# 30. Dezember: Mahlzeit: Klon-Food im Supermarkt?


Es klingt nach einem Science-Fiction-Horrorfilm, doch Fleisch und Milch von geklonten Kühen, Schweinen und Schafen könnte innerhalb weniger Monate in den Kühlregalen der US-Supermärkte landen – sogar ohne warnenden Etikettierungen. Die Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA, die “Klon-Food”, so prompt getauft, nach vier Jahren an Studien und einem 700-Seiten-Report als “völlig unbedenklich” einstufte, hat ein heftige Debatte in den USA ausgelöst: Der mächtige Demokraten-Senator Patrick Leahy forderte, dass die Öffentlichkeit gehört werden muss. Die FDA plant eine endgültige Zulassung am 2. April 2007. Seit dem ersten, weltberühmten Klonschaf Dolly 1996 sind in den USA rund 1.000 Tiere “kopiert” wurden, darunter Kühe, Schafe, Ziegen oder Katzen. Kritiker schimpfen, dass durch das Behörden-O.K. nur eine Handvoll, durch Lobbying bei der Bush-Regierung einflussreicher Klon-Firmen profitieren werde. Die Risiken würden dabei unter den Teppich gekehrt, so Gegner: Beim Klon-Prozedere komme es immer wieder zu Pannen, inklusive übergrößer Föten, deformierten Köpfen und Gliedern, sowie Lungen-, Herz- und Nierenproblemen. Einkäufer in den USA rümpften vor TV-Kameras prompt die Nase: “Selbst wenn es wirklich sicher sein sollte”, sagte eine Shopperin: “Es läuft einem die Gänsehaut auf”. 64 Prozent der Amerikaner sind gegen das Klonen von Tieren, so Umfragen.

