# 31. März: Obama startet Euro-Tour in London

Nach der Landung in London bereitet sich Obama mit ersten Treffen auf den G20-Gipfel vor: Kann er die Welt aus der Megakrise führen?

London. Fast ging ein Ruck der Erleichterung durch Europa, als Barack Obama mit Gattin Michelle die Stufen seines blauweiß lackierten Präsidentenjumbo am Londoner Airport Stansted hinabstieg. „Endlich ist er hier“, rief einer. Seit Wochen wurde der Premiere von Amerikas Star-Präsidenten entgegengefiebert. Seit 1961, als John und Jackie Kennedy verzückten, war Europa nicht mehr so aufgeregt.

Obama erfreut sich mit Popularitätsraten von bis zu 90 Prozent „stratosphärischer Beliebtheit“, so Experten. Ähnlich groß ist der Jubel über First Lady Michelle, die in England schon mit Prinzessin Diana verglichen wird. Die Erwartungshaltungen sind gewaltig: Ist Obama wirklich „The One“, der Erlöser, ein Weltpräsident, der die Menschheit aus der Horrorrezession führt? “Er hat einen frischen Start versprochen, nicht nur für Amerika sondern die ganze Welt“, so US-Starkolumnist Dan Balz: „Jetzt muss er zeigen, ob er die Welt wirklich führen kann?”

Gipfel-Hüpfen. 17.697 Flugkilometer wird Obama beim „Gipfel-Hüpfen“, so US-Medien, zu den G20-, NATO- und EU-Treffen absolvieren. Die Stunde der Wahrheit ist dabei die Zusammenkunft der Top-Wirtschaftsnationen (85 % des globalen BIP) in London am Donnerstag. Es ist das wichtigste Treffen seit 76 Jahren, als 1933 Delegierte aus 66 Nationen die Great Depression bekämpften. Obama will größere Konjunkturpakete zum „Schockstart“ der Wirtschaft fordern und mit einer Finanzpolizei die außer Kontrolle geratene Finanzwelt an die Leine nehmen.

Idyllischer Start. Der Trip begann jedoch mit einer idyllische Szene: In der gleißenden Morgensonne marschierten Barack und Michelle Hände haltend durch den blühenden Garten des Weißen Hauses zum Helikopter Marine One, der sie zur Andrews Air Force Base flog. Kurz nach 9 Uhr Ortszeit hob die Air Force One zum Transatlantikflug ab. Die Zeit verbrachte Obama mit Gipfelvorbereitungen. Auch die bordinterne Kraftkammer soll der Fitnessfanatiker besucht haben. In London brachte ihn ein weiteres Modell aus seiner VH-3D-Helikopterstaffel in den Stadtkern.

Tee mit Queen. Nach einem Treffen mit dem Personal der US-Botschaft zog er sich in die feudale Residenz des US-Botschafters mit Blick über den Hyde Park zurück. Wegen des Jetlags rang Obama um ausreichenden Schlaf für Tag Eins der Eurotour: Zu vermeiden gab es da vor allem Verstöße gegen die Etikette beim Tee mit Queen Elizabeth II im Buckingham Palast – und einen Eklat beim folgenden Treffen mit den Präsidenten Russlands, Dimitri Medwedew und Chinas, Hu Jintao. Beide hatten zuletzt die Ablöse des durchs Schuldenmachen aufgeweichten Dollar als Weltleitwährung verlangt.

# 30. März: Michelle erobert die Herzen Europas

Europa liegt im Obama-Fieber. Während Barack die Welt retten will, möchte Michelle die Herzen Europas erobern. Der Jubel kennt schon jetzt keine Grenzen.

Washington. Aufgeregt wird spekuliert, wer den größeren Rockstar-Empfang erhält: Barack Obama, der bei G20-, NATO- und EU-Gipfel die Welt retten will – oder doch First Lady Michelle, die als Modeikone, Powerfrau und rührende Mutter der süßen Töchter Malia (10) und Sasha (7) den alten Kontinent verzaubern dürfte. Vergleiche zum Kennedy-Kult drängen sich auf. „Ich bin bloß der Mann, der Jacqueline Kennedy nach Paris begleitete”, witzelte JFK 1961 bei der Staatsvisite in Paris, als die Grand Nation vor Jackie Kopf stand. Jetzt wird die 45-Jährige, erste schwarze US-First-Lady bei ihre Premiere auf der Weltbühne ebenso umjubelt.

Das Märchen der Michelle O. Vor allem in England – wo sie heute an der Seite Baracks aus dem Präsidentenjumbo Air Force One steigt – rollte die Britenpresse den märchenhaften Aufstieg der Michelle O. in allen Details aus: Wie sie an der ruppigen Chicagoer South Side aufwuchs, sich mit Brillanz eine Harvard-Ausbildung erkämpfte. Wie sie sich als junge Anwältin von Arbeitskollegen Barack betören ließ – und jetzt Washington in Atem hält: Mit gewagten Kleidern junger Designer schaffte sie es aufs Vogue-Cover. Mal provoziert sie durch das Herzeigen ihrer durchtrainierte Arme, zeigt Herz beim Suppenschöpfen für Obdachlose – oder propagiert mit dem Anlegen eines Kräutergartens vor dem White House gesunde Ernährung. „So eine First Lady hat Amerika noch nie gesehen“, schwärmte Newsweek.

Michelle-Fan Bruni. Michelle wird Barack während der Eurotour zu offiziellen Terminen, wie etwa dem Tee mit Queen Elizabeth II., begleiten. Doch sie hat auch ihr Soloprogramm: In London soll sie eine Mädchenschule, in Frankreich am Rand des NATO-Gipfels ein Spital besuchen. Dort trifft sie auch auf eine ihrer größten Verehrerinnen: Ex-Supermodell und Frankreichs First Lady Carla Bruni. „Sie ist eine starke und intelligente Frau“, schwärmte Bruni. Michelle, so das Internetportal Politico, sei sich ihrer großen Aufgabe bewusst und hätte intensiv die Lebensläufe anderer First Ladies studiert: Sie wolle keinesfalls mit einem Faux-Pass ablenken.

Einflüstern. Welche Rolle sie als Einflüstererin ihres Präsidentengatten auf die Weltgeschicke hat ist ein Mysterium: Nach innigen 16 Ehejahren und ihrer Mithilfe bei der Eroberung des Oval Office sind die beiden ein eingeschweißtes Team. Die Öffentlichkeit lässt sie oft an seinen menschlichen Schwächen teilhaben. „Er hat keinen Modesinn”, erzählte sie der New York Times: „Star-Treck-Gürtel nennt er einen meiner breiten”.

# 29. März: Megaaufwand für Obama-Trip

Hochspannung herrscht vor dem Europa-Debüt von US-Präsidenten Barack Obama. Wie ein Wirbelwind rast Obama bei der großen “Euro-Show” von Dienstag bis Sonntag durch Europa, ist Superstar bei gleich drei dser wichtigsten Treffen des Jahres: Dem G20-Gipfel in London, die 60-Jahrfeier der NATO und das EU-USA-Treffen in Prag. Dazu will Obama mit großen Reden die Bürger Europas für eine “neuen Ära Amerikanischer Leadership” begeistern. Eine besondere Herausforderung wird das Treffen am Mittwoch mit Briten-Queen Elizabeth II. Verstöße des jovialen Obama gegen die strikte Etikette werden befürchtet: “Und um Himmels willen”, schrieb die Daily News, “keine Fist Bumps”, dem lässigen “Anstoßen” mit den Fäusten.

Was sind Obamas wichtigste Ziele? Beim G20-Gipfel will Obama skeptische Nation von einem “neuen Deal, dem Pumpen weiterer zwei Billionen Dollar in die Weltwirtschaft abseits der USA zur Überwindung der Horrorrezession. Der Showdown ist vorprogrammiert: EU-Präsident Mirek Topolanek sah Obama mit den teuere Konjunkturpakete sogar auf “am Weg zu den Toren der Hölle”. Beim NATO- aber auch EU-Gipfel will Obama für seine neue Kriegsstrategie in Afghanistan – und wohl auch für größere Truppenkontingente von den Alliierten werben. Doch schon vor dem Abheben des Präsidentenjumbos “Airforce One” morgen früh zum Flug über den Atlantik schraubte das Weiße Haus die Erwartungshaltungen herunter: Es seien “keine fixen Zugeständnisse” zu erwarten.

Der Aufwand für Obamas Trip ist gigantisch, so Briten-Blätter:

# Obamas gesamtes Arsenal am Flug- und Fahrgeräten wird über den Atlantik geschafft, darunter seine 300.000 Dollar teure Hochsicherheitslimo, Codename “Das Biest”, oder der Helikopter “Excecutive One”, Type “VH-3D”.

# Sein Boeing-747-200B-Jumbo, ausgestattet mit allem von einem Fitnessraum bis zur elektronischen Raketen-Abwehrsystem, kann wegen der enormen Sicherheitsvorkehrungen nicht auf Londons Hauptflughafen Heathrow landen, sondern muss auf den kleinerer Stansted ausweichen. 200 Bodyguards des Secret Service beschützen Obama. Sogar ein eigenes, sechsköpfiges Ärzte-Team fliegt mit.

