# 28. Februar: Irrer sandte HIV-Blut an Obama

Chicago. Weiter Schock in den USA über eine bizarre Drohung gegen US-Präsidenten Barack Obama. Bekannt wurde jetzt, dass Ende Dezember ein geistig behinderter, HIV-infizierter äthiopischer Einwanderer einen Drohbrief an Obama sandte. Saad Hussein (27) gestand: Er habe sich mit einer Rasierklinge den Arm aufgeritzt und Blut auf das Briefpapier tropfen lassen. Noch wirrer: Er sandte den Brief nicht an Obamas damaliges „Übergangsbüro“, das er vor dem Einzug ins Weiße Haus unterhielt, sondern ein Regierungsgebäude des US-Staates Illinois.
Weihnachtskarte. Der Inhalt: Ein Foto des Absenders, eine Weihnachtskarte, ein Zutrittspass zu Obamas Wahlfeier sowie blutverschmierte Karteikarten. Ein Sonderkommando hatte damals des Amt gestürmt. Die Suche nach dem Täter war einfach: Hussein hatte den kompletten Absender hinterlassen. Drohungen gegen Obama werden in den USA stets sehr ernst genommen: Der erste Afroamerikaner im Oval Office gilt als am meisten gefährdeter Präsident aller Zeiten. Der Täter, der auch einen Brief mit weißem Pulver an Obamas Stabschef Rahm Emanuel schicket, war schon zuvor mehrmals in der Psychiatrie gelandet.

# 28. Februar: Mom-in-Chief

Workout um 5:30 Uhr, Waffeln zum Frühstück, Bettenmachen der Kids, Gutenachtgeschichten des mächtigsten Mann: Sie leben die Obamas.
Irgendwie scheint beim Abendessen alles wie gehabt. Michelle und Barack unterhalten sich über Höhepunkte und Tiefschläge des Tages. Was war „rosig“, was war „dornig“, heißt das Ritual. Die Töchter Malia (10) und Sasha (7) quasseln quirlig über ihren Schultag, Schwiegermutter Marian Robinson (71) füllt die Salatschüssel. Natürlich schwärmen Helfer durch den Raum, dass Essen ist zubereitet von Haubenköchin Cristeta Comerford – und die Obamas sind längst Amerikas „First Family“ und residieren im berühmtesten Gebäude der Erde.
24 Stunden Obama. First Lady Michelle Obama (45), erzählt jetzt im US-Magazin People, wie es wirklich dort zugeht (siehe links): Um 5:30 Uhr stehe demnach der mächtigste Mann der Erde auf, sie mit ihm. Es folgt eine Stunde im Fitnessraum: Trainingsfahrrad, Hanteln. Mrs. Obama: „Ich könnte ja mal verzichten – doch er kann es nicht!“ Dann folgen Waffeln beim Familienfrühstück. Während sich Barack im nahen Oval Office mit der Horrorrezession herumschlage muss, lebe sie den „rosigen Teil des Deals“, wie sie sagt. Mit zwei BlackBerrys organisiert sie ihren Tag: Sie kümmert sich um Militärfamilien, sorgt als Modeikone für die Feel-Good-Atmosphäre, nach der sich Amerika in tristen Zeiten sehnt.
Ferienziele. Ihre wichtigste Aufgabe ist „Mom-in-Chief“, den Töchtern beim Umstieg auf das Leben im globalen Rampenlicht und in ihrer neuen D.C.-Schule Sidwell Friends zu erleichtern. Strikt ist sie: Trotz Hilfspersonal machen die Kids die Betten selbst, räumen ihre Zimmer auf. Um 20 Uhr ist Bettruhe. Sie bestreitet, Obama politisch Zuzuflüstern. Der letzte Tipp war: „Wo machen wir Urlaub in den Osterferien“, lacht sie. Ab und wann wandere sie dennoch rüber ins Oval Office, um einfach mal „Hi“ zu sagen. Es freut sie, die Familie zusammen zu haben: Anders als im Wahlkampf hätten sie jetzt täglich Dinner und er bringe die Kinder zu Bett. Dann geht er ins Oval Office – um sich dem Lenken der Weltgeschicke zu widmen.

# 27. Februar: Auf nach Afghanistan

Obama ordnet den Abmarsch aus dem Irak an, doch schickt 17.000 weitere Soldaten nach Afghanistan. Dabei ist die US-Armee ausgemergelt.
Washington. Als US-Präsident Barack Obama vor die Truppen in Camp Lejeune, North Carolina, trat, erfüllte er sein ultimatives Wahlversprechen: Mit festem Ton gab der neue Oberkommandierende bekannt, alle Kampfbrigaden, gut 100.000 Mann, bis zum 31. August 2010, aus dem Irak abziehen zu wollen. Der wortgewaltige Widerstand gegen den 639 Milliarden Dollar teuren, mit 4.251 toten GIs blutigen und mutwillig von Vorgänger George Bush angezettelten Irakkrieg hatte einst dem Jungsenator den Weg zu seinem Triumphzug ins Weiße Haus geebnet.
Kein „Victory“. Ohne wie Bush einst von einer „Mission erfüllt“ zu schwadronieren oder gar einen „Victory“ (Sieg) zu bejubeln, beklatschte Obama die Errungenschaften der US-Armee bei der Stabilisierung des einst ins blutrünstige Chaos abgedrifteten Staat. „Die Lage hat sich immens verbessert“, so Ex-General Barry McCaffrey im US-TV: „Doch der Irak könnte nach dem US-Exit wieder in den Bürgerkrieg abdriften oder sich die Kurden abspalten“.
Deshalb sollen 50.000 Truppen noch bis 2011 stationiert bleiben. Zu diesem Schritt war Obama von den Generälen im Pentagon überredet worden, heißt es. Prompt hagelte es Kritik des linken Parteiflügel von Obamas eigener Demokraten-partei. „20.000, reichen doch auch“, wetterte Kongressführerin Nancy Pelosi.
Kampfort Kabul. Viele der abziehenden Kampfbrigaden werden nach Afghanistan verfrachtet: Dort hat Obama eine Aufstockung von 17.000 Truppen angekündigt. Die sollen Taliban-Kämpfer abwehren und Al-Kaida-Terroristen inklusive US-Staatsfeind Nr. 1, Osama Bin Laden, jagen. Dennoch hat der zermürbende Irakkrieg Spuren hinterlassen: „Nach den Dauerkampfeinsätzen sind die Soldaten ausgemergelt“. Die USA forderten deshalb von NATO-Verbündeten Hilfe für Amerikas müde Krieger.

# 26. Februar: Billionen-Mann

Obama setzt mit seinem vier Billionen Dollar teueren Budget auf „Big Government“.
Washington. US-Präsident Barack Obama hat mit der Präsentation seines ersten Budgetentwurfs eine Schockwelle ausgelöst: Von 3,1 Billionen Dollar soll der Etat für das Fiskaljahr 2010 auf fast vier Billionen explodieren – mit einem Rekorddefizit von 1,75 Billionen. Dennoch scheut Obama nicht vor ambitionierten Plänen zurück: Eine Art Staatskrankenkasse soll in den nächsten zehn Jahren mit 635 Milliarden Dollar jene 46 Millionen Amerikaner abdecken, die bisher nicht versichert waren.
Bankenpaket. Im Budgetentwurf ticken aber auch regelrechte Bomben: 750 Milliarden Dollar will Obamas Finanzteam für Zuschüsse zur Rettung der US-Banken zur Seite legen, so viel wie das gesamte erste Finanznotpaket. Obama wolle, so Experten, den Riesentopf für „den Notfall bereithalten“, um Bankgiganten wie Citigroup vor dem Konkurs zu bewahren. Obama versprach eine „ehrliche Buchführung“, ohne die Tricks der Bush-Ära: Die Jahreskosten der Kriege im Irak und Afghanistan von 75 Milliarden Dollar sind deshalb im Budget inkludiert.

# 26. Februar: Michelles Leben im White House

Bald soll die Traumfamilie im Weißen Haus, US-Präsident Barack Obama, Gattin Michelle und die süßen Töchter Malia (10) und Sasha (7) noch entzückender werden. Im April, verriet die First Lady jetzt im Interview mit dem US-Magazin People, soll der neue Hund Einzug halten. Als sie ihren Kids den Monat verriet, schoss Sasha wie aus der Pistole: “1. April!” Michelle: “Sie können es kaum erwarten”. Die Wahl des “First Dogs” hatte auch die Nation in Atem gehalten. Die Obamas dürften sich für einen portugiesischen Wasserhund entschieden haben. Debattiert wird noch der Name. “Frank” oder “Moose” schlugen die Töchter vor. “Na kommt!”, hätte Michelle geantwortet: “Lasst uns bitte noch ein wenig darüber nachdenken”.
Ganz Amerika redet jetzt über das offenherzige People-Interview der First Lady. Sie verrät, wie für die Obamas der Tag an der berühmtesten Adresse der Erde aussieht, wie sie als Familie zurechtkommen – sogar wie es um ihre Ehe bestellt ist. Um 5:30 Uhr stehen sie auf. Barack und Michelle absolvieren dann im Fitnessraum ihren täglichen Workout. Die Haubenchefin fahre beim Familienfrühstück “wirklich prächtige Waffeln” auf, so Michelle. Für die Kinder gelten in dem 135-Zimmer-Haus trotz Armeen an Hilfskräften strikte Regeln. “Die brauchen nicht glauben, dass ihr Leben jetzt leichter ist”, so Michelle: Sasha und Malia machen ihre Betten, räumen ihre Zimmer auf, laden das Geschirr in den Spüler. Bettruhe ist um 20 Uhr.
Michelle schwärmt, dass sie nun – trotz dem globalen Rampenlicht und den gewaltigen Herausforderungen – als Familie “endlich wieder zusammen sind”, vor allem nach dem zermürbenden Dauerreisen des Wahlkampfmarathons: “Jeden Abend haben wir jetzt Dinner zusammen – und er bringt die Kids auch zu Bett”. Ein paar Sachen vermisse sie jedoch: “Früher konnte ich meine eigenen Besorgungen machen, im Kaufhaus Target selbst shoppen”. Barack hätte das Rauchen aufgegeben, beteuerte sie, doch wirkte kaum überzeugen. Dann sagte sie: “Es ist nicht leicht…”.
Die Obamas reflektieren mit einem Ritual namens “Dornen und Rosen” auf Höhenflüge und Tiefschläge des Tages. Malia hätte einmal gefragt: “Dad? Du hast eigentlich schon einen recht dornigen Job”. Hellauf gelacht hätten alle. Michelle: “Die Kinder bringen mit ihrer Natürlichkeit und Heiterkeit willkommene Abwechslung”.
Die First Lady tischt auch auf, wie sich Obama im Oval Office schlägt: “Ich spüre, wie er mit der Aufgabe wächst, sein Selbstvertrauen und sein kühler Kopf beruhigen mich als einfache Bürgerin Amerikas”. Und mitunter gibt es auch ein wenig Zeit zum Relaxen: Zuletzt zog sie sich mit Mitarbeiterinnen den Filmhit “He´s Not That Into You” im Hauskino rein. Und ihre Ehe? Sie wolle nicht, so die 45-Jährige, dass alle glauben, alles komme von alleine: “Unsere Ehe ist stark, weil wir daran arbeiten – aber sie ist nicht perfekt”.

# 26. Februar: Hollywood-Gossip

Grund gab es genug für Friends-Blondine Jennifer Aniston (40), bei den Oscars nervös zu sein: Zum ersten Mal kam sie auf Tuchfühlung mit Erzrivalin Angelina Jolie, seit die Gatten Brad Pitt wegschnappte. Doch wer zuletzt lacht: Ihr Prachtkleid wurde beklatscht, ihre lustige Oscar-Präsentation gewürdigt. Und das verliebte Turteln mit Barden-Boyfriend John Mayer (31) wirkte echter, als das steife, von US-Medien bekrittelte Herumstolzieren des Brangelina-Paares. Aniston, die kürzlich den 40iger feierte, startet daher gut gelaunt in ihre nächste Lebens- und Karrierephase: Am Samstag ist sie bei Gottschalk im TV zu bewundern, wenn sie ihren Kinohit Marley und ich… promotet. Und nach dem heftigen Geschmuse mit Mayer scheinen auch wieder ihre größten Träume in Reichweite gerückt zu sein: Eine Ehe und endlich ein Baby.

Seit 2002 gelten als eine der stabilsten Hollywood-Romanzen: Indiana-Jones-Haudegen Harrison Ford (66) und Schauspielerkollegin Calista Flockhart (44). Nach der Verlobung bereits in 2007 könnten sie jetzt endlich vor dem Traualtar landen: Sie hätten bereist um eine Ehelizenz angesucht, heißt es. Ford bringt vier Kinder in die Ehe und Flockhart einen Adoptivsohn.

