachte, ich sei hochnäsig, und mir bereitete er Kopfschmerzen“, erinnert sie sich. Doch der erste Kuss hätte das Schicksal der beiden dann doch besiegelt, sagte der in Melbourne geborene Star. 1997 wurde geheiratet, im Folgejahr schaffte sie im Streifen Elizabeth I of England den internationalen Durchbruch. Trotz des Erfolges blieb Blanchett Down Under treu: Um 6,7 Millionen Dollar kaufte das Paar eine total ökofreundliche Villa in der Traumstadt Sydney. Blanchett setzt sich dazu als Ehrenbotschafterin für den Erhalt von Naturreservaten ein. Dass sie Humor hat, bewies sie beim Herumkugeln im Bett mit Kostar Brad Pitt (45) am Set des Benjamin-Button-Films: „Ich werde nie wieder einen Film mit ihm drehen“, scherzte sie – er ist so verliebet in Angelina Jolie, dass es zum Kotzen ist“.

# 29. Jänner: Hollywood-Gossip

Kino-Hottie Kate Hudson (29) galt nach der gescheiterten Ehe mit Rockstar Chris Robinson (42) – dem Vater ihres vierjährigen Sohnes Ryder – und dem Beziehungsdrama mit Kostar Owen Wilson (40) bis vor kurzem als heißeste Single-Mum Hollywoods. Doch steuert der Bride Wars-Star nun gleich in die nächste verhängnisvolle Affäre? Ihren Hawaii-Urlaub soll sie schmusend, Händchen haltend und sich mitunter in Hotelzimmer verdrückend mit dem golfenden Aussie-Feschak Adam Scott (28) zugebracht haben. Ein Zeuge hätte sie im Ritz-Carlton in Maui „umschlungen am Pool vorgefunden“. Hudson soll ihn sogar beim Mercedes-Benz-Golfturnier angefeuert haben. Doch allein durch die gewaltige Distanz der Wohnorte der Lover könnte Kate wieder mit gebrochenem Herzen enden: Er lebt in der Schweiz, sie in L.A.. Prompt gab es Tränen zum Abschied: „Bis bald“, sagte sie.

US-Präsident kann Kalifornien-Governator Arnold Schwarzenegger (??) als Ösi nicht werden, mit Obama hat er es sich verscherzt: Deshalb könnte Arnie seine Politikkarriere terminieren – und reumütig nach Hollywood zurückkehren, so Spekulationen. Als erste Postpolitik-Rolle biete sich Teil II des Hit-Thrillers True Lies von Starregisseur James Cameron an.

Als Herz und Seele galten die Charlie‘s Angels-Kostars Drew Barrymore (33) und Cameron Diaz (36). Doch nun ist der Zickenkrieg ausgebrochen, so Insider. Bei einer Golden Globes-Party gingen sie sich demonstrativ aus dem Weg. Der Grund: Cameron zog mit Lover Paul Sculfor (37) kürzlich zusammen. Drew, die auf kurze Dates setzt, fühle sich „wie das dritte Rad am Wagen“.

# 29. Jänner: $819 Mrd. go!

Mit 819 Mrd. Dollar soll die größte Staatshilfe seit Weltkrieg II Wirtschaft beleben.
Washington. US-Präsident Barack Obama ist am Weg, sein mit 819 Milliarden Dollar teuerstes Konjunkturpaket seit über 60 Jahren durch den Kongress zu bringen: Das Repräsentantenhaus stimmte mit 244 zu 188 Stimmen dafür. Obamas erster Triumph kommt jedoch mit schalem Beigeschmack: Per Charmeoffensive wollte er auch die Republikaner für das Herzstück seiner Agenda in den ersten 100 Tagen an Bord bringen.
„No!“ Doch die Opposition stimmte geschlossen mit „Nein!“: „Die Maßnahmen sind eine Verschwendung von Steuermitteln“, wetterte Top-Republikaner John Boehner. Die erhoffte Ära „überparteilicher Kooperation endete bevor sie begann”, so Beobachter. Tatsächlich fließt nun ein weit kleinerer Teil der 544 Milliarden an Ausgaben und 272 Milliarden an Steuersenkungen in Obamas anvisierten Ausbau der Infrastruktur, mit dem er drei Millionen Jobs schaffen hatte wollen. Nun wartet Runde Zwei: Der Senat soll eine auf über 900 Milliarden Dollar angeschwollene Version des Megapakets beschließen. Obama will die Republikaner noch nicht ganz abschreiben: Er lud Parteigrößen zu einer Cocktail-Party. Das Kalkül: Vielleicht spülen ein paar Drinks die Animositäten weg.

# 27. Jänner: Obamas Blitzstart

Diplomatie, Klima, Finanzen, Folter: Obama kippt Eckpfeiler der Politik seines Vorgängers George W. Bush im Stundentakt. Amerika jubelt.
Washington. Jüngster Höhepunkt in der Bilanz eines Blitzstartes in Woche Eins des neuen US-Präsidenten Barack Obama: Er will nach dem blutigen Gazakrieg den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern wiederbeleben. Obama setzte Sonderermittler George Mitchell in den Flieger nach Nahost. „Friede dort ist ein persönliches Anliegen“, stellte Obama nach Beratungen mit seiner Staraußenministerin Hillary Clinton klar.
Turbo im Oval Offoce. Wie mit Turboantrieb fegt Obama durchs Weiße Haus: In oft 14 Stunden langen „Monstertagen“, so Insider. packt er die dringendsten Probleme fast im Stundentakt an: Top-Berater drücken sich im Oval Office die Türschnalle in die Hand. Mal geht es um die Wirtschaftskrise, dann um die Reparatur von Amerikas Ruf durch ein Folterverbot. Mutige Zeichen des Neubeginns setzt Obama gegenüber der Moslemwelt: Das erste Interview gab er der TV-Station Al-Arabiya (siehe unten). Dazu ordnete er die Schließung des unter Moslems so verhassten Terrorknast auf Guantanamo Bay an. „Obamas Charmeoffensive setzt vor allem Superterroristen Osama Bin Laden zu, dem plötzlich das Feindbild fehlt“, so Experte Roger Cressey im US-TV. UN-Botschafterin Susan Rice kündigte dazu Gespräche mit dem Iran im Showdown um Atomwaffen an.
Banker-Exzesse. Kein Tag vergehe, so Beobachter, wo Obama nicht alte Bush-Gesetze ausmiste (siehe links). Die Amerikaner hat er auf seiner Seite: 83 Prozent sind laut CNN mit der Amtsübernahme zufrieden. Klimaschützer versetzte er sogar in Ekstase, als er US-Staaten wie Kalifornien – völlig konträr zu Bush – erlaubte, striktere Auto-Abgasregeln zu erlassen. Punkten konnte er auch mit der Ankündigung, Finanzjongleuren an der Wall Street mit strikten Regeln des Handwerk zu legen. Denn die Bevölkerung kocht wegen der Banker-Exzesse: Um 40 Millionen Dollar schaffte sich die Citibank einen Privatjet an – nachdem die Bank mit 45 Milliarden an Steuergeldern gerettet werden hatte müssen.

# 26. Jänner: Obama Goes Green

Acht Jahre blockierte Bush Ökogesetze. Umso dramatischer wirkt nun der Kurswechsel unter Obama: De USA will Vorreiter in Klimafragen sein.
Washington. An Tag Sechs seiner Amtszeit machte US-Präsident Barack Obama Ernst mit seinem Wahlversprechen nach einer „grünen Wende“. In einer Zeremonie im East Room des Weißen Hauses genehmigte er Kalifornien und weiteren 13 US-Staaten die Implementierung klimafreundlicher Abgasregeln. Umweltschützer feiern eine kleine Revolution: Autofirmen müssten laut dem von „Governator“ Arnold Schwarzenegger ursprünglich erdachten Gesetzen fortan auf sauberere und klimafreundliche Modelle setzen. Den Benzinfressern der Sport Utility Vehicles (SUV) geht es an den Kragen. Arnie hatte jahrelang gegen die Bush-Regierung, die sich beim Klimaschutz querstellte, prozessiert. Widerstand kam auch von den Autoriesen Detroits: Die hatten bis zuletzt auf SUVs gesetzt – eine ruinöse Strategie, die sie in den Fastbankrott trieb.
US-Leadership. Nun soll der Spritverbrauch graduell bis zum Jahr 2020 auf 7,5 Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden, eine Verbesserung der Effizienz um 40 Prozent. Ein rascher Durchbruch von Hybrid- und Elektroautos wird erwartet. Mit Obama an Bord könne nun, jubelte Arnie, „Amerikas globale Leadership in Klimafragen zurückgewonnen werden”. Mit dem Nobelpreisträger Steven Chu hatte Obama dazu einen Visionär zum Energieminister gemacht. Experten rechnen nun mit einer Rückkehr der USA in den Prozess zur Ausarbeitung der Nachfolgegesetze zum Kyoto-Klimaprotokoll.
„Grüne Jobs“. Denn Obamas 825 Milliarden Dollar teure Konjunkturpaket enthält weitere Öko-Maßnahmen: Erneuerbare Energieträger sollen in drei Jahren verdoppelt, so sechs Millionen Haushalte versorgt werden. Mit 4.800 Kilometer effizienter Stromkabel und Wärmedämmung für zwei Millionen Häuser könnte eine Familie 350 Dollar pro Jahr sparen. Obama will dazu die USA wieder zum Zentrum grüner Technologien machen – und Millionen „grüne Jobs“ schaffen.

# 25. Jänner: A Heros Welcome

Er rettete mit Nervenstärke 155 Menschen durch eine geglückte Notwasserung das Leben: Amerika feiert weiter Heldenpiloten Sullenberger.
Danville. Die Amerikaner wissen ihrer Helden zu feiern – und der „Wunder vom Hudson“- Pilot Chesley Sullenberger ist kein Ausnahme: „Sully“ rettete mit Pilotenbravour alle an Bord, als er vor elf Tagen nach einem Vogelschlag einen US Airways-Airbus vor New York notwasserte. Jetzt bereitete ihm seine Heimatstadt Danville, Kalifornien, einen bombastischen Empfang: 2.000 Fans jubelten, als sich der 58-jährige – in „zivil“ mit schwarzem Anzug und Gattin Lorrie an der Seite – erstmals der US-Öffentlichkeit zeigte.
Kühle Statements. „Die Umstände waren solche“, begann der Ex-Luftwaffen-Kampfpilot fast unterkühlt, „dass an diesem Tag eben eine sehr erfahrende Crew diesen Flug kommandierte“. Fans wachelten mit Tafeln mit der Aufschrift „American Hero“, eine Kapelle mit Marschmusik defilierte vorbei. „Ich weiß, dass ich für alle Flugbegleiter spreche, wenn ich sage“, fuhr er fort: „Wir haben nur unseren Job gemacht“. Es waren Sullys erste Kommentare.
Interview. Nach wüstem Gerangel unter US-Medien wird er, interviewt von Starreporterin Katie Couric, am 8. Februar in 60 Minutes auf CBS die Horrorsekunden von Flug Nr. 1549 beschreiben. Das zweite Triebwerk wurde nun aus dem Hudson gefischt. Untersuchungen bestätigen: Die Kollision mit einem Gänseschwarm hatte beide Triebwerke lahmgelegt.

# 25. Jänner: Obamas Blitzstart

Am ersten Abend hatte sich Amerikas neuer Superstar-Präsident Barack Obama noch im Weißen Haus verirrt. “Er musste einen Helfer nach dem Weg fragen”, gab sein Sprecher Robert Gibbs zu. Aufgehalten hat das Obama kaum. Mit einem Tsunami an Aktivitäten legte er in den ersten 100 Stunden den hektischsten Amtsstart aller Zeiten hin: Er paraphierte Dekrete zur Schließung der Terrorlager in Guantanamo und geheimer CIA-Gefängnisse, erteilte der Folter ein klares Verbot. Er kürte an der Seite seiner Star-Außenministerin Hillary Clinton zwei Sondervermittler für die brisantesten Krisenherde: Den Israel-Palästina-Krieg sowie die Al-Kaida- und Taliban-Jagd in Pakistan und Afghanistan.
Dann ließ Obama seine Top-Generäle im Oval Office antreten und ordnete den Rückzug von 140.000 GIs aus dem Irak an. Oder er werkte unter Hochdruck an einem 825 Milliarden Dollar teuren Konjunkturpaket zur Wiederbelebung der kaputten US-Wirtschaft. “So ein Inferno an Aktivitäten hat dieses Haus noch nie erlebt”, staunte ein Historiker im US-TV.
Amerika – ohnehin noch verzaubert durch die Bilder feiernder Millionen oder dem verliebten Balltanz von Barack und Michelle – gefällt, was es sieht: Obamas Popularität liegt laut Gallup bei 68 Prozent. Beliebter war zum Amtsstart bloß Präsidentenlegende John F. Kennedy mit 72 Prozent. Deutlich abgehängt hat Obama die Vorgänger George W. Bush (57 %) und auch Bill Clinton (58 %). Auch die Welle an Kennedy-ähnlicher Euphorie über die neue Präsidenten-Traumfamilie hält an: Nachdem 38 Millionen Obamas Amtsschwur im TV sahen waren die Sonderausgaben der US-Magazine Time und People mit berührenden Hinter-den-Kulissen-Fotos rasch vergriffen. Obama wolle so viel wie möglich “Kapital aus der Gunst der Stunde schlagen”, urteilten Politologen. Dabei sollen aber zu hohe Erwartungshaltungen gedämpft werden: “Alles lässt sich nicht über Nacht lösen”, so Berater David Axelrod.
Prompt zeichnet sich der erste Showdown mit der bisher fast gelähmten Republikaner-Opposition um Obamas Stimulusplan ab. Erste konkrete Details wurden genannt: Neue Stromleitungen sollen gebaut, Krankenakten digitalisiert, 10.000 Schulen modernisiert werden. Drei Millionen Jobs will Obama schaffen. Ein Fokus liegt auch auf Klimapolitik samt strikten Abgasregeln und dem Ankurbeln des Marktes zum Tausch von CO2-Emissionen. Durch strenge Regeln sollen dazu die “Exzesse” an der Wall Street gestoppt werden: Im Visier sind vor allem Hedgefonds und Kreditgeber für Hauskäufer, so die New York Times. Die Republikaner wettern gegen “Vergeudung von Steuermitteln”. Obama stellte klar: So sehr er überparteiliche Zusammenarbeit schätze, werde er – notfalls – vor einem Alleingang nicht zurückscheuen. “Ich habe die Wahl gewonnen”, erinnerte er Republikaner trocken.