# Auch ein Pomp darf nicht fehlen: Ein spezielles Team der White-House-Küche wird für Obama Speisen zubereiten. In Prag soll er die Luxussuite im Hilton beziehen. Kosten: 30.000 Euro.

Doch obwohl Obama nach acht Bush-Jahren auf eine “widerspenstige Welt”, trifft, wo vor allem der Kapitalismus der US-Prägung am Pranger steht, so die New York Times, schwappt auch eine Welle an Euphorie den Kontinent: Obama und die mitreisende First Lady Michelle erwartet eine Rockstar-Empfang wie einst 1961 John und Jackie Kennedy, so US-Medien.

# 29. März: Koksskandal um Biden-Tochter

Die Tochter von US-Vizepräsidenten Joe Biden, Ashley Biden (27), ist in einen handfesten Kokainskandal verwickelt. Ein Bekannter hatte ein Video angefertigt, wo eine hellhäutige, junge Frau mit brünettem Haar zu sehen ist, die auf einer Privatparty in Wilmington, US-Staat Delaware, eine Linie aus weißem Pulver mit einen roten Strohhalm in die Nase aufzieht. Das Massenblatt New York Post, denen Anwälte des Filmers Ausschnitte des Tapes vorführten, ist sich sicher: Der Star in dem unrühmlichen Filmdokument wäre tatsächlich die Vizetochter. Das total 43 Minuten lange Tape war um zwei Millionen Dollar zum Verkauf angeboten worden. Ashley, eine Sozialarbeiterin, macht in dem Video auch mehrmals Anspielungen auf den Kokskonsum. Klar ersichtlich ist auch, dass sie wusste, beim Koksen gefilmt zu werden.

Hektische Anrufe von Medienvertretern erreichten Vize Biden und Gattin Jill in Südamerika, wo sie sich zu Wirtschaftsberatungen aufhalten. Der Skandal ist hochnotpeinlich – auch für die Regierung von US-Präsident Barack Obama: Biden selbst gilt als vehementer Verfechter einer harten Gangart gegen Drogenkonsum. 1982 erfand er den Begriff “Drogen-Zar”. Außenministerin Hillary Clinton hatte dazu bei ihrem jüngsten Trip nach Mexiko, das in einer Gewaltorgie wegen eines Krieges zwischen der Kartelle versinkt, sich fast für den “unheimlichen Appetit der USA für illegale Drogen” entschuldigen müssen. Dass sie damit ein Familienmitglied an der Regierungsspitze ansprach, konnte sie nicht wissen. Und Obama selbst kann vor seiner wichtigen Europa-Mission ebenfalls “keine Ablenkungen gebrauchen”, so Beobachter.

Auch wenn die seriöseren Zeitungen die Affäre noch nicht hochspielen, könnte sich Ashleys Eskapade in die Reihe großer Vizepräsidenten-Affären einreihen: Dabei muss etwa 1973 Spiro Agnew im Watergate-Skandal zurücktreten, George Bush Senior geriet in den Achtzigern wegen den Saufexzessen von Bush Junior unter Druck, Dan Quayle konnte das Wort Kartoffel nicht buchstabieren und Dick Cheney schoss bei der Wachteljagd einen Kollegen nieder.

# 28. März: Was ist noch da vom Madoff-Geldern?

Knalleffekt im Madoff-Skandal: Können Anleger doch noch entschädigt werden? Dazu läuft eine neue Sammelklage gegen Austro-Banken.

New York. Alle legitimen Forderungen der Geschädigten des Milliardenbetrügers Bernard Madoff könnten „abgedeckt werden”, überraschte Stephen Harbeck, Chef des US-Anlegerschutzfonds SIPC, gegenüber Bloomberg. 2,6 Milliarden Dollar stehen demnach zur Entschädigung von 5.000 Anlegern bereit. Madoff wartet in U-Haft auf die Verkündung des Strafausmaßes: Es drohen 150 Jahre Haft. Doch die Opfer protestieren: Die Rückzahlungen sollen pro Klienten auf 500.000 Dollar begrenzt werden. Der Großteil der Anleger hatte jedoch Millionen investiert. Viele wollen sich deshalb bei den Banken schadhaft halten, die „Madoff-Fonds“ vertrieben.

Neue Klage. Die Bank Austria und Medici Bank haben jetzt in New York eine neue Sammelklage am Hals: Investoren klagten wegen „Verletzung der Sorgfaltspflicht“ bei der Ausgabe der Primeo- und Herald-Fonds, die im Madoff-Skandal kollabierten.

# 27. März: Wally Lambs Bestseller: Das Trauma von Columbine

Romanschreiber Wally Lamb (58) band sich gerade die Krawatte, als hinter ihm im TV die “Breaking News” über das Massaker an der “Columbine High School” in Littleton, Colorado, ausbrachen. Nach dem Amoklauf der Teenager-Killer Dylan Klebold und Eric Harris blieben 15 Leichen – und ein entsetztes Amerika zurück. “Ich war selbst 25 Jahre lang Lehrer an einer Highschool”, erinnert sich Lamb: “Ich stellte mir die Schulgänge, die Todesangst, den Terror vor, hörte das Echo der panischen Schreie”. Sofort schoss ihm eine zweite Erinnerung in Kopf: Die Tochter seiner Cousine besuchte die Highschool in Paducah, Kentucky, wo ein Schüler 1997 drei Menschen tötet. “Sie war die beste Freundin der Schwester des Killers – und ich erinnerte mich sofort an die Erzählungen, wie sehr die unter dem Trauma und Stigma litt, “wie schwierig ihr Leben war”, so Lamb.

Für den Englischlehrer – den TV-Talkqueen Oprah Winfrey mit Empfehlungen der früheren Werke “Die Musik der Wale” (1998) und “Früh am Morgen beginnt die Nacht” (1999) zum Bestseller-Autor beförderte – war das genug am kreativem Funkenflug für ein monumentales Werk: Neun Jahre später (!) hinterließ er schließlich in der “Stunde, in der ich zu glauben begann” (seit 4. März im Buchhandel) 744 packende Seiten an Lesestoff zurück, verbreitete sich in Abgründen der menschlichen Seele, von Trauer, Entfremdung, psychologischem Trauma, posttraumatischem Stress bis zur Drogensucht. “All diese Jahre lebte ich halb in meiner Romanwelt, halb in der wirklichen”, sagte er. Und machte aus der Not eine Tugend: Lamb ließ kurzerhand neben dem Columbine-Massaker weitere, tatsächliche Tragödien wie den Terror-Horror von 9/11, den Irakkrieg oder Todeshurrikan Katrina in den Wälzer einfließen.

Die Story: Der Englischlehrer Caelum zieht mit Frau Maureen nach Littleton. Sie hoffen mit dem Neustart ihre Eheprobleme lösen zu können. Doch Maureen gerät in das Columbine-Massaker, überlebt versteckt im Wandschrank. An post-traumatischen Stress laborierend gleitet sie in ihre eigene Welt ab, wird tablettensüchtig, überfährt mit dem Auto einen Jungen. “Ich wollte dabei auch illustrieren”, so Lamb, “wie dramatisch der Einfluss von posttraumatischen Stress sein kann – wenn er ignoriert wird”. Sie landet für fünf Jahre im Gefängnis. Jetzt lässt Lamb seine persönliche Erfahrungen aus den kreativen Schreibkursen, die er in einem Frauengefängnis in Connecticut abhält, einfließen, versucht ein weiteres Gesellschaftliches Problem zu illustrieren: Denn offensichtlich sei, wie traumatische Erlebnisse diese Frauen, von denen 70 Prozent frühere Opfer von Inzest und Vergewaltigung sind, “im Knast enden ließen”.

Durch den Einbau von Lambs persönlichen Erlebnissen, den intensiven, schockierenden Recherchen zu Columbine, die “ mich selbst in Depressionen stürzten”, wie er sagt, sowie den geschickten Einflechten aktueller wie historischer Ereignisse entstand ein mitreißender Epos. Gleichzeitig hofft Lamb auch, die Gesellschaft über mögliche Motive für Schulmassaker aufrütteln zu können, vor allem knapp vor dem zehnten Columbine-Jahrestag – und dem jüngsten Blutbad im deutschen Winnenden (13 Tote). “Gemeinsam haben diese Fälle meist ein hohen Grad an gesellschaftlicher Isolation”, sucht er nach einer Erklärung. “Kinder, Teenager und Erwachsene müssen davon überzeugt werden, nicht länger dem Leben zuschauen zu wollen, ihre Nase an Computer- oder TV-Monitoren plattgedrückt – sie müssen ins Leben eingeladen werden”. Bei einer Lesetour traf er Wayne Harris, den Vater eines der Colmbine-Killers. Der hätte ihm erzählt, dass er seit der Tat vergeblich nach Antworten suchte, erinnert sich der Schriftsteller. Und: “Angesichts dieser unglaublichen menschlichen Tragödie wirkte jeder meiner Erklärungsversuche banal”.

# 27. März: Obama auf Euro-Kurs

Die Euphorie über den Obama-Trip ist groß, doch die Hürden hoch: Der Präsident soll Euroskeptiker von Wirtschafts- und Kriegsplänen überzeugen.

Washington. Mit dem G20-Wirtschaftsgipfel in London, dem NATO-Treffen in Strasbourg sowie dem EU-USA-Gipfel in Prag führt Obama sein erster Triumphzug durch Europa gleich zu den wichtigsten Treffen des Jahres. Der folgende Abstecher in die Türkei ist dazu sein Debüt in einem Moslemstaat.