# 29. Dezember: Lebenszeichen der Irak-Austro-Geisel

Ein in Bagdad aufgetauchtes Video beweist erstmals, dass der am 16. November m Irak entführte Österreicher Bert Nussbaumer, 25, die Entführung heil überstanden hat und – zumindest zwei Wochen danach zum Zeitpunkt der Aufzeichnung – bei bester Gesundheit ist. Das eineinhalb Minuten lange Video war Reportern der US-Zeitungsgruppe “McClatchy Newspapers” von Mittelsmännern der Entführer in Bagdad vorgeführt worden.
Nussbaumer, der für den Sicherheitsdienst “Crescent Security” einen Konvoi im Südirak begleitete als die Entführer ihn gemeinsam mit vier Amerikanern durch einen Hinterhalt in Gewahrsam nahmen, wird von der schiitischen Splittergruppe “Mujahedeen of Jerusalem Company” gefangen gehalten.
In dem, Video, dass die US-Reporter jetzt erstmals sehen konnten, sagen alle fünf Gefangenen eine kurzes, vorfabriziertes Statement auf, wonach sie einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak fordern. Drei der Gefangenen, unter ihnen Nussbaumer, stehen mit den Händen am Rücken gefesselt zusammen in einer Reihe vor einem goldverzierten Vorhang, die zwei weiteren Geiseln sind vermutlich an anderen Orten gefilmt worden.
“I am Bert Nussbaumer”, sagt die Austro-Geisel auf einem per Website veröffentlichten Audio-Mitschnitt des Videos, “I am an Austrian Citizen”. Die restlichen Worte sind schwer verständlich, doch die Zeitung beschreibt sie als Hilferuf: “Ich fordere euch auf, mich und meine Freund hier raus zu holen”. In dem Video werden keine Lösegeldforderungen gemacht. Die Kamera zoomt stets auf das Gesicht der Person, die gerade spricht, wie das Video in der US-Zeitung beschrieben wird. Nussbaumer ist gekleidet in einem weißen Unterleibchen, grauen, pyjamaähnlichen Hosen und grauen Socken.
Zu sehen ist auch die digitale Einblendung des Aufzeichnungsdatums, 14. April 2006, ein Anzeichen, dass der wohl amateurhafte “Kameramann” Zeit und Datum am Videorekorder nicht richtig eingestellt hat. Alle Gefilmten wirken etwas verwahrlost, doch insgesamt in gutem Gesundheitszustand, so die Zeitung. Der Überbringer des Bandes sagte, die Entführer halten ihre Geiseln an verschiedenen Orten. Er erlaubte den Reportern bloß einen Audio-Mitschnitt des Bandes, nicht aber eine Kopie des gesamten Videos.
Der Kontakt zu dem Mittelsmann, der laut “McClatchy”-Washington-Bürochef Roy Gutman im Kontakt mit der Reporterin Hannah Allam in Bagdad komplett anonym bleiben wollte, könnte auf eine Verhandlungsbereitschaft hindeuten: “Offenbar wollte man mit dem Video zeigen, dass die Geiseln o.k. sind und Schwung in mögliche Gespräche bringen”, so Gutman zu ÖSTERREICH. Reporterin Allam, die als einzige westliche Zeugin das Video zu Gesicht bekam, befand sich im Transit von Bagdad nach Kairo und war nicht erreichbar. Trotz aller Tragik beschreibt Allam auch eine eher komische Szene in dem Videos. Geisel Patrick Reuben irrt sich da beim Aufsagen der Forderung und erklärt: “Ich verlange, dass Amerika unsere Befreiung ermöglicht indem es seine Truppen aus Amerika abzieht”. Reuben lacht nervös wegen dem Fehler und fügt an: “Sorry, aus dem Irak…” Dann verlangt er gestikulierend, dass die Szene neu aufgenommen werden sollte: “Do over? No good!”
Gutman bestätigte auch, dass die Zeitung die “Crescent”-Sicherheitsfirma über das Video informierte und gebeten hat, die Angehörigen der Geiseln vorab zu informieren”. Gutman: “Wir wollten nicht, dass sie dieses wichtige Lebenszeichen aus den Medien erfahren”.
Nussbaumer hatte gerade die Grenze von Kuwait in den Irak als Bewacher eines Konvois mit 43 Schwerlastern überfahren, als die Geiselnehmer, gekleidet wie so oft bei Kidnappings in irakischen Polizeiuniformen bei einem falschen Checkpoint zuschlugen: Sie flüchteten schließlich mit 14 Geiseln und 19 LKWs. Neun asiatische LKW-Fahrer waren später freigesetzt worden.

# 26. Dezember: Arnies peinlicher Skiunfall

Es hätte der Höhepunkt von Arnold Schwarzeneggers Politlaufbahn werden sollen: Die zweite Inauguration zur Amtszeit “Governator II” vor 10.000 Festgästen am 5. Jänner in Sacramento. Strahlen wird Arnie – doch nachdem er sich am Samstag beim Schiurlaub mit der Familie (Maria Shriver und die vier Kids) den rechten Oberschenkelknochen brach, den stärksten im menschlichen Körper, wird er auf Krücken erscheinen. Arnie war ohne Fremdeinwirkung im Promi-Ressort Sun Valley (Idaho) zu Sturz gekommen, obwohl dort sogar eine schwarze Piste mit “Arnold´s Run” nach ihm als bekannt guten Schifahrer benannt ist. Mit ihm unterwegs war ein örtlicher Schilehrer und Freund, Adi Erber. Telefonisch erreicht von der Zeitung “L.A. Times” wollte Erber keine Details nennen, wie und warum Arnie fiel. Auf Arnie, der die Weihnachtsfeiertage in seiner Schi-Villa verbringen musste, wartet nach seiner Rückkehr nach L.A. eine Operation: Ärzte werden dabei den Bruch mit einer Stahlplatte und Schrauben fixieren, ist er knapp am Becken, wäre sogar ein teilweiser Beckenersatz vorstellbar, so Ärzte. Arnie ist fast Dauergast in den Notaufnahmen: Letzten Dezember hatte er Herzrasen nach einer Darmgrippe, Monate später krachte er mit seinem Motorrad in ein Auto und musste an der Lippe mit 15 Stichen genäht werden.