# 24. Jänner: Inside Obamas Tag

Um 6 Uhr steht er auf, nimmt sich Zeit für eine Stunde Krafttraining im Fitnessraum. Um 8:46 verlässt er, dunkler Anzug, rote Krawatte, Mantel und Lederhandschuhe, die Residenz. Er hält Michelle die Türe beim Einsteigen in die Limo auf. Nach einem Kirchenbesuch fährt der Wagen-Konvoi vor dem Weißen Haus vor. Es ist genau 10 Uhr. Obama ist pünktlich. Es gibt ein Kaffeekränzchen beim abdankende George W. Bush und Gattin Laura.
“Sir”, sagt Bush beim Empfang am Nordportal. Michelle überreicht ein Geschenk für Bush-Gattin Laura. Obama wechselt auch ein paar freundliche Worte mit einem langgedienten, schwarzen Helfer im Weißen Haus: Der Mann wirkt überwältigt. In wenigen Stunden ist sein neuer Boss ebenfalls Afroamerikaner. Laura zeigt inzwischen Michelle ein paar Gemälde. Stunden später sollten die von der Wand genommen – und mit dem Rest der Bush-Habseligkeiten im Möbelwagen landen.
Gegen 11 Uhr rast die Wagenkolonne durch gesperrte Boulevards zum protzigen Kuppelbau des Kapitols. Ein letztes Mal vor dem großen Moment darf sich die neue First Family sammeln. Sie üben den Amtsschwur. Michelle, in ihrem goldglitzernden Prachtkleid der Designerin Isabel Toledo, hält die in burgundrotes Rauleder gebundene Bibel, mit der 1861 Präsident Nr. 16, Abe Lincoln angelobt wurde, hoch. Ihr Gatte rattert die 35 Worte des Amtseides herunter.
Obama ist plötzlich gerührt. Ein Brief des legendären Apartheidkämpfers Nelson Mandela wird ihm überreicht: “Ihre Wahl hat die Welt inspiriert”, lest Obama laut. Der Nobelpreisträger wünscht ihm “Stärke und Zielstrebigkeit” zum Amtsstart. Obama steht jetzt vor einem goldverzierten, antiken Wandspiegel und zupft sich seine grellrote Seidenkrawatte mit roten Tupfen zurecht. Es ist fast soweit: Er steht in einem düsteren Gang vor dem Tor ins Freie. Wie ein Gladiator vor dem Marsch in die Arena holt er nochmals tief Luft, schließt die Augen. Ein Spalier von herausgeputzten Senatsdienern, Soldaten in Paradeuniform und Polizisten steht angespannt daneben. Obama tritt ins Freie. Wie ein Donnergrollen rollt der Jubel der Millionen von unten herauf. Es ist exakt 12:05 Uhr, als Obama die letzten Worte der Amtsformel spricht. Nach der 19-minütgen Rede, wo er der Nation “Hoffnung” gibt aber auch zur “Mithilfe” ermahnt, geht der Reigen historischer Momente wie im Zeitraffer weiter: Unter ohrenbetäubenden Geknatter des Präsidenten-Helikopters an der Rückseite des Kapitol umarmt Obama Vorgänger Bush überraschend herzlich. Bush schießen Tränen in die Augen. Der Hubschrauber hebt ab. Er ist am Weg zurück nach Texas. Barack und Michelle winken freundlich. Zuseher am Zaun weiter weg rufen Bush aber kaum druckreifes nach. Die untergehende Wintersonne taucht das Weiße Haus, erbaut zwischen 1792 und 1800 von schwarzen Sklaven, in warmes Licht, als die Obamas in ihr neues Zuhause einziehen. “Wir sind hier”, sagt Michelle: “Wir sind zu hause…” Die Privatgemächer sind von Helfern bereits eingeräumt: Allzu viel hat die bescheidene Familie, die ihre Villa in Chicago behält, nicht mitgebracht: Bilderrahmen, Andenken, darunter einen Stoff-Tiger, Malias Talisman seit sie drei ist. Stunden später schmiegt sich Barack verliebt wie ein Frischverheirateter am “Nachbarschaftsball” zu einer, von Superstar Bayonce vorgetragenen Serenade an Gattin Michelle, die mit ihren Prachtkleid von Nachwuchsdesigner Jason Wu nun endgültig die Welt verzückt. “Ist es nicht erstaunlich”, strahlt Obama, “was ich für eine wunderschöne Frau habe?” Einer TV-Reporterin erzählt er schließlich: “Morgen beginnt die Arbeit – doch jetzt sauge ich alles nochmals auf”.

# 24. Jänner: Hype um Sasha und Malia

Wie bei den Kennedys in den Sechzigern tollen wieder junge Kinder durch die US-Machtzentrale. Wie wird das neue Leben von Sasha und Malia Obama im White House?
Washington. Als hätte Barack Obama nicht Grund genug zum Nervenflattern gehabt: Millionen warteten im Prachtpark „National Mall“, Milliarden hielten rund um die Welt vor Obamas Eid die Luft an. Doch richtig hoch legte die Latte Tochter Malia: „Die wirst der erste schwarze Präsident“, hatte die so vor sich hingedacht: „Da hältst du besser eine gute Rede“.
Die Anekdote illustriert: Neben der Aufregung um den ersten schwarzem US-Präsidenten samt attraktiver Powerfrau als First Lady an der Seite werden fortan auch die Streiche der Obama-Girls die Welt verzücken. Auch hier Vergleiche zu den Kennedys: Unvergesslich bleibt, als John Jr. dreijährig unter dem Schreibtisch saß oder Caroline am Pferd ritt. Als nun Malia mit ihrem violett-blauen Mantel und Sasha in pink ihren Daddy anhimmelten, war die nationale Verzückung komplett.
Wie Weihnachten. Ein „normales Leben“ wolle Michelle den Kids ermöglichen beteuerte sie. Deshalb zog die Familie bereits Anfang Jänner nach D. C., um den Start in ihrer neuen Eliteschule Sidwell Friends nicht zu verpassen. Doch was ist schon normal bei einem Leben in Amerikas, 24 Stunden pro Tag pulsierender Kommandozentrale – wo jede Ecke ein Bodyguard steht. „Wie Weihnachten, nur das ganze Jahr lang“, beschreibt ein Historiker den positiven Aspekt: „Die Feste, das Essen, die Geschenke – das Weiße Haus ist ein Traum für Kinder“. Einen Vorgeschmack bekamen Sasha und Malia, die von Familienfreunden als „bescheidene, sich bestens benehmende, sehr offene und süße Kinder“ beschrieben werden, bereits serviert: Gleich am ersten Abend, Stunden nachdem sie in ihr neues Zuhause eingezogen waren, durften sie bei einer „Schnitzeljagd“ den Privatflügel erforschen: In einem Zimmer warteten dann prompt die Idole ihrer Lieblingsband The Jonas Brothers – höchstpersönlich. Dazu gab es für engste Freunde einen Kinoabend mit dem Zeichentrickfilm Bolt. Auch andauernd von Mächtigen umgeben zu sein, gehört fortan zum Alltag: Als Malia auf der Terrasse am Kapitol ein Erinnerungsfoto von der Angelobung ihres Vaters haben wollte, fragte sie niemanden geringeren als Vize Joe Biden, den Schnappschuss zu machen.
First Dog. Dazu ist den Kindern natürlich auch das historische Gewicht ihres neuen Zuhauses bewusst. Obama selbst erzählte in einem TV-Interview, dass Malia plötzlich vorschlug: Sie wolle wichtige Schulaufgaben auf Lincolns altem Schreibtisch verfassen – wo der einst die berühmte „Gettysburg“-Rede zu Papier brachte. Doch sie sollen sich schnell eingelebt haben: „Die Kinder tollten sofort durch die Gänge, waren einfach Kinder”, so ein Freund der Familie zu People. Und dazu muss Daddy Präsident noch sein größtes Versprechen einlösen: Spätesten im Frühjahr kommt der neue Hund – die Auswahl laufe bereits auf Hochtouren, hieß es.

# 24. Jänner: Bye Bush-Gesetze…

US-Präsident Obama rollt im Rekordtempo Bushs konservatives Erbe zurück: Er hob ein Abtreibungsgesetz auf, das Arme in der Dritten Welt traf.
Washington. Bereits an Tag Drei im Oval Office verwarf Barack Obama die umstrittene Regel seines Vorgängers George W. Bush, die internationalen Hilfsorganisation Finanzhilfe verwehrt, wenn sie Abtreibungen durchführen oder Informationsmaterial für Schwangerschaftsabbruch bereitstellen. Das Gesetz war ursprünglich Teil der rechten „Reagan-Revolution“ in den Achtzigern. Kritiker wetterten, dass die Armen der Welt getroffen würden – da auch Hilfsgruppen betroffen sind, die essenzielle Arbeit zur Familienplanung und im Kampf gegen AIDS betreiben.
Explosives Thema. „Die Aufhebung des Gesetzes wird Leben retten und vor allem den ärmsten Frauen in der Dritten Welt zu gute kommen”, jubelte Top-Demokratin Nancy Pelosi. Doch das Thema Abtreibung ist in Amerika immer noch explosiv: Obama paraphierte das Gesetz-K.O. bloß Stunden nach dem 36. Jahrestag des Gerichtsurteils „Roe vs. Wade“, durch das in den USA die Abtreibung legalisiert wurde. Protestierende Kirchengruppen zogen wie bei jedem Jahrestag lautstark durch Washington. Helle Empörung tönt auch aus dem Vatikan: Obama wolle nicht das „Massaker an den Unschuldigen dieser Welt stoppen“, zürnte ein Bischof in italienischen Medien.
+ Washington. Nach turbulenten Beratungen im Kongress wird für Obama offensichtlich, dass er kaum auf ein Klima der „Überparteilichkeit“ setzen kann: Die Republikaner stemmen sich massiv gegen Obamas 825 Milliarden Dollar teures Konjunkturpaket. Sie fordern größere Steuersenkungen und wettern gegen die „Verschwendung von Steuermitteln“. Doch Obama stellte klar: So sehr er den Input auch von der Opposition schätze, werde er notfalls im Alleingang agieren: „Ich habe die Wahl gewonnen“, sagte er kühl.

# 23. Jänner: Obama-Time

Sie sind gekommen aus ganz Amerika, trotzen der Winterkälte, kilometerlangen Fussmärsche, ruinösen Hotelpreise. Millionen von ihnen. Die meisten sind Afroamerikaner. Es ist ihre stolzeste Stunde. Sklaven haben einst die Prunkgebäude der US-Kapitale errichtet, das Kapitol, das Weiße Haus. Jetzt zieht einer von ihnen, Barack Obama, ins Oval Office, ein Moment so historisch, so monumental, so ergreifen, dass man wohl vergeblich nach Farbigen sucht, die das in ihrem Leben noch für möglich gehalten hätten. Dabei scheint durch die coole Manier, wie Obama die gewaltige Hürde nahm, alles jetzt so selbstverständlich – und so versöhnlich, dass alle Rassen, alle Völker dieser Erde jetzt bei Obamas Krönungszeremonie mitfeiern. Doch der Verdienst gebührt auch “First Lady” Michelle, die in Washington ebenfalls frenetisch gefeiert wurde: Wie sie Kinder und Karriere schupfte, ihrem Mann die Leviten liest, wenn der Größenwahn droht, hat Frauen begeistert. Ihre Eleganz löste eine Begeisterungswelle aus, wie sie die USA seit der glamourösen Jackie Kennedy nicht mehr erlebte: Was trägt sie? Wie dekoriert sie die Privatgemächer? Wird sie mitregieren? Ein Vorbild für alle Frauen sei Michelle, erzählt mir eine 39-Jährige Mutter zweier Töchter vor dem Kapitol, Besonders beeindruckend sei, wie sie die beiden Töchter Malia und Sasha liebevoll aufzog. Die “Obama-Girls”, in die sich die Welt längst verliebt hat, komplettieren die Obama-Traumfamilie.

# 22. Jänner: Day One

Als wäre der Start von US-Präsident Barack Obama im White House nicht hektisch genug gewesen: Schreibtisch im Oval Office einräumen, Exekutivverordnungen zur Eindämmung der Korruption paraphieren, ein Kirchenbesuch, Krisengipfel mit Topberatern zur kaputten US-Wirtschaft. “Mr. President”, da wäre noch eine Kleinigkeit, dürfte dem geschlauchten Obama spät Abends Leibanwalt Greg Craig eröffnet haben: “Wir müssen Sie nochmals angeloben”. Denn Oberrichter John Roberts hatte den Original-Eid am Dienstag vor 1,8 Millionen Fans am Kapitol vermurkst. Prompt rotierten rechte Internet-Blogger und Kommentatoren am TV-Kanal Fox News: Obama sei gar nicht Präsident. Um jede Zweifel zu beseitigen, tanzte der stümpernde Roberts zu später Abendstunde im Kartenraum des Weißen Hauses an. In 25 Sekunden waren die 35 Worte der Eidesformel vor- und nachgesagt”. “Gratuliere, nochmals”, sagte Roberts “Weil es so viel Spass machte haben wir uns entschieden, es gleich nochmals durchzuführen”, scherzte Obama. Dennoch konnte dadurch die skurrile Debatte nicht ganz beendet werden: Denn diesmal hatte Obama seine linke Hand nicht auf der Bibel liegen – was prompt Verschwörungsfanatikern neue Munition lieferte.
Doch die Schwurpanne hält Obama nicht auf bei seinem fulminanten Start: An Amtstag Zwei traf er seine gerade vereidigte Star-Außenministerin Hillary Clinton im State Department. Ihre erste Aufgabe: Die explosive Lage zwischen Israelis und Palästinensern nach dem Gaza-Krieg zu entschärfen – und die Nahostfriedensprozess wieder aufzunehmen. Um den Beratungen noch mehr Gewicht zu verleihen waren auch Vize Joe Biden, Obamas größter Außenpolitikprofi, sowie der martialische, Nationale Sicherheitsberater Jim Jones dabei. Obama war prompt gleich in seinen ersten Amtsstunden in das diplomatische Minenfeld des Nahen Ostens getappt: Denn der “erste Anruf als US-Präsident”, wie Obama erzählte, galt Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas. Erst dann telefonierte er mit Israels Premier Ehud Olmert. Sofort gab es Aufregung. Obama unterzeichnete dazu eine Anweisung, den Terrorknast auf den US-Stützpunkt Guantanamo Bay zu schließen – so “früh wie möglich”, so der Befehl, doch nicht später als in einem Jahr. Das Lager auf der US-Militärbasis in Kuba hatte wegen Foltervorwürfen Amerikas Image schwer belastet.
Dabei hat Obama ganz konträre Probleme als sein Vorgänger George W. Bush: Staatschefs aus aller Welt wollen sich mit Obama zeigen und durch seine Strahlkraft profitieren. In Europa ist ein Gerangel zwischen Paris, London und Berlin ausgebrochen, wer Obama zuerst treffen darf (siehe Story rechts). Nebenbei bügeln Obama und sein Team Probleme des Büroalltags aus: “Die Computersysteme sind total veraltet, Telefone außer Betrieb”, so Pressesprecher Bill Burton. Wenigstens könnte Obama nun doch ein privates Handy betreiben: Die Top-Spione der “National Security Agency” genehmigten ein 3.200 Dollar teueres, abhörsicheres Smart Phone. Spitzname: “BarackBerry”, in Anlehnung an Obamas geliebten “BlackBerry”.

# 22. Jänner: Hillary startet durch

Amerika setzt mit seiner neuen Außenministerin Hillary Clinton auf einen kompletten Neustart demolierten internationalen Beziehungen. Präsident Barack Obama machte den Stellenwert, den er einer sofortigen diplomatischen Großoffensive beimisst, allein durch die Nominierung seiner Ex-Rivalin als größten Star seines Kabinetts deutlich: Hillary gilt weltweit als eine der meistbewundertsten Frauen und Politikerinnen. Sie bringt enorme Erfahrung für die schwierige Mission, die USA nach acht Jahren arroganter Alleingänge durch Ex-Präsident George W. Bush aus dem Imagetief herauszuführen: Allein als First Lady hatte sie 90 Staaten besucht. Trotz Bedenken wegen Interessenkonflikten durch 500 Millionen Dollar an Spenden von Regierungen und Geschäftsleuten für das Hilfswerk ihres Ex-Präsidentengatten Bill, wurde sie im Senat mit 94 zu 2 Stimmen im Amt bestätigt. Nach am Abend legte sie die Hand auf die Bibel und absolvierte den Amtsschwur. 
Mit einem “smarten Mix” aus Diplomatie, Gesprächsbereitschaft auch mit Schurkenstaaten, aber auch notfalls militärischem Muskel soll Amerikas Status als Führungsmacht wieder hergestellt werden, sagte Hillary zuletzt. Sie denke, dass sich die Erde US-Leadership “immer noch wünscht”. Bereits am ersten Arbeitstag als Chefin des Riesenministeriums “State Department” mit seiner Armee an 30.200 US-Diplomaten traf sie sich zur Lagebesprechung mit Boss Obama. Sie erhielt den Auftrag, die wichtigsten Schwerpunkte der neuen US-Regierung ins Visier zu nehmen: Ein geordneter US-Truppenabzug aus dem Irak, eine Offensive gegen Al-Kaida-Terroristen und Taliban-Extremisten in Afghanistan, sowie Wiederaufnahme des Nahost-Friedensprozesses durch intensive Verhandlungen mit Israelis und Palästinensern. Da kann sie Bill gut um Rat fragen: Denn der hatte diese Mission Impossible am Ende seiner Amtszeit fast geschafft.