Kennedy-Vergleiche. Mittwoch Abends schwebt der Präsidentenjumbo Airforce One in London ein: Neben viel Pomp beim Besuch bei Queen Elizabeth II will er die ökonomischen Top-Nationen auf einen gemeinsamen Kurs beim Kampf gegen die Horrorrezession einschwören, dann im NATO-Hauptquartier Allierte für seine neue Afghanistan-Strategie (siehe rechts) gewinnen – und in Prag nächsten Sonntag in seiner ersten großen, außenpolitischen Rede eine „gerechtere Weltordnung“ fordern. Es wird mit euphorischen Menschenmassen wie bei den Kennedyreisen gerechnet.

# 27. März: Hollywood-Stories

Kaum tauchte Supermodel Gisele Bündchen (27) mit ihrem Footballstar-Gatten Tom Brady (31) entspannt Eis schlürfend bei ihren Flitterwochen in ihrer brasilianischen Heimatstadt Horizontina auf, gibt es prompt Aufregung an der Baby-Front: „Ja, ich möchte eine große Familie, ich liebe Kinder“, erzählte sie dem Briten-Blatt Daily Express. Dazu hofft sie auf eine Langzeitehe: „Meine Eltern sind zusammen seit 36 Jahren, das will ich auch“.

Vielleicht will das Paar – unter dem Motto doppelt hält besser – auch deshalb am 4. April in Costa Rica gleich nochmals heiraten. Bis zu 50 Gäste sollen diesmal geladen werden. Kann aber auch sein, dass Bündchen – deren Traumkörper durch gekonnte Stripeinlagen im Film New York Taxi (Gage: 1,8 Millionen Dollar) gerade im TV zu bewundern ist – die schlichte erste Hochzeitsfeier viel zu mickrig war. Nach der nur 20 Minuten langen Zeremonie mit Freunden und Familie in der „St. Monica´s Church“ in Los Angeles gab es statt einem Gourmetbuffet gegrillte Steaks im Garten der Brentwood-Vlla. „Wie bei einer Superbowl-Party“, wurde gescherzt. Mit dabei war auch Bradys 18 Monate alter Sohn Jack aus der früheren Beziehung mit Schauspielerin Bridget Moynahan (36). Eine Teilnahme an Eheschließung Nr. 2 soll ihm seine Mutter jedoch untersagt haben, heißt es. Zum zweitägigen Ehefest hat Tom Teamkollegen und Gisele Model-Freundinnen geladen. „Dort könnten leicht weitere Laufsteg-Football-Paarungen entstehen“, ätzten US-Medien.

Zuletzt machten sich Hollywood-Kenner eher Sorgen über die eingefallenen Wangen einer abgemagerten Katie Holmes (30), angeblich Resultat einer Scientology-Entschlackungskur. Doch stimmen jüngste Gerüchte, dürften die bald Geschichte sein: Katie, so das Magazin OK!, soll wieder schwanger sein. Die süße Suri (2) würde damit zur großen Schwester werden und Gatte Tom Cruise (46) doppelstolzer Dad. Sie wollten die Schwangerschaft noch geheim halten, bis das fehlgeburtssicherere dritte Monat erreicht ist.

Freunde des Paares würden erzählen, so das Magazin: „Sie wollten immer eine große Familie gründen – und sind beide überglücklich“. Doch einige „Tomkat“-Kenner sind überrascht: Gerade war mit den Dreharbeiten für den Film The Extra Man, der nächstes Jahrs ins Kino kommen soll, Holmes Filmkarriere wieder in Schwung gekommen.

Plant der Ex-Aniston-Lover John Mayer (31) den ultimativen Verrat? Der Musiker soll über eine Veröffentlichung peinlicher Details der Beziehung mit Jennifer Aniston (40) verhandeln, heißt es. Zehn Millionen Dollar seien ihm angeboten worden. Aniston soll etwa beim Sex den Namen ihres Ex-Gatten Brad Pitt gerufen haben – oder ihre Tage mit Konsum von Reality-TV-Shows totschlagen.

# 26. März: Hillary warnt Kim!

Alarmglocken schrillen um einen bevorstehenden Raketenstart Nordkoreas. Beteuert wird eine Allmission, doch Experten sehen einen Militärtest.

Washington. Japanische und amerikanische Geheimdienste bestätigten den Transport der Rakete, Type Taepodong-2, zu einer Abschussrampe auf der Basis Musudan-ni an der Ostküste des abgeriegelten Schurkenstaates. Der wirre Führer Kim Jong-il beteuert, die Rakete soll einen Kommunikationssatelliten ins All tragen.

Scharfe Töne. Amerikas Außenministerin Hillary Clinton warnte jedoch in scharfen Tönen vor dem Start: Dieser „provokante Akt“ verstoße gegen UN-Resolutionen und werde Konsequenzen haben. Die Befürchtung: Raketen zum Satellitentransport und strategische Interkontinentalraketen basieren auf der gleichen Technologie. Die angebliche zivile Allmission sei „nichts anderes als ein militärischer Raketentest“, so Experten.

Affront gegen Obama. Bereits 1998 wollte Nordkorea der Welt einen Satellitenstart vorgaukeln, um einen Raketentest zu verschleiern. 2006 explodierte eine Taepdong-2-Rakete gleich nach dem Start, eine mächtige Blamage für Kim.

Hillary protestierte jetzt auch deshalb so vehement, da vor allem das Timing ein Affront gegen ihren Boss, US-Präsidenten Barack Obama, wäre: Der will Anfang April beim G20-Gipfel in London die Weltwirtschaft retten und in Prag beim NATO-Gipfel Kriegspartner auf eine Offensive in Afghanistan einschwören. Das ballistische Säbelrassel aus Fernost würde alles überschatten, wird befürchtet. Nordkoreas Raketen bedrohen mit Alaska US-Territorium. Der Staat soll über Atomsprengköpfe verfügen.

# 25. März: Obama im Boni-Skandal

Nach dem Feuersturm wegen der Skandal-Prämien für Pleitemanager gelang US-Präsident Barack Obama jetzt der Befreiungsschlag,

Washington. Obama verteidigte bei seiner zweiten abendlichen Pressekonferenz vor 40 Millionen TV-Zusehern seine Wirtschaftspläne: „Wir werden die Rezession überwinden“, agierte er als oberster Mutmacher. Es würde aber eine Weile dauern, bis in dieser „historischen Krise“ Programme greifen, so Obama : „Die USA ist ein Dampfer und kein Schnellboot – das Steuer kann nicht so schnell herumgerissen werden“.

„AIG-Gate“. Obama war im Skandal um die Millionen-Boni für Manager des Pleiteversicherers AIG zuletzt unter Druck geraten, da er zu spät reagiert habe, so Kritiker. „Ich informiere mich, bevor ich den Mund aufmache”, konterte er. „Und wir dürfen jetzt auch nicht alle Investoren dämonisieren”, versuchte er den Volkswut einzudämmen. Der Grund: Er braucht die Wall-Street-Firmen für seinen Bankenplan, wo eine Billion Dollar an faulen Immobilienkrediten abgesaugt werden soll.

Harte Tage. Obama, dessen Popularität in Umfragen unter 60 Prozent kippte, wollte vor seinen bisher schwersten Tagen wieder Tritt fassen: Nächsten Donnerstag will er beim G20-Gipfel in London die Welt auf einen gemeinsamen Kurs zur Bewältigung der Megarezession einschwören. Gezänkt wurde im Vorfeld über Obamas Wünsche, die EU solle mehr Geld in die Wirtschaft pumpen. Zu Hause muss er sein 3,6 Billionen Dollar teures Budget durch den Kongress boxen: Mit Investitionen in Bildung, Alternativenergieträger und einer Gesundheitsreform soll Amerika umgekrempelt werden. Wegen der Kritik an zu „heiterem Auftreten“ in jüngsten Interviews setzte Obama jetzt auf Marke Oberlehrer. Prompt nörgelten die Medien über einen „ Langweiler“.

# 24. März: Das neue iPhone

Schnelleres G3-Netz, flotterer Chip, Video-Funktionen: Was wird das neue iPhone?

San Franzisko. Der Verkauf der dritten Generation des iPhone-Kulthandy soll in den USA Mitte Juni startet, ließ Apples Telekompartner AT&T durchblicken. Das neue iPhone – auf dem die zuletzt präsentierte Software 3.0 mit 100 neuen Features laufen wird – soll eine „schnellere Erfahrung“ bieten, so Blogger. Der Einsatz eines neuen Infineon-Chip wird erwartet. Das Gerät könnte auf AT&Ts flotterem G3-Netz (HSDPA) mit Downloadraten von 7,2 Megabit pro Sekunden laufen. Der Insider dann euphorisch: “Es wird ein aufregender Sommer”.

Endlich Video? Auf Hochtouren laufen auch bereits die Spekulationen über weitere Neuerungen: Vor allem bei der Kamera gelten Verbesserungen wie Autofokus oder Videofunktionen für überfällig. Es gibt auch Gerüchte über radikalere Facelifts – darunter ein aufklappbares Gerät oder eins mit herausschiebbarer Echt-Tastatur. (bah)

# 23. März: Obamas Afghanistan-Pläne

Obama kündigt harten Kampf in Afghanistan an, aber auch eine Exit-Strategie.