Die ganze Welt weinte, als die Familie des verstorbenen Jungstars Heath Ledger den, seiner dreijährigen Tochter Matilda gewidmeten Oscar für die Rolle als Joker im Batman-Filmhit übernahm. Der Beginn einer Filmkarriere für die Kleine? „Auf keinen Fall“, sagt ihre Mutter Michelle Williams (28) fast voller Grauen. Und: Matilda selbst würde lieber „Cowgirl“ werden.

# 25. Februar: Obamas große Rede

In einer rhetorisch brillanten Rede legte Obama seine Ideen am Tisch: Amerika soll total umgekrempelt werden – und „die Welt wieder führen“.
Washington. Mit einem dramatischen Aufruf zum Wiederaufbau rüttelte US-Präsident Barack Obama in seiner ersten großen Rede Amerika und die Welt auf. „Wir werden die Krise bewältigen und stärker aus ihr hervorgehen“, impfte er dem durch die Megarezession demoralisierten Volk einen Funken Hoffnung ein. Obama, erst seit 37 Tagen im Amt, appellierte an Amerikas Gründergeist und Standfestigkeit. Der Jubel bei der Kongress-Rede war grenzenlos: 19 mal musste er mit „Thank you“ Abgeordnete beruhigen, bevor er loslegen konnte: Dann setze es in 52 Minuten 65 mal Applaus und 37 „Standing Ovations“.
„Große Ideen“. Obama kam die Euphorie gelegen, analysierte die New York Times: Er musste nicht nur das Volk überzeugen, dass er die Krise bewältigen kann, sondern auch Begeisterung dafür schaffen, dass Amerika mit seiner liberalen Agenda – vor allem größerem Regierungseinfluss – besser dran sei. Obama: „Die Zeit ist reif für eine mutige Politik und große Ideen“. Zuerst setzte es jedoch eine knallharte Abrechnung mit der Ära seines Vorgängers George Bush: „Kurzfristiges Profitdenken statt langfristigem Investieren“ hätte die Supermacht an den Rand des Abgrunds geführt. „Jetzt ist der Tag der Abrechnung gekommen“, polterte Obama.
Mehr Geld für Banken. Er versprach, dass seine Rettungsprogramme den Crash stoppen würden: Das 787-Milliarden-Dollar-Konjunkturpaket soll 3,5 Millionen Jobs schaffen. Doch noch mehr Geldmittel für die Bankenrettung seien nötig: „Ich weiß“, so Obama, „wie zornig viele sind, dass weiter Geld fließt an jene, die die Misere verursachten“. Doch letztendlich komme die Hilfe „allen zu Gute“. Für gierige Bankenbosse hatte er eine Warnung: „Die Zeit der Privatjets ist vorbei“.
Obama stellte klar, dass er trotz dem Sanierungskurs bei Bildungsoffensiven, Alternativenergieprojekten oder Gesundheitsreformen nicht zurückstecken will. Klar die Signale an die Welt: Die Zeit sei gekommen, „dass Amerika wieder führt“. Nach der Rede die nächste Bombe: Obama will in 19 Monaten 100.000 US-GIs aus dem Irak abziehen, 50.000 sollen vorerst bleiben.

# 24. Februar: Inside the Obama-White-House

Ein Monat Obamas im White House: Die First Family ringt neben den enormen Herausforderungen auch um ihr „normales Familienleben“.
Washington. Sie leben seit 35 Tagen an der berühmtesten Adresse der Erde, dem Weißen Haus. Barack Obama ist als Präsident laut ABC-Umfrage mit 68 Prozent trotz Horrorrezession so populär wie einst Legende John F. Kennedy. First Lady Michelle Obama wird umschwärmt rund um die Welt, zierte zuletzt das Cover des Modemagazins Vogue. Doch wenn es um die Erziehung der Töchter Sasha (7) und Malia (10) geht, gelten Regeln wie in jeder normalen Familie: Um 20 Uhr ist Bettzeit, so die New York Times, die Betten müssen sie selbst machen. Und wenn der Hund eintrifft, steht Äußerlnführen und Kotaufklauben auf dem Programm.
„Verlaufen“. Obama, der mit einer Rede am Kapitol seine Sanierungspläne ausrollte (siehe rechts), hat sich gut eingelebt – trotz Pannen: Einmal scheiterte er an einer verschlossenen Glastüre zum Oval Office. Ganz zu Beginn hatte er sich mehrmals „verlaufen“, so Sprecher Robert Gibbs.
Die oft 14 Stunden langen Arbeitstage sind zermürbend. Mit Totaleinsatz stemmt sich Obama gegen die Wirtschaftskrise: Der Dow-Jones-Aktienindex stürzte zu Wochenbeginn auf den mit 7.114 Punkten tiefsten Stand seit 1997. Doch immerhin hat Obama Zeit fürs Familiendinner mit Michelle und den Töchtern. „Ich habe ja jetzt ein großartiges Heimbüro“, scherzte er im US-TV. Und Obama nimmt auch seine Pflichten als „moderner Dad“, so Freunde, wahr: Er liest Gutenachtgeschichten vor, klatschte eifrig, als Sasha mit ihrem neuen Schulteam Basketball spielte. Wöchentlich zahlt er das Taschengeld aus: Ein Dollar.
Biokost. Trotz dem Leben im Rampenlicht gibt es für die Obamas in ihrem neuen Zuhause Gelegenheit zur Ablenkung: Das Weiße Haus ist ausgestattet mit einem eigenen Kino, einer Kegelbahn, einem Swimming Pool – und in der Küche tischen fünf Spitzenchefs unter Instruktionen von Michelle Köstlichkeiten „einer gesunden Bioküche“ auf, wie Insider den Geschmack der Obamas beschreiben.

# 24. Februar: Obama will Nation aufrichten

Washington. US-Präsident Barack Obama versuchte mit einer rauschenden Rede vor beiden Kongresskammern, die Nation inmitten des Wirtschafts-Armageddons aufzurichten: Er erläuterte seine Rettungsprogramme – vom 787 Milliarden Dollar teueren Konjunkturpaket, den Banken-Rettungsplan, wo bis zu zwei Billionen Dollar in das bröckelnde Finanzsystem gepumpt werden könnten bis zum 275 Milliarden-Dollar-Hilfspaket für vom Privatkonkurs bedrohter Hausbesitzer. Er erklärte, wie er gleichzeitig das auf 1,5 Billionen explodierte Haushaltsdefizit in den Griff bekommen will. Er präsentierte Ideen zurr Reform des Gesundheitswesens, einer historischen Bildungsoffensive, einer neuen Klimapolitik sowie frische Zielvorgaben in den US-Kriegsschauplätzen im Irak und Afghanistan. Doch Obama versuchte auch, Amerika wieder Hoffnung zu geben: Die Probleme seien zwar überwältigend, sagte er: „Doch gemeinsam können wir es schaffen“.
Obamas 50-minütige Rede zur abendlichen Hauptsendezeit vor Millionen Zusehern galt zwar nicht offiziell als jährliche „Lage der Nation“-Ansprache, die für gerade ins Oval Office eingezogene Präsidenten nicht vorgesehen ist. Doch niemand hätte durch die Wucht der Worte, den hohen Erwartungshaltungen und dem Ernst der Lage “einen Unterschied bemerkt”, so TV-Kommentator Chuck Todd.
Die Hiobsbotschaften von der Finanz- und Wirtschaftsfront hatten zuletzt zu einer Vertrauenskrise geführt. Gefragt wurde: Ist Team Obama den Herausforderungen gewachsen? Auch deshalb streute er in seine Rede neue Details ein, wie geanau er die Börsenbeben beenden will. Aber auch die Opposition, die seine Krisenpolitik weitgehend ablehnt, wurde unter Druck gesetzt: In der Sitzreihe von First Lady Michelle saßen Bürger, die unter die Räder der Rezession gerieten und deren Schicksal die nüchternen Zahlen der Wirtschaftsmisere vermenschlichten. Auch Hudson-Heldenpilot Chesley “Sully” Sullenberger war erwartet worden, als Erinnerung an amerikanisches Heldentum.

# 22. Februar: Budgetbombe

Washington. Nach dem Ankurbeln der Wirtschaft will US-Präsident Barack Obama nun Amerikas explodierendes Budgetdefizit in den Griff bekommen: Erste Details seines Haushaltsplanes sehen höhere Steuern für Reiche und die Wall Street vor, sowie Einsparungen von 90 Milliarden Dollar pro Jahr durch den Abzug der 140.000 US-Soldaten aus dem Irak.
Billionen-Erbe. Obama will das galoppierende Defizit in vier Jahren um zwei Drittel reduzieren. Ein Minus von 1,2 Billionen hatte er von Vorgänger George Bush geerbt, durch das teuere Konjunkturpaket klafft jetzt sogar ein Loch von 1,5 Billionen – mit zehn Prozent des Bruttosozialproduktes das größte seit dem zweiten Weltkrieg. 2013 sollen das Defizit nur mehr 533 Milliarden betragen. Am Dienstag wirbt Obama mit einer Rede vor beiden Kongresskammern für seinen Budgetplan.

# 22. Februar: Oscar-Time

Mit dem vom Magazin “People” zum “Sexiest Man Alife” gekürten Hollywood-Feschak Hugh Jackman (40) als Moderator staunten Hunderte Millionen vor ihren TV-Geräten über die “wirklich außergewöhnlichen Oscars”, wie es Kommentatoren der übertragenden TV-Anstalt ABC auf den Punkt brachten. Ob er nervös war, wurde Jackman gefragt. Sein Schauspiellehrer hätte ihm gesagt, lachte er, stets das Wort “aufgeregt” statt “nervös” zu verwenden. Doch das Gefühl, vor der Phalanx an 4.000 Superstars im pompösen Kodak Theatre zu stehen, kann nur überwältigend gewesen sein.
Und der Auflauf war gigantischer als jemals zuvor. Von den “spannendsten Oscars seit langem” hatten Experten geschwärmt: ABC konnte sogar für die 81. Auflage der legendären Academy Awards inmitten der Horrorrezession 1,4 Millionen Dollar pro Werbespot verlangen. Es wurde ein Fest der Superlative: Hollywoods Traumpaar Angelina Jolie (33) und Brad Pitt (45), beide für die 3,85 Kilo schwere Goldstatuen nominiert, verzauberten den “Red Carpet”. Dazu lief ihr auch noch die Ex von Boyfriend Pitt, Jennifer Aniston (40), über den Weg. Das unglaubliche Comeback des Mickey Rourke (56), der einst fast in der Gosse landete und vorübergehend sogar als Boxer auftrat, inspirierte. Die schöne Kate Winslet (33), die sogar am Cover des US-Magazins “Time” als “beste Schauspielerin” gefeiert worden war, hatte die Branche verzaubert.
Groß war auch die Aufregung um den Durchbruch der spanischen Beauty Penélope Cruz (34) gewesen, die in Woody Allens schrägen Streifen Vicky Christina Barcelona die Herzen der Kritiker höher schlagen ließ. Dazu kam ein Reigen wahrlich außergewöhnlicher Streifen: Der Kultfilm “Slumdog Millionaire” hatte es von den Armenvierteln Bombays nicht bloß nach Hollywood geschafft, sondern als unglaublichste Underdog-Story vielleicht aller Zeiten die Filmbranche fasziniert. Sean Penn (48) brillierte dazu in dem aufwühlenden Biopic über Harvey Milk, dem ersten offenen Homosexuellen, der in San Franzisko in ein politisches Amt gewählt, jedoch 1978 ermordet wurde.
Und die Tränen flossen schließlich bei der Homage an Heath Ledger: Der Shootingstar war vor einem Jahr 28-jährig an einer Medikamentenüberdosis verstorben, doch hatte davor als “Joker” im Batman-Hit “The Dark Knight” eine “der großartigsten Schauspielleistungen”, so Kritiker, hingelegt.
Dass auch Österreich inzwischen dazugehört – nominiert war heuer “Revanche” von Götz Spielmann – wurde in Hollywood ebenso gewürdigt.
Traditionalisten lamentiert jedoch über einige Neuerungen, die die Quotentalfahrt der letzten Jahre stoppen sollte: Zum Segment “In Memoriam”, wo verstorbenen Stars gedacht wurde, sang etwa Queen Latifah. Dazu gab es Kurzfilme – und einen “gewagten”, so die New York Times, Ausblick auf mögliche Favoriten für die Oscars 2010.
Mit weniger Pomp und Glamour wollte Hollywood als Eingeständnis zu den tristen Wirtschaftszeiten beim Partyreigen nach der Galanacht auskommen: Der österreichische Starkoch Wolfgang Puck fuhr beim Governor´s Ball 3.000 geräucherte Lachsstücke auf, doch alles sei ruhiger und weniger ausgelassen verlaufen, wurde versichert.