# 21. Jänner: Wie die Kennedys

Die Welt liegt im Freudentaumel über die neue Traumfamilie im White House: Jugendliches Charisma, Glamour und die Kinder heizen den Kult um die „schwarzen Kennedys an.
Washington. Der Jubel um Barack Obama, Gattin Michelle sowie die Töchter Malia (10) und Sasha (7) hält an: Den historischen Bildern des Millionen-Meschen-Meeres vor dem Kapitol folgten die glamourösen Szenen einer rauschenden Ballnacht. Michelle schmiegte sich im bejubelten, weißen Ballkleid an den gerade gekürten Präsidentengatten im schlichten Frack zu den Tönen von Musikstar Beyoncé an.
Zehn Bälle. „Das sind die neuen Kennedys”, schwärmten TV-Kommentatoren: Seit die junge Präsidentenfamilie mit John F. Kennedy, Gattin Jackie sowie den Kleinkindern Caroline und John Jr. in den Sechzigern die Welt verzückte, wurden die Bewohner des White House nicht mehr mit einer derartige Jubelorgie begrüßt. Dabei galt der Kult um die Kennedys bisher als einzigartig in der US-Geschichte: Jung, charismatisch und dynamisch zog JFK 1961 ins White House, wandte in der Kubakrise einen Nuklearkrieg ab, ordnete den Mondflug an – und wurde samt Geburtstagsständchen Marilyn Monroes zum Magneten für Hollywood-Stars. Die glamouröse Gattin Jackie machte das Weiße Haus zum Zentrum der globalen High Society. Sohn John jr. verzückte die Nation als verspielter Bub unter dem Präsidentenschreibtisch, Tochter Caroline hoch am Pferd mit blondem Rossschwanz. JFKs tragische Ermordung zementieret den Mythos ein.
Appell an Idealismus. Die Parallelen zu Obama sind offensichtlich: Wie Kennedy kombiniere er, so Kolumnist William Rees-Mogg, „persönlichen Magnetismus mit Appellen an den Idealismus der Amerikaner“. Prompt rief Obama bei seiner Traumrede die Bürger zur Mithilfe beim „Wiederaufbau Amerikas“ auf. Der Kult um Obama macht Washington zum Tummelplatz des größten Staraufgebots in seiner Geschichte.
Stilikone. Und wie Jackie ist die attraktive, großgewachsene Powerfrau Michelle als „First Lady“ längst Stilikone: Fashionmagazine ließen gar Stardesigner von Oscar de la Renta bis Valentino Ballkleider für Michelle entwerfen. Doch sie überraschte mit der Wahl des 26-jährigen, New Yorker Nachwuchsdesigner Jason Wu. Und verliebt in die süßen Töchter Malia und Sasha ist Amerika ohnehin längst: Ihr Schulbeginn war Medien-Top-Thema, das Rätselraten, welchen Hund ihnen Daddy schenkt, geht weiter. Sogar deren Inaugurations-Outfit wurde jetzt zum Renner: Die Website des Ausstatters J. Crew brach nach Massenbestellungen zusammen.

# 20. Jänner: So feiert Amerika

Amerika feiert seinen historischsten Tag mit einer Euphorie, die die Nation seit der Mondlandung nicht mehr gesehen: Zwei Millionen trotzten bei Obams Amtsschwur bitterkalten Temperaturen von minus sechs Grad. Die “National Mall”, der Kilometer lange Prachtpark zwischen dem Kapitol und Lincoln Memorial wurde zum größten Menschenmeer der US-Geschichte: Mehr drängten sich als bei der bisherigen Rekord-Inauguration von Lyndon B. Johnson 1965 als 1,2 Millionen kamen, mehr als selbst Bürgerechtslegende Martin Luther King 900.000 mit seiner “I have a dream”-Rede rührte, mehr als auch bei “Millionen Man March” des umstrittenen Schwarzenführers Louis Farrakhan.
Tagelang waren die Obama-Fans mit Sonderbussen, Zügen oder per Auto in die mit 560.000 Einwohnern relativ kleine, und durch den Ansturm heillos “überforderte US-Kapitale” geströmt. Die Stadtverwaltung hatte sogar den “Notstand” ausgerufen. Einige Fans gingen am Flughafen in D.C., ausgestattet mit Obama-Mützen, Fahnen und Buttons in die Knie: “Wir sind angekommen – das ist der schönste Tag in meinem Leben”.
Bereits bei totaler Finsternis in den frühen Morgenstunden waren Hunderttausende aufgebrochen: Sie standen Schlange vor den U-Bahn-Stationen. Sie skandierten “Obama! Obama!” Mit mehreren Schichten an Kleidungsstücken wirkten einige teils unbeweglich. “Ich bin völlig sprachlos, zu Tränen gerührt”, sagt die Afroamerikanerin Satchel Kelly (35): “Ein Schwarzer im Oval Office! Es ist ein Sternstunde für uns, für Amerika und die ganze Welt”, sagt sie. Elisabeth Eteuwen (27) fragt vor dem wuchtigen Kuppelbaus des Kapitols fast bange angesichts des gewaltigen Hypes: “Was ist, wenn der den Erwartungen nicht gerecht wird?”
Eine Armada von 43.000 Sicherheitskräften hatte die “rote Zone” rund um das Kapitol und White House in eine veritable Festung verwandelt – komplett gesperrt für den Straßenverkehr. Polizeiwagen rasen mit Blaulicht abgeriegelte Straßenzüge hinunter. Scharfschützen sind an strategischen Orten, meist auf Dächern platziert. Am Potomac-Fuss düsen Kampfboote der Coast Guard. Via 20.000 Überwachungskameras sollte jedes verdächtige Benehmen potentieller Verschwörer frühzeitig entdeckt werden.
Wer es nicht nach Washington schaffte, verfolgte das monumentale Ereignis im Fernsehen: Auf eine Rekordzahl von 90 Millionen, weit mehr als der TV-Event Nr. 1, der Football-”Super Ball”, waren erwartet worden. An einem ganz normalen Arbeitstag schauten die Amerikaner vor allem im Büro zu. Die Obama-Inauguration wurde auch zum medialen Jahrhundertereignis: Über 20.000 Reporter aus aller Welt berichteten aus D.C. zu einer möglichen, globalen Audienz von zwei Milliarden, 5.000 Journalisten, waren auf Tribünen am Kapitol hautnah dabei, als Obama die Hand zum Amtseid hob. An den Dächern entlang der Pennsylvania Avenue, wo am Nachmittag die gewaltige Parade mit 17.000 Teilnehmern abgehalten wurde, hatten TV-Stationen ihre temporären Studios aufgebaut. NBCs populäre Today Show strahlte mit Star Matt Lauer per Sondersendung gleich den ganzen Tag lang aus. Amerikas Talkdiva Nr. 1, Oprah Winfrey, absolvierte ebenfalls direkt aus dem von Millionen Fans belagerten Washington ihre Show. “Obamas Moment ist gekommen”, titelte die lokale “Washington Post” auf ihrer Sonderausgabe, die bereits in den frühen Morgenstunden weitgehend vergriffen war.
Noch nie hat Washington auch einen derartige Ansturm an Superstars erlebt: Sie verwandelten die insgesamt elf offiziellen Inaugrations-Bälle und Reigen weiterer Festen und Parties in Glamour-Events, die eher an die Oscar-Verleihung erinnern: Die Größen des Musikgeschäfts von Bruce Springsteen bis Bono feirten, die Stars der Hiphop- und Soulbranche von JayZ bis Beyonce, sowie die Weltstars Hollywoods von Tom Hanks, Steven Spielberg, George Clooney, Scarlett Johansson bis Halle Berry. Einige der heiß begehrten Ballkarten waren um bis zu 50.000 Dollar verkauft worden.

# 20. Jänner: Obamas Atomkoffer

Es sind ein paar einfache Handgriffe, doch die gewaltigste Übergabe an Macht der gesamten Inaugurations-Prozedur: Präsidenten Nr. 44, Barack Obama, wird dabei Befehlsgewalt über Amerikas nukleares Arsenal übertra-gen – 1.300 jederzeit einsatzbereite Atomsprengköpfen. Dienstag folgte ein einfacher Militäroffizier dem abdankenden US-Präsidenten George W. Bush zum Kapitol mit einem schlichten Aktenkoffer, “Football” im Fachjargon. Der Soldat begleitete dann Nachfolger Obama ins White House. Obama hat fort-an Zugriff auf alle Daten haben, die für den Einsatz von Atombomben nötig sind – darunter vor allem die Codes, die Obama als Urheber eines Einsatzbe-fehles eindeutig identifizieren.
24 Stunden pro Tag verweilt ein Offizier nun in Obamas Rufweite. Der Start eines nuklearen Armageddons ist technisch so simpel, wie die Behebung von Bargeld an einen Bankomaten. Sollte die USA attackiert werden und eine “nukleare Antwort”, so Militärs, nötig sein, tippt Obama seinen “PIN Code” ein. Den erhält er zum Amtsbeginn von der “National Security Agency” (NSA), den Abhör- und Verschlüsselungsspezialisten unter den US-Geheimdiensten. Mit dem Code kann sich Obama als autorisierter Oberbe-fehlshaber klar identifizieren. Dann würde er einen Telefonhörer im Koffer in die Hand nehmen. Über eine sichere Leitung ist Obama mit den Nuklear-Kommandozentralen im Pentagon und der “Site R”, einem Notbunker in Blue Ridge, Pennsylvania, verbunden. Die reichen die Befehle in einer nuklearen Kommandokette an die Silos für Interkontinentalraketen, mit Nuklearwaffen bestückte U-Booten oder Bomberstaffeln weiter.
Obama würde beim Prozedere im Notfall vom Koffer-Träger unterrichtet werden. “Der Militärhelfer hat ein spezielles Training hinter sich”, erläutert ein White-House-Insider: “Er weiß jeden Handgriff in- und auswendig”. Und der Mann rückt Obama nicht von der Seite: Als 1981 Ex-Präsident Ronald Reagan angeschossen wurde, landete der “Football” ebenfalls im Kranken-haus. Das Risiko, dass Obama den Koffer jemals öffnen muss, würde sich in den nächsten 20 Jahren erhöhen, warnen die Geheimdienste: Reagan be-schrieb das erste Briefing über die Prozedur eines Nuklear-Einsatzes als “er-nüchterndste Erfahrung seines Lebens”.

# 20. Jänner: Triumphzug ins Weiße Haus

Nach einem pompösen Essen mit Kongressführern – das Menü war Obama-Vorbild Abe Lincoln gewidmet, samt Fischeintopf, Fasan und Ente, serviert auf Lincolns antikem Tafelsilber – startete Obama seinen Triumphzug zum Weißen Haus. 300.000 ergatterten Plätze entlang der Paraderoute Pennsylvania Avenue, die Millionen von der Angelobungsfeier, zogen weiter lautstark feiernd durch die frostige US-Hauptstadt. Den ersten Teil des größten Performance-Reigens aller Zeiten mit 90 Gruppen und total 13.000 Teilnehmern nahm Obama und die frischgebackene “First Family”, Gattin Michelle mit den Töchtern Malia (10) und Sasha (7), von einer Festtribüne ab. Dann zog der neue Präsident Nr. 44 in seiner gepanzerten Cadillac-Limo, von den Bodyguards des Secret Service “Das Biest” getauft, den Prachtboulvevard hinunter. Kurz nach 16 Uhr zog er dann in das 1792 bis 1800 mit Hilfe schwarzer Sklaven erbaute Weiße Haus. Den Umzug persönlicher Utensilien und Mobiliar haben in den hektischen letzten Stunden der historischen Machtübergabe Möbelpacker bereits übernommen. In der Schublade des Schreibtisches im Oval Office fand Obama eine Notiz von Vorgänger Bush: Er hätte ihm darin alles gute beim Start ins Präsidentenleben gewünscht, so seine Sprecherin: Bush merkte auch an, welch faszinierendes Kapitel der US-Geschichte Obama aufgeschlagen hätte.

# 20. Jänner: Obamas Netzwerk

Jon Favreaux, Redenschreiber:
Der 27-Jährige Feschak hat den Slogan “Yes we Can” erfunden. Er half während des Wahlkampfes Reden zu schreiben, die die ganze Welt inspirierten. Er wird der jüngste White-House-Direktor für “Redenschreiben”.

Reggie Love, persönlicher Assistent:
Cooler selbst als der Boss: Der hünenhafte Ex-Basketballspieler half Obama im Wahlkampf bei allen Kleinigkeiten – vom Aktenholen bis zur Hotelreservierung. Sein künftiger Titel: “Personal Aide to the President”.

Lawrence Summers, Wirtschaftsberater:
Der Top-Ökonom und Harvard-Leiter wird als Chef des “National Economic Council” Obamas Top-Berater bei der Rettung der US-Wirtschaft. Summers gilt als einer der Chefarchitekten der Clinton-Boomjahre.

Hillary Clinton, Außenministerin:
Die Ex-Rivalen soll als größter Star im Obama-Kabinett und Außenministerin Amerika wieder zum Status einer globalen Führungsmacht verhelfen. Die Welt begegnete Hillarys Kür mit Euphorie.

Steven Chu, Energieminister:
Der Physik-Nobelpreisträger und Ex-Leiter eines prestigeträchtigen Labors der “Berkley”-Uni soll Obamas Versprechen einer kompletten Kehrtwende in der Klimapolitik umsetzen.

David Axelrod, Politberater:
Der politische Meisterstratege als Chicago verhalf Obama mit brillanter Taktik zu seinem kometenhaften Aufstieg: Jetzt wird der Ex-Reporter zum Top-Einflüsterer für Innenpolitik im Oval Office.

James Jones, Nationaler Sicherheitsberater
Mit dem pensionierten Viersterne-General und “Marine”-Veteran mit 40 Jahren Militärerfahrung zeigte Obama, dass er auch hart zulangen kann, wenn nötig. Gerne wird Jones mit John Wayne verglichen.

# 19. Jänner: Obama! Obama!

Washington liegt Stunden vor der Angelobung im Freudentaumel. Zehntausende paradieren, “Obama! Obama!” skandierend, durch die Prachtboulevards rund um das Kapitol. U-Bahnstationen werden von Straßenverkäufern belagert, die ihr Arsenal an Obama-Erinnerungsstücken – zu teils saftigen Preisen – an die Fans verkaufen: Buttons, T-Shirts, Fahnen, “Yes we can”-Schilder, Wollmützen. Selbst an den Gebäuden hängen die bekannten Obama-Slogans: Ein mehrere Stockwerke hohes Transparent hängt von einem Büroturm: “Change we can believe in”, Wandel an den wir glauben können. Die enormen Sicherheitsmaßnahmen dominieren das Straßenbild: Das Areal nahe der Pennsylvania Avenue, wo heute Obamas große Parade stattfindet, wurde in ein Labyrinth aus stählernen Absperrgittern verwandelt. Polizeiwagen rasen mit Blaulicht abgeriegelte Straßenzüge hinunter. Scharfschützen liegen auf den Dächern. “Niemals habe ich gedacht, diesen Tag noch erleben zu können”, sagt die Afroamerikanerin Tisha King (39): “Mit erstmals einem Schwarzem im Oval Office werde es der stolzeste Tag in ihrem Leben”, sagt sie. Überglücklich ist sie, eine der 240.000 Karten zur Inauguration vor dem Kapitol ergattert zu haben. Ein gewaltiger Meilenstein sei es für ihre beiden Töchter, eine fünf Jahre alt, die zweite 16, fährt sie fort. Doch so wirklich fassungslos ist ihr Großvater, der gerade 100 Jahre alt geworden ist: “Der hat ja alles gesehen, die Plantagen, die Straßenmärsche, die Gewalt, die Verzweiflung”.