Washington. US-Präsident Barack Obama warnte in einem Interview mit dem TV-Sender CBS, dass die Gefahr eines Super-GAUs in der Finanzwelt noch nicht gebannt sei: „Wenn große Institute kollabieren droht und eine noch viel zerstörerische Rezession, gar eine potentielle Depression“, sagte er. Obama lachte mehrmals herzlich, als er seinen Arbeitsalltag angesichts der Tsunami an Problemen beschrieb. Interviewer Steve Croft fragte: „Sind sie besoffen?“ Obama: „Es ist Galgenhumor“. Prompt wurde die unangebrachte Heiterkeit des Präsidenten angesichts der Wirtschaftskrise kritisiert.

Exit-Strategie? Obama kündigte auch ein Ausstiegsszenario für den Krieg in Afghanistan an. Doch die wichtigste Mission sei: „Die Vereitelung von Attacken gegen die USA”.

# 23. März: So will Obama die Banken retten

US-Präsident Barack Obama attackiert jetzt den Kern der Finanzkrise. Sein Finanzminister will Banken helfen, faule Immobilienpapiere loszuwerden.

Washington. Finanzminister Timothy Geithner enthüllte sein Programm, wo Banken Ramsch-Hypotheken im Gesamtwert von bis zu 1.000 Milliarden Dollar abgekauft werden sollen. Die Giftpapiere, Resultat von Fehlspekulationen im US-Immobilienmarkt, tickten wie Zeitbomben in den Bilanzen der Banken – und drosselten den Kreditfluss, der zur Bewältigung der Rezession bitter benötigt wird.

Privatgelder. Wie läuft Geithners Plan? Die US-Regierung stellt bis zu 100 Milliarden Dollar als Startkapital bereit für die Schaffung spezieller Fonds, die die Funktion einer „Bad Bank“ übernehmen und an denen sich auch private Hedgefonds beteiligen sollen. Die Fondsmanager erhalten je nach Bedarf weitere Kredite von der Notenbank und der Bankenversicherung FDIC. Investoren ersteigern dann von den Banken die Hypotheken. „Die Papiere werden auf längere Zeit gehalten, und könnten, wenn der Häusermarkt wieder anzieht, mit Profit verkauft – und die Staatskredite zurückgezahlt werden”, so Obama-Beraterin Christine Romer.

Kritik. Doch Wall-Street-Investoren zieren sich: In einer Notkonferenz mit Geithner, so die New York Times, forderten sie, dass geplante Gehaltsobergrenzen für Manager aufgegeben werden. Heftige Kritik kam auch von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman: „Der Plan ist Geldverschwendung und wird nicht funktionieren“, tobte er. Die Weltbörsen „applaudierten“ jedoch mit einem Kursfeuerwerk.

# 22. März: Massaker in Oakland

Nach dem Massaker in Oakland wird gefragt: Versinkt die USA wieder in einer Gewaltwelle?

Oakland. Es begann mit einer stinknormalen Verkehrskontrolle – doch endete im schlimmsten Blutbad für die Polizeitruppe der Kalifornien-Stadt Oakland: Drei tote und zwei schwerverletzte Polizisten,blieben zurück. Zwei Beamte auf Motorrädern hatten einen Wagen gestoppt. Der wegen früherer Gewaltverbrechen auf Bewährung freigelassene Straftäter Lovelle Mixon (27) eröffnete ohne Vorwarnung das Feuer.

Staatstrauer. Augenblicke später gleicht der Bezirk einer Bürgerkriegszone: Mixon flüchtet, verschanzt sich inmitten einer wilden Schießerei in einem Gebäude. Während Ambulanzen mit Sirenengeheul durch die Straßen rasen und darüber Polizeihelikopter knattern, stürmt Oaklands SWAT-Eliteeinheit den Zufluchtsort, töten den Killer. Gouverneur Arnold Schwarzenegger verhängte „Staatstrauer“. Der Wirtschaftskollaps führt in Oakland zu einem Anstieg der Gewaltverbrechen um 40 Prozent.

# 21. März: Obama öffnet die Geldschleusen

US-Präsident Barack Obama öffnet im Kampf gegen Amerikas Wirtschaftskrise alle Schleusen bei der Geldzufuhr.

Washington. Die Milliarden sprudeln großteils aus der Staatskasse oder den Druckmaschinen der Notenbank. Die Summen sind atemberaubend: 787 Milliarden Dollar kostet das Konjunkturpaket, 350 Milliarden pumpte Obama in die Rettung von Bankkolossen oder den Großversicherer AIG. Es folgt die Präsentation des nächsten Mega-Rettungspaktes: Den darbenden Banken sollen Ramschpapier in der Höhe von 1.000 Milliarden Dollar abgekauft werden. Starke Wirtschaftsimpulse will Obama zusätzlich mit seinem Budget setzen. Auch das kommt teuer: Mit 3,6 Billionen Dollar ist es der größte Etat aller Zeiten.

US-Pleite? In D. C. liegen zusehends die Nerven blank, ob sich selbst die Supermacht USA den Billionen-Fluss leisten kann: Amerikas Budgetdefizit könnte in den nächsten zehn Jahren total 9,3 Billionen Dollar betragen, so Prognosen. Der Dollar sackte zuletzt ab. Und China, das 727 Milliarden an US-Schuldverschreibungen hält, zeigte sich zuletzt hypernervös.

# 21. März: Professor Guis erobert Amerika

Vorträge über Russland, Trips nach Miami, Debatten mit Nobelpreisträgern: Der Ex-Kanzler genießt sein neues Leben.

Providence. Fast wirkt das Erscheinen von Österreichs Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer wie ein Schock: Er ist tief gebräunt im Gesicht, angeschmort eigentlich. „Miami“, scheint er sich fast bei den 17 Studenten zu entschuldigen, die im Konferenzraum des zur Brown-Uni gehörenden Watson Institutes for International Studies auf den Vortrag des Gastprofessors zum Thema Russland warten. Augenscheinlich ist, dass der 49-Jährige Polit-Frühpensionist – der die Tage zwischen den Uni-Einsätzen in Südflorida bei einem befreundeten Professor verbrachte – bereits viel Routine in seiner neuen, akademischen US-Karriere hat: „Kommt näher heran”, ermuntert er die Zuhörer, nähere Stühle zu besetzen.

Star an Columbia. Professor Gusi profitiert dazu offenbar noch von der Kanzler-Garderobe: Er doziert im dunkelblauen Maßsakko, weißen gestärktem Hemd, offener Kragen. Er legt los, als wäre es noch ein Regierungstreffen in Zentraleuropa: Er analysiert Russlands Megakrise, Energie- und Sicherheitspolitik, rattert Erdgaspreise runter, analysiert den Georgienkrieg des letzten Sommers. Alles im recht anspruchsvollem Englisch. Lässig spielt er mit dem Stoffband zum Umhängen der Magnetzutrittskarte. Die Studenten sind angetan: „Hochinteressant“, sagt eine beim Zusammenpacken: „Ich freue mich auf die nächste Vorlesung“.

Die Arbeit mit diesen „jungen, wissbegierigen Menschen“ mache Gusenbauer, wie erbetont, bei Karriere 2.0 am meisten Spaß. Seit der Premiere an der Eliteuni Brown drei Zugstunden nördlich von New York im Februar ist die Lehrtätigkeit jetzt voll im Laufen: In der Vorwoche werkte er intensiv bei einer Konferenz über aufstrebende Supermächte mit, debattierte über Immigrationspolitik. Dabei folgt der erste Höhepunkt erst diese Woche: Beim Debüt an der New Yorker Columbia University folgt nach einem Vortragsreigen eine hochkarätige Debatte über „globale Regierungssysteme und ihre Antwort auf die Finanzkrise“ mit Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Beide Lehrverpflichtungen laufen zwei Semester. Längerfristig wolle er noch nicht planen.

One-Man-Show. Ohne die frühere Kanzler-Entourage ist Gusenbauer heute eine rasende One-Man-Show: Aus den gleich drei Jobs – US-Professor, Referent der NÖ-AK und Firmenkonsulent – stellt er sich selbst einen prallen Terminkalender zusammen. Am Institut holt er sich im Sekretariat des lokale Programm ab. SMSs zur Bestätigung von Terminen verschickt er selbst. Die Brown-Uni ist längst zweite Heimat. Beim Gang durch den idyllischen Campus erläutert er die Geschichte wuchtiger Bibliotheksgebäude. Einquartiert wurde er im altehrwürdigen Hope Club: „Da müssen wir uns jetzt recht ordentlich benehmen”, scherzt vor dem Eingang.