# 21. Februar: Professor Gusi

Gusenbauer diskutiert mit Studenten, nimmt an Konferenzen teil, schreibt Studienpapiere: Der Start zur neuen Karriere als US-Professor ist geglückt.
Providence. Irgendwie war immer offensichtlich, dass sich Alfred Gusenbauer (49) am internationalen Parket wohler fühlt als auf jenem des Wiener Ballhausplatzes. Und richtig aufgeblüht ist er vor allem jenseits des Atlantik: Vor allem die New Yorker Skyline beim Joggen im Central Park brachte stets willkommene Abwechslung. Deshalb muss für den Ex-Kanzler fast ein Traum in Erfüllung gegangen sein: Als „Gastprofessor für Internationale Studien“, so der offizielle Titel des Doktors der Politikwissenschaften, absolvierte er diese Woche die ersten vier Tage am Watson Institute, einem Forschungsarm der Brown University in Providence, Rhode Island.
One-Man-Gusi. 25 Studenten warten im Auditorium des Zweckbaus. Das Gebäude liegt unweit des prächtigen Brown-Uni-Campus, einer Idylle mit wuchtigen Bauten, alten Eichen und Statuen, wie man sie aus jedem US-Film kennt. „Diskutiert mit Österreichs Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer transatlantische und EU-russische Beziehungen“, kündigt ein Zettel Gusi an.
Der biegt, sichtlich fit nach seiner Abspeckkur, um die Ecke. Ein eigenartiger Anblick fast: Keine Entourage, kein Sprecher, kein Terminkoordinator. Nur Gusi. „Alles ist bestens hier“, strahlt die neue One-Man.-Show: „Ich habe hier einen tollen Start“. Der Ex-Kanzler sucht fast instinktiv Hände zum Schütteln – wie früher als Politiker: Doch es steht da eigentlich nur der Uni-Fotograf zur Verfügung. „Der Vortrag ist nicht öffentlich”, sagt Gusenbauer freundlich. Und macht selbst die Türe hinter sich zu.
Österreich verteidigt. Studenten erzählen, wie er sich schlug: Fast ausschließlich wäre über Österreich geredet worden. Und: Einige der Fragen wären „recht hart gewesen“. Prompt musst Gusenbauer sein einst regiertes Land in Schutz nehmen. Jemand wollte wissen, wie der Aufstieg der extremen Rechten überhaupt möglich war. Der Professor soll cool geblieben sein: Lässig sei er am Lehrertisch gesessen. „Sehr diplomatisch waren seine Antworten“, urteilte eine Studentin.
Der Brown-Auftritt stellte die „Aufwärmrunde“, so eine Sprecherin, zu noch hochkarätigeren Programmpunkten in der neuen Karriere als US-Professor dar: Mitte März soll er an einer internationalen Konferenz über „neue Weltmächte“ á la China teilnehmen.
Columbia fix. Kurz darauf, und das bestätigte Gusenbauer – der auch als Europareferent der NÖ-AK sowie als Unternehmensberater werkt – startet er an der New Yorker Columbia University, „in einer ähnlichen Kapazität wie an der Brown-Uni”, wie er sagt.
In Providence wird inzwischen großer Wert darauf gelegt, dass er sich wohl fühlt. „Er hat ein großes Büro bekommen“, erzählt jemand. Erwartet wird auch, dass er eigene Studienpapiere anfertigt und Forschung betreibt. Doch so richtig stolz ist er auf seine Magnetkarte zum Türenöffnen. Nur mit der gehört man in den USA erst richtig zum Team.

# 20. Februar: Run auf Standford-Filialen

Von Antigua bis Venezuela fordern geprellte Investoren ihre Einlagen zurück.
Washington. Der untergetauchte Milliardenbetrüger Allen Standford wurde vom FBI im US-Staat Virginia aufgespürt. Es wurde ihm eine Vorladung der US-Börsenaufsicht SEC übergeben. Es gibt jedoch noch keinen Haftbefehl. Die SEC hatte Stanford vorgeworfen, bis zu 50.000 Klienten in 131 Staaten mit hochverzinste Einlagenzertifikaten um acht Milliarden Dollar geprellt zu haben.
Tumulte. Auf der Karibikinsel Antigua, wo Stanfords Bank operierte, und in Lateinamerika kam es zu Tumulten, als wütende Klienten ihr Einlagen einforderten. In Venezuela übernahmen die Behörden alle Stanford-Filialen. Stanford soll auch Drogengelder für Mexiko-Kartelle gewaschen haben. Dem US-Fiskus schuldet er 100 Millionen Dollar. Die Feds beschlagnahmen jetzt seine Privatjets.

# 20. Februar: Rihanna verprügelt

Das Bild ist ein Dokument des Grauen: Das Gesicht der Sängerin Rihanna (21) voller Schwellungen, Kratzer, schwarzer Ränder wie nach einem “Blauen Auge”, die Lippen aufgeschlagen, blutverkrustet. Dass der Star, Robyn Fenty im bürgerlichen Namen, von ihrem Boyfriend, R&B-Barden Chris Brown (19) am Vorabend der Musikfete der Grammys brutal zusammengeschlagen worden war, sorgt sein Wochen für große Aufregung in den USA – und weltweit. Doch erst das jetzt aufgetauchte Foto, das der Unterhaltungs-Webdienst TMZ.com veröffentlichte, entfachte einen regelrechten Sturm der Entrüstung. Rihanna könnte auch im Zweitberuf als Model entstellt bleiben.
Was war passiert? Das Paar Brown und Rihanna waren mit einem gemieteten Lamborghini nach einer Vorfeier der Grammys durch Hollywood am Weg nach Hause. Warum es zum brutalen Streit kam, ist noch ungeklärt: Zuletzt gab es Berichte, dass Brown möglicherweise zu sehr mit der anwesenden Hotelblondine Paris Hilton geflirtet haben könnte. Brown, dem niemand zuvor eine “gewalttätige Ader” zugetraut hätte, so Freunde zum Magazin “People”, muss jedenfalls vollständig ausgerastet sein: Laut einem Report der Los-Angeles-Polizei LAPD hätte er auf seine Freundin eingeschlagen, sie gebissen. Er soll sogar versucht haben, sie zu erwürgen, hieß es in Insiderkreisen. Eine Anklage wegen “versuchtem Mordes” werde von der Polizei deshalb in Erwägung erwogen, berichtete “E! News”.
Brown war vorerst gegen 50.000 Dollar Kaution nach einer Verhaftung wegen “häuslicher Gewalt” auf freien Fuß gesetzt worden. Er hat sich seither entschuldigt: “Ich suche Hilfe von meinem Pastor, meiner Familie, meinen Freunden”. Den Namen seiner verprügelten Freundin nannte er nicht.
In L. A. eskaliert das Rätselraten, wer das verheerende Foto den Medien zugespielt haben könnte. Fotos in ähnlichen Fällen bleiben sonst stets im Polizeiakt versiegelt. Das LAPD hat nun eine interne Untersuchung eingeleitet.
Rihanna heilt ihr Wunden aus in ihrer Heimat-Karibikinsel Barbados. Sie hat bisher keinen öffentlichen Kommentar abgegeben. Doch Tabloids zitierten zuletzt Freundinnen des aufstrebenden Musikstars, wonach sie weiter mit Chris regelmäßig telefoniere und ihm jeden Tag “eine Flut an SMS-Nachrichten” schicke. “Sie wird es nie schaffen, von ihm loszukommen”, so ein Insider. Ihre Familie hätte sie dabei nicht auf ihrer Seite, so Reports: Ihr Vater Ronald Fenty soll ihr massiv ins Gewissen geredet haben, zitiert People Familienfreunde: “Diese Beziehung hat keine Zukunft”.

# 20. Februar: Mr. Gusi goes to Providence

Lässig saß er am Lehrertisch, ließ die Füße baumeln, parierte auch kritische Fragen über „Austria“: Alfred Gusenbauer startete forsch als US-Professor in seine neue Karriere.
Providence. Stolz zeigt US-Gastprofessor Alfred Gusenbauer seine Magnetkarte im Gang des Watson Instituts, dem internationalen Forschungsarm der prestigeträchtigen Brown Univeristy. Der Ex-Kanzler hat ein eigenes Büro, Computer, Telefon, eine P. O. Box (Postfach), ein Profil auf der Brown-Website. Der Doktor aus Austria hat sich gut eingelebt. Auch wenn er längst ohne die Entourage eines Regierungschefs auskommen muss: Eine Koordinatorin kümmert sich um ihn. Der Kampus ist groß, „und viele haben sich hier schon verlaufen“, lacht sie.
Joggen. Einquartiert wurde er in einem Hotel-Club in Providence, der verschlafenen Rhode-Island-Hauptstadt. „Klasse“ sei es hier, grinst Gusenbauer (49): „In der Frühe gehe ich durch die Parkanlagen joggen” (siehe Interview links). Wie viel Geld die Uni für das akademische Gastspiel berappt, bleibt bisher geheim.
Neues Leben. Der Altkanzler hat mit seiner dieswöchigen Premiere an der US-Uni den dritten Pfeiler seiner Post-Kanzler-Karriere aktiviert: Zuvor begann er als Europareferent der NÖ-AK. Dann gründete er eine Beratungsfirma, wo er Unternehmen bei Geschäften in Lateinamerika, Spanien und Osteuropa helfen will. Am Watson Institute vermittelt er jetzt US-Studenten seine Expertise in Sachen internationaler Beziehungen. Doch gleich bei der Premiere erzwangen die Studenten einen Themenwechsel: Statt EU und Russland verlangten die 25 Kommilitonen im Auditorium Jankowksy Forum hauptsächlich Auskunft über Austria. Professor Gusi antwortete, leger am Podium sitzen und mit den Beinen baumelnd, 90 Minuten lang geduldig. „Er ist für jemanden, der eben noch Kanzler war, recht locker“, wunderte sich Yelena Biberman (27): Dabei hätte es auch harte Fragen gegeben. Gusenbauer, topfit nach seiner Abspeckkur, eilt da bereits zur nächsten Studentengruppe.
Nach New York. Ab März wird die akademische US-Offensive des Ex-Kanzlers auf die New Yorker Columbia University ausgedehnt. Auf das freut er sich besonders. Denn nirgendwo ist das Joggen spektakulärer als im New Yorker Central Park.

# 20. Februar: Arnie kämpft gegen Bankrott

Selbst nach dem hart umkämpften Budget-Deal zur Abwehr eines Staatsbankrott wird diskutiert: Hat Arnie sein Wahlversprechen gebrochen?
Sacramento. Nach dem Budget-Deal in Kalifornien lässt sich Gouverneur Arnold Schwarzenegger feiern: Nach 106 Tagen dramatischer Verhandlungen hatte sich das Landesparlament auf einen 143 Milliarden Dollar hohen Etat geeinigt, wo mit einem Mix aus Steuererhöhungen und brutalen Kürzungen das Budgetloch von 41 Milliarden Dollar gestopft werden soll. „Jetzt hat Kalifornien wieder eine Zukunft“, jubelte der Arnie.
Kritik bleibt. Doch trotz Happy End war das Drama für den „Governator“ eine herbe Niederlage: Er hatte 2003 Vorgänger Gray Davis als „Steuererhöher“ aus dem Amt gejagt. Jetzt blieb ihm selbst keine Wahl: Um 14 Milliarden Dollar schraubte er die Steuern nach oben. Dazu hatte Arnie in den Boomjahren verabsäumt, so Beobachter, „Kalifornien fiskalisch auf gesunde Beine zu stellen“: Als die Horrorrezession losbracht, fiel der Staat „über die Klippe“, wie er selbst sagte.
Obama-Hilfe. Kürzungen in der Höhe von 9,3 Milliarden Dollar allein für Schulen lassen Arnies Popularität sinken. Dazu Ironisch: Im Herbst hatte er Barack Obama noch gehänselt. Jetzt rettet der mit dem Konjunkturpaket Arnies Pleitestaat.

# 18. Februar: Fokus Afghanistan

Washington. US-Präsident Barack Obama macht ernst mit seiner neuen Kriegspolitik. Fokussiert wird fortan auf Afghanistan, nicht den Irak. 17.000 zusätzliche US-Soldaten werden geschickt. Sie sollen Taliban-Kämpfer zurückdrängen und Al-Kaida-Terroristen jagen. Die Gewalt ist explodiert: 155 US-Soldaten starben 2008, 2.118 Afghanen, laut UN ein Anstieg um 40 Prozent.
Neue Mission. Nach der Truppenaufstockung werden 55.000 GIs in dem Bürgerkriegsstaat kämpfen. Auch die Mission wird umgeschrieben: Nicht mehr die Errichtung einer Musterdemokratie sondern die Eindämmung der Gewalt und Training der Lokaltruppen werden verfolgt. Aber: Jenseits der Grenze in Pakistan führt Al-Kaida weiter offen Terror-Trainingslager.