# 19. Jänner: So startet Obama

Fast wie in einem Agenten-Thriller übernimmt Team Obama die Macht. Während Barack Obama am Kapitol die Hand zum Schwur als 44. US-Präsident hebt, fahren an 1600 Pennsylvania Avenue, der Adresse des Weißen Haus, dunkel lackierte Minivans vor. Die Insassen: 20 Top-Berater von Obama. Sie haben bereits den Papierkram zwecks Zutritt zur Kommandozentrale abgewickelt, so der Webdienst “Politico.com”. Sie sind Obamas Vorauskommando für den dramatischsten Blitzstart im Oval Office aller Zeiten. Das Team soll, während Obama sich feiern lässt, den Nachmittag und die Nacht durcharbeiten – zur Vorbereitung von Obamas erstem vollen Arbeitstag. “Day One” heißen die ersten 24 Stunden der Obama-Ära wie ein Code zu einer Kommandoaktion.
Ein Furioso an Aktivitäten wird erwartet:
# Obama wird zunächst seine Top-Wirtschaftsberater treffen: In Rekordzeit soll sein mit bis zu 900 Milliarden Dollar dotiertes Konjunkturpaket für die stotternde US-Wirtschaft durch den Kongress gepeitscht werden.
# Als frischgebackener Oberkommandierender der US-Streitkräfte sind Treffen mit Top-Generälen anberaumt: Obama will den stufenweisen Abzug der noch 140.000 im Irak stationierten GIs befehlen.
# Einige der Kontingente sollen nach Afghanistan verfrachtet werden, wo Obama das von den Taliban in den Bürgerkrieg gestürzte Land stabilisieren – und die Jagd nach Al-Kaida und Superterroristen Osama Bin Laden mit Hochdruck aufnehmen will.
# Auch eine rasche Initiative zum zuletzt im Gaza-Krieg blutig aufgeflammten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern wird erwartet: Obama könnte seine neue Star-Außenministerin Hillary Clinton in die Region entsenden oder einen US-Sondervermittler ernennen.
# Ob Obama noch am ersten Tag dazu kommt, den weltweit verhassten Terrorknast am US-Stützpunkt Guantanamo Bay (Kuba) zu schließen, ist noch offen. Ein Dekret wird jedoch bis spätestens Ende der Woche erwartet.
“Wir werden rasch handeln”, stellte Top-Berater David Axelrod klar. Doch es warten bereits erste Hürden: Obama will etwa mit einem strengen Regelwerk nach Jahren an Exzessen Wall Streets Investmentbanker an die Leine nehmen. Doch sein Top-Mann dabei, Finanzminister Timothy Geithner, ist nach Enthüllungen, dass er 34.000 Dollar an Steuern schuldig blieb, vom Kongress noch nicht im Amt bestätigt. Geithners Hearing ist nun für den Mittwoch angesetzt.
Was jedenfalls in den ersten Obama-Stunden sichtbar wird, so Experten, “ist als Blaupause für seinen Regierungsstil zu verstehen”. Sein Vorgänger George W. Bush wird Obama jedenfalls, so die Tradition, im Schreibtisch des Oval Office einen kurzen Brief hinterlassen – und ihm “viel Glück” wünschen. Eine Ironie angesichts Bushs katastrophalem Erbe.

# 19. Jänner: Obamas große Rede

Barack Obama will mit seiner, für 17 Minuten anberaumten Inaugurations-Ansprache mehr “Verantwortung” von Wall-Street-Bankern, Politikern in den Korridoren der Macht in Washington, den Wirtschaftskapitänen von “Corporate Amerika” bis zu zum einfachen Bürger fordern, gaben Top-Berater in einer Vorschau auf Obamas “Rede seines Lebens” bekannt. Der Kultur der Bush-Jahre – “Anything goes…”, wo der Zweck mit die Mittel heiligt – will Obama eine wortgewaltige Anfuhr erteilen. Dazu möchte der Präsidentenstar vom 300-Millionen-Einwohner-Volk mehr Opfer verlangen, so Pressesprecher Robert Gibbs “Ein jeder soll nachdenken, was er zur Bewältigung unserer enormen Herausforderungen beitragen kann”, tönte Obama bereits in Reden während des Festmarathons. Klares Vorbild ist John F. Kennedy: “Frage nicht, was den Land für dich tun kann – sondern du für dein Land”, rief der in den Sechzigern die Nation zur Mithilfe auf. Dazu will Obama die durch Rezessionsängste demoralisierten Amerikaner aufrichten: “Alles ist möglich”, rief er bereits beim Rockkonzert am Sonntag vor dem Lincoln Memorial: “Es wird nicht leicht, es geht nicht über Nacht, es wird Jahre dauern – doch gemeinsam können wir den Amerikanischen Traum weiterleben lassen”. Obama hatte sich die ganze Vorwoche seinen Termin-Kalender freischaufeln lassen, um an seiner Rede zu feilen: “Nun ist er erleichtert, sie am Papier zu haben”, so Gibbs. Viel an früherer Wahlkampf-Rhetorik soll in die Ansprache fließen, die bis zu zwei Millionen Fans in D.C. vor Ort und geschätzte zwei Milliarden via TV rund um die Welt verfolgen dürften, darunter die Schlüsselworte “Change” (Wandel) und Hoffnung, sowie das Versprechen, dass für Amerika und die Welt ein neues Kapital beginnt.

# 18. Jänner: Entscheidung in Sekundenschnelle

Blitzschnell hatte er sich entscheiden müssen, sagt der Heldenpilot: Riskiert er mit dem Return zum Airport über Wohngebot ein Katastrophe – oder sucht er sein Heil in einer Wasserung.
New York. Erstmals nach der wundersamen Wasserlandung eines US-Airways-Jets im New Yorker Hudson-Fluss und der Rettung von 155 Menschen beschreibt Heldenpilot Chesley Sullenberger in Gesprächen mit US-Behörden die dramatischen Sekunden: „Es roch nach verbrannten Vögeln“, erinnert sich „Sully“, der rund um die Welt gefeiert wird. Nach dem Start hätte Sullenberger und Kopilot, Jeffrey Skiles, der die Maschine flog, den Gänseschwarm gesehen: „Sie flogen in perfekter Formation“. Sullenberger erinnert sich: „Durch die Windschutzscheibe war nichts als Vögel zu sehen – wir wollten ducken, den Schwarm ausweichen, doch es war zu spät“.
„Triebwerke still“. In nur 914 Meter Flughöhe und mit 400 Stundenkilometer Tempo hörten sie im Cockpit einen Knall: „Und dann waren die Triebwerke still“, so Sully. Der übernimmt nun den Flug: „Meine Maschine“, befiehlt er gemäß Pilotenprotokoll. „Ihre Maschine“ antwortet der Kopilot. Sullenberger erzählte, wie er wegen der sinkenden Fluggeschwindigkeit die Nase des Jumbos nach unten drückte. Er vermied damit das gefürchtete „Stalling“, wenn, so im Fliegerjargon, ein Jumbo mangels an ausreichender Geschwindigkeit wie eine Stein vom Himmel fällt.
Drei Seiten Anleitung. Hektisch blättert Skiles durch die dreiseitige Checkliste zum Neustart der Turbinen. Doch die, so Sullenberger, wäre eher konzipiert für einen Flughöhe von 11.000 Metern. So viel Zeit hätten sie nicht gehabt. Sullenberger beschrieb auch, warum er sich zur Wasserung entschloss: Ohne Antrieb hätte er es zu keinem Flughafen mehr geschafft. Er hatte Angst vor den „katastrophalen Auswirkungen“ eines Crash über dicht besiedeltem Wohngebiet. Selbst bei der Wasserung trachtete er dann, dass er den Jumbo nahe an einem Fährboot aufsetzte. Er hätte sich dabei an sein Training erinnert: „Bei Wasserungen immer so knapp wie nahe wie möglich zu Schiffen landen“.
Jumbo geborgen. Die Untersuchung läuft weiter auf Hochtouren: Der Jumbo, durch Wasser und Eis 453 Tonnen schwer, wurde jetzt aus dem Hudson gehoben, der Flugschreiber sichergestellt. Die Euphorie um den Helden-Piloten, „Sullymania“, die Amerika ergriff, wächst: Der nächste US-Präsident Barack Obama telefonierte mit dem Piloten, der sogar zur Inauguration nach Washington reisen könnte, fünf Minuten lang.

# 18. Jänner: Parties für Obama

Obama rockt. Die vierttägige Barack-Obama-Show zur historischen Inauguration des ersten Afroamerikaners im Oval Office startet am Sonntag mit dem „Konzert des Jahres“, wie US-Medien jubelten. Das hochkarätigste Aufgebot an Musikstars seit Al Gores Live Earth läutet am Lincoln Memorial in Washington stilgerecht die neue Ära des „Rockstar-Präsidenten“ ein. Den tausenden Fans heizten 19 Star ein, darunter Bruce Springsteen, U2s Bono, Beyonce, Countrystar Garth Brooks, Legende Stevie Wonder, Shakira , Mary J. Blige, Herbie Hancock, Josh Groban, John Legend und James Taylor ein. Der TV-Bezahlkanal HBO übertrug das Rockfest unter dem Titel We Are One: The Obama Inaugural Celebration at the Lincoln Memorial live.
Zwischen den Rock, Hiphop-, Pop- und Country-Klängen lockerten Hollywoodstars Denzel Washington, Jamie Foxx und Queen Latifah sowie Bürgerrechtslegendensohn Martin Luther King III mit bewegenden Redepassagen auf.
Der Höhepunkt natürlich: Ein umjubelter Auftritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama. Der Tenor der Rockparty: Mit Entertainment wurden jene Themen „zum Leben erweckt“, so die Organisatoren. die Obama bei der Erneuerung der USA am wichtigsten erscheinen. Die A-Liste an Musikgrößen zusammenzustellen, war kein zu großes Problem: Die meisten Musiker hatten Obama bereits im Wahlkampf massiv unterstützt – vor allem Springsteen, der Konzerte für ihn gab. Zu den größten Fans des Mega-Konzerts gehörten die Obama-Töchter Maila (10) und Sasha (7).

Rap für Obama. Hip-Hop-Star JayZs Homage an Obama findet heute Abends mit einer – im Vergleich zu den anderen Megaevents – fast „intimen“ Atmosphäre im 1.600-Sitzplätze-„Warner“-Theater statt. Unter Insidern gilt das Konzert mit dem Titel „In Concert on the Eve of Change“ zum heißesten Tip der Obama-Festspiele. Gemeinsam mit Gattin Beyonce und Popstar Mariah Carey wird JayZ auch bei einem der Inaugurationsbälle zu Ehren der First Family teilnehmen: Zu den coolen Klängen sollen sich am „Nachbarschaftsball“ – einem der vier Bälle Dienstag Abends, wo die Obamas das Tanzbein schwingen – auch Alicia Keys und Steve Wonder beitragen. 1.000 Gratiskarten waren für das Fest verlost worden.
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Newseum-Party. Hollywood half Obama mit viel Geld und Excitement beim Wahlsieg: Jetzt stürmen Ikonen der Traumfabrik Feste zu Ehren Obamas: Filmstar Tom Hanks, Regisseurlegende Steven Spielberg sowie Musikgröße Sting tummeln sich bei einem weiteren Ball, zu den die Gründerin der linken Blogger-Plattform Huffington Post lud. Zu dem Ball im Zeitungsmuseum „Newseum“ werden auch Jon Bon Jovi, Halle Berry und Ashton Kutcher erwartet.

# 18. Jänner: Der Final Countdown

Washington. Amerika steht unter freudiger Hochspannung bloß 24 Stunden vor seinem vielleicht historischsten Moment: Morgen, wenige Minuten vor 12 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) wird mit Barack Obama (47) der erste Afroamerikaner als US-Präsident vereidigt. Hoch oben auf den Weststufen des Kapitols hebt er die Hand zum Amtsschwur. Ein Menschenmeer, das sich kilometerweit im Prachtpark National Mall darunter erstreckt, wird Obamas erster Rede als Präsident gebannt lauschen. Mit einem „Fest des Amerikanischen Geistes“ will er die durch Wirtschaftsängste gelähmte Supermacht aufrütteln.
„Notstand“. Es wird eine Tag, wie ihn die US-Kapitale noch nicht gesehen hat: 160 Millionen Dollar hat das viertägige Spektakel samt pompöser Parade und elf Inaugurationsbällen mit dem Who-is-Who an US-Superstars gekostet. Eine Armee von 43.000 Sicherheitskräften ist bereit. Ein Ansturm von vier Millionen war zunächst erwartet worden. Doch viele dürften sich durch schrille Warnungen der Behörden, die den „Notstand“ ausriefen, abschrecken haben lassen: Alle Hotels sind ausgebucht, Straßenbrücken gesperrt, „das Essen könnten knapp werden“, hieß es. Dazu droht ein Wintersturm.
„Wir schaffen es“. Obama will mit der historischen Megafeier inmitten der schlimmsten Rezession seit der Great Depression und Amerikas Verstrickung in zwei blutige und sündteure Kriege ein Klima der Aufbruchstimmung schaffen. „Es wird nicht leicht, aber wir können es schaffen“, sagte er zuletzt im US-TV. Nachsatz: „Versagen ist in Amerika keine Option“. Obama studierte gelungene Reden großer Vorbilder: Vor allem John F. Kennedy und Franklin D. Roosevelt legten mit ergreifender Rhetorik geglückte Amtsstarts hin. Doch noch nie waren die Erwartungshaltungen so hoch wie bei Obama, den die Hoffnung auf „Change“, ein neues Amerika, ins Amt spülte. Laut jüngster New York Times/CBS-Umfrage sind 79 Prozent der Amerikaner trotz Wirtschaftstristesse für die nächsten Jahre „optimistisch“.
Obama-Express. Die Welle der Euphorie war beim Auftakt des viertägigen Festreigens spürbar: Bei Obamas triumphaler Zugfahrt von Philadelphia nach Washington trotzten Zehntausende, viele mit Stars-and-Stripes-Wollmützen und Obama-Buttons an den Winterjacken, Temperaturen von minus 14 Grad Celsius. Geduldig warteten sind entlang der Gleise auf den vorbeiziehenden „Obama-Express“. Obama versprach eine neue „Unabhängigkeitserklärung von Kleingeist und Fanatismus“. Die Zugfahrt ist eine Homage an Obama größtes Idol Abraham Lincoln, der 1861 mit einer zwölftägigen Bahnfahrt nach D. C. samt 101 Ansprachen die Nation begeisterte. Den Sonntag hatte der Präsidentenstar jedoch ganz „Generation Obama“ gewidmet: Zehntausende rockten vor dem Lincoln Memorial beim Konzert des Jahres mit Superstars Bruce Springsteen, U2s Bono, Beyonce oder Legende Stevie Wonder.