# 22. Dezember: Bushs Irakkurs: Neocons weter am Drücker

Von US-Präsident George W. Bush wird keine echte Kurskorrektur im Irak zu erwarten sein, sagen US-Politologen. Damit ist der Showdown mit den oppositionellen Demokraten vorprogrammiert, die mit Nancy Pelosi als “Madame Speaker” (Parlamentspräsidentin) am 4. Jänner die Mehrheit im US-Kongress übernehmen: Die “Dems” fordern mehrheitlich einen stufenweisen Abzug der 148.000 im Irak stationierten GIs. Sie haben die Bevölkerung auf ihrer Seite: 69 Prozent der Amerikaner sind inzwischen geben den Irakkrieg.
Bush hingegen höre offenbar weiter auf die Gruppe der sogenannten Neokonservativen (“Neocons”) um Vize Dick Cheney, schreibt Kolumnist Sidney Blumenthal: “Und die träumen lieber vom Sieg im Irak, als die drohende Niederlage einzugestehen”. Die Neocons – die mit Amerikas Militärmacht die Welt neu ordnen wollen – haben Bush nach 9/11 die Invasion des Irak schmackhaft gemacht: Der Saddam-Sturz wäre ein “Durchmarsch”, die Strahlkraft eines demokratischer Irak würde den ganzen Nahen Osten transformieren. Nach fast vier Jahren Zermürbungskrieg, fast 3.000 toten GIs, 25.000 Verwundeten, hunderttausenden getöteten Irakern und 500 Milliarden Dollar Kosten ist keine ihrer Prognosen eingetreten.
Trotzdem lässt sich Bush lieber weiter von Cheney & Co beraten als von der “Baker-Kommission”, die einen Abzug der Kampfbrigaden vorschlug und Bush politische Rückendeckung für den vom Volk geforderten Irakkriegsausstieg gegeben hätte. Die Neocons propagieren nun ein kurzfristiges “Fluten” Bagdads mit 30.000 zusätzlichen US-Truppen, um die Lage zu stabilisieren. Insider glauben, dass Bush genau das in Kürze verlauten wird.
Dann werde es wohl “echten Krach” geben, so TV-Kommentator Tim Russert. Massiver Widerstand komme nicht nur aus der Bevölkerung, die weitere 110 Milliarden Dollar für 2007 berappen müssen, und den neuen Machthabern im Kongress – auch die Militärs könnten sich diesmal wehren: Hochrangige Generäle hatten zuletzt vor einem “Zerbrechen” der US-Streitkräfte gewarnt. Und Bushs am Mittwoch vorgeschlagene Armeevergrößerung kommt für den Irakkrieg zu spät: Allein die Ausbildung neuer Rekruten dauert Jahre.