# 17. Obama setzt Mega-Stimulus durch

Mit der Unterzeichnung des größten Konjunkturpakets der US-Geschichte will Barack Obama die US-Wirtschaft wieder ankurbeln.
Denver. Barack Obama kehrte zur Feier seines ersten großen Triumphes als US-Präsident in die Rocky-Mountain-Metropole Denver zurück, wo er vor 85.000 Fans letzten Sommer mit einer rauschenden Parteitagsrede das Fundament zu seinem historischen Wahlsieg legte: Jetzt paraphierte Obama dort sein durch den Kongress gepeitschtes Konjunkturpaket in der Höhe von 787 Milliarden Dollar (623 Mrd. Euro) – das größte in der US-Geschichte. Mit langfristigen Projekte hinzugerechnet könnten die Kosten bis 2019 auf total 838 Milliarden Dollar (664 Mrd. Euro) klettern.
New Deal. Obamas „New Deal“ – wie das Notpaket in Anspielung auf das Programm der Präsidentenlegende Franklin D. Roosevelt während der Großen Depression getauft wurde – soll der tief in die Rezession gerutschten US-Wirtschaft einen Stromstoß versetzen. Doch gleichzeitig: Obama will mit seinem Auftritt im ökobewussten Denver die Zukunftsinvestitionen in den Klimaschutz und erneuerbare Energieträger hervorkehren. Deshalb besichtigte er demonstrativ vor der Unterzeichnung des 1.061 Seiten dicken Gesetzes ein Solarzellen-Projekt. Tatsächlich wird mit 40 Milliarden Dollar (31 Mrd. Euro) mehr in den Klimaschutz investiert, als jemals zuvor. Es ist eine komplette Kehrtwende zur Vogel-Strauss-Politik seines Vorgängers George W. Bush: Geld fließt in die Wärmedämmung, ein modernes Stromnetz oder die Forschung für Alternativenergieträger.
Der Löwenanteil fließt jedoch in einen Mix aus Steuersenkungen und gewaltigen Investitionen des Staates: Schecks in der Höhe von 285 Milliarden Dollar (225 Mrd. Euro) sollen US-Konsumenten vom Fiskus zurückerhalten – und dadurch der Konsum angekurbelt werden. Eine Bauoffensive zur Reparatur der Infrastruktur soll 3,6 Millionen Jobs schaffen.
Obama lacht zuletzt. US-Medien hatten Obama wegen angeblicher, „taktischer Fehler“ beim Durchsetzen des Notpakets und dem Versagen, die Republikaner-Opposition zu überzeugen, zuerst heftig kritisiert. „Doch am Ende lachte Obama“, so die TV-Kommentatorin Rachel Madow. Deppürt wirken die Kritiker: Noch kein US-Präsident hatte ein derart massives Paket in so kurzer Zeit durchgesetzt.

# 18. Februar: Brangelinas Oscar-Träume

Als hätten die besten Drehbuchschreiber die Story ausgeheckt: Hollywoods ultimatives Glamourpaar, beide nominiert für Preise in der prestigeträchtigsten Beste-Darsteller-Kategorie – bei der Gala des Jahres, den 81. Academy Awards, besser bekannt als Oscars. Jetzt wurde der Traum wahr und die ganze Welt fiebert mit Angelina Jolie (33) und ihrem Göttergatten Brad Pitt (45) mit. „Das sind die spannendsten Oscars seit Generationen“, tönten Branchenkenner. Hunderte Millionen werden am Sonntag bei der Filmfete vor 4.000 Filmsuperstars im Kodak Theatre in in L.A. mitfiebern.
Die Sensation wurde perfekt, als beide Superstars in zwei Kultfilmen das Herz der Kritiker eroberten:
# Jolie kämpft in dem herzzerreißenden Real-Story-Drama als 1928-Mutter in dem von Clint Eastwood produzierten Changeling um ihren entführten Sohn – und landet in der Klapsmühle;
# Pitt überzeugt als rückwärts Alternder mit viel Make-up und Schauspielkunst in dem Kultstreifen The Curious Case of Benjamin Button an der Seite der wunderschönen Cate Blanchett. Der Film ist mit 13 Oscar-Nominierungen einer der möglichen großen Abräumer bei den Oscars.
Beiden haben, so Experten, trotz starker Konkurrenz – darunter vor allem Kate Winslet für Jolie, sowie Sean Penn und Mickey Rourke für Pitt – „beste Chancen“, die Sensation perfekt zu machen.
Pitt und Jolie, besser bekannt als „Brangelina“, stehen am Zenit ihres Lebens: Ihre sechsköpfige Multikulti-Kinderschar, mit den Baby-Twins Knox und Vivienne, Tochter Shiloh, sowie den aus Afrika und Asien adoptierten Kids Maddox, Pax und Zahara, sorgt für Verzückung. Mit 30 Millionen Dollar pro Film ist Jolie Hollywoods höchstbezahlteste Aktrice. Doch wirklich die Daumen halten, wird sie weniger für sich selbst als für Gatten Brad: „Wirklich glücklich würde mich machen, wenn er die Statue gewinnt“, sagte sie kürzlich. Kunststück: Sie selbst heimste den Preis für den 1999-Streifen Girl Interrupted ein. Nun ist die Trophäe unauffindbar: „Ich gab ihn meiner Mutter“, erzählt sie: „Sie starb und wir wissen nicht genau, wo er ist“. Noch spannender: Was wird sie tragen? Unvergesslich ihr Emanuel-Ungaro-Traumkleid 2007. Doch auch Flops sind möglich: Kürzlich tauchte sie im azurblauben „Großmutterdress“ auf.

# 17. Februar: Arnie kämpft ums Überleben

Sacramento. Der Budget-Nervenkrieg war in der Kalifornien-Hauptstadt Sacramento mit unverminderter Härte weiter eskaliert: Gouverneur Arnold Schwarzenegger rang mit dem Staatsparlament der „Legislature“ um das Stopfen eines 41 Milliarden Dollar großen Loches. Die Krise ist in den USA längst zur nationalen Blamage geworden: „Kalifornien steht vor dem Abgrund“, titelten führende US-Medien.
Baustopp. Der mit einem Bruttosozialprodukt von 1,8 Billionen Dollar achtgrößten Volkswirtschaft der Erde geht das Geld aus: Arnie verschickte 20.000 Kündigungsschreiben an vom Staat beschäftigte Arbeiter aus. 275 Bauprojekte mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Milliarden Dollar wurden auf Eis gelegt: Auf der Liste befinden sind allein im Großraum Los Angeles Reparaturarbeiten an 18 Highway-Brücken, die laut Experten bei Erdbeben einstürzen könnten.
Drama. „Das sind dramatische Zeiten“, sagte Senatschef Darrell Steinberg. Betroffen sind auch Arbeiter in den überfüllten Haftanstalten, Staatskliniken und Sozialämtern. Brisant: Bald könnte das Geld zur Bezahlung der 250.000 Lehrer fehlen. Durch die Abwertung seiner Kreditwürdigkeit werden Kalifornien keine neuen Kredite gewährt. Der zum fiskalischen Überleben lebenswichtige Budgetdeal war zuletzt am Widerstand von Schwarzeneggers Republikaner-Parteifreunden gescheitert.

# 16. Februar: Hillary goes Japan

Tokio. Gleich der erste Trip von Obamas neuer Chefdiplomatin Hillary Clinton illustriert Amerikas neue Prioritäten in der Außenpolitik: Nicht Europa oder der Nahe Osten waren Zielpunkt der Hillary-Premiere in Übersee, sondern Asien. Gelandet in Tokio soll sie der Monstertrip, 33.700 Kilometer in sieben Tagen, nach Indonesien, Südkorea und China bringen.
Provokation. Ihre heikelste Mission: Nordkoreas Atomambitionen. Auch wenn kein Schwenk in der harten US-Linie erkennbar ist, klingen Hillarys Töne konzilianter: Mit „großer Offenheit“ werde die USA auf Pjönjangs nachweisbare Schritte zur Abwrackung seiner Atomanlagen reagieren. Mit der Ankündigung eines Raketentests folgte jedoch gleich die nächste Provokation. China will Hillary Zugeständnisse beim Klimaschutz abringen. Dennoch: Die USA wolle auf keine fixen Obergrenzen für den CO2-Ausstoß drängen.

# 16. Februar: Kampf um Kalifornien

Schwarzenegger rang um einen Deal zum Schließen eines Budgetlochs von 41 Milliarden Dollar. Dem Staat könnte in Kürze das Geld ausgehen.
Sacramento. Kaliforniens Arnold Schwarzenegger kämpfte in einem dramatischen Verhandlungsmarathon mit dem Landeskongress um eine Rettung der Staatsfinanzen – und seine eigene politische Zukunft. Die Horrorrezession hatte ein Loch von 41 Milliarden Dollar in den Haushalt gerissen. Alarmglocken schrillen: Die Ratings-Agentur Standard & Poor´s hatte Kaliforniens Kreditwürdigkeit auf den schlechtesten Wert aller 50 US-Staaten abgewertet. Die Aufnahme künftiger Kredite zum Löcherstopfen ist fast unmöglich.
Nervenkrieg. Der Staat steht vor der Pleite: Nur mehr für wenige Wochen soll Geld für die Bezahlung von Beamten und Lehrern da sein. Im Budget-Nervenkrieg in Sacramento wurden Abgeordnete das Wochenende über regelrecht eingesperrt, die Türen zum Plenarsaal verriegelt. Romantische Valentins-Tags-Dinner mussten abgesagt werden. Viele kippten erschöpft in den Tiefschlaf. Arnie flehte: „Wir dürfen nicht aufgeben!“
Eine Stimme. Dabei hatte für einen Deal bloß eine einzige Republikanerstimme gefehlt. Arnies Polit-Karriere versinkt im fiskalischen Armageddon: Beamte musste er zur Kurzarbeit verdonnern, Geld für Arme und Schüler kürzen. Seine Popularität sackte prompt auf unter 40 Prozent ab.

# 14. Februar: Professort Gusi

Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer beginnt jetzt Uni-Karriere am US-„Watson Institute“.
New York/Wien. Locker will es der neue „Professor“ aus Austria an der internationalen Forschungsstätte der Brown University in Rhode Island angehen: Zu erst ist das Händeschütteln mit Kollegen geplant, dann ein erstes Referat vor einer Studenten-Arbeitsgruppe über „transatlantische Beziehungen“ oder das Verhältnis zwischen der EU und Russland.
Forschungspapiere. Gusis erste Vorlesungen starten erst im März: Dann will der US-Fan auch an einer Konferenz über „aufstrebende Mächte“ á la China teilnehmen. Auch Forschungspapiere wolle er dort anfertigen. Über die Höhe der Honorare wird eisern geschwiegen. Im Watson-Institut, das „globale Beziehungen und Sicherheitsfragen“ erforscht , ist Gusenbauer in bester Gesellschaft: Auch der jetzige Sondergesandte für US-Präsidenten Barack Obama, Richard Holbrooke, lehrte dort. Unklar ist hingegen noch eine weitere Gastrolle an der New Yorker Columbia University: Dort soll Gusi erst Ende März auftreten, teilte die Uni knapp mit.