# 17. Jänner: Valkyrie

Report vom umstrittenen Weltkriegsdrama mit Superstar Tom Cruise als tragischen Hitler-Verschwörer Claus Graf Schenk Von Stauffenberg.
New York. Die Gänsehaut sei Actionfilmstar Tom Cruise (46) aufgelaufen, als er sich erstmals die Nazi-Uniform überstreifte. Es diente einem guten Zweck: Immerhin bietet Cruise mit Augenbinde und Amienglisch als Verschwörer Claus Graf von Stauffenberg Massenmörder Hitler Paroli. Die Geschichte des deutschen Widerstands – der in Stauffenbergs gescheitertem Bombenattentat am 20. Juli 1944 gipfelte – wird der Welt in Operation Walküre (ab 22. 1. im Kino) als Hollywood-Blockbuster näher gebracht: X-Men-Regisseur Bryan Singer setzte den Thriller mit gewaltigen Produktionskosten von 75 Millionen Dollar fesselnd um. Drehbuchautor Christopher McQuarrie (The Usual Suspects) gelang es, die Verschwörung auf die wichtigsten Personen zu reduzieren.
Cruise-Comeback. Und für Tom Cruise ging es überhaupt nach dem Krach mit dem Studio Paramount ums Comeback: Doch am Boxoffice spielte Walküre mit 73 Millionen Dollar gerade das Marketingbudget ein. Ich habe den als „effizienten Thriller“, so das Branchenblatt Variety, umgesetzte, filmische Geschichtsaufarbeitung in New York gesehen: Unbegründet erscheinen zumindest frühe Befürchtungen in Deutschland über eine „Hollywood-Kitschorgie” begleitet von Kritik über den Scientologen Cruise als Titelhelden.
Von Bombe zerfetzt. Cruise & Co ließen die Stauffenberg-Story mit fesselnden Szenen wiederauferstehen: Der katholische Aristokrat ist als pflichtbewusster Karriereoffizier angewidert vom Nazi-Horror. Explosiv wirkt die Szene, als Cruise bei bei einem Luftangriff an der Afrika-Front ein Auge, einen Arm und zwei Finger verliert. Durch Charisma und Entschlossenheit wird der junge Stauffenberg zum Anführer einer breiten Widerstandsbewegung mit 700 Personen, die Hitlers engsten Kreis penetriert.
Plan umgeschrieben. Doch der Tod Hitlers ist den Verschwörern zu wenig: Der Notplan „Operation Walküre“, den die Nazis zur Sicherung ihrer Macht nach einem möglichen Führertod ausbrüteten, wird von Stauffenberg heimlich umgeschrieben. Er platziert die Aktentasche mit Plastiksprengstoff im Führerbunker, sieht bei der Flucht die Explosion – und glaubt, der Tyrann sei zerfetzt. Dramatisch die Szene, wo in einer Befehlszentrale plötzlich über die Schreibautomaten rattert: „Der Führer ist tot“. Die Verschwörer haben Walküre in Kraft gesetzt: Mit Hilfe von Reserveeinheiten werden Nazi-, SS- und Gestapo-Zentren besetzt. Bis sich der Führer zurückmeldet. Faszinierend sei das Projekt für Cruise gewesen: „Schon als Kind, dachte ich mir: Warum hat den niemand abgeknallt?” Nun hätte er aus erster Hand gelernt: „Es gab sehr wohl eine Widerstandsbewegung!”

# 16. Jänner: Hero vom Hudson

Der Jubel in Amerika und vor allem der Metropole New York wächst, nachdem 155 Flugpassagieren bei einer spektakulären Wasserlandung im Hudson-Fluss gerettet werden können. Mit “Wunder am Hudson” titelten Massenblätter unisono. Als “Superheld “ (New York Post) gefeiert wird Pilot Chesley Sullenberger, Spitzname “Sully”, der den Airbus-A-320-Jumbo der Fluglinie “US Aurways” nach einem, durch Wildgänsen verursachten totalen Triebwerksausfall im Gleitflug auf den Hudson aufsetzte. Die 76 Tonnen schwere Maschine blieb beim, wie Experten erklären “knallharten Aufprall” (siehe Stories auf folgenden Seiten) intakt.
Und der Jumbo trieb lange genug an der Wasseroberfläche, sodass Rettungsbotte, Fähren und Helikopter Fluggäste und Crew bei klirrendem Frost von minus 10 º C rasch retten konnten. Zweimal sei der Ex-Luftwaffen-Pilot Sullenberger durch den halb gefluteten Passagierraum auf und ab gewatet: “Er stellte fast, dass niemand mehr an Bord war”, pries New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg.
Durch die Wasserung am bloß 1,2 Kilometer breiten Hudson rettete der Heldenpilot möglicherweise tausenden weiteren das Leben: Wäre die Passagiermaschine in die Skyline Manhattans gerast, hätte New York eine “unvorstellbare Katastrophe” erlebt.
Ein unglaubliches Drama hatte sich im Luftraum über New York am Donnerstag Nachmittag abgespielt: US-Airways-Flug Nr. 1549, Destination Charlotte, hob um 15:26 Uhr Ortszeit vom Airport La Guardia ab. “Ein ganz normaler Start”, erinnert sich Martin Sosa, der mit Frau Tess sowie den Kids Sophia (4) und Baby Damien an Bord war: “Dann gab es plötzlich einen Knall” (siehe Interview). 45 Sekunden nach dem Take-Off setzt eine Kollision mit Fluggänsen beide Triebwerke in Brand. “Ich sah die Turbinen brennen”, so Passagier Jeff Kolodjay. Sullenberger funkt den Fluglotsen: “Mayday! Beide Triebwerke out! Vogelschlag!”
Doch “niemand besserer” hätte im Cockpit sitzen könne als “Sully”, so seine Frau Lorrie: “Fliegen ist sein Leben!” Der Kapazunder in Sachen Flugsicherheit berät die US-Flugbehörde NTSB und sogar die NASA. Pilotenkollegen gab er Lektionen für sicheres Fliegen. Der 57-Jährige hat sogar eine Lizenz für den “kontrollierten Gleitflug”. Die ist nun hilfreich: Der Jumbo gleitet bloß 975 Meter hoch ohne Antrieb über der Bronx. Sullenberger muss in Sekunden eine Entscheidung über Leben und Tod treffen: Rasch verwirft er die Idee, nach La Guardia zurückzukehren. Er ist nun in der Nordbronx und sieht den Flusslauf: Die letzte Chance. Sullenberger reißt den Airbus scharf nach links – und setzt zum Sinkflug an. Gespenstisch leise gleitet der Jumbo bloß 240 Meter über der “George Washington Bridge”, der meistbefahrendesten Hängebrücke Amerikas hinweg. Ein Zeuge: “Die Maschine flog tief – gleich dachte ich an einen neuen Terroranschlag”. “Wir sahen die Skyline”, erinnert sich Tess Sosa. “Brace for Impact”, krächzt über die Interkom. Sullenberger gibt letzte Anweisungen: “Bereitet euch auf einen harten Aufschlag vor!” Ein Zeuge am Flussufer: “Eine Wassergischt wie bei einer Explosion!” Die Maschine kommt zum Halt. Danach totales Chaos: “Binnen Sekunden”, so Kolodja, dringt Wasser in die Kabine. Einige Passagiere wollen ihre Handgepäck retten. “Die meisten taten genau das, was sie nie tun sollten”, wundert sich Tess Sosa, die längst wegen dem Stau am Gang mit Baby Damien über die Sitzreihen klettert. Trotz dem Tollhaus schaffen es alle binnen 90 Sekunden nach draußen. Doch erst nach dem Exit sei es wirklich dramatisch geworden, so Zeugen: 35 Passagiere fallen ins zwei Grad kalte Wasser. “Der Tod durch Unterkühlung droht hier in vier bis acht Minuten”, so Experten. Der Rest der Passagiere klammert sich an die beiden Notrutsche, die wie ein Floß an den Vordereingängen hängen. Andere stehen spärlich bekleidet im Eiswind auf den Tragflächen. Tess Sosa hält ihr Baby verzweifelt fest. Eine andere Frau hätte, so ein Helfer, gefleht: “Lass mich nicht los!” Und noch ein Wunder: Ein Passagier schwamm sogar ans Flussufer.

# 16. Jänner: Zugfahrt nach DC

Washington. Den nächsten US-Präsidenten Barack Obama hat derart das Angelobungsfieber gepackt, dass er gleich die Abschiedsrede von Vorgänger George W. Bush verpasste. Als Bush in einer 17-Minuten-TV-Rede nochmals trotzig versuchte, die „Errungenschaften“ seiner Ära zu preisen, verließ Obama seine Unterkunft und fuhr zum Abendessen.
Jahrhundertfest. Die Euphorie um Amerikas Jahrhundertfest steigt stündlich: Der viertätige Festreigen, wo bis zu vier Millionen Fans erwartet werden, beginnt mit einem Popkonzert vor dem Lincoln Memorial am Sonntag, gefolgt von Obamas Zugfahrt von Philadelphia nach D. C., sowie dem Amtsschwur, der großen Parade und dem Einzug ins Weiße Haus am Dienstag. Obama kämpft sofort um Staatsgelder zur Wirtschaftsrettung: 350 Milliarden Dollar genehmigte jetzt der Senat, 825 weitere Milliarden soll im Kongress beschlossen werden.

# 15. Jänner: Wunder vom Hudson: „Ein lauter Knall…“

Überlebende berichten von unfassbaren Szene an Bord: “Wir hörten den lauten Knall”, sagte ein Passagier namens Jeff. “Ich sah die Flammen des brennenden Triebwerks”, sagte er: “Ich dachte nur mehr: Oh, Mann! Das ist das Ende!”. Passagiere an Bord hätten sich an den Händen gehalten, einige weinten. Rasch wäre Jeff klar geworden, dass es für eine Rückkehr zum Flughafen zu spät sei. “Ich sah die Skyline draußen, als die Maschine nach unten glitt”, so der Überlebende weiter. Dann hätte der Pilot plötzlich gerufen: “Bereitet euch für den Aufschlag vor!” Alle hätten ihre Köpfe nach unten gehalten, “wie im Film”, so Jeff. Dann ein heftiger Ruck, ein lautes Krachen: “Angst, pure Angst”, hätte er gehabt. Als die Machine zum Stillstand kam, wäre Panik ausgebrochen, berichtet der Passagier: “Eine Frau mit einem Baby am Arm kletterte über die Sitze am Weg nach draußen”, sagt Jeff. Jemand hätte gerufen: “Frauen und Kinder zuerst! Bitte!” Wasser drang in die Kabine, “rasend schnell”, wie er sich erinnert. Überlebende wären durch den Mittelgang gewatet. Geflüchtet durch die Notausgänge landeten, so der Zeuge, viele Passagiere im Wasser. Andere retteten sich auf die Tragflächen. Jeff: “Es roch nach nach Benzin – wir dachten, es könnte alles jede Sekunden explodieren!” Die Rettungsboote wären jedoch in kürzester Zeit gekommen und hätte Passagiere aufgenommen.

# 15. Jänner: Hollywood-Gossip

Titanic-Star Kate Winslet (33) ist mit ihrem überraschenden Doppelschlag bei den „Globes“ Hollywoods neues Golden Girl. Doch plötzlich nervös durch das grelle Rampenlicht könnte es sich der Britenstar mit einem Faux Pass in ihrer Dankesrede mit Megastar Angelina Jolie (33) verscherzt haben. Überwältigt von der Trophäe für den Kultfilm Revolutionary Road, wo ihr Gatte Sam Mendes (43) Regie führte, fiel ihr unter den Tränen der Rührung der Name von Konkurrentin Jolie nicht ein. „Wie heißt die andere?“, stammelte Winslet. Jolie lächelte säuerlich. Die mögliche Fehde könnte sich nun im Kampf um die weit prestigeträchtigeren Oscar-Statuen vertiefen, so Insider. Winslet kann dafür ein für Hollywood erstaunlich skandalfreies Privatleben vorweisen: Tochter Mia (8) stammt zwar aus ihrer ersten Ehe mit Filmemacher Jim Threapleton (34). Doch das Verhältnis mit ihrem Ex sei „exzellent“, sagt sie. Mendes ist der Vater des zweiten Kindes Joe (5). Hart sei, gab sie kürzlich zu, Mutterrolle und Karriere „unter einen Hut zu bekommen“. Ein wenig Aufregung gab es dann doch bei der ersten Sexszene mit Schwarm Leonardo DiCaprio (34) seit Titanic: Mit ihrem Mann hinter der Kamera wäre es „recht eigenartig gewesen“, sagte sie.

Schon als Teenager hatte Katie Holmes (30) geträumt, einmal Filmstar Tom Cruise (45) zu heiraten. Doch ist die Ehe nun eher ein Albtraum, wie Freunde Alarm schlagen? Tom hätte, heißt es. ihr vor allem „eine Bilderbuchkarriere versprochen“, behauptet, sie in fünf Jahren zur Nr. 1 im Box-Office unter allen Schauspielerinnen machen zu können, so das Magazin Star: Nun dürfe sie am Broadway in New York fernab Hollywoods in einem Musical spielen – während er zwecks PR für den letzten Streifen Valkyrie durch die Welt jettet. Und gerade als Katie nach der Geburt von Tochter Suri (2) zum Comeback ansetzen will, dränge Cruise auf Baby Nr. 2. Sogar „zehn Kinder“ könne er sich vorstellen, sagte er zuletzt. Entsetzt frage sich der Dawsons‘s Creek-Star, so Insider: Verlangt er von ihr, die Filmlaufbahn ganz aufgeben? Und versüßt er den Deal, in dem er ihr Millionen zum Verjubeln gibt: Holmes hatte 14 Millionen Dollar in sechs Monaten ausgegeben. Verdächtig auch: Immer öfter sind beide solo zu sehen.
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Schon in Sex and the City kommt Carrie, aka Sarah Jessica Parker (43), mit Männern kaum klar. Jetzt droht ihr selbst der Beziehungs-GAU: Sie soll die Schnauze voll haben vom „dauerfremdgehenden“ Gatten Matthew Broderick (46), heißt es. Sie suche bereits nach einer neuen New Yorker Wohnung. Der Trost: Für eine SATC-Film-Sequel könnte sie 30 Mio. Dollar kassieren.

Hollywood-Insider halten ein Comeback des Pulp-Fiction-Stars John Travolta (54) nach dem tragischen Tod seines Sohnes Jett (16) durch einen „Anfall“ für schwierig. Er selbst sei völlig am Boden zerstört, so Freude. Den Auftritt bei den Golden Globes sagte er ab. Dazu gibt es Fragen, ob Travoltas Scientology-Glaube Mitschuld an Jetts Tod gehabt haben könnte.

Nach Zündstoff durch ihre Affäre mit Millionen-Erben Balthazar Getty sorgt nun auch die Filmkarriere von Sienna Miller (27) für Aufregung: Sie wurde von Gladiator-Star Russell Crowe (44) aus dem Robin-Hood-Film Nottingham gedrängt, wo sie Maid Marian spielen hätte sollen. Der Grund ist bizarr: Crowe, der den berüchtigten Sheriff mimt, sei zu übergewichtig, um die Liebeszenen mit der schönen Miller „glaubhaft erscheinen zu lassen“. Ein Insider: „Russell hat die Extrakilo aus seinem letzten Film nie abgespeckt – es würde grauslich aussehen!“ Die Crew sucht nun nach einem „Crowe-kompatiblen“ Sienna-Ersatz: Älter und runder.