# 21. Dezember: Volle Kraft voraus im Irak

Volle Kraft voraus im Antiterror-Krieg, lautet trotz politischer Niederlagen und erbärmlicher Popularitätswerte weiterhin die Parole von US-Präsident George W. Bush. Erstmals sagte er direkt, was seit Wochen in den USA an Gerüchten kursiert: Er wolle die Truppenzahlen der US-Streitkräfte massiv erhöhen, um besser für einen Krieg gegen islamische Extremisten gerüstet zu sein, der eine “Weile dauern wird”, wie er in einem Aufsehen erregenden Interview mit der “Washington Post” verkündete.
Bush will weiter Aufrüsten, obwohl er im Irak gar nicht mehr unbedingt an einen Sieg glaubt: “Wir gewinnen nicht, wir verlieren nicht”, gestand er erstmals ein. Truppenerhöhungen um bis zu 40.000 Mann im Irak selbst wollte Bush nicht direkt bestätigen, doch deuten White-House-Insider an, dass diese extrem unpopuläre Massnahme zentraler Bestandteil seiner neuen Irak-Strategie sein wird, die er Anfang Jänner per TV-Rede präsentieren will.
Bush hat nun erstmals zugegeben, dass die US-Streitkräfte mit gegenwärtiger Größe durch den zermürbenden Endloskrieg im Irak “ausgedehnt” seien. Ein General hatte zuletzt schrillere Töne gewählt: Die Armee werde “zerbrechen”, nachdem viele Soldaten bereits ihre dritte Einsatz-”Tour”, so im Militärjargon, in der Irak-Hölle verbringen.
Die Gesamtzahl der Armee-Truppen hatte sich von 482.000 GIs in 2001 auf zuletzt 512.000 erhöht. Das Pentagon-Budget explodierte ebenfalls nach 9/11 von 289 auf heute 466 Milliarden Dollar.
Bush hat seinen neuen Verteidigungsminister, Rumsfeld-Nachfolger Robert Gates – zur Zeit auf Factfinding-Tour im Irak – beauftragt, Details für die geplante Aufrüstung auszuarbeiten. Die Generäle im Pentagon wollen die Armee um 7.000 Mann pro Jahr wachsen lassen. Ein Plus von 10.000 Truppen kostet 1,2 Milliarden Dollar jährlich, so Schätzungen. Bei Kosten für den Irak- und Afghanistan-Krieg von 110 Milliarden Dollar für 2007 fast ein überschaubarer Betrag. Insgesamt wird dann mit 600 Milliarden Bushs Antiterrorkrieg bereits teurer sein als der in Vietnam, der inflationsbereinigt 549 Milliarden Dollar kostete.
Massiver Widerstand droht Bush in Sachen Truppenerhöhungen im Irak: “Über das hätte man vor drei Jahren reden können”, so Senator John Kerry ab: “Es gibt keine reine militärische Lösung dort”.

# 20. Dezember: Arnie will Hinrichtungen erhalten

”Governator” Arnold Schwarzenegger kämpft um den Erhalt der Todesstrafe in Kalifornien. Nachdem ein Bundesrichter am Freitag die dort angewandte Praxis eines injizierten Giftcocktails wegen “übertriebener Grausamkeit” für verfassungswidrig erklärte (die Methode darf nicht einmal zum Einschläfern von Tieren angewandt werden), hat Arnie nun Verbesserungsvorschläge präsentiert: Fortan soll das Personal im Todesknast San Quentin “besser ausgewählt”, das Henker-Team “länger trainiert” und Dokumente “einheitlich geführt” werden. Arnie sei entschlossen, ließ er verlauten, “alles zu tun, um die Methode der Giftinjektionen verfassungskonform zu machen und dem Willen der Bevölkerung gerecht zu werden”.
Angesichts der Ernsthaftigkeit der Todesstrafen-Debatte hörten sich Schwarzeneggers Reformideen fast lächerlich an, konterten Gegner der weltweit größtenteils als barbarisch eingestuften Praxis. 13 Menschen waren im “Golden State” seit der Todesstrafen-Wiedereinführung 1976 exekutiert worden. Arnie hatte bisher alle vier an ihn gerichteten Gnadengesuche glatt abgelehnt, zwei Hinrichtungen waren in letzter Minute von Gerichten gestoppt worden. Im Frühjahr hatten sich Narkosefachärzte geweigert, eine von einem Richter angeordnete Betäubung vor Verabreichung der Gifte an dem Delinquenten Michael Morales vorzunehmen.
Doch unterstützt Arnie die Todesstrafe, weil er politisch unter den strafwütigen Amerikanern nicht anders kann? “Es wäre in Kalifornien enorm unpopulär, einen Ausstieg zu propagieren”, sagt Politologe Shaun Bowler: Doch sollte er privat Zweifel daran haben, hätte er die bisher gut verborgen, so Bowler.