# 14. Februar: Die letzten Sekunden von Flug 3407

Nach Auswertung der Flugschreiber fokussieren Ermittler auf Eis an den Tragflächen als mögliche Unfallursache. Amerika trauert um die Opfer.
Buffalo. Der Absturz der Continental-Passagiermaschine mit insgesamt 50 Toten erfolgte in wilden Spiralen: Gerade hatte die Pilotin acht Kilometer vor der Landepiste in Buffalo, US-Staat New York, die Fahrwerke ausgefahren, sackte der Flieger ab, drehte sich mehrmals – und krachte im Ort Clarence in ein Haus. Spezialisten der US-Flugbehörde NTSB hatten das Drama aufgrund der Daten der sichergestellten Flugschreiber rekonstruiert. „Innerhalb von Sekunden”, so NTSB-Sprecher, Steve Chealander, sei die Propeller-Maschine der Type Q400-Bomardier – von der auch die AUA zehn Stück fliegt – abgeschmiert.
Flieger durchs Dach. Bei der Klärung der Unglücksursache fokussieren die Ermittler jetzt vor allem auf Eisbildung. Denn Cockpitgespräche belegen: Die Pilotin stellte „signifikante Eisschichten” an Windschutzscheibe und Tragflächen fest. Sie stellte die Enteisungsanlage an: Dabei werden Gummischläuche aufgeblasen, die das Eis aufbrechen sollen. Eis hatte schon mehrmals in der Luftfahrtgeschichte zu tödlichen Tragödien geführt.
Beim schlimmsten Crash in den USA seit zweieinhalb Jahren starben bei Continental-Flug Nr. 3407 nun 49 Menschen an Bord – und der Anwohner Doug Wielinski (61), als die Kerosintanks explodierten. Frau Karen und Tochter Jill überlebten wie durch ein Wunder: „Wir saßen vor dem Fernseher, als plötzlich das Flugzeug durch die Decke kam“, erzählte sie jetzt der TV-Station WBEN. Binnen Sekunden seien sie im Feuerinferno eingeschlossen gewesen. Sie wollte noch ihren Mann suchen, doch sagte dann zu ihrer Tochter: „Raus! Nichts als raus!“
9/11-Witwe. Gerade hatte Amerika noch die Wunderlandung eines US-Airways-Jets im Hudson-Fluss und Heldenpiloten Chesely „Sully“ Sullenberger gefeiert, wird jetzt um die teils bekannten Opfer getrauert: Beverly Eckert etwa hatte als eine der engagiertesten Witwen des Terror-Horrors des 11. September (9/11) Tage zuvor US-Präsidenten Barack Obama getroffen. Die 57-Jährige war zur Ikone für 9/11-Hinterbliebene geworden. Sie war am Weg nach Buffalo, um zu feiern, was der 58. Geburtstag ihres getöteten Gatten Sean Rooney gewesen wäre.
Makabere Bergung. Trotz dem Inferno wollten, wie jetzt bekannt wurde, Feuerwehrleute die Hoffnung auf Überlebende nicht aufgeben. Sie brüllten, so Zeugen, in die Flammenhölle: „Ist jemand am Leben?“ Umso makaberer sind jetzt die Bergungsarbeiten: Die Toten sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

# 13. Februar: Propeller-Tragödie in Buffalo

Schock und Trauer in den USA nach einem Flugzeug-Crash mit 49 Toten. Untersuchungen laufen: Warum zerschellte „Continental“-Flug 3407?
Buffalo. Die vom Charterunternehmen Colgan Air für die US-Fluglinie Continental Airlines betriebene Kurzstrecken-Propellermaschine zerschellte beim Landeanflug auf den Airport in Buffalo, New York, in einem Wohnort. Im Flammeninferno am Boden starb auch ein Anrainer. „Es war wie ein Erdbeben“, so Augenzeugen: „Flammen schossen 30 Meter in die Höhe“ .
Trümmerhalde. Der Crash von Continental-Flug 3407 ist der tödlichste US-Luftfahrt-Unfall seit zweieinhalb Jahren: 49 starben, als 2006 ein Comair-Jet in Kentucky von der falschen Startbahn abhob. Ermittler der US-Flugbehörde NTSB suchten in der Trümmerhalde nach Indizien für eine mögliche Unfallursache:
# Wegen Frost und Schneetreiben tippten Experten auf mögliche Bildung von Eis an der Tragflächen. Andere Piloten hatten Eisbildung an ihren Maschinen zum Unglückszeitpunkt bestätigt;
# Oder haben Windböen bis zu 40 Stundenkilometer den Flieger in Schwierigkeiten gebracht.
# Dazu untersuchen Spezialisten Wrackteile, die auf „technisches Gebrechen“ hindeuten könnten.
Kein Mayday. „Was immer passierte, es kam plötzlich“, so Experte Robert Hager. „Stalling“ heißt der Super-GAU für Piloten im Fliegerjargon, wenn der nötige Luftstrom zum Auftrieb abreißt. Eisbildung hatte früher schon derartige Unfälle ausgelöst, so Hager: „Danach waren die Enteisungsanlagen verbessert worden“. Andere Experten widersprachen jedoch der „Eistheorie“. Die vom kanadischen Hersteller Bombardier gefertigte, 74-sitzige Maschine der Type Q400 galt trotz früherer Fahrwerksprobleme als sicher.
Stinknormal verlief der Flug nach dem Start in Newark bei New York City „Hier ist Colgan 3407“, meldete sich die Pilotin. Ihre Stimme ist ruhig, ohne einen Hauch Panik. Sie bestätigt die Instruktionen für den letzten Teil des Anfluges auf den Buffalo-Airport. „Roger, gehe auf Kurs 2 – 1 – 1“. Die Flughöhe beträgt 701 Meter. Es sind noch acht Kilometer. Was dann passiert, kam wohl so augenblicklich, dass nicht mal Zeit für ein „Mayday“ blieb.
Inferno. Im Vorort Clarence, wo auch der österreichische Eishockeystar Thomas Vanek lebt (siehe Interview), spielen sich apokalyptische Szenen ab: Häuser und Autos brennen. Karen Wielinski (57) schafft es mit Tochter Jill (22) nach draußen. Ihr Gatte kommt ums Leben. Sie schreit verzweifelt: „Wo ist mein Mann?“.
9/11-Witwe. Und noch mehr Drama: Umgekommen sei auch Beverly Eckert, die wegen ihren Hilfsprojekten national bekannte Witwe eines Opfer des 9/11-Terrorhorrors. „Jetzt ist sie bei ihm“, sagte ihre Schwester Sue Bourque unter Tränen.

# 14. Februar: Holywood-Gossip

Zuerst machte Kurvenwunder Jessica Alba (27) bei Wetteifern der Stars mit, wer am schnellsten nach dem Babykriegen zur Traumfigur zurückkehrt: Prompt posierte sie Monate nach der Geburt ihrer Tochter Honor Marie im trägerlosen Kleid als Sexgöttin am Campari-Kalender. Männerherzen schlugen weltweit höher. Doch für die in Kürze für Teil Zwei der Kult-Komix-Verfilmung Sin City werkenden Alba war es ein Alptraum, wie sie jetzt im Elle-Interview verrät: „Die Fitnessübungen waren fürchterlich“, so Alba, die 2008 Schauspielersohn Cash Warren (29) ehelichte. Richtig „losgeheult“ habe sie. Der Kraftkammer blieb sie seither – traumatisiert – fern. Dazu musste sie sich auch noch in ein Korsett zwängen, wie sie gestand. Was sie jetzt viel lieber macht: Baby Honor ein Bad geben, ihr was vorlesen, sie beim Herumrollen zu bewundern. Die neuerdings brünette Beauty verknüpft ihre frischen Prioritäten, vor allem der Abkehr von Hollywoods Schlankheitswahn, mit dem Nachjustieren ihrer Filmkarriere: Im gerade gedrehten Thriller An Invisible Sign of My Own spielt sie als Mathe-Lehrerin erstmals eine Charaktertolle. Auch privat investiert sie mehr Zeit in ihre Familie: Relaxed wurde sie mit Tochter Honor gesehen, als sie für eine Baby-Shower einer Freundin einkaufte. Brennend die Frage: Kommt bald ein Geschwisterchen? Die Geburt sei jedenfalls nicht abschrecken gewesen, so Alba: „Die Wehen? Die waren wie Magenkrämpfe“. Und unbeschreiblich sei dann, „wenn sie dir das Baby auf die Brust legen“.

Es war Jennifer Anistons großer 40iger-Geburtstag, und Barden-Boyfriend John Mayer (31) schrieb ihr sogar einen Song. Riesig sind auch die Vorsätze der Friends-Blondine: Mehrfach hatte Aniston sehnliche Wünsche nach den Babykriegen angedeutet. Laut Freunden wisse sie, „dass ihr die Zeit davon läuft“. Doch ihre turbulente Beziehung mit Mayer wird eher als Tabloid-Futter und weniger als Fundament zur Eheschließung und Familiengründung erachtet. Zuletzt war der Playboy beim Dinner mit einer Beauty erwischt worden. Jen selbst bleibt optimistisch: „Das ist die beste Zeit meines Lebens – ich weiß was ich will“.
Und ihre Schauspielkarriere läuft tatsächlich prächtig: Gerade rollte ihre neueste Komödie Er steht einfach nicht auf dich in den österreichischen Kinos an, ihr letzter Streifen Marley and me wurde zum Blockbuster.
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Erst kürzlich hatte Briten-Mime Hugh Dancy (33) seine Traumfrau beschrieben: „Jemand, der intelligent ist, mich zum Lachen bringt, eigene Ambitionen hat“. Offenbar ist er fündig geworden: Die Verlobung zu der 29-jährigen Aktrice Claire Danes (Terminator 3) wurde jetzt bestätigt. Ein „Item“ wurden beide bei den Dreharbeiten zum Film Evening.

Ist die Bond-Beauty Halle Berry (42) schwanger mit Baby Nr. 2? Die Gerüchte überschlagen sich, seit sie beim Verlassen einer Fertilitätsklinik in L. A. beobachtet wurde – und ein „Baby-Bump“ sichtbar sein soll. Es wäre ein tolles Geschenk für Tochter Nahla, die im März eins wird. Halle hätte mit Gatten Gabriel Aubry (33) immer zwei Kids gewollt, sagen Freunde

# 12. Februar: Jubel um Mrs. Obama am Vogue-Cover

Eigentlich ist es Tradition, dass das US-Magazin “Vogue” den neuen First Ladies ein Dossier widmet. Doch seit die erste schwarze First Lady, Michelle Obama, sogar das Cover ziert, steht Amerika Kopf: In einem magentafarbenen Seidenkleid ihres neuen, 26-jährigen Lieblingsdesigners Jason Wu lehnt sie elegant auf einem chremefarbenen Sofa: “Michelle Obama, die First Lady, auf die die Welt gewartet hat”, prangt in fetter Titelschrift daneben. Als optische Zugabe im Inneren eine Fotoserie der Starfotografin Annie Leibovitz: Michelle, großgewachsen, athletisch, am Schreibtisch stehend, den Telefonhörer in der Hand, oder relaxed auf der Couch beim Eintragen einiger Notizen in einem aprikotfarbenen Cardigan.
Im Interview mit dem führenden Mode- und Lifestyle-Magazin gewährt die 45-Jährige Gattin des neuen Superstar-Präsidenten Barack Obama und Mutter der entzückenden Töchter Malia (10) und Sasha (7) erste tiefe Einblicke, was sie an der Washingtoner Pennsylvania Avenue, Nr. 1600 vorhat. Stets stellt sie klar, dass sie zunächst vor allem ihren Töchtern ein möglichst “normales Leben” ermöglichen will: “Die Familie kommt immer zuerst, vom ersten Moment in Washington an stellte ich sicher, dass ich meine Girls jeden Tag zur Schule bringen kann”.
Doch trotz aller durchklingenden Sehnsucht nach Kontinuität im Familienleben der recht bescheidenen Obamas, weiß Michelle: “Es werden rasch Zeiten auf mich zukommen, wo ich das alles nicht jeden Tage machen kann – und ich mich auf die ungeheure Selbstständigkeit der Kids verlassen muss”. Doch sie wolle regen Anteil am Schulleben nehmen, “die Lehrer kennenlernen, die Eltern der neuen Freundinnen ihrer Kinder”. Michelle ist froh, dass auch ihre Mutter Marian Robinson (72) in die Prunkräume der US-Kommandozentrale einzog: “Sie hat durch ihre rührende Fürsorge für die Kinder während der hektischen Wahlkampfzeiten erst alles möglich gemacht”, sagt Obama: “Jetzt hilft ihre Präsenz den Kids bei der Umstellung auf das neue Leben”.
Dabei freut sie sich auch aufs Reisen. “Malia und Sasha hatten schon im Wahlkampf die Chance, so viele Flecken Amerikas zu sehen”, sagt Michelle. Jetzt könnten sie bei Trips mit ihrem Präsidentenvater oder möglichen Solotours mit Michelle auch Sehenswürdigkeiten in Übersee bestaunen: “Und ich meine damit nicht nur die offensichtlichen Traumstädte wie Paris, London oder Rom – sondern auch entlegenste Plätze dieses Planeten”. Michelle wolle, dass sie sich fühlen, wie es alle Kinder sollten: “Als Bewohner einer gemeinsamen Welt!” Glücklich sollten sich die Mädchen auch schätzen, dass sie diese Orte weit früher zu Gesicht bekommen, “als ich selbst, bereits 45 Jahre alt”.
Michelle Obama hatte bei der Vorbereitung auf ihr neues, herausforderndes Leben im globalen Rampenlicht Top-Einflüsterer: Caroline Kennedy, Tochter des 1964 ermordeten John F. Kennedy, erzählte ihr, wie ihre Mutter Jackie einst schwärmte: “Trotz all dem Stress konnte wenigsten die Familie stets zusammen sein”. Genau mit Jackie, jener, die globale Highsociety anziehende Glamour-First-Lady wird Michelle am ehesten verglichen.
Mrs. Obama hält sich noch bedeckt, was sie genau vorhat als First Lady. Fest steht: Sie will zunächst das Weiße Haus für das Volk öffnen. Aufgewachsen in einfachsten Verhältnissen in der ruppigen “South Side” in Chicago ist ihr ohnehin jegliche Club-Atmosphäre zutiefst zuwider: “Ich will eine Brise an Wärme und Offenheit nach Washington bringen”, erklärt sie. Alle ethnischen Gruppen werden willkommen sein, stellen Freunde fest: Es wäre nicht ihre Art, fortan Afroamerikaner zu bevorzugen, bloß weil sie die erste schwarze First Lady ist. In Michelles eigenen Worten: “Das Haus soll Amerika reflektieren, seine Vielfalt, seine Gegensätze – und auch seine Jugendlichkeit”.
Wie Hillary, die es 1993 als erste First Lady auf das Vogue-Cover schaffte, hatte Michelle stets ihre Karriere – zuerst Anwältin, dann Spitals-Chefin – mit der Mutterrolle bravourös kombiniert. Sie ist eine Frauenikone. Und trotz aller Pizzaparties und Pyjamaparties für die Kids wird sie keinesfalls als Kekse backende “Hausfrau-in-Chief” in die US-Analen eingehen: Dass ihr Gatte jederzeit bei wichtigen Polit-Projekten auf sie zählen kann, war schon im Wahlkampf offensichtlich.
Obwohl Fashion keinesfalls “ihr dringlichstes Anliegen” sei, bringt die attraktive Powerfrau Hochglanzmagazine zum Rotieren. “Ich liebe Mode”, gibt sie dann doch zu: “Ich ziehe an, was mit gefällt”. Sie will Vorbild sein: “Ich möchte, dass Frauen Dinge tragen, mit denen sie sich besser fühlen – ich will, dass sie Spaß an der Mode haben”. Selbst wechselt sie mit natürlicher Leichtigkeit zwischen preisgünstigen Ensembles von der Stange und durchgestylten Traumkleidern. Natürlich nehme sie sich Kritik zu Herzen, wie etwa beim Kleid samt knallrotem Fleck am Bauch, über das nach ihrem Auftritt bei Obamas Siegesfeier ganz Amerika redete. “Aber ich muss pragmatisch sein”, sagt sie: “Es wird immer jemand geben, dem nicht gefällt, was ich trage”.
Wie fühlte sie sich, als ihr Gatte die Wahl gewann? “Ich war stolz als Frau, als Bürgerin”, strahlt Michelle: “Ich fühlte mich erleichtert, dass das Land, in dem ich lebe, meinen Träumen gerecht wurde”. Bewundert wird auch die so natürlich wirkende Romanze, die sie mit Barack offenbar seit 16 Jahren genießt. Als seine “beste Freundin”, hatte er sie stets umschwärmt, “den Fels in der Familie, die Liebe seines Lebens”. Und klar war auch immer, wer im Obama-Haushalt die Hosen anhat – und welche zentrale Rolle sie als wichtigste Einflüstererin in der Obama-Ära spielen wird.