# 15. Jänner: Obamas Erfolg für Kids

Barack Obama kann bereits vier Tage vor dem Amtsschwur als US-Präsident einen Erfolg verbuchen: Vier Millionen Kinder sollen laut einem im Repräsentantenhaus beschlossenen Gesetz eine Krankenversicherung erhalten. Der Senat muss die Initiative, die der abdankende George W. Bush einst per Veto vereitelte, noch bestätigen. Obama, der am Dienstag in einer 160 Millionen Dollar teuren Riesenfeier in Washington D.C. vereidigt wird, setzt seine “Kinderoffensive” auch an einer anderen Front fort: In einem rührenden Brief an seine Töchter versprach er künftigen Generationen ein besseres Amerika: “Ihr seid der Grund”, schrieb er an Sasha (7) und Malia (10), “warum ich Präsident werden wollte”.

# 15. Jänner: Wasserlandung im Hudson

Ein dramatischer Flugunfall schockierte Amerika und die Metropole New York: Ein “US-Airways”-Jet der Type Airbus-320 stürzte bei einer Notlandung Donnerstag Nachmittag in den Hudson-Fluss westlich von Midtown Manhattan. Höhe 48. Straße. Doch rasch kam die Entwarnung: In einem wahren “Wunder von New York”, so Lokalmedien prompt, konnten Fährbotte, Schlauchboote, Helikopter und Taucher alle der 150 Passagiere und fünf Crewmitglieder retten.
Flug Nr. 1549 war um 15:26 Uhr Ortszeit vom New Yorker Airport La Guardia, Startpiste Nr. 4, abgehoben. Zieldestination: Charlotte, North Carolina. Kurz nach dem Start funkte der Pilot panisch zum Kontrollturm: Ein Schwarm von Gänsen wäre in die Triebwerke geraten, der Jumbo sei schwer kontrollierbar. Beide Turbinen seien ausgefallen, hieß es. Minuten später setzte der Pilot zu einer spektakulären Wasserlandung im Hudson an. Für Tausende New Yorker muss der röhrende, tieffliegende Jumbo wohl den Horror der Anschläge des 11. September in Erinnerung gerufen haben.
“Der Pilot hatte wohl keine Chance mehr, zum Flughafen zurückzukehren”, sagte Kollege Paul McCarthy am TV-Sender MSNBC: “Doch er dürfte den Vorderteil der Maschine über dem Wasser gehalten haben”. Ein Zeuge sprach von einer “perfekten, kontrollierten Landung”. Fast zwei Stunden lang trieb der Jumbo – Oberteil und Heckfloss gut sichtbar und live via TV-Newskanäle rund um die Welt übertragen – in den Fluten.
Auf Fotos von Zeugen war zu sehen, wie erste Helfer Passagieren in Schlauchboote halfen und ihnen mit Schwimmwesten anlegten. 60 Menschen wurden im Wasser schwimmend gesehen. Dazwischen trieben Gepäckstücke. Überlebende standen auf den Tragflächen. Bei Außentemperaturen von – 10 º C und dem Wasser knapp über dem Gefrierpunkt wäre am kältesten Tag des bisherigen Winters der Erfrierungstod im Wasser “nach zwei Minuten eingetreten”, so Experten.
Spitäler in New York wurden in Alarmzustand versetzt: Über 50 Passagiere waren mit Unterkühlungen in die Intensivstationen eingeliefert worden. Überlebende beschrieben im TV die dramatischen Sekunden der Crashlandung: “Ich dache, ich werde sterben”, so ein Passagier namens Jeff. Zeuge Janis Krums, der sich mit einer Fähre am Weg über den Fluss am Heimweg befand, berichtete: “Plötzlich brüllt jemand: Ein Flugzeug! Es stürzt in den Fluss!” Das Fährboot wäre Minuten später am treibenden Wrack eingetroffen und hätte gerettete Passagiere aufgenommen, so Krums. Taucher der New Yorker Polizei NYPD und der Feuerwehr suchten in den frostigen Fluten nach möglichen Opfern. Doch ein Sprecher der Airline gab Entwarnung: “Alle haben es geschafft!”

# 15. Jänner: Medienhype um Obama

Amerikas erster Afroamerikaner im Oval Office, Barack Obama (47), ist der größte Medienstar aller Zeiten. Seit John F. Kennedy in den Sechzigern hat es einen „derartigen Hype nicht mehr gegeben“, sind sich Experten einig. Allein die Tsunami an Magazin-Titelgeschichten illustriert das Phänomen: Time rief ihn zur „Person des Jahres“ aus. People kramte rührende Anekdoten aus dem Familienleben mit seiner attraktiven Gattin Michelle (44) und den reizenden Töchtern Malia (10) und Sasha (7) hervor. Am Cover des Kult-Magazins Rolling Stone posierte er, recht präsidial dreinschauend, 2008 dreimal. Und die Männer-Postille GQ erklärte überhaupt: „Obama rules!“ Tabloids priesen seinen in Hawaii zur Schau gestellten, muskelbepackten Oberkörper, zerpflügten sein Diät- und Fitness-Geheimnis.
Doch selbst die frenetische Berichterstattung wirkt bloß wie ein langer Trommelwirbel verglichen mit den bombastischen Übertragungsplänen für die Obama-Show zur Angelobung: Am Dienstag dem 20. Jänner wird Obama – die linke Hand auf der Bibel, die rechte zum Schwur erhoben – zum 44. US-Präsidenten angelobt. Ein globales TV-Publikum von zwei Milliarden Menschen wird bei der Stunde Null der Obama-Ära erwartet.
Die Fernsehstationen werfen alle Ressourcen in die Schlacht. CNN plant Live-Berichte rund um die Uhr von dem am Sonntag beginnenden, viertägigen Festprogramm: Darunter Obamas triumphale Zugfahrt von Philadelphia nach D.C., die Parade die Prachtallee Pennsylvania Avenue entlang zum Weißen Haus sowie die Serie glamouröser Inaugurationsbälle mit dem Who-is-Who aus Politik, Wirtschaft und Hollywood. NBCs populäre Today Show wird am Dienstag mit Star Matt Lauer die gesamte Zeremonie bestreiten. Amerikas Talkdiva Nr. 1, Oprah Winfrey, sendet ebenfalls direkt aus dem von Millionen Fans belagerten Washington. Auch der ORF plant einen intensiven Obama-Tag: …
„Noch nie habe ich eine solche Aufregung gespürt“, so TV-Produzent Phil Alongi: „Die ganze Welt schaut hier zu“. Selbst Nischenkanäle haben ambitionierte Pläne: Der Schwarzen-Sender TV One plant 21 Stunden an Live-Übertragungen. Der Musikkanal MTV sendet aus Kenia, der Heimat von Obamas Vater. Sogar der Kinderkanal Nickelodeon plant eine „kinderfreundliche Übertragung“, so der Sender.
Schon bisher war Obama ein Quotenwunder: CBS landete mit dem ersten Interview nach dem Wahlsieg mit 18 Millionen Zusehern einen historischen Quotenhit für die Sendung „60 Minutes“. Auch für Talkmeister Jay Leno generierte Obama ein Rekordpublikum. Die Auflage von USA Today, dem US-Blatt Nr. 1, war nach Obamas Wahltriumph trotz Zusatzauflage von 500.000 Stück völlig vergriffen. Das Phänomen ist global: 250 Millionen Mal war über Obama berichtet worden, zählte das US-Institut Global Language Monitor: Weit mehr als selbst über den Terrorhorror von 9/11. „Obama hat die Welt gefesselt“, so Leiter Paul Payack.
Der Präsidentenstar sorgt dazu für Profite: Sender erwarten pro Tag um fünf Millionen Doller höhere Werbeeinnahmen als bei vergleichbaren Events. Die Washington Post zockt ab: Zwei Dollar statt der üblichen 75 Cents wird am Inaugurationstag kassiert. Und Time will, fast wie ein Teeniemagazin, mit einem beigelegten Obama-Poster abcashen.

# 14. Jänner: Steuersünder Geithner

Zunächst lief Obamas Kabinettsbildung wie auf Schienen: Doch jetzt wackelt sein Wirtschaftsteam. Finanzchef Geithner hat Erklärungsbedarf.
Washington. Bloß Tage vor dem Amtsschwur am Dienstag stolpert Barack Obama in die erste Blamage: Ausgerechnet der Frontmann des nächsten US-Präsidenten zur Rettung der US- und Weltwirtschaft, Finanzminister Timothy Geithner (47), soll dem US-Finanzamt IRS 34.000 Dollar Steuern schuldig geblieben sein – und eine Haushälterin ohne gültige Arbeitspapiere beschäftigt haben. Das Senats-Hearing zur Bestätigung des New Yorker Notenbankers wurde prompt verschoben.
Nannygate. Die Vorwürfe haben Sprengkraft: Immerhin soll Geithner auch zum Boss der IRS befördert werden, der er zwischen 2001 und 2004 Steuern schuldig blieb. „Kein wirklich gutes Vorbild für Steuerzahler“, wurde geätzt. Und die Beschäftigung einer Illegalen hatte schon 1993 im Skandal bekannt „Nannygate“ Bill Clintons Justizministerin zu Fall gebracht.
Team Obama machte die Reihen dicht: Geithner sei einem „häufigen Irrtum“ bezüglich der Abgaben für einen Zusatzjob beim Internationalen Währungsfonds aufgesessen. Total zahlte er samt Zinsen 43.000 Dollar zurück. Dennoch sei „die Sache peinlich“, so Top-Demokrat John Kerry.
Rückschlag. Obama kann sich eine Verzögerung – oder gar Entgleisung – der Nominierung kaum leisten: Geithner ist seine zentrale Figur in den ambitionierten, bis zu 1,3 Billionen Dollar teueren Konjunkturpaketen zum Schockstart der dümpelnden US-Wirtschaft. Dabei hatte Obama zuvor bereits eine andere Schlüsselfigur verloren: Handelsminister Bill Richardson warf das Handtuch wegen einer Untersuchung über fragwürdige Auftragsvergaben als New-Mexico-Gouverneur. Dennoch: Historisch betrachtet, so Experten, sei Obamas Machtübernahme ein der „reibungsfreisten“ seit langem.

# 13. Jänner: Bills Liste

Bills Geschäfte standen im Brennpunkt der Hearings für Obamas neue Chefdiplomatin.
Washington. Für die kommende US-Außenministerin Hillary Clinton war es ein turbulenter Abschied nach acht Jahren im Senat: Beim Hearing zur Jobbestätigung gab es harte Bandagen seitens ihrer Ex-Kollegen. Weniger Fragen zu Hillarys Qualifikationen standen im Brennpunkt als die Sorgen um Interessenkonflikte wegen dem globalen Philanthropie-Imperiums ihres Gatten Bill. Der Ex-Präsident musste jüngst die Namen von 200.000 Gönnern preisgeben, die 492 Millionen Dollar spendeten. Explosiv: In der Liste stehen ölreiche Nahoststaaten wie Saudi-Arabien oder umstrittene Geschäftsleute. Die könnten versuchen, über Mr. Clinton künftig auch Hillary „zu beeinflussen“, so Experten. Den sechsmal habe sie bereits, so Medienberichte, für Bill-Spender interveniert. Bei Hillarys Auftritt werden auch Ideen erwartet, wie sie den Gaza-Krieg stoppen will.

# 12. Jänner: Erster Testlauf

Mit erstaunlich detailgetreuen Probeläufen bereitet sich Washington auf Obamas Amtseid vor Millionen vor. Nichts soll schiefgehen.
Washington. Der 26-Jährige Soldat Derrick Brooks legte die linke Hand auf die Bibel, hob die Rechte zum Schwur auf die Verfassung. Dann wurde er als US-Präsident angelobt. Die bizarre Szene an den Weststufen des Washingtoner Kapitols war natürlich bloß ein Probelauf für den wirklichen Amtseid von Barack Obama in sieben Tagen. Um Brooks Hals baumelte eine Tafel „Pres.-Elect Obama“. Doch die Detailtreue der Übung erstaunte alle: Der Doppelgänger war wegen seiner Obama ähnlichen Statur ausgewählt worden. „Außer den großen Ohren“, wie er scherzte. Salutschüsse knallten, militärische Marschmusik hallte. Ein Soldat spielte sogar den abdankenden George Bush.
Oma Sarah. Nichts soll bei der Jahrhundert-Feier zur Stunde Null der Obama-Ära schiefgehen: Via zehn Großbildschirmen soll der historische Amtseid des ersten Afroamerikaners für Millionen Fans in der National Mall übertragen werden. Einige der 250.000 Karten für Sitzplätze vor dem Kapitol werden bereits um 4.000 Dollar verkauft. In Kenia macht sich Obamas Afrika-Clan reisefertig: Selbst die 87-jährige Stiefgroßmutter Sarah wird in D. C. erwartet.
Inmitten des Jubels schraubte Obama die enormen Erwartungshaltungen hinunter: Wegen der „katastrophalen Wirtschaftskrise“ werde er nicht alle Wahlversprechen gleich umsetzen können.

# 11. Jänner: Hot Chilli

Washington. Präsidentenstar Barack Obama wird zur ultimativen Sehenswürdigkeit in der US-Hauptstadt: Beim vorletzten Wochenende vor dem Amtsschwur bestellte er im berühmten Laden Ben´s Chili Bowl unter Gedränge von Fans und Fotografen einen Hot Dog. Was die Bedeutung seines Besuchs sei, wollte ein Reporter wissen. „Dass ich Lust auf einen Hot Dog hatte”, konterte Obama. Mit Familie tourte er später durch das Abraham-Lincoln-Museum.

# 10. Jänner: First Granny

Noch 9 Tage bis zur pompösen Machtübernahme durch Barack Obama: Washington erwartet vier Millionen Fans. Es herrscht Alarmstufe rot.
Washington. Amerika hat seine erste „First Granny“: Die Mutter der First Lady Michelle und Schwiegermutter des kommenden US-Präsidenten Barack Obama, Marian Robinson (71), wird ebenfalls am Inaugurationstag am 20. Jänner ins Weiße Haus einziehen. Sie werde vor allem, so eine Obama-Sprecherin, ihren Enkeltöchtern Sasha (7) und Malia (10) bei der „gewaltigen Umstellung“ als Präsidentenkinder helfen. Der Schritt war als temporär stilisiert worden. Aber es hieß auch: „Wenn es Mrs. Robinson gefällt, kann sie auch bleiben“. Sie erhält ein pompöses Zimmer im Privatflügel der US-Regierungszentrale.
Unentbehrliche Stütze. Robinson wurde während Obamas Wahlkampf stets gepriesen: Ohne der Hilfe der rüstigen Rentnerin mit den Kindern „wäre alles nicht möglich gewesen”, schwärmte Michelle. Und Barack scherzte im US-TV: „Sie ist meine Schwiegermutter, Mann! Ich werde ihr sicher nicht sagen, was sie zu tun hat….” Beibehalten wollen die Obamas auch die erste White-House-Köchin in der US-Geschichte, Cristeta Comerford, die seit 2005 Köstlichkeiten auffährt.
Uhr tickt. Dazu läuft der Countdown zur Angelobung Obamas auf den Weststufen des Kapitols in DC übernächsten Dienstag auf Hochtouren. Und der Hype kennt keine Grenzen: 5.000 Karten für Plätze entlang der Parade am Pracht-Boulevard Pennsylvania Avenue waren über das Internet binnen einer Minute ausverkauft. Bis zu vier Millionen Menschen werden erwartet. Experten warnten vor dem größten Verkehrschaos alle Zeiten. Es herrscht Alarmstufe Rot: 17.000 Soldaten sowie 9.000 Polizisten schützen Obama. Die Vorfeiern des durch den Einzug des ersten Afroamerikaners ins Oval Office historischen Tages beginnen nächstes Wochenende. Obama plant eine triumphale Fahrt mit dem Zug von Philadelphia nach Washington.