# 20. März: Hollywood-Stories

Als Newcomer in Hollywood von Schwerenöter George Clooney angebraten zu werden, ist für Schauspielerinnen fast wie ein Gütesiegel. Das eindeutige Signal: Jetzt sind sie Stars! Diesen Status hat nun die indische Schönheit Freida Pinto (24) nach dem Sensationserfolg des Kultstreifens Slumdog Millionaire offenbar erreicht: Clooney (47) habe als „Courious George“, so Tabloids, bereits nach ihrer Telefonnummer gefragt und soll schwer angetan sein. Eine Freund: „Er will sie nach L. A. einladen – für ein Date“. Die US-Karriere des Bollywood-Stars hebt auch an anderen Fronten ab: Sie wird sogar als mögliches neues Bondgirl an der Seite des Matcho-„007“ Daniel Craig gehandelt. Sie ließ jedoch prompt dementieren. Kein Wunder: „Bond-Girls sind schön, doch haben nicht rasend viel zu sagen“, so ein Branchenkenner. Kein Renommee für den Star eines Oscarstreifens. So konzentriert sich das Ex-Bombay-Modell lieber auf tiefschürfendere Projekte: Nach ihrer Übersiedlung nach New York engagierte sie Regisseurlegende Woody Allen für seinen nächsten, noch titellosen Film – wo sie an der Seite von Filmgrößen wie Josh Brolin, Naomi Watts, Anthony Hopkins und Antonio Banderas brillieren soll. Doch auch andere lukrative Angebote winken: Der Kosmetikkonzern Estee Lauder wollte sie zuletzt zu seinem „Gesicht“ machen, nachdem Pinto Magazin-Cover von Vogue bis Elle zierte. Kein Wunder, dass Clooney bereits lauert.

Mit neuen Frisuren in Serie will sich Cruise-Gattin Katie Holmes (30) wohl emanzipieren, wird gemunkelt: „Katie hat es satt, immer die perfekte Frau zu spielen“, titelte In-Touch. Dazu wachsen jedoch die Sorgen über ihr zusehends eingefallenes Gesicht: Das soll von einer Scientology-Entschlackungskur herrühren, heißt es. Zeugen: „Sie ist fast nichts“.

Als Lugners Opernballgast war sie zickig – jetzt könnte sie auch ihren Schauspielerkolleginnen die Hölle heiß machen: Nicollette Sheridan (45) soll ein Skandalbuch planen, wo sie über Geheimnisse am Set der ABC-TV-Hitserie Desperate Housewives auspacken könnte. Die Blondine, die die sexversessene Edie Britt spielte, ist zuletzt abgesprungen. Nun könnte ihre Rache per Buch folgen.

# 19. März: Arnie & Barack

Die Menge in der Schule in Los Angeles tobte, als es mit US-Präsident Barack Obama und Kalifornien-”Governator” Arnold Schwarzenegger gleich zwei Politsuperstars zu bestaunen gab. Das Treffen war der Höhepunkt von Obamas Trip nach Kalifornien zum Verklickern seiner Wirtschaftskonzepte in direkten Diskussionen mit Bürgern. Schwarzenegger ist dabei längst sein größter Fan: Mit Obamas Hilfsgelder können 57 Bauprojekte begonnen und 11.000 Jobs geschaffen werden, schwärmte er. Der totale Geldtransfer von 31 Milliarden Dollar rettete Kalifornien vor dem Staatsbankrott. Geschickt nütze Obama die Lobpreisungen des moderaten Republikaners, um die vehemente Kritik rechter Hardliner zu entschärfen, die Opposition “regelrecht zu spalten”, so Beobachter. Aber auch Arnie profitierte: Er nütze den Auftritt mit dem umjubelten “schwarzen Kennedy” als Turbo für ein Polit-Comeback nach den Blessuren des Budget-Krimis. Im Mai will er per Volksabstimmung entscheidende Budgetreformen durchboxen. Echte Alliierte sind die beiden in Sachen Klimaschutz: Während Arnie durch Kaliforniens erste „Grüne Messe“ tourte, wo besonders ökologisch freundliche Produkte präsentiert wurden, besuchte Obama 24 Stunden später ein Testzentrum für Elektroautos. Obama hatte zuletzt auch Arnies Klimaschutzziele übernommen: Demnach sollen Kohlendioxid-Emissionen bis ins Jahr 2020 auf den Stand von 1990 fallen, und um weitere 80 Prozent bis 2050. Da offenbar beide voneinander profitieren, scheinen auch die Animositäten des vorjährigen Wahlkampfes vergessen, als Schwarzenegger Obama als “spindeldürr” verulkte. Obama schrieb gleich weiter Geschichte: Als erster amtierender Präsident blödelte er mit TV-Spassvogel Jay Leno in der legendären “Tonight Show”.

# 19. März: Tragischer Tod vom Richardson

Es war eine Herz zerreißende Entscheidung, die die Familie der Actress Natasha Richardson (45) treffen musste. Am Krankenbett im New Yorker Elitespital Lenox Hill hatten sich ihre legendäre Mutter, Hollywoodlegende Vanessa Redgrave (72), der durch Starrollen wie Schindelers Liste oder Star Wars weltberühmte Gatte Liam Neeson (57), dazu die beide Söhne Michael (13) und Daniel (12). 48 Stunden zuvor war der beliebte Filmstar im Kanada-Skiressort Mont Tremblant am Anfängerhügel zu Sturz gekommen. Nach einem Gerinnsel zwischen Schädeldecke und Gehirn (epidurales Hämatom) wurde der Gehirntod diagnostiziert. Nur mehr medizinische Geräte hielten sie am Leben. „Mit gebrochenen Herzen entschied sich die Familie, die Geräte abstellen zu lasen“, so Starkolumnistin Liz Smith. Richardson starb Stunden später. Reporter sahen den ohnmächtig vor Trauer wankenden Witwer spät Abends zu seinem Manhattaner Apartment zurückkehren. „Danke“, murmelte er nach Kondolenzrufen der Reporter.

Bizarrer Sturz. Die Umstände des Unfalles sind bizarr: Sie trug zwar keinen Helm, doch rappelte sich gleich auf – und versicherte Zeugen: „Alles ist o.k. “. Gegenüber der eingetroffenen Skirettung scherzte über einen „dummen Sturz“. Eine Stunde nach dem Unfall klagte Richardson – hierzulande bekannt aus Filmen wie Maid in Manhattan oder Nell – jedoch plötzlich über „entsetzliche Kopfschmerzen“. Im einem Montreal-Spital stellten die Ärzte die rapide fortschreitende Gehirnblutung fest. Gatte Neeson eilte vom Filmset in Toronto an, wo er gerade den Streifen Chloe dreht, ans Krankenbett, bevor sie nach New York überstellt wurde. Neeson, der 14 Jahre mit ihr verheiratet war, ließ vermelden: „Die ganze Familie ist schockiert und am Boden zerstört über den tragischen Tod ihrer geliebten Natasha!“

# 17. März: Oprah interview Michelle

Das Ego von Amerikas Talk-Diva Oprah Winfrey (55) ist groß genug, dass am Cover ihres Magazins O immer nur eine Person zu sehen ist: Sie selbst. Doch jetzt machte die Königin der TV-Shows eine Ausnahme: Für ihr erstes großes Interview mit der umschwärmten First Lady Michelle Obama (45) teilte sie den Hochglanz-Titel ganz graziös. Oprah erhielt dafür eine exklusive Tour durch die Jacqueline Kennedy-Gärten, den Truman-Balkon und den „Gelben Ovalraum“, Teil der Privatresidenz für Michelle, ihren Präsidentengatten Barack Obama und die Kids Malia (10) und Sasha (7). Die erste schwarze First-Lady plaudert offenherzig von ihrem Einrichtungsgeschmack, den Regeln für die Kids bis zu ihrer Begeisterung, für Frauen in aller Welt etwas bewegen zu können.

Gleich nach der Inauguration – wie waren ihre ersten Tage im Weißen Haus?

Michelle Obama : Zuerst hatten wir so viele Verwandte und Freund dabei, dass es sich wie eine große, lange Hochzeitsfeier anfühlte. Erst als die abreisten traf es uns: „Wow, wir leben hier, das ist unser neues Zuhause – und Barack geht jetzt hier zur Arbeit“.

Oprah: Und wie fühlen sie sich – mit all dem Pomp und der Hektik?

Michelle: Es ist ein wunderbares Zuhause. Wenn ich in der Nacht durch den Garten gehe und alle Lichter sehe: Es ist wunderschön! Wir fühlen uns privilegiert, hier zu leben. Doch das Haus gehört ganz Amerika. Deshalb wollen wir es öffnen, den Bürgern zugänglich machen. Ich will meine eigene tolle Erfahrung hier mit den Menschen dieses Landes teilen – und Vorbild für Frauen überall sein.

Oprah: Wie wollen sie es einrichten?

Michelle: Es wird den Stil meiner Familie reflektieren. Ich liebe bequeme Sofas. Ich mag Kunst die sowohl kontemporär als auch traditionell sein kann. Sie muss das Talent von Amerikas Künstlern reflektieren. Insgesamt soll aber alles recht komfortabel sein.

Oprah: Dass man auch die Schuhe ausziehen kann…

Michelle: Es muss möglich sein, aus den Sofapölstern ein Fort machen zu können mit den Kids – alles muss „forttauglich“ sein hier.

Oprah: Wie geht es den Kids?

Michelle: Einmal hörte ich das Knattern des Helikopter und sagte zu ihnen: „Daddy kommt! Wollt ihr beim Landen zusehen?“ „Nö“, sagte Malia recht cool: „Das haben wir schon gesehen…“ Sie haben sich offenbar schnell an vieles gewöhnt.

Oprah: Sie haben aber auch strenge Regeln hier?