# 11. Februar: 2,5 Billionen für Banken?

Gerade als die Hoffnungen auf eine globale Stabilisierung der Finanzmärkte stiegen, platzt die nächste Bombe: Weitere 2,5 Billionen Dollar müssten laut dem neuen Finanzplan des US-Finanzministers Tim Geithner investiert werden, um die Banken und die Investmentwelt der Wall Street endgültig zu retten, schreibt die New York Times in einem schockierenden Dossier. Hinzu kommt: Der Staat werden in die Märkte in einem Ausmaß eingreifen, wie es die USA seit der Großen Depression der Dreißiger nicht mehr gesehen hat. Die gewaltige Geldmenge soll aus den Topf der aus früheren Bankenrettungsplans, wo noch 350 Milliarden Dollar übrig sind. Die US-Notenbank werde dazu Geld drucken”, so das Blatt: Der Rest könnte aus privaten Investitionsvehikeln wie Hedge- oder Private-Equity-Fonds kommen. Doch selbst die für die Stabilität des globalen Finanzgefüges bedrohliche Riesensumme schien Wall Street zu wenig: Der “Dow Jones”-Aktienindex kippte in den Stunden nach der Präsentation des “Plan für Finanzstabilität”, so der offizielle Titel, 381,99 Punkte (4,62 %) ins Minus.
In Panik stürzte die Broker: Die Unsummen deuteten auf “wesentlich gravierende Probleme im Finanzsystem” hin, so Experten: “Dazu fehlen die Details”. Analysten hatten auf eine genaue Funktionsweise der Strategie gewartet, “geliefert wurden alte Hüte”, tobten Broker. Tatsächlich liefert Geithner maximal ein Blaupause: Eine Art “Bad Bank” soll, dotiert zuerst mit 500 Milliarden, den Banken ihre “faulen Kredite” aus dem Immobilienfiasko abkaufen, die Notenbank dazu mit Garantien für eine Billion Dollar die tiefgefrorene Kreditmärkte für Konsumenten und Firmen auftauen soll. Gewaltige Geldmengen werden dazu weiter direkt in marode Banken gepumpt. “Wall Street hatte wohl auf einen einfachen Ausweg gehofft”, wischte Barack Obama, der Boss des vor allem auf den Finanz-TV-Kanälen durch den Reißwolf gedrehten Geithner, die Bedenken vom Tisch.
Doch die Börsen erholten sich schließlich. Börsenguru Heiko Thieme mahnt zur Geduld: „Die Summen sind so gewaltig, und die Lage so komplex, dass es noch Wochen zur Ausarbeitung der Details bedarf“.

# 10. Februar: Wall Street enttäuscht

Die Wall Street reagierte ablehnend auf das neue Rettungspaket. Nach der Präsentation stürzte der Dow Jones -Aktienindex um 370 Punkte ab. Laut Geithners “Financial Stability Plan“ soll ein mit privaten und öffentlichen Geldern dotierter Fonds in der Höhe von 500 Milliarden Dollar, eine Art „Bad Bank“, faule Immobilien-Kredite absaugen. Mit einem Volumen von bis einer Billion Dollar könnte die US-Notenbank den Kreditfluss an Konsumenten ankurbeln. Weitere Milliarden sollen zur Rettung vom Bankrott bedrohter Banken draufgehen – doch erst nach genauer Finanzprüfung, einem “Stress Test“, so Geithner. Experten schätzten: Eine Billion Dollar könnte insgesamt in den Finanzsektor fließen. Analysten reagierten dennoch enttäuscht: Kaum wer scheint überzeugt, dass selbst diese dramatischen Maßnahmen die Krise beenden können.
Senats-Ok. US-Präsident Barack Obama errang jedoch einen Sieg: Der Senat genehmigte mit 61 zu 37 Stimmen seinen 838 Milliarden Dollar teuren Konjunkturplan. Das Paket, ein Mix aus Steuersenkungen und Staatsinvestitionen, könnte in Kürze Gesetz werden.

# 10. Februar: Muss Arnie Häftlinge freilassen?

Richter fügen „Governator“ Arnie Niederlage zu: Häftlinge sollen frei kommen.
Sacramento. Sonst zeigt Kalifornien keine Gnade gegenüber Straftätern: Beim dritten Vergehen setzt es selbst bei kleinen Delikten lange Haftstrafen. Doch jetzt kann sich der Pleitestaat sein Heer an Häftlingen nicht mehr leisten. Ein Richtergremium entschied, dass 58.000 Insassen wegen „inakzeptabler Gefängnisüberfüllung“ freigelassen werden sollen.
Arnies Kampf. Der Spruch ist ein schwerer Schlag gegen Kalifornien-Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der mit einem Loch von 42 Milliarden Dollar im Haushalt kämpft. Kaliforniens 33 Haftanstalten wurden gebaut für 84.000 Häftlinge, doch werden jetzt frequentiert von 158.000. Besonders die Krankenvorsorge sei nicht mehr gewährleistet, so die Richter. Arnies kündigte Einspruch an. Die Finanzkrise spitzt sich weiter zu:Steuerrückzahlungen wurden bereits auf Eis gelegt – und für 200.000 Beamte die Kurzarbeit verhängt.

# 9. Februar: Sully: „Ein Gefühl des totalen Unglaubens“

Heldenpilot „Sully“ beschreibt in einer Medienoffensive erstmals die Horrorsekunden vor der Wasserung von Flug 1549.
New York. Chesley „Sully“ Sullenberger wusste: „Ich kann es schaffen!“ Vogelschlag hatte beide Triebwerke des US Airways-Airbus zerstört, brach der Heldenpilot nun via CBS-TV sein Schweigen über die nervenzerfetzenden Sekunden, als er auf die Wasserfläche des Hudson-Fluss – antriebslos und gespenstisch still – entgegen glitt: 42 Jahre an Flugerfahrung, auch als Kampfpilot, hätten ihn „genau auf diesen Moment vorbereitet“. (siehe Interview).
Heldengeschichte. Das „Wunder vom Hudson“ inspirierte die Welt in tristen Zeiten, Sully wurde zum größten Flughelden seit Atlantiküberquerer Charles Lindbergh. Sekunden vor dem Aufprall weiß er: „Ich muss die Tragflächen ausrichten, die Nase leicht nach oben ziehen“. Er erzählt die Episode mit jener nun bereits legendären Coolness, die auch in den Tapes des Funkverkehrs zu hören ist. Und Sully vermittelt die Nervenstärke – durch die er 155 Menschenleben rettete.
Sully-Show. Stewardess Doreen Welsh berichtet dazu über das Inferno im Passagierraum: „Das Wasser stieg rapide, wir dachten, zu ertrinken“. Das Interview war Auftakt zu großen Sully-Show in den US-Medien: Auftritte bei CNNs Larry King oder Talkstar David Letterman folgen. Tränen flossen beim Treffen mit den Passagieren. Sie fielen ihm um den Hals, schluchzten: „Danke, dass Sie mir das Leben gerettet haben!“

# 7. Februar: Octo-Mum fällt in USA durch

Die Debatte um die Geburt von Achtlingen der bereits sechsfachen US-Mutter Nadya Suleman wächst: Im Visier ist der Arzt der Babysüchtigen. Sie verteidigt sich im US-TV.
Mit schierer Willenskraft werde sie die Herausforderungen des Aufziehens der riesigen Kinderschar bewältigen, versprach Suleman im US-TV: „Ich werde mich für sie aufopfern“. Die Debatte über die Weltrekordgeburt – es sind die am längsten lebenden Achtlinge – konnte sie nicht stoppen. Neue beschädigende Details tauchen auf: Seit 1999 hatte Suleman keinen Job, Geld kam bloß von einer Unfallrente in der Höhe von 168.000 Dollar. Von Gatten Marcos Gutierrez trennte sie sich 2000, die Scheidung wurde 2008 offiziell. Sie lebt bei ihren Eltern auf 140 Quadratmeter in einem L.A.-Suburb. Gefragt wird: Wie will sie jetzt 14 Kinder großziehen? Von Kindesmisshandlung sprachen TV-Kommentatoren. Sogar Todesdrohungen gibt es.
Sperma vom Freund. Der „Kinderwahn“, so ihre Mutter, dominierte Sulemans Leben: Zuerst ließ sie sich sechsmal durch In-Vitro-Fertilisation je sechs Embryonen einpflanzen. Es entstanden vier Kinder im Alter von sieben, sechs, fünf und drei Jahren – sowie ein zweijähriges Zwillingspaar. Das Sperma kam von einem Freund. Wieder ließ sie sich sechs Embryonen einsetzen. Diesmal gerät die Reproduktionstechnik jedoch außer Kontrolle: Es bilden sich zwei „Zwillingspaare“, acht Kinder wachsen heran. Suleman verweigert die Reduktion der für Mutter und Kinder extrem gefährlichen Zahl. Am Pranger steht ihr Arzt: Der hatte Ethik-Regeln gebrochen. Untersuchungen laufen.
Medienmillionen? Suleman hofft auf lukrative Mediendeals: Zwei Millionen Dollar könnten Interviews, Fotos und Bücher bringen. Doch dafür müsste sie sympathisch wirken. Erste Reaktionen waren verheerend. „Vielleicht könnten Jolie und Pitt einige adoptieren“, schrieb ein Zuseher: „Die können sich viele Kinder wenigstens leisten”.

# 7. Februar: Sullymania startet

New York. Amerika fiebert dem großen ersten TV-Interview des Heldenpiloten Chesley „Sully“ Sullenberger entgegen, der mit der wundersamen Notwasserung im Hudson-Fluss 155 Menschenleben rettete. In ersten Zitaten aus dem am Sonntag ausgestrahlten Interview auf CBS-TV beschreibt Sully die Sekunden, als durch Vogelschlag beide Triebwerke des Airbus-Jumbos ausfielen. „Ich fühlte mich, als würde ich durch eine Falltüre stürzen“, sagte er: „Es war ein Gefühl des totalen Unglaubens“. Am Montag geht Sullys Medien-Offensive weiter: Das CBS-Frühstücksfernsehen widmet dem Piloten, der auch von der Stadt New York als Held gefeiert wird, eine ganze Stunde. Auftreten soll er auch bei Talkmeister David Letterman.