# 10. Jänner: Aufstand der Dems

Die Mehrheit im Kongress will stets dem neuen Chef im Oval Office zeigen, wer in der US-Kapitale die Hosen anhat. Egal, ob der von der eigenen Partei ist. Egal, ob in einer Woche Millionen die triumphale Machtübernahme des „schwarzen Kennedy“ feiern. Ausgerechnet die Demokraten eröffneten das Sperrfeuer: Sie wettern gegen Obamas Konjunkturpaket, stänkern über Kabinetts-Nominierungen. Der blamable Zank gefährdet den bitter benötigten Stromstoß zur Wiederbelebung der kaputten US-Wirtschaft. In Sachen Teamwork sind die Republikaner fast ein Vorbild: Die ruinierten im Gleichschritt mit George Bush die Nation. Vergeigen die zankenden Demokraten nun die Rettung?

# 10. Jänner: Obamas Stimulus

Washington. Vier Millionen Jobs will Barack Obama mit seinem bis zu 1,3 Milliarden Dollar teueren Stimuluspaket schaffen, sagte der kommende US-Präsident in seiner wöchentlichen Ansprache. Doch im Kongress läuft er ins Sperrfeuer eigener Demokraten-Parteifreunde. Schwergewichter wie Ex-Kandidat John Kerry wettern vor allem gegen den Plan, Teile der 300 Milliarden Dollar an Steuersenkungen auch Betrieben zukommen zu lassen. Diese sollen 3.000 Dollar an Steuererleichterungen erhalten, wenn sie Arbeiter anstellen.
Kritik. Das sei die alte Wirtschaftspolitik, wetterte Kerry: Helfen wir der Geschäftswelt und „alles wird gut“. Die Parteilinken wollen lieber direkt den Konsumenten unter die Arme greifen. Gefordert werden vor allem Aktionen, um sich gegen die Flut an Zwangsversteigerungen von Häusern zu stemmen, deren Eigentümer die Raten nicht mehr zahlen können. Obama wollte mit den Steuerrabatten für Firmen sein Paket auch Republikanern schmackhaft machen. „Mit deren Hilfe könnte er es rascher durch den Kongress boxen”, so TV-Kommentator Chuck Todd. Die Zeit drängt: Mit einem Verlust von 524.000 Jobs im Dezember stürzt die US-Wirtschaft weiter ab.

# 8. Jänner: Obamas Erbe

Mit einem gewaltigen Budgetloch als Erbe steht Obama mit dem Rücken zur Wand: Dennoch pumpt er nochmals 1,3 Billionen in die US-Wirtschaft.
Washington. Der kommende US-Präsident Barack Obama versuchte mit seiner ersten „Rede an die Nation“, die USA auf ein weiteres gigantisches Stimuluspaktes zum Schockstart der stotternden US-Wirtschaft einzuschwören. Ohne „dramatische Schritte“, appellierte Obama am Donnerstag in Fairfax, Virgina, sei das Steuer nicht herumzureißen. Obama warnte vor Masenarbeitslosigkeit mit Raten von über zehn Prozent und einer „jahrelangen, tiefen Rezession“.
Notpaket. Obams Notpaket – ein Mix aus Bauprojekten, Alternativenergie-Förderungen und Steuersenkungen – könnte auf bis zu 1,3 Billionen Dollar anschwellen. Der Kongress bremst: Eine Beschlussfassung wird nun erst für Mitte Februar erwartet.
Vorgänger George W. Bush hat Obama eine „fiskalische Katastrophe“ hinterlassen, so das Budgetbüro des Kongress: Ein Loch von fast 1,2 Billionen Dollar klafft im heurigen Etat.
China zögert. Die Aussichten sind schockierend: Die Wirtschaft soll heuer um 2,2 Prozent schrumpfen. Die Budgetexperten rechnen mit einem Anstieg der Arbeitslosenrate auf 9,2 Prozent bis 2010. Dabei gibt es alarmierende Anzeichen, dass China Amerikas rapide wachsenden Schuldenberg wegen eigener Wirtschaftsprobleme nicht mehr so freizügig wie bisher finanzieren könne.

# 8. Jänner: Flynt fordert Prono-Bailout

Washington. Neben Banken und Autoindustrie fordert jetzt auch Amerikas Pornogewerbe nach Regierungsgeldern: Die Rezession hätte zu einem gewaltigen Einbruch bei den Umsätzen mit Sex-Filmen und -magazinen gesorgt, argumentiert Pornoköng und Hustler-Herausgeber Larry Flynt. Der Boss der Vertriebskette Girls Gone Wild, Joe Francis, schloss sich der Forderung an. Die Wünsche konkret: Fünf Milliarden Dollar soll aus dem zur Bankenrettung geschaffenen 700-Milliarden-Dollar-Nottopf kommen.
Rasche Hilfe. „Es ist Zeit”, so Flynt auf CNN, „Amerikas sexuellen Appetit wieder aufzufrischen“. Die wegen der Wirtschaftsmisere darbende Pornoindustrie solle „möglichst rasch“ geholfen werden, so Flynt. Ein Sprecher fügte an, dass es auch um „Gleichbehandlung“ gehe: Alle Branchen würden nach einem Bailout, einer Rettung durch Steuerdollar, schreien: „Warum soll die Pornoindustrie leer ausgehen“. Experten halten Flynts Vorstoß jedoch eher für einen gelungenen PR-Streich.

# 7. Jänner: Österreichs Speindelegger: „Grauen um Zivilopfer…“

Österreich mischt bei den Gaza-Beratungen im UN-Weltsicherheitsrat mit.
New York. Der Gaza-Krieg wird zum ersten Test für Österreichs diplomatische Talente als neues Mitglied des 15-Staaten-„Security Council“. Der zur Krisensitzung nach New York gejettete Michael Spindelegger präzisierte seine Forderungen:
Was ist jetzt das wichtigste?
Spindelegger: Es muss rasch ein Waffenstillstand her. Die Welt ist aufgebracht über die hohen Zivilopfer. Jede Wunde, die jetzt geschlagen wird, blockiert den Weg zum Frieden. Der Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen.
Der Krieg fällt in ein Machtvakuum in den USA: Bush ist abgemeldet, Obama noch nicht am Ruder.
Spindelegger: Die amtierende Außenministerin ist sehr engagiert. Und vielleicht nähert sich Amerikas Position künftig jener der EU an.
Welche spezielle Expertise kann Österreich einbringen?
Spindelegger: Unser Vorteil: Niemand hat Vorurteile gegen uns. In meinen Gesprächen mit der Arabischen Liga spürte ich, dass man uns viel zutraut.

# 7. Jänner: Präsidenten-Club

Obama holt sich für den Start im Oval Office Rat von Clinton, Carter, Bush Jr. und Senior.
Washington. Angesichts der gigantischen Herausforderungen kann Amerikas nächster Präsident Barack Obama jeden Rat gebrauchen. Jetzt traf er sich zum Lunch mit dem „exklusivsten Klub der Erde“, so Time: Alle lebenden Ex-US-Präsidenten. Das letzt derartige Treffen war 1981. Vorgänger George W. Bush, dessen Vater sowie die Demokraten Bill Clinton und Jimmy Carter beschrieben die Tücken des mächtigsten Polit-Jobs der Erde.

# 6. Jänner: Offene Fragen beim Travolta-Tod

Eine Autopsie nennt „Anfall“ als Todesgrund. Doch viele Fragen bleiben offen.
Los Angeles. Laut der Autopsie starb Jett Travolta (16), Sohn des Pulp Fiction-Stars John Travolta (54), an einem tödlichen „Anfall“. Jett war am Neujahrstag regungslos im Badezimmer des Luxus-Ferienhauses auf den Bahamas gefunden worden. Erschütternde Details werden bekannt: Nachdem Travolta mit Wiederbelebungsversuchen um Jetts Leben kämpfte, verabschiedete er sich, so Zeugen: „Es tut mir leid, Jett“, sagte er unter Tränen. Er umarmte den leblosen Körper.
Autismus? Die Behamas-Behörden veröffentlichten keinerlei Autopsiedetails über mögliche, medizinische Hintergründe des Todesfalls. „Die Leiche zeigte keine tödliche Kopfwunde“, so ein Mitarbeiter einer Begräbnisfirma. Zunächst war geglaubt worden, Jett wäre bei einem Krampfanfall mit dem Kopf an die Badewannenkante aufgeschlagen. Die Debatte um einen „vermeidbaren Tod“ durch frühere Behandlungsfehler geht weiter: Jett könnte an Autismus gelitten haben, eine Krankheit, deren Behandlung Scientology untersagt. Travolta gilt als vehementer Anhänger der Sekte.

# 6. Jänner: Bernies Klunker

Details des Finanzbetrugs durch Barnard Madoff werden täglich schriller: Nun bringt er Juwelen in Sicherheit.
New York. Der Ex-Wall-Street-Guru, der im größten Schneeball-Betrugssystem aller Zeiten 50 Milliarden Dollar verzockte, soll eine Million Dollar an Schmuck und anderen Wertgegenständen mit der Post verschickt haben. Madoffs Anwälte beteuern, es wären bloß „Andenken“ für seine Söhne und Verwandte gewesen. Doch Opfer-Anwälte behaupten wutentbrannt: Der Finanzbetrüger würde die Reste seines eingefrorenen Vermögens „verschwinden lassen“, anstatt es an Betrogene zu retournieren. „Ich verlange U-Haft”, so Kläger Bill Singer in einem vollgeräumten Gerichtssaal.
8.000 Formulare. Madoff darf nach der Hinterlegung einer Kaution von zehn Millionen Dollar in seinem Manhattener Luxus-Apartment unter „Hausarrest“ den Prozessbeginn abwarten. Der Masseverwalter der stillgelegten Madoff-Brokerfirma schickte jetzt 8.000 Schadenersatz-Formulare an geprellte Investoren aus. Die unter Staatsaufsicht gestellte Wiener Medici-Bank rangiert laut einer Liste der Top-Madoff-Opfer – ein Who-is-Who der internationalen Finanzszene – sogar mit einem Schaden von zwei Milliarden Dollar auf Rang vier, so das Wall Street Journal.
Keine Aufsicht. Den größten Ausfall erlitt der Hedgefonds Fairfield Greenwich Group (7,5 Milliarden Dollar), gefolgt von der Tremont Holding (3,3 Mrd.) sowie der spanischen Banco Santander (2,33 Mrd.). Im Kongress haben Hearings begonnen, warum die US-Börsenaufsicht SEC Madoff nicht auf die Spur kam. Seit 1992 seien acht Untersuchungen ohne Konsequenzen geblieben, wurde zuletzt enthüllt.

# 6. Jänner: HOLLYWOOD-GOSSIP

Dass auch bei Hollywood-Traumpaaren so richtig die Fetzen fliegen können, bewies Südafrikas Traumfrau Charlize Theron (33) und Briten-Boyfriend Stuart Townsend (36). Eigentlich hätte es ein romantischer Neujahrs-Trip an die türkisblaue Karibik vor Tulum, Mexiko, werden sollen. Doch plötzlich brach, vor den Augen verdutzter Poolgäste im Luxushotel Casa De Miel heftiger Krach aus. Der Oscar-gekrönte Monster-Star ließ danach am Personal ihre miese Laune aus. „Sie tobte herum, dass die Lichter dauernd aus sind und das Wasser nicht heiß genug sei“, so Zeugen. Den Rest des verpatzten Trips verbrachte das Paar meist getrennt: Sie entspannte mit Power-Yoga und Golf, er ruhte am weißen Sandstrand. Immer noch grimmig war Therons Gesichtsausdruck, als sie nach der Rückkehr nach L. A. den Gepäckwagen am Airport LAX vor sich herschob. Theron ist seit 2004 mit Twonsend liiert, mit dem sie in den Streifen Head in the Clouds oder Trapped brillierte. Das Paar wolle, sorgten sie zuletzt für Aufsehen, erst dann heiraten, bis auch Schwulenehen zugelassen werden. Insider ätzen: Können sie nach dem Silvester-Krach im Tropen-Paradies so lange warten? Diskutiert wird auch, ob Townsend Theron hüllenlose Performance im Kult-Streifen The Burning Plain (im Februar im Kino) aufstößt. Der Film, der beim letztjährigen Venice Film Festival Premiere hatte, gilt als bisher bester Beweis, warum Esquire sie zur „Sexiest Woman Alive“ kürte. Das Personal des Tulum-Hotels hat jedoch eher eine Zicke in Erinnerung.

Hüllenlos brilliert die Sexgöttin im Kultfilm The Burning Plain an der Seite von Kim Basinger (55): Als Sylvia spielt sie beim Regiedebüt des Babel-Autors Giullermo Arriaga ein Frau, die ihre Beziehung zu ihren Eltern nach einer schwierigen Jugend wieder kitten will. Opulente Sexszenen dokumentieren dabei Sylvias Liebesleben – aber auch die Affären ihrer Mutter, gespielt von Basinger. Obwohl es keinesfalls Therons erste cineastische Oben-Ohne-Auftritte sind (sie zeigte alles in Monster oder The Devil s Advocate) sorgte ihr jüngstes Werk für Aufsehen: Mit offener, dunkelblauer Baderobe nähert sie sich da auf der Kinoleinwand einem ihre Liebhaber. Die Fachpresse rotierte.

Vertrauen ist gut,. Kontrolle besser. Auf dieses Motto setzt Hollywod-Diva Jennifer Lopez (39): Sie soll ihren Assistenten auf die Konzertouren ihres Barden-Gatten Marc Anthony (40) hinterhergeschickt haben. Er sollte ausspionieren, ob sich der Latin-Lover mit Groupies amüsiert. JLo leitete die Spionage-Aktion akribisch, so die New York Post. Sie verlangte „tägliche Updates“. Doch auch er brennt vor Eifersucht: Er soll, so Freunde, ständig Telefonate überwachen und sogar ihre Garderobe durchforsten. Um das Traumpaar hatte es zuletzt massive Spekulationen über eine bevorstehende Scheidung gegeben: Beide zeigten sich ohne Ringe. Anthony war dazu flirtend in Nightclubs in New York und Las Vegas gesichtet worden. Zur Abwehr eines sich abzeichnenden PR-GAUs tauchten sie gemeinsam bei der Amtseinführung des Puerto-Rico-Gouverneurs in San Juan auf: Sogar einen demonstrativen Kuss gab es für die Paparazzi. Die wilden Gerüchte konnte der amoröse Stunt jedoch nicht eindämmen: Ausgerechnet am Valentins-Tag könnten sie ihre Trennung bekannt geben, schrieb zuletzt die Daily News.

Hollywood liebt gute Comeback-Stories: Auch deshalb sorgen Gerüchte um eine mögliche Hochzeit des Devil Wears Prada-Stars Anne Hathaway (26) für derartig gewaltiges Aufsehen: Bereits in wenigen Wochen könnte die kullerbeäugte Schönheit mit dem aufstrebenden Mimen Adam Shulman (27) zum Altar schreiten, berichten Freunde: „Sie sind Hals über Kopf ineinander verliebt“. Hathaway scheint sich damit vom Frontalunfall in ihrem Privatleben erholt zu haben: Ihr langjähriger Boyfriend, Italo-Playboy Raffaello Follieri (30), war letzten Sommer als Finanzbetrüger vom FBI verhaftet worden.