Michelle: Das ist ein Ort, wo alles in Sekundenschnelle zu haben ist. Wenn man einen Kuchen will, ist er Minuten später da. Wenn was zerbricht, ist es Sekunden später repariert. Aber ich will, dass Sasha und Malia wie Kinder behandelt werden und nicht wie Prinzessinnen. Das war von Anfang an mein größtes Anliegen.

# 17. März: Brüno losgelassen!

Leinwand-Provokateur Sacha Baron Cohen (37) sorgt mit seinem neuen Reality-Klamauk “Bruno” nach der Präsentation der ersten Filmszenen für Begeisterung. 22 Minuten, drei Szenen, der Satire wurden jetzt bei einem Filmfestival in Austin, Texas, gezeigt: “Cohen liefert ein Meisterwerk einer ans hysterische grenzenden, subversiven Komödie”, jubeln Kritiker. Cohen wird dabei Österreich ähnlich ins Rampenlicht rücken wie Kasachstan nach seinen letzten Film “Borat”, wo er mit der Parodie des durch die USA stümperten, kasachischen TV-Reporters für Furore sorgte. “Bruno ist der Austrian Borat”, titelte der Webdienst Huffington Post.

Schon die Dreharbeiten waren skandalbeladen: Mehrmals musste der britische Komödiant, der diesmal den schwulen, österreichischen Modereporter Bruno verkörpert, samt Filmcrew nach Wutausbrüchen gefoppter Amerikaner während den Dreharbeiten die Flucht ergreifen. Einmal vergrämte er “Governator” Arnold Schwarzenegger. Die Filmfirma “Universal Pictures”, die 42 Millionen Dollar für die globalen Vertriebsrechte berappte, will den Streifen am 10. Juli in US-Kinos anlaufen lassen.

Die Story: Reporter Bruno verliert seinen Job, weil er seinen Einsatz bei der Mailänder Modeschau versaut. Er geht nach Hollywood, um “zum berühmtesten Österreicher seit Adolf Hitler zu werden”. Um mit den Stars dort mithalten zu können, will er ein Baby adoptieren: In einer jetzt präsentierten Szene interviewt Bruno Mütter für eine mögliche Adoption. Er fragt sie, ob sich das Baby wohl fühlen würde an der Seite von Komodowaranen (Riesenechsen). In einer texanischen Talkshow provoziert er die mehrheitlich afro-amerikanische Audienz. Er zeigt sein schwarzes Baby: “Er heißt O.J., typischer afrikanischer Name, oder?” In einer weiteren Szene versöhnt er sich mit seinem Boyfriend in einer wilden Liebesszene vor unbedarften Provinzlern am Land in Arkansas. Zusätzlich wurde bekannt, dass ihn die Nationalgarde Alabamas in Militäruniform trainieren ließ. Filmkritiker jubeln, doch gefragt wird auch: Ging Cohen diesmal zu weit?

# 15. März: Ärger mit Moskau

Washington. Strategische Langstrecken-Bomber könnten Flugfelder in Kuba und Venezuela benützen, so Russengeneral Anatoli Zhikharew. Bereits im Sommer hatte die USA gewarnt: Sollten Bomber mit Nuklearwaffen in Amerikas Hinterhof stationiert werden, überschreite Russland „eine rote Linie“.

Atombomben. Moskau beteuert, die Basen würden nur für Zwischenlandungen verwendet werden. Doch der Bomber der Type Tu-160 kann, so Experten, mit zwölf Atomsprengköpfen bestückt werden. Der Showdown wirkt wie ein makaberes Echo der Kubakrise der Sechziger, wo mit John F. Kennedy ebenfalls ein junger Präsident getestet worden war. Moskaus Drohgebärden kommen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo Obama einen Neustart in den Beziehungen versucht.

# 14. März: Hollywood-Stories

Seit sie als kleines Mädchen im Filmklassiker E. T. die Welt verzauberte schien das Image von Drew Barrymore (34) vorprogrammiert: Süße Blondine, Rollen meist in Feelgood-Movies, wie auch in ihrem letzten Kinohit Er steht einfach nicht auf dich. Doch jetzt nimmt sie die Verkörperung eines recht kaputten Charakters im HBO-Film Grey Gardens (im April im US-TV) zum Anlass, „dunkle Seiten“ in ihrem Leben zu beleuchten: Die Rolle als Beal – eine Ex-Miss mit Schauspielerträumen, die in einer Abbruchsiedlung mit ihrer nervenden Mutter endet – erinnere die Beauty an ihre eigene Kindheit, erzählte sie dem Magazin W: „Ich landete ja selbst in einer Anstalt – all diese Erinnerungen waren wieder da“. Wahrlich wild war ihre Jugend: Alkohol mit elf, Marihuana mit 12, Kokain mit 13, Selbstmordversuch und Rehab mit 14. Und Barrymores Beziehung zu ihren Eltern? Ein Scherbenhaufen: Mit ihrer Mutter habe sie „keinen Kontakt“. Ihrem an Krebs verstorbenen Hallodri-Vater sagt sie jetzt nach: „Er hat meine Beziehungsfähigkeit zu Männern beeinträchtigt“. Dabei scheint sie kaum über Ex, Strokes-Schlagzeuger Fabrizio Moretti (28), mit dem sie fünfeinhalb Jahre liiert war, hinweggekommen zu sein: „Keine Beziehung war so wie die“. Doch mit neuer, toller Stylefrisur starte Barrymore voll durch: Nach ihrer Charakterrolle folgt ihr Debüt als Regisseurin in Teil Drei der kultigen Hitfilmserie Twilight. (bah)

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Offenbar hat das Hollywood-Superstarpaar Tom Cruise (46) und Katie Holmes (30) das Leben in Millionen-Villen und Luxus-Hotelsuiten satt: Das Paar plant mit Tochter Suri (2) einen Camping-Trip quer durch Amerika: Sie wollen im Zelt wohnen und am Campfeuer unter dem Sternenhimmel kochen, hieß es. „Tom bereite tolle Spaghetti-Carbonara zu“, schwärmte Katie.

Spaßvogel Robin Williams (57) hat jetzt wenig zu lachen: Der Kultkomödiant (Mrs. Doubtfire) muss sich nach heftigen Anfällen von Kurzatmigkeit einer Herzklappen-Operaton unterziehen. Zuerst war sogar über einen Infarkt spekuliert worden, als er in Florida in der Notaufnahme landete. Williams musste seine Soloshow Weapons of Self-Destruction, die in 80 Städten geplant war, absagen.

# 13. März: Arnie kämpft gegen Pleite

Los Angeles. Für Kaliforniens Arnold Schwarzenegger ist das Wahlkämpfen für die Budgetreform eine willkommene Abwechslung – vor allem nach dem Showdown mit dem Landesparlament zur Abwendung einer Staatspleite: Im „Nahkampf“ mit Bürgern läuft er stets zur Hochform auf, brilliert mit Charisma, Humor und markigen Sprüchen. „Arnie zeigt wieder Muskeln“, jubelten Lokalblätter.

Volksabstimmung. Am 19. Mai sollen die Kalifornier über eine Reihe brisanter Gesetze abstimmen: Von Steuererhöhungen bis zur kuriosen Idee, neue Kredite mit den Kasinoeinnahmen zu besichern. „Mit diesen Reformen hat Kalifornien wieder eine Zukunft“, jubelte Arnie. Für den zuletzt arg zerzausten Ex-Bodybuilder – der jüngst zur Imagepolitur mit Muskelfrauen posierte – ist es die letzte Chance, sein Wahlversprechen zu erfüllen: Den größten US-Bundesstaat zu sanieren. Seine Popularität kippte zuletzt auf 40 Prozent, als Kalifornien fast in den Bankrott schlitterte.

Gerüchte um Shriver. Gerettet haben Arnie auch die 51 Milliarden Dollar aus dem Konjunkturpaket von US-Präsident Barack Obama, den er einst als „spindeldürr” verulkte. Arnie will vor allem auch sein Erbe als erfolgreicher „Governator“ einzementieren, bevor er 2010 wegen Amtszeitbeschränkungen abdanken muss – oder den Weg gar für Gattin Maria Shriver ebenen: Die populäre Nichte von Ex-Präsidenten John F. Kennedy könnte ihm nachfolgen, wird spekuliert.

# 12. März: Schuhwerfer in Knast geworfen

Als Ex-Präsident Bush beim Abschied in Bagdad über den „Sieg“ schwadronierte, platzte dem Reporter der Kragen: „Ich dachte eher an die Toten“.

Bagdad. Für die Iraker ist er ein Volksheld – dennoch muss der TV-Reporter Muntazer al-Zaidi (30) jetzt hinter Gitter: Zaidi war weltberühmt geworden, als er dem scheidenden US-Präsidenten George W. Bush bei seiner Abschiedspressekonferenz beide Schuhe entgegenschleuderte. Jetzt wurde er wegen „Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes“ zu drei Jahren Haft verdonnert. Zaidi hatte Bush zugerufen: „Das ist dein Abschiedskuss, du Hund!“ Die Schuhattacke war zur symbolträchtigsten Abrechnung mit dem weltweit verhassten „Kriegspräsidenten“ geworden.