# 7. Februar: Kampf um Obamas Konjunkturplan

Weniger Steuern für Mittelklasse, Investitionen in Schulen, Straßen oder das Sozialnetz: Obama will per 830 Milliarden Dollar teurem Notpaket Rezession überwinden.
Washington. US-Präsident Barack Obama ist auf Kurs, sein Konjunkturpaket durch den Kongress zu bringen. Nach einem dramatischen Verhandlungskrimi am Kapitol soll das größte Notpaket aller Zeiten spätestens Dienstag im Senat beschlossen werden. Die Kosten sind astronomisch: Laut letzter Version sollen 820 Milliarden Dollar, 5,9 Prozent des US-Bruttosozialproduktes, in die Schlacht um Amerikas ökonomisches Comeback geworfen werden.
Job-Debakel. Für Obama kommt der Deal um keine Sekunden zu früh. Nach Reports, wonach im Jänner 598.000 Beschäftigte auf der Straße landeten, hatte der neue Starpräsident appelliert: „Verzögerungen sind unverzeihlich“. Mit 7,6 Prozent ist die Arbeitslosenrate so hoch wie seit 16 Jahren nicht mehr. „Wir stecken jetzt mitten in der brutalsten Phase der Rezession“, so ein Wirtschaftsexperte in der L.A. Times nüchtern.
Wie soll der Obama-Plan jetzt die US- und letztendlich die Weltwirtschaft retten? Fast die Hälfte geht in dem auf 736 Seiten angeschwollenen Gesetzestext jetzt für Steuersenkungen drauf: Paare sollen 1.000 Dollar erhalten, der Fiskus Jobs schaffende Betrieben weniger belasten. Dazu will Obama mit einer, über 100 Milliarden Dollar teuren Bauoffensive die kaputte Infrastruktur reparieren. Vier Millionen Jobs könnten so entstehen, versprach er. Investiert wird, zum Ärger der Rechten, auch ins Sozialnetz: 200 Milliarden fließen in den Bildungs- und Gesundheitsbereich. Als Zukunftsprojekte will Obama Alternativenergien fördern.
Mehr Geld für Banken. Die Republikaner protestierten gegen die horrenden Kosten: „Das Paket kostet mehr als der Irak- und Afghanistankrieg zusammen“, so Kommentator Joe Scarborough. Dazu drohen zusätzliche Investitionen in den Bankensektor von bis zu einer Billion Dollar. Nur drei, „abtrünnige“ Republikaner wollen deshalb mit den Demokraten stimmen. Das Votum könnte so knapp werden, dass der todkranke Ted Kennedy nach D. C. geflogen wurde. Trotz dem Megapaket seien keine Wunder zu erwarten”, so Experten. Vize Joe Biden: „Die Chance, dass die Milliarden effektlos verpuffen, liegt bei 30 Prozent“.

# 7. Februar: Drei Wochen Obama

Mit einem Trommelfeuer an Ankündigungen startete Obama die totale Kehrtwende von der Bush-Politik. Es gibt aber auch Rückschläge.
Washington. Von Stunde Eins an wirbelte US-Präsident Barack Obama durchs Weiße Haus: Er kündigte die Schließung des Terrorknasts auf Guantanamo Bay an, erteilte ein Folterverbot, ernannte an der Seite seiner neuen Star-Außenministerin Hillary Clinton zwei Sondergesandte für Nahost-Krisenherde. Das erste von Obama unterzeichnete Gesetz ermöglichte Millionen Kindern eine Krankenversicherung. Total ist die Kehrwende auch in der Klimapolitik: Obama erlaubte Kalifornien, strenge Abgasregeln durchzusetzen. Doch das „Einleben“ in Washington verlief nicht pannenfrei: Zwei Mitarbeiter mussten wegen Steuerproblemen das Handtuch werden, Obama sich im US-TV entschuldigen. Der Hype um die „schwarzen Kennedys“ ist ungebrochen: Jeder Schritt der First Lady Michelle und der Kids Malia und Sasha wird genau verfolgt.

# 6. Februar: Rätselraten um Octo-Mums Motive

Im ersten TV-Interview verteidigt sich die umstrittene Achtlingsmutter. Sie wäre ein Risiko eingegangen – doch das Ergebnis sei jetzt „perfekt“.
Los Angeles. Nadya Suleman (33), die umstrittene Mutter von Achtlingen und sechs früher geborenen Kindern, bricht nach einer weltweiten Debatte um ihre Motive und den Missbrauch der Reproduktionsmedizin ihr Schweigen. Die Kalifornierin war ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, da sie wegen eines „Kinderwahns“, so ihre Mutter Angela, mit Hilfe eines Spermaspenders statt Lebenspartner 14 Kinder in die Welt setzte: „Ich bin nicht egoistisch“, konterte sie im ersten Interview mit NBC-Star Anne Curry auf die Frage, wie sie ohne Job und Mann für so viele Kinder sorgen wolle: „Ich werde mich ihnen total hingeben”.
Lotterie. Sie hätte eigentlich nur mehr ein weiteres, siebentes Kind haben wollen, sagte sie. Sechs befruchtete Eier seien einpflanzen worden. Zwei davon hatten sich dann offenbar weiter zu „Zwillingspaaren“ geteilt, so Experten. „Natürlich ist das alles eine Lotterie“, sagte sie: „ Aber ich werde mein Leben für sie aufgeben, sie lieben, immer für sie da sein, sie immer halten“. Alle Befruchtungen, bestätiget sie, wurden vom gleichen Doktor exekutiert, das Sperma stamme von einem befreundeten Spender. Suleman fühle sich verfolgt, da sie alleinerziehende Mutter ist: „Ich habe mich für dieses unkonventionelle Leben entschieden – und das Resultat ist perfekt“. Erfüllt sei nun ihr uralter Traum „von einer großen Familie“.
Weltrekord. Sulemans Geburt von Achtlingen, die trotz Geburtsgewicht von bloß 680 bis 1470 Gramm nun alle bereits fast zwei Wochen überlebten, ist ein Weltrekord: Bei früheren Achtlings-Geburten starben einige der Babies. Ein Team aus 54 Ärzten hatte die Frühchen am 26. Jänner in Los Angeles zur Welt gebracht. Es folgte prompt eine weltweite Debatte um „grobe medizinische Ethikverstöße“ (siehe Interview).
Mediendeals. Sulemans einzige Chance, mit der Riesenkinderschar auch finanziell über die Runden zu kommen, sind Medien- und Buch-Deals: Bis zu zwei Millionen Dollar sollen geboten worden sein, hieß es zuletzt. Doch allein die Spitalskosten könnten 800.000 Dollar auffressen. Mit 14 Kindern und ihren Eltern will sie auf 140 Quadratmetern leben. Auch deshalb verstummt die Kritik an der „Octomum“ (US-Medien) nicht: Sie nennt als Motive für den Kinderwahn, dass sie „traumatisiert als Einzelkind“ in einer zerrütteten Familie aufgewachsen sei. Dennoch half ihr die Mutter bisher mit den sechs Kids im Alter zwischen zwei und sieben Jahren. Der Vater, ein palästinensischer Immigrant, musste einen Übersetzerjob im Irak annehmen, nachdem der Haushalt 2008 mit 981.371 Dollar Schulden Privatkonkurs anmelden musste. Sulemans Mutter ließ ihrem Frust freien Lauf: „Ich wollte ihr das alles ausreden, aber sie ist besessen“. Und: „Ich werde die Flucht ergreifen“.
Depressionen. Sieben Jahre lang hatte Suleman versucht, schwanger zu werden. Es soll mehrere Fehlgeburten gegeben haben. Auch an Depressionen soll sie gelitten haben. Bekannt wurde jetzt auch, dass sie zwischen 1996 und 2008 verheiratet mit Marcos Gutierrez war. Warum sie auf einen Spender setzte ist unklar: „Sie sagte ihm”, so eine Freund: “Geh! Ich will dich nicht mit all dem in die Tiefe reißen”.

# 6. Februar: Obama reißt Debatte an sich

Obama hatte in der Konjunturpaket-Debatte das Feld zuerst seinen Kritiker überlassen. Jetzt kontert er: „Die USA braucht neue Rezepte“.
Washington. US-Präsident Barack Obama war im Ringen um sein 900 Milliarden Dollar teueres Konjunkturpaket so kampflustig wie seit Wahlkampfzeiten nicht mehr. Rhetorisch brillant und knallhart rechnete er bei einem Parteitreffen mit seinen rechten Kritikern ab. „Sie werfen mir vor, es sei ein Ausgabenpaket“, legte Obama los: „Machen die Witze? Das ist ja der Sinn der Sache, wenn die Wirtschaft angekurbelt werden soll“, rief Obama unter dem Gejohle der Zuhörer.
Gescheiterte Rezepte. Obama wehrte sich dagegen, dass die Republikaner auf die „selben alten, gescheiterten Rezepte“, vor allem Steuersenkungen für Firmen und Reiche, setzten. Im Senat waren die Verhandlungen vor der Abstimmung über den Konjunkturplan – durch den Jobs durch eine Bauoffensive geschaffen, sowie in Bildung oder Klimaschutz investiert werden soll – härter geworden: Bis zuletzt wurde um die Streichung von, laut Opposition „verschwenderischen Projekten“ im Gesamtwert von 90 Milliarden Dollar gerungen.
Warnung. Obama hat durch anfänglich zögerliches Auftreten den PR-Krieg verloren: Nur mehr 37 Prozent der Bürger wollen sein Konjunkturpaket. Jetzt nennt er jedoch das Kind beim Namen: Ohne rasche Staatshilfe drohe der US-Wirtschaft „der Totalabsturz“.

# 6. Februar: Hollywood-Gossip

Kein Wunder, dass sich um das blond gelockte Kino-Engelsgesicht Kate Hudson (29) Heiratsgerüchte ranken: In Cinemaskop ist sie im weißen Seidenbrautkleid in Bride Wars (ab Freitag im Kino) zu bewundern, wo sie sich mit Anne Hathaway (26) um das gleich Heiratsdatum prügelt. In Hawaii turtelte sie, „frisch verliebt und wie auf Wolken schwebend“, wie Zeugen staunten, mit dem feschen Aussie-Golfer Adam Scott (28). Und gut im Gedächtnis, besonders den Verehrern des Hollywood-Hotties, ist ihr Interview, wo sie ankündigte: „Ja, ich will bald wieder heiraten”.
„Keine Zauberformel“. Trotz der idyllischen Träume ist natürlich das wirkliche Leben um einiges komplizierter: Die Schmuseszenen mit Scott könnten wegen der großen Distanz der Wohnorte – sie lebt in New York, er in Genf – eine heftige aber kurze Urlaubsromanze geblieben sein. Und in Sache Ehe will sie Vorsicht walten lassen. Gegenüber TV-AUSTRIA zitiert sie den Lebenspartner ihrer Mutter Goldie Hawn (63): „Der bloße Akt der Ehe allein ist keine Zauberformel“, hatte Kurt Russell (57) gerne doziert, wie sie weiß. Zu frisch sind da auch die Erinnerungen an bittere Enttäuschungen der süßen Kate an der Liebesfront: Ihre Ehe mit Hard-Rocker Chris Robinson (42) – aus der der jetzt vierjährigen Sohn Ryder entsprang – ging nach sieben Jahren in Brüche. Weitere Affären mit Tour-de-France-König Lance Armstrong (37) oder Hollywood-Kollegen Owen Wilson (40) ebenso.
So genießt sie jetzt offenbar ihr Leben als heißeste Single-Mama des Planeten. Hinter dem Unschuldsimage schlummert dazu eine Frau, die weiß was sie will: „Ich entspanne mich gerne mal Abends auf die Couch und ziehe mir einen Pornofilm rein“, verblüffte sie offenherzig im Britenblatt Mirror. Zuletzt musste sie sogar Gerüchten begegnet, dass sie auch ein paar Girls eingestreut hätte in ihr Liebesleben. Zugegeben hat sie den Wahn auf eine perfekte Figur. Sie schleppe ein tragbares Fettabsaugungsgerät bei ihren Dauerreisen rund um die Welt mit: „Ich habe das Gerät stets an meiner Seite wenn die Fettpölster wieder auftauchen“, erzählte sie.
Fix vorgenommen hat sich Hudson für heuer: Nach dem hektischen Filmarbeiten für Bride Wars, wo sie erstmals auch als Produzentin agierte, will sie sich sechs Monate Zeit für Sohn Ryder nehmen: „Ich will jede Minute mit ihm verbringen“.
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Beim jüngsten Auftritt von Kinostar Demi Moore beim Obama-Ball staunten alle: Mit gebräuntem Gesicht und gestählter Figur im trägerlosen Donna Karan-Kleid wirkte der 46-Jährige Ghost-Star kaum älter als Toyboy-Hubby Ashton Kutcher (30) – oder gar Tochter Rumer (20). Schon wird gescherzt: Moore altere wie im Kinohit The Curious Case of Benjamin Button rückwärts. Was ist ihr Geheimnis? Sie selbst dementiert Runderneuerungen per Schönheitschirurgen-Skalpell, verweist auf „Entschlackungskuren oder Blutegel-Therapien“, wie zuletzt in Österreich. Experten widersprechen: Sie habe alle verfügbaren Waffen im Kampf um den ewigen Jungbrunnen eingesetzt, inklusive Brustimplantate, Knieverstärkungen, Botox, chemische Schälkuren, Lasertherapien. Doch wirklich erstaunlich dabei: „Alles wirkt so echt und natürlich“, so ein Experte.