# 5- Jänner: Trauer bei Travolta

Los Angeles. Neue Details um den Tod des 16-Jährigen Sohnes von Hollywood-Star John Travolta (54): Nach dem Sturz in der Badewanne der Ferienvilla auf den Bahamas hätte der verzweifelte Vater zwanzig Minuten lang mit Wiederbelebungsversuchen um Jetts Leben gekämpft. „Komm! Wach doch auf!”, flehte Travolta, seine Frau Kelly Preston in Tränen aufgelöst daneben, so der Notarzt Marcus Garvey: „Er wollte einfach nicht aufgeben“.
Diskrepanzen. Travolta hätte Jeff nach einem epileptischen Anfall in der Wanne gefunden, der Puls bereits schwach. Doch der Tod wirft Fragen auf: Die Bahamas-Polizei behauptet, Jett sei erst nach zehn Stunden gefunden worden. Dazu galt bereits bisher Jetts Zustand als Mysterium: Experten tippen auf Autismus. Doch Travolta verwies auf eine Kinderkrankheit namens Kawasaki Syndrom. „Die hat keine derart langfristige Konsequenzen“, widersprechen Ärzte. Bekannt war Jetts Krankengeschichte regelmäßiger Anfälle.
Gefragt wird auch: Hat Travolta als Anhänger der Sekte Scientology, die Medizin ablehnt, seinen Sohn Behandlungen verwehrt? Anwalt Michael Ossi dementiert: „Jetts Anfälle wurden mit dem Medikament Depakote eingedämmt“.

# 5. Jänner: 1. Schultag

Mit dem Schuldebüt der Töchter Malia und Sasha beginnt das Leben der Obamas in D.C.: Er werkt bereits am Paket zur Wirtschaftsankurbelung.
Washington. So normal wie möglich sollte der erste Schultag der Obama-Töchter Malia (10) und Sasha (7) in der Privatschule Sidwell Friends in Washington werden. Doch was ist „normal“, wenn sie als Adresse 1600 Pennsylvania Avenue – die Anschrift des Weißen Hauses – angeben werden? Oder „Dad“ als Politrockstar in exakt zwei Wochen vor Millionen Fans zum 44. US-Präsidenten vereidigt wird? In einem Konvoi schwarzer, gepanzerter Limos wurden die Töchter unter Blitzlichtgewitter Montag morgens zur Schule gefahren.
Quäker-Schule. Immerhin: Die von der Religionsgesellschaft der Quäker gegründete Eliteschmiede hat Erfahrung mit Kindern von Polit-Promis: Die Enkel von Vize Joe Biden paukten dort, Ex-„First Daugher“ Chelsea Clinton in den Neunzigern. „Sie müssen sehr nervös gewesen sein”, sagt Historiker Michael Beschloss im US-TV: „Jackie Kennedy war etwa so besorgt um den Hype um ihre Kinder, dass sie im Weißen Haus ein Klassenzimmer einrichten ließ“.
Tränen zum Abschied. Das Schuldebüt ist erster Höhepunkt des neuen Lebens der Obamas in Washington: Seit dem Wochenende leben sie mit Beratern und Bewachern in einer für 20.000 Dollar pro Nacht angemieteten Etage des Luxus-Hotels Hay-Adams. Die Tränen seien Obama gekommen, gab er zu, als er vor der Abreise die Türe seiner Villa in Chicago zusperrte: Eine Freundin von Malia hatte ein Fotoalbum als Abschiedsgeschenk gebracht.
Obamas Terminkalender quillt gleich über mit einem Berg an Problemen: Neben Briefings über den Krieg in Gaza will er mit einer Rede an die Nation und Beratungen mit Kongress-Führen sein 775-Milliarden-Dollar-Konjunktur-Programm verkaufen.
Neue Beamte. Details wurden bekannt: 310 Milliarden sind an Steuersenkungen für Kleinbetriebe und Mittelklasse-Arbeiter angepeilt. Unter den drei Millionen neuen Jobs, die Obama schaffen will, könnte es auch 600.000 neue Beamte geben.

# 4. Jänner: Mrs O

15 Tage vor dem Einzug der Obamas ins Weiße Haus wird über Michelles Rolle spekuliert: Wird sie die mächtigste First Lady aller Zeiten?
Washington. Amerikas neue „First Lady“ bildete die Vorhut beim Einzug der Obamas in Washington: 24 Stunden vor Barack landete Gattin Michelle mit den Töchtern Malia (10) und Sasha (7) in D.C.. Sie checkte ins Luxushotel Hay-Adams ein, bereitete alles vor. Wieder wurde deutlich: Die schwarze Powerfrau ist die wichtigste Stütze für Amerikas neuen Präsidentenstar, der am 20. Jänner sein Amt antritt. „Obamas bester Mann ist eine Frau“, titelte der deutsche Spiegel.
Michelle als „Fels“. Schon in der Schlacht ums Oval Office war klar, an welchen „Fels“, wie er sie selbst stets umschwärmte, Obama verankert ist: Die brillante, 44-Jährige Absolventin der Elite-Unis von Princeton und Harvard war bei jeder Strategiebesprechung dabei, führte einen effektiven Parallelwahlkampf. Dabei mussten ihr Anfangs die harten Kanten durch das Aufwachsen an der rauen Chicagoer „South Side“ samt beißendem Sarkasmus genommen werden.
Amerikanische Familie. Von Medienprofis aufgeweicht öffnete sie fortan in berührenden Interviews vor allem Frauenherzen: Hier kämpfe eine einfache, amerikanische Familie um das Weiße Haus. Und niemand müsse Angst haben vor dem Multikulti-Typen mit dem Moslem-Mittelnamen. Zu sehen war ein eingespieltes, modernes Ehepaar, das zwei Kinder großzieht, Alltagsprobleme meistert, sind Liebespartner, aber auch beste Freunde. Fast wie ein Coach steuert sie ihn: Sie holt ihn am Boden zurück, wenn ihm das Zujubeln als politischer Messias in den Kopf steigt.
Typisch Mann. „Michelle ist mein Wirklichkeitstests”, bedankte er sich fast. Michelles Anekdoten haben tatsächlich irdischen Charakter: Er schnarche, rieche oft übel, hätte früher lieber seine Karriere verfolgt als ihr beim Windelwechseln geholfen. „Er gibt sich ja Mühe”, sagt sie: „Doch er bleibt ein Mann”.
Sie hat letztes Wort. Kaum wurde so deutlich, wer bei den Obamas die Hosen anhat, wie beim Interview mit Talkdiva Barbara Walters. Wer das letzte Wort habe? „Sie!“, schoss er wie aus der Pistole. „Ich!“, bestätigte sie Sekunden später. Da können Zehntausende jubeln – doch so richtig strahlt er, wenn ihm Michelle zuflüstert: „Good Job“.
First Lady. Doch was wird Michelles Rolle tatsächlich im White House: Aktive Politpartnerin wie Hillary Clinton? Glamour-Lady wie Jackie Kennedy? Cheerleader wie Nancy Reagan? „Ich kann von allen lernen“, gab sei sich zuletzt diplomatisch: Und: „Ich will ein Vorbild sein“. Doch Obama-Kenner weisen auf Michelles stille doch zentrale Rolle im Hintergrund hin: „Auf niemanden hört er so wie auf sie“.

# 3. Jänner: Auf nach DC

Washington. Als „ausgerastet und bereit“ wird der Zustand von Amerikas neuem Sensationspräsidenten Barack Obama beschrieben. Nach 12 Tagen Ausspannen in wohltemperierter Lage in Hawaii zieht er samt Familie bereits heute in die winterliche US-Kapitale Washington D. C. um – bereits 16 Tage vor seiner offiziellen Amtseinführung am 20. Jänner. Der Hauptgrund für die frühe Übersiedlung aus Chicago: Am Montag werden unter dem Blitzlichtgewitter der Pressefotografen die Töchter Sasha (7) und Malia (10) in ihrer neuen Schule, der privat geführte Eliteschmiede Sidwell Friends das Semester starten.
Luxus-Suite. Residieren wird die First Family im schicken Hay-Adams-Hotel gleich gegenüber von Obamas künftiger Residenz, dem Weißen Haus: Die Luxusabsteige hat 145 Zimmer, 20 Suites, jede Menge Prunk im italienischen Renaissancestil, eine Aussichtsterrasse am Dach sowie eine lange Liste berühmter Ex-Gäste. Die Obamas beziehen samt Entourage und Body-Guards gleich einen ganzen Flügel. Die Räume haben Bose-Soundsysteme, wo Barack, Michelle und die Kids ihre iPods anstecken können. Kosten: 20.000 Dollar pro Nacht.
Pressegeflüster. Doch Team Obama – bekannt für ein Minimum an Polit-Tratsch – müsse hier “aufpassen“, so ein Kenner: Das Hay-Adams ist auch Top-Adresse für Washingtons Polit-Presse: Eine Bar heißt Off the Records, Hintergrundgespräch. „Normalerweise ziehen die Präsidentenfamilien erst kurz vor der Inauguration nach D.C.“, so die Historikerin Martha Kumar zur Daily News: „Doch Obama will den Kindern mit einem pünktlichen Schulstart den Umstieg erleichtern – und mit einer Serie an Treffen die Machtübernahme vorbereiten“.
Prompt kam es deshalb zum Eklat mit Noch-Präsident George Bush: Der hatte den Obamas den frühen Einzug ins offizielle Gästehaus, dem Blair House, verwehrt. Die Residenz sei „ausgebucht“, hieß es: Wer wichtiger sein soll als die Obamas, ist bis heute unbekannt. Erst am 15. Jänner – den per Gesetz festgeschriebenen fünf Tagen vor der Amtseinführung – dürfen die Obamas dorthin ziehen.
Euphorie. Obama startet mit seinem Umzug, der bereist eine Welle der Euphorie in Amerikas Hauptstadt lostrat, voll durch: Am Mittwoch hat er Lunch m it Bush sowie den Ex-Präsidenten Bill Clinton, George Bush Senior und Jimmy Carter. In hektischen Beratungen mit den Führern des nun deutlich von Demokraten kontrollierten US-Kongress will er sein 775-Milliarden-Dollar-Konjunkturpaket rasch beschließen lassen. In seiner ersten Rede in 2009 warb Obama für den Plan, durch den Bau von Straßen, Bahntrassen oder Schulen drei Millionen Jobs zu schaffen: „Familien beginnen ein neues Jahr mit der Sorge, ihre Kinder hätten nicht mehr die gleichen Möglichkeiten die sie hatten”. Er appelliert: „Nur zusammen können wir das Ruder herumreißen”.

# 1. Jänner: HOLLYWOOD-GOSSIP

Eine Fortsetzung von Hollywoods fototrächtigen Babyboom steht auch 2009 an: Die Fixstarterinnen an der Babyfront – neben einem neuen Coup des kinderreichen Traumpaares Angelina Jolie (33) und Brad Pitt (45): Australia-Star Nicole Kidman (41), gerade frisch verzückt durch die Mutterfreuden über ihr erstgeborenes Baby Sunday Rose mit Countrystar Keith Urban (41), schwärmt bereits von einem Nachschlag. Sollte sie es wegen ihres fortgeschrittenen Gebäralters nochmals schaffen, sagte sie zuletzt, ginge „ein Traum in Erfüllung“. Die „verzweifelten Babywünsche“, so Tabloids, des Stars der TV-Hitserie Desperate Housewifes, Eva Longoria (33), könnte ihre Liaison mit Basketballstar Tony Parker beeinträchtigen, wird berichtet. Nach wilden Spekulationen über andauernde „Baby Bumps“ im Vorjahr, zeigt sich Parker, mit 26 Jahren weit jünger als Longoria, ablehnend: „An so was denke ich derzeit nicht“, sagte er. Dennoch: Der Nachwuchs soll ganz oben auf Longorias Wunschliste für Santa gestanden haben, so Freunde. Immer „fotografischere“ Beweise für Baby Nr. 2 werden von Szenebeoachtern bei Cruise-Frau Katie Holmes (30) geortet. Das Urteil: Entweder sei ein Geschwisterchen für Suri (2) bereits am Weg – oder fix geplant für 2009. Geschafft könnte es dann endlich auch Pitt-Ex Jennifer Aniston (39) haben: Ihre Baby-Wünsche werden seit Jahren kolportiert.

Fotos ihrer Babies erreichten zuletzt den Rekordpreis von 14 Millionen Dollar. Kein Wunder, dass für die Szene eine Hochzeit des Superstarpaares „Brangelina“ zum größten Event seit Prinzess Dianas Kutschenfahrt durch London werden dürfte. Brad Pitt äußerte sich kürzlich erstmals aufgeschlossen: „Wenn es den Kids ein Anliegen ist, könnten wir auch heiraten“, sagte er. Prompt zirkulierten Gerüchte über ein 200-Millionen-Dollar-„Pre-Nup“, eines detaillierten Ehevertrages. Weitere prognostizierte Traumhochzeiten fürs nächste Jahr: Herzensbrecher Orlando Bloom (31) ließ zwar zuletzt Verlobungsgerüchte mit Supermodell Miranda Kerr (25) dementieren. Dennoch könnte das Paar jederzeit vor dem Traualtar landen, glauben Insider an Ablenkungsmanöver. „Absolut glaube ich an die Ehe“, versetzte zuletzt Titanic-Star Leonardo DiCaprio (34) Frauenherzen rund um Welt in Panik. Wird es nun Model Bar Refaeli (23)?

Nach dem Einbruch in ihre Hollywood-Villa, wo Klunker im Wert von zwei Millionen Dollar verschwanden, kann selbst Hotel-Erbin Paris Hilton (27) ein wenig Kleingeld gebrauchen: Auf MTV startet die nächste Staffel ihrer populären Reality-Show Best Friend Forever (BFF). Und damit es nicht zu still wird um die „Attention Deficit Disorder“-geplagte Party-Blondine wird kurvt sie seit kurzem in einem komplett pink lackierten Bentley durch die palmengesäumten Boulevards von L.A.. Verzwickt bleibt ihr Liebesleben: Zuerst war Schluss mit Boyfriend Benji Madden, dem 29-jährigen Bruder des Boyfriends ihrer Ex-Rivalin Nicole Richie. Doch dann wurden beide wieder in „freundlicher Positur“ gesichtet. Weiter verkomplizieret die Lage, dass auch die Comeback-Popprinzessin Britney Spears (27) nach Benji trachten soll. Dazu tauchte auch ein weiterer Ex, Stavros Niarchos, in Hiltons Beziehungslabyrinth wieder auf. Was sind ihre Pläne für 2009? Paris-Watcher warten immer noch auf ihre nach dem Knast versprochenen Wohltätigkeitstrips nach Afrika. Vielleicht schafft sie es ja heuer.

Film-Star Courteney Cox (44) glaubt, den heiligen Gral für lange anhaltende Hollywood-Ehe gefunden zu haben. Sie setze beim neunjährigen Ehebund mit David Arquette (37) auf Therapie, verriet sie nun einem Britenblatt. Richtig „geschockt“ sei sie, dass so viele Ehen zerbrechen – und die Partner nicht willens seien, an ihrer Beziehung arbeiten zu wollen.

Die Liebe heilt alles – doch im Fall der Rehab-gefährdeten Spiderman-Beauty Kirsten Dunst (26) könnte die Wahl ihres Boyfriends Aaron Young (37) zum Eignentor werden. Der Avant-Gard-Künstler ist legendär für ausschweifende Party-Exzesse. Prompt wurden beide ausgelassen in einem New Yorker Nightclub gesehen. Dunst soll an Alk-Problemen leiden.

# 1. Jänner: Bye Hawaii

First Family wohnt im Hotel, Töchter beginnen in der Schule – und Obama startet durch.
Washington. Nach 12 Tagen Hawaii-Urlaub beginnt für Barack Obama der Ernst des Präsidentenlebens: Am Wochenende übersiedelt er nach Washington DC. Der Grund für den frühen Umzug: Die Töchter Malia (10) und Sasha (7) beginnen am Montag in der Elite-Schule Sidwell Friends. Die Obamas residieren samt Bodyguards im feinen Hay-Adamas-Hotel. Kosten: 20.000 Dollar pro Nacht. Obama startet weniger als zwei Wochen vor dem Amtsantritt am 20. Jänner voll durch: Er will sein 850-Milliarden-Dollar-Konjunkturpaket von Kongress absegnen lassen.