Blutspur. Bush hatte 2003 gegen den Willen der Weltgemeinschaft die Irak-Invasion befohlen, die in einen blutigen Bürgerkrieg ausartete. Der Journalist für die TV-Station El Bagdadia war dabei im November 2007 von Milizen entführt worden. Später verhafteten ihn US-Truppen. Ständig berichtete er über unfassbare Gräuel. „Seine Wut stieg“, so Freunde. Er habe die Kontrolle verloren, sagte Zaid jetzt vor Gericht: „Als Bush seine Erfolge pries dachte ich an die Million Toten, die Blutspuren durch die Apache-Kampfhubschrauber”. Durch Bushs schelmisches Grinsen wäre er dann „explodiert“, sagt er.

Proteste. Die Schuhattacke wurde in der Moslemwelt zum Kult, Zaidi zum Helden: In einem populären Internetspiel landen immer noch sekündlich hunderttausende Schuhe in Bushs Gesicht. Prompt kam es nach dem Urteil zu spontanen Protesten.

# 11. März: Shooting in Alabama

Schock und Trauer auch in den USA nach einem Amoklauf mit elf Toten im US-Staat Alabama. Das Massaker begann, als der Arbeitslose Michael McLendon das Haus seiner Mutter Lisa in Brand steckte. Er hatte sie per Kopfschuss „regelrecht hingerichtet“, so Ermittler. Dann raste der Killer zu einem Haus im Nachbarort, wo sich viele seiner Verwandten trafen: Dort töte er seine Großeltern, eine Nichte und einen Onkel, sowie die anwesende Frau des Vize-Sheriffs und deren bloß 18 Monate altes Kleinkind. „Er schoss auf alles, was sich bewegte“, so ein Zeuge. Das Morden ging auf der Flucht weiter: Einen Mann schoss er in den Rücken. Sogar ein Baby wurde getroffen: „Ich sah es blutend am Boden liegen“, sagte Alina Knowles im US-TV. Der Amokläufer schoss sich schließlich in den Kopf. Ein Motiv für das Massaker ist noch unbekannt.

# 9. März: Freie Bahn den Stammzellen

Washington. US-Präsident Barack Obama vollzieht die nächste Kehrtwende zur Politik des Vorgängers George Bush: Per Exekutivverordnung hob er das Verbot staatlicher Fördergelder für die embryonale Stammzellenforschung auf. Die Technik soll Chancen bei der Heilung einer Reihe schwerer Leiden bringen — von Parkinson, Zuckerkrankheit bis Querschnittlähmung. Der tiefreligiöse Bush war gegen die Forschung, da Abtreibungsgegner gegen die Zerstörung von Embryos protestieren. Obamas Entscheidung stelle klar, so Beobachter, dass er die Wissenschaft über „politische Ideologie“ stellt. Doch Doch Obama will sich aus der Ethikdebatte weitgehend raushalten: Den Einsatz von Steuergeldern soll der Kongress entscheiden. Stammzellen können als Ersatz für Körperzellen herhalten oder für Heilzwecke manipuliert werden.

# 8. März: Bernie und 13.500 unhappy Kunden….

In New York wird für diese Woche auch das Schuldeingeständnis durch Betrüger Bernard Madoff erwartet.

New York. 13.500 Anleger hatte Ex-Wall-Street-Guru Bernard Madoff betrogen, darunter nicht nur Banken, Magnaten, Philanthropen oder Hollywoodstars sondern auch einfache Pensionisten, die alle Ersparnisse verloren. Für einige könnte jetzt der Tag der Abrechnung kommen: Der New Yorker Richter hat Madoff-Opfer als Zeugen in den Gerichtssaal geladen. „Ich wollte diesem Monster immer schon ins Gesicht schauen“, so ein Betrogener.

Deal. Bei dem turbulenten Hearing wird – nach einem Deal mit den Anklägern – auch das Schuldbekenntnis des Megabetrügers erwartet. Madoff soll zu 20 Jahren Haft, weniger als ihm bei einem Prozess gedroht hätten, verdonnert werden. Dafür soll er bei der Suche nach Komplizen kooperieren. 50 Milliarden Dollar waren als Schaden kolportiert worden, doch die Summe dürfte „weit darunter liegen“, so Ermittler jetzt. Warum ließ sich Madoff auf auf den Deal ein? Er will wohl vor allem seine Frau Ruth schützen: Er beteuert, das Park-Avenue-Penthouse und 68 Millionen Dollar seien ihr Besitz.

# 6. März: Prügelakte Rihanna

R&B-Star Chris Brown (19) erschien im Gerichtssaal in Los Angeles als adretter junger Mann: Grauer Anzug, silberne Krawatte, seine Stimme sanft, das Auftreten höflich. Ein starker Kontrast jedenfalls zu den von Staatsanwälten präsentierten Anklagepunkten: „Schwere Körperverletzung“, sowie „kriminelle Bedrohung“. Mögliche Höchststrafe für den Shootingstar der Musikszene: Fünf Jahre Haft. Brown hatte am 8. Februar seine Popstar-Freundin Rihanna (21) nach in einem Wutanfall krankenhausreif geprügelt. Er befindet sich mit 50.000 Dollar Kaution auf freiem Fuß. Der Richter setzte den Prozessbeginn mit 6. April fest. Brown musste deshalb noch nicht mit „Guilty“ oder „Not Guilty“ zur Schuldfrage Stellung nehmen.
Zunächst schockierte ein aus dem Polizeiakt stammendes Foto die Welt: Das blutverkrustete, verschwollene Gesicht der bildhübschen, Barbados-stämmigen Rihanna war da zu sehen. Doch jetzt kommt es noch viel dicker: Eine aufgetauchte Polizeiniederschrift ist mit allen grimmigen Details ein wahres Protokoll des Grauens.
Brown und Robyn Fenty, so Rihannas kompletter Name, waren in seinem Lambourgini-Sportwagen am Weg nach Hause von einer Grammy-Vorfeier, als sie auf seinem Handy eine lange SMS findet. Absender: Einer seiner ehemaligen Sexgespielinnen. Es kommt zum Streit: Brown versucht, sie aus dem Wagen zu stoßen, doch scheitert, da sie angegurtet ist: „Dann schleuderte er ihren Kopf gegen das Beifahrersitzfenster“, so der Report: Er schlägt sie mit der rechten Faust ins linke Auge, prügelt auf sie ein, während er mit der linken Hand noch den Wagen lenkt. Das Protokoll: „Sie spuckte Blut, auf ihre Kleider, auf den Fahrersitz“. Brown brüllt: „Ich werde dich windelweich prügeln, wenn wir erst zu Hause sind!“ Rihanna ruft ihre Assistentin an, fleht, die Polizei zu rufen. Der Sänger explodiert: „Das war das allerdümmste – ich werde dich umbringen!“
Weitere Schläge folgen. Als er den Wagen schließlich abstellt, nimmt er sie in den Schwitzkasten, „drückte auf ihre Schlagadern“, so der Report, „bis sie fast das Bewusstsein verlor“. Und: „Er biss sie am Ohr und am Ringfinger“.
Dennoch: Rihanna ist zu Brown nach herzergreifenden Entschuldigungen zurückgekehrt. Ihre Anwältin bat das Gericht, keine Verfügung zu verhängen, durch die Brown ihr fernbleiben müsste. Noch skurriler: Das Tabloid Star berichtete, dass sie beim jüngsten Versöhnungswochenende in der Miami-Villa des Rapmoguls Sean „P. Diddy“ Combs heimlich geheiratet hätten. Zitiert wird eine Rihanna-Freundin: „Das ist alles, was sie wirklich will – mit Chris für immer zusammen sein“. Die Rückkehr von Opfern zu ihren Peinigern komme in Fällen häuslicher Gewalt „häufig vor“, so eine Psychologin im US-TV. Rihannas besorgter Vater, Ronald Fenty, steht deshalb auf verlorenem Posten. Über den Prozess scheint sich Brown keine Sorgen zu machen: Stunden vor dem Gerichtstermin wurde er gut gelaunt beim Herumalbern mit Freunden gesehen.

# 6. März: Armes Amerika

Washington. Das Bild passte perfekt zur Stimmung in Amerika: First Lady Michelle Obama legte Designerkleider und Perlenketten ab und verteilte in einer Suppenküche für Arbeitslose Pilzrisotto. Die Lage ist tatsächlich trist in den USA: Laut jüngstem Bericht verloren im Februar weitere 650.000 Amerikaner ihren Job, die größte Massenentlassung seit 60 Jahren. Die Aktienpreise der Ikonen der US-Wirtschaft, General Electric, General Motors oder Citibank, fielen auf mickrige Dollarbeträge. Der Dow-Jones-Aktienindex verlor in drei Wochen mehr als 20 Prozent an Wert.
Finanz-Probleme. Und obwohl Obama durch seinen souveränen Stil mit 68 Prozent laut ABC-TV-Umfrage hochpopulär bleibt, werden die Fragen über die Durchschlagskraft seines Teams lauter: Der einst als Wunderknabe gepriesene Finanzminister Tim Geithner entpuppt als Enttäuschung. „Es fehlt die überzeugende Stimme, um die Märkte zu beruhigen“, so die Analystin Erin Burnett: „Obama kann nicht alles alleine machen”. Zuletzt sprang sogar Geithners Vize ab. Keiner der 17 Abteilungsleiter des wichtigsten Ministeriums ist installiert. „Geithner allein zu Haus“, wurde geätzt.