Nichts sehnlicher wünsche sich Jennifer Aniston Tage vor ihrem großen 40iger sehnlicher als ein Baby, berichten Freunde. Sie wisse: „Die Zeit läuft davon“. Fehlen könnte jedoch der perfekte Partner: Mit Musiker-Boyfriend John Mayer (31) flogen zuletzt die Fetzen. Droht statt Mutterfreuden ein neues Beziehungsdebakel wie auch einst bei Brad Pitt oder Vince Vaughn?

Kaum hatte Amerika über die „neue Jolie“, Jungstar Megan Fox (22), gejubelt, drückt die gleich auf die Bremse: Sie werde Jolies Ex-Rolle als Lara Croft nicht übernehmen. Doch so leicht wird der Transformer-Star die Jolie-Vergleiche nicht los: Fox hat sechs Tattoos – und eine Skandalvergangenheit wie die junge Jolie. Fox gestand Sex mit einer Stripperin ein.

# 5. Februar: Sully an Tower: We have a Problem

Die freigegeben Funksprüche zwischen „Sully“ und Lotsen in den letzen Sekunden vor der Notwasserung belegen: Alle blieben ruhig bis zuletzt.
New York. Die Freigabe des Funkverkehrs zwischen dem Helden-Piloten Chesley „Sully“ Sullenberger (58) und den Lotsen der US-Flugbehörde FAA zeigen das unfassbare Drama an Bord von US Airways-Flug Nr. 1549 – Sekunden vor der spektakulären Notwasserung im Hudson-Fluss vor New York am 15. Jänner. 155 Passagiere überlebten durch Sullys Pilotenmeisterleistung wie durch ein Wunder.
„Kein Schub“. Pilot Sully meldet sich Sekunden nach dem Start vom Airport La Guardia: „Wurden von Vögeln getroffen, kein Schub in beiden Triebwerken, kehren nach La Guardia zurück“. Der Lotse bietet Piste Zwei an und stoppt alle Starts und Landungen: „Tower! Wir haben eine Notlandung!“
18 Sekunden später, wieder Sully auf den unter die Haut gehenden FAA-Tapes: „Wir schaffen es nicht. Wir werden vielleicht im Hudson enden…“ Nochmals wird die La-Guardia-Landung angeboten, diesmal auf Piste 1-3: „Schaffen wir nicht“, wiederholt Sully trocken. Verzweifelt bieten die Lotsen Landebahnen auf anderen Airports an, darunter Teterboro und Newark: „Wo wollen Sie landen?“, fragt ein Lotse: „Teterboro?“ „Ja“, antwortet Sully. Hektisch wird dort eine Piste freigemacht. Vergeblich, wie Sullenberger im letzten Funkspruch makaber klarstellt: „Wir können nicht – ihr findet uns im Hudson“.
Heldenkult. Der Ex-Kampfpilot, längst einer der größten US-Helden, hatte kürzlich von einer „irrealen Lage“ im Cockpit und seinem „inneren Tumult“ berichtet. Am Sonntag will er im ersten großen Interview mit dem TV-Sender CBS ausführlich die Wunderlandung beschreiben. Nach ausgiebigen Ehrungen wie bei der Obama-Inauguration und dem US-Football-Finale Super Bowl war ihm sogar ein Angebot von Virgin Airlines unterbreitet worden, der Fluglinie des exzentrischen Moguls Richard Branson.

# 5. Februar: „Schwindlers Liste“

Die 162 Seiten lange Namensliste zeigt Dimension des 50-Milliarden-Dollar-Betrugs.
New York. 50 Milliarden Dollar hat Ex-Wall Street-Guru Bernard Madoff im größten Pyramiden-Betrug aller Zeiten verzockt. Jetzt gibt es erstmals ein komplettes Register, prompt getauft „Schwindlers Liste“ (New York Post). Neben Stars und Finanzgrößen taucht in der von Opferanwälten kompilierten Liste auch die Bank Austria, die Creditanstalt und die Medici Bank auf.
Tatort Palm Beach. Schadenssummen werden nicht genannt. Die 2.167 Adressen in New York und 2.776 in Florida illustrieren, wie Madoff in jüdischen Kreisen Einlagen aufsaugte. Auch Hollywood traf es: Starregisseur Steven Spielberg ist betroffen, Filmstar Kevin Bacon ebenso, aber auch CNN-Talker Larry King. Es gibt auch Überraschungen: Unter den Opfern befindet sich Madoffs eigener Anwalt, Ira Sorkin.
Dazu gibt es neue Anschuldigungen gegen die US-Börsenaufsicht SEC: Jahrelang hatte der Ermittler Harry Markopolos vor Madoffs „kriminellen Geschäfte“, auch jenen mit Russlands Mafia oder Drogenkartellen, gewarnt.

# 5. Februar: Obama boxt Konjunkturpaket durch Senat

Washington. US-Präsident Barack Obama scheint auf Kurs, sein über 900 Milliarden Dollar teures Konjunkturpaket auch durch den Senat zu boxen. Dort hätten die Demokraten nun die nötigen Stimmen, so Senatsführer Harry Reid. Eine Abstimmung wird in Kürze erwartet. Das Repräsentantenhaus hatte das Paket zum „Schockstart“ der maroden US-Wirtschaft schon abgesegnet: Es sollen dabei mit Infrastrukturprogrammen Jobs geschaffen, Schulen gefördert und in Alternativenergien investiert werden. Bei einem Sieg im Senat könne Obama die Vorlage Mitte Februar unterschreiben.
Volle Kraft. Obama musste wegen drohenden Verzögerungen durch heftige Proteste der oppositionellen Republikaner sein gesamtes politisches Gewicht in die Waagschale werfen: „Wir können nicht weiter auf alte, gescheiterte Rezepte setzen“, teilte er den Wünschen der Rechten nach weiteren Steuersenkungen eine klare Abfuhr. Die Amerikaner hätten mit seiner Wahl im November für einen „Kurswechsel“ votiert, stellte Obama kampflustig klar.

# 4. Februar: Obama: I screwed up!

Washington. US-Präsident Barack Obama versucht nach seinen bisher schlimmsten Stunden durch Steuerprobleme von Kabinettsmitgliedern seinen Reform-Express wieder in Fahrt zu bringen. Obama ging in einer Serie an TV-Interviews in die Offensive: „Ich habe das verpatzt“. Sein Fehler, wie er eingestand: Er hatte zu lange am designierten Gesundheitsminister Tom Daschle, der dann das Handtuch werfen musste, festgehalten – trotz Enthüllungen, dass Daschle 130.000 Dollar an Steuern für die Verwendung einer Limo plus Fahrer schuldig geblieben war.
Flucht in die Schule. Mit dem Rückzug einer weiteren Mitarbeiterin und ätzender Kritik an Finanzminister Tim Geithner, beide ebenfalls enttarnte Steuersünder, drohte Obamas zentrales Wahlversprechen nach Wandel in Washington verwässert zu werden. Der Mediensturm war derart gewaltig, dass Obama mit Gattin Michelle die Flucht zu einem Besuch bei Zweitklasslern antrat: „Sie haben uns kurz rausgelassen“, scherzte er, sichtlich erschöpft. Immerhin: Nach dem sturen Festhalten von Vorgänger George Bush am falschen Kurs, ohne jemals Fehler zuzugeben, erhielt Obama für seine Mea Culpa gute Noten.
Stimulus-Streit. Trotzdem stürzte seine Popularität laut Gallup von 83 Prozent auf jetzt 64 Prozent. Dazu kommen schlechte Nachrichten aus dem Senat: Dort fehlen den Demokraten zur Verabschiedung des 900-Milliarden-Dollar-Stimuluspakets die nötigen Stimmen. Es droht ein Krieg mit den oppositionellen Republikanern.

# 3. Februar: Sully spricht!

Der Heldenpilot vom Hudson bricht sein Schweigen über die Horrorsekunden.
New York. Stolz kann Kalifornien inzwischen nur auf die Heldengeschichte seines Wunderpiloten Chesley „Sully“ Sullenberger sein, der per Notwasserung im New Yorker Hudson-Fluss 154 Passagieren rettete. „Es war ruhig als ich mich mit meinem Kopiloten für die Landung vorbereitete“, brach Sully jetzt im US-TV sein Schweigen: „Dass wir null Antrieb aus den Triebwerken hatten war schockierend – vor allem die Stille“. Und wie fühlte er sich, als er im US-Airways-Jumbo den Fluten entgegen glitt? „Cool nach außen, doch in mir drinnen totaler Tumult“, sagte er. Das Trauma sitzt tief: „Ich rede mit meiner Frau oft über diese Sekunden – und dann weine ich”.

# 3. Februar: Arnies Armageddon

Als Retter vor dem fiskalischen Untergang wurde 2003 Schwarzenegger zum Gouverneur gewählt. Jetzt versinkt er selbst im Finanzsumpf.
Sacramento. In Kalifornien droht Gouverneur Arnold Schwarzenegger wegen der Budgetkatastrophe der Aufstand. „Unser großartiger Staat ist heute eine nationale Schande“, tobten gleich elf führende Tageszeitungen gleichzeitig. Der Tenor: Die Kalifornier erwarten Lösungen und haben das „Polit-Hick-Hack“ satt.
Pleite in Tagen? Der Hut brennt: Ohne Notmaßnahmen könnte bis zum nächsten Jahr ein 42 Milliarden Dollar großes Loch im Etat klaffen. Kalifornien steht vor dem Bankrott: Die Auszahlung von 1,9 Milliarden an Steuerrückvergütungen wurde auf Eis gelegt. „Ich will einen Deal“, appellierte Arnie für die Wiederaufnahme der festgefahrenen Verhandlungen mit den Parlamentariern: „Bevor uns das Geld ausgeht“. Und das könnte bereits diesen Monat passieren, so Experten.
„Armageddon“. Tiefe Einschnitte gibt es bereits im Sozial- und Schulbereich, 300.000 Beamte wurde das Gehalt gekürzt. Das „fiskalische Armageddon“, so Medien, wird zusehends zum Friedhof für Arnies Politkarriere: Seine Popularität stürzte auf 40 Prozent. Nach dem Ende seiner Amtszeit 2010 würde er nicht mal die Wahl zum US-Senator schaffen, so Umfragen.

# 2. Februar: Obama zu Matt: „Mag ihren Sohn!“

Im ersten großen Interview im US-TV skizziert US-Präsident Barack Obama, wie er die Wirtschaft und Amerikas Ruf retten will – und mit seiner Schwiegermutter auskommt.
Washington. NBC-Starreporter Matt Lauer hatte den „Super Bowl“ aller Interviews gelandet: Kurz vor dem Football-Finale am Sonntag stand Barack Obama erstmals als Präsident mit offenem Hemdkragen im Kartenraum des Weißen Hauses Rede und Antwort (siehe rechjs). „Die meisten GIs werden beim nächsten Super Bowl wieder aus dem Irak zurückgekehrt sein“, sorgte er mit der Ankündigung eines rapiden Truppenabzugs für Schlagzeilen. Dazu kündigte er eine Neufassung eines Banken-Rettungspaketes an.
Coole Kids. Er schwärmte, wie cool seine Kinder Sasha (7) und Malia (10) seien, wie locker sie die Umstellung als angehimmelte „First Kids“ schaffen. Lauer fragte, ob er Obamas geheime Emailadresse für seinen supersicheren BlackBerry-Handy haben könne. Doch Obama zeigte auf Lauers mitgekommenen Sohn Jack (7): „Ich mag ihn, vielleicht kriegt er sie”.

# 1. Februar: Phelps bonged

New York. Die Schwimmkarriere des Rekord-Olympioniken Michael Phelps (23) könnte nach Reports über Marihuanakonsum bei einer Studenten-Party letzten November in South Carolina ins Trudeln geraten: Phelps ist auf einem Foto der Zeitung News of the World zu sehen, wie er aus einem „Bong“ (ein Gefäß zum Inhalieren von Hasch oder Marihuana) anzieht. Phelps war in Peking mit acht Goldmedaillen zur Schwimmerlegende geworden. Sechs Goldene erschwamm er davor. 2012 wollte er bei den Spielen in London neue hinzufügen.
Sperre? Platzt jetzt der Traum? Der Verband verhängt Vierjahressperren bei Drogenmissbrauch. Auch Werbeverträge, darunter Visa oder AT&T, könnten in Rauch aufgehen. Phelps Potential für Werbeeinkünfte war auf 100 Millionen Doller geschätzt worden. Seine Manager versuchten, die Story zu killen: Angeboten wurde, Phelps könnte eine Kolumne schreiben.