# 5. März: Hollywood-Gossip

Hollywood-Blondine Jennifer Aniston (40) ist kaum zu bremsen, wenn es um die Vermarktung ihrer Filmhits geht: Vor der Premiere des Hundeklamauks Marley & ich führte sie fastnackt am GQ-Cover zu Rangeleien vor dem Zeitungsregalen. Und bei Wetten dass… endete ihr Auftritt gar mit dem Verzehr von Hundekeksen. Ein „wenig trocken“ seien die, zeigte sie Galgenhumor. Aniston hat Grund zur Heiterkeit. Vor allem ihre Filmkarriere schnurrt: Bis 2010 werkt sie gleich an zehn Filmproduktionen, in drei als Star und in sieben als Produzentin. Mit Musiker-Boyfriend John Mayer (31) turtelt sie immer verliebter. Voller Selbstbewusstsein hielt sie die Zeit für gekommen, in einem Interview mit der UK-Ausgabe des Magazins Elle mit alten Gerüchten aufzuräumen – vor allem, was sie wirklich von Gatten-„Diebin“ Angelina Jolie (33) hält.
FRAGE: Wie denken Sie heute über ihre Scheidung von Brad Pitt, der am Set Angelina Jolie kennenlernte?
jennifer aniston: Ich schulde niemanden meine Sicht der Dinge. Ich kann nur so viel sagen: Es gibt hier keine zwei verschiedenen Seiten! Es gibt hier keine Guten, es gibt keine Bösen. Und man würde auch vergeblich nach Schurken und Helden suchen.
frage: Welche Rollen bietet man Ihnen meist an – und was würden Sie am liebsten spielen?
aniston: Ich bekomme meist Rollen, wo ich hübsch, lustig und ein wenig schrullig sein sollte. Doch was ich am liebsten machen würde: Action Movies! James Bond! Glamour, Daniel Craig, das wäre der größte Knaller.
frage: Wie fühlen Sie sich – vor allem angesichts des runden 40iger?
aniston: Ich bin entspannt, sehr ausgeglichen, aber nicht nur was mein Alter betrifft. Ich habe mich noch nie so gut gefühlt. Ich denke, dass ich das auch abstrahle. Doch ich bin Realistin: Wenn ich hemmungslos Burger in mich reinstopfen würde, müsste ich vergeblich auf Rollen warten. Und für das Charakterfach ist es einfach noch zu früh.
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Lange sorgte sie eher als langbeinige Freundin des Hollywood-Herzensbrechers Leonardo DiCaprio (34) für Furore: Doch jetzt hebt die Karriere des israelischen Modells Bar Refaeli (23) ab: Als Covergirl der Swimsuit-Ausgabe von Sport´s Illustrated ließ sie Männerherzen höher schlagen. Als Aufputz der Women´s World Awards verzückte sie am Donnerstag die Wiener Stadthalle. Und noch heuer soll sie als Psycho-Patientin im Thriller Session erstmals im Kino zu bewundern sein. Noch spannender ist ihr Privatleben. Vor allem: Wann heiratet sie ihren Titanic-Star? Nach einigen Break-Ups wurden sie zuletzt beim verliebten Spaziergang am Strand in Malibu gesehen. Gerüchte über eine bevorstehende Hochzeit in Israel kursieren. Für Refaeli sind die Leo-Bande schon jetzt ein Sprungbrett: Er soll geholfen haben, sie zum Swimsuit-Covergirl zu machen.
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Was gibt es romantischeres als eine Heirat zu einem Franzosen in Paris? Doch für Salma Hayek (42) geriet der Altargang mit Milliardär Francois-Henri Pinault (46) zum kurzen Vergnügen: Statt den Flitterwochen jettete die mexikanische Schönheit zurück zum Set der TV-Hitserie 30 Rock. Ihre Kollegen fühlten sich geehrt: Sie verbringt ihr Flitterwochen mit uns!

Eigentlich wollten die Autoren der Sequel des Filmhits Sex and the City nach der Heirat von Sarah Jessica Parker (43) zu Mr. Big im ersten Teil das Drama mit Seitensprüngen weiterdrehen. Doch Parker zickte: Lieber als Big aus fremden Betten zu stampern, wollte sie mit Babybauch für Rührung sorgen. Sie soll sich durchgesetzt haben: Ihr Charakter Carrie ist schwanger in SATC II, hieß es.

# 5. März: Hillary goes Brüssel

Brüssel. Die Aufregung im Sitzungssaal des Brüsseler NATO-Hauptquartier war spürbar. Die Außenminister des 26-Staaten-Militärbündnisses drängten sich um eine Frau: Hillary Clinton, als Außenministern der größte Star im Kabinett des umjubelten US-Präsidenten Barack Obama, legte bei ihrer Europa-Premiere Konturen von Amerikas neuer Außenpolitik fest. Prompt freute sich Großbritanniens David Miliband über die „frische Brise“ in den transatlantischen Beziehungen nach der tristen Bush-Ära.
Afghanistan-Streit. Hitziger fiel die Debatte um den NATO-Einsatz in Afghanistan aus: Hillary pochte, dass neben den 17.000 zusätzlich entsandten US-Soldaten auch Europa mehr Truppen in die Schlacht gegen die erstarkten Taliban-Banden werfen soll. Doch fixe Zusagen blieben spärlich: Bloß Schweden und Kroatien deuteten Marschbefehle kleiner Kontingente an.
Clinton propagierte jenen „frischen Start“ gegenüber Russland, den Boss Obama per Brief an den Kreml einleitete: In dem Schreiben hatte er auf Russlands Hilfe im Atomstreit mit dem Iran gehofft und Gesprächsbereitschaft beim Raketenschirm in Osteuropa signalisiert. Heute trifft sich Clinton dazu mit Amtskollegen Sergej Lawrow. Auch auf Drängen der hochpopulären Power-Diplomatin versprach die NATO eine Normalisierung der Beziehungen zu Moskau. Seit dem Blutbad in Georgien herrschte Eiszeit. Jetzt soll die Arbeit im NATO-Russland-Rat wieder aufgenommen werden.

# 4. März: Neubeginn in Virginia Beach

Virginia Beach. Bernhard Christandl (47), dessen 41-Jährige Frau Beata bei der Kollision mit Thüringens Ministerpräsidenten Dieter Althaus tödlich verunglückte, hat bei seinem schweren Neubeginn im idyllischen Städtchen Virginia Beach wenig Zeit zum Nachdenken: Er kämpft eine Rückkehr in ein „normales Leben“, wie er einer Lokalzeitung erzählte. „Nachbarn helfen mir, wo sie nur können“, so der Bundesheer -Verbindungsoffizier bei der NATO-Zentrale in Norfolk, Virginia: „Die kümmern sich wirklich rührend um uns“. Alle Kraft wird in die Betreuung des 14-monatigen Sohnes Markus gesteckt.
Schadenersatz. „Er ist jetzt in einer Kinderkrippe“, erzählt der nach der Pistentragödie verwitterte Alleinerzieher: „Es geht ihm besser, jeden Tag“. Zum milden Urteil in dem skurrilen Kurzprozess wollte er nichts sagen. Christandl gab an, dass er bisher 5.032 Euro von Althaus erhalten habe. Auch das helfe ein wenig, sagte der Offizier, der in einem schmucken Ziegelbau mit US-Flagge im Garten lebt. Die Trauer ist noch frisch: „Beata war eine so warmherzige Frau, ihre Familie war für sie alles“, sagte er: „Und weil sie so eine tolle und erfahrene Schifahrerin war, trug sie auch keinen Helm”. Christandl plane, seinen NATO-Vertrag bis zum Juli 2010 zu erfüllen – und dann wieder nach Österreich zu ziehen.

# 3. März: Liebesgrüße aus D.C.

Washington. Heftige Debatte um den US-Raketenschirm in Osteuropa: US-Präsident Barack Obama habe in einem „geheimen Brief“, so die New York Times, an Kremlchef Dimitri Medwedew Gesprächsbereitschaft angeboten. Beide Staatschefs dementierten jedoch, wonach Obama dabei einen Verzicht auf das Raketenschild von Russlands Hilfe beim Stopp von Teherans Atom- und Raketenplänen abhängig gemacht haben soll. Der Report hatte als neue US-Strategie suggeriert: „Helft uns, die Raketenbedrohung aus Teheran zu beseitigen – und der Schirm ist unnötig“, sagten Experten im US-TV. Medwedew meinte, Russland sei gesprächsbereit – doch lasse sich nicht gerne „unter Druck setzen“.

# 1. März: Arnie am Weg nach Graz

Kombiniert Arnie Computer-Messebesuch in Hannover mit einem Abstecher nach Graz?
Sacramento. Mit Kanzlerin Angela Merkel eröffnet Kaliforniengouverneur Arnold Schwarzenegger heute die Computernesse Cebit (4.300 Aussteller), am Dienstag zeichnet ihn die US-Handelskammer in Deutschland aus. Festredner ist TV-Star Thomas Gottschalk. Am Freitag will Arnie direkt aus Europa zur Bodybuilder-Show im US-Staat Ohio anreisen, so sein Sprecher. Genug Zeit, am Mittwoch oder Donnerstag Familie und Freunde in der Steiermark zu besuchen, so Arnie-Kenner. Und: Privatbesuche hatte der 61-Jährige bisher nie vorher angekündigt.