# 19. Dezember: Mehr Truppen für den Irak

In den USA ist die Debatte um mögliche Truppenverstärkungen im Irak voll entbrannt, nachdem US-Präsident George W. Bush laut Medienberichten die Entsendung von bis zu 40.000 zusätzlichen GIs prüfen lässt. 148.000 Soldaten sind zurzeit im Irak stationiert. Der neue Aufmarsch in dem im Bürgerkrieg versinkenden Nahost-Staat soll vor allem zur Stabilisierung der Hauptstadt Bagdad beitragen.
Die Proteste gegen Bushs neue Irak-Strategie, die er Anfang Jänner in einer Fernsehansprache offiziell machen will, eskalieren inzwischen. “Die amerikanische Armee ist nicht groß genug, um Bagdad zu sichern”, wetterte Ex-Außenminister Colin Powell, der auch Militärchef während des ersten Golfkrieges 1990 war, in einem Interview mit dem TV-Sender CBS. Und, provokant: “Was soll die neue Mission sein?” Powell lehnte auch ab, dass hier Zahlen “einfach aus der Luft gegriffen werden”. Insgesamt würde die USA im Irak “verlieren” und die Armee drohe unter dem Dauereinsatz “zu zerbrechen”, so Powell.
Der populäre General hatte Bush einst eindringlich vor einer Irak-Invasion gewarnt – und Recht behalten. “Wenn sie es kaputt machen”, hätte er laut einem Enthüllungsbuch zu Bush gesagt, “gehört es ihnen”. Übersetzt: Geht es schief, wird das Irakabenteuer für Amerika zum Fass ohne Boden.
Obwohl sich Bush mit seinen Aufmarschplänen klar gegen die Vorschläge der “Baker-Kommission” stellt, die einen Abzug der Kampfbrigaden bis 2008 vorschlug, zeigte sich der neue Demokraten-Führer im Senat, Harry Reid, aufgeschlossen: “Wenn es nur kurzfristig, so zwei bis drei Monate lang ist, geht das in Ordnung”, sagte Reid. Damit hat er eine Debatte in seiner eigenen Partei losgetreten: “Zuerst will ich den neuen Plan sehen”, konterte New-York-Senatorin Hillary Clinton: “Es gibt keine rein militärische Lösung dort – das sollte nach all den Jahren dort ja wohl offensichtlich sein”.
Die Demokraten hatten vor allem wegen dem Frust der US-Bevölkerung über das immer Vietnam-ähnlichere Irakdebakel (2.950 tote GIs, 2.000 Milliarden Dollar Gesamtkosten) zuletzt die Kongresswahlen gewonnen: Nun erwarten sich die Wähler, dass die “Dems” Bush eine Kursänderung abringen. 70 Prozent der Amerikaner lehnen laut jüngsten Umfragen Bushs Irakpolitik ab.

# 17. Dezember: 34 Minuten Todeskampf

34 Minuten lang kämpfte Angel Nieves Diaz, ein Todeskandidat im US-Bundesstaat Florida, mit dem Tod. Die Henker in der Haftanstalt in Ocala hatte dem Delinquenten die Injektion mit einem Mix dreier tödlicher Gifte offenbar nicht korrekt verpasst: Als Diaz schließlich tot war, stellte der die Obduktion vornehmende Arzt “chemische Verbrennungen” an beiden Armen fest. Ob Diaz gelitten hat, wollte er noch nicht beantworten: “Das kann ich erst sagen, bis die Autopsie komplett ist”.
Der Skandal hat die USA mit ihrer weltweit umstrittenen Todesstrafenpraxis wieder in die Schlagzeilen gebracht: 340 Menschen waren seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 hingerichtet dort worden, 60 waren es allein im Vorjahr. Die USA liegt damit hinter Spitzenreiter China mit 3400 Hinrichtungen, dem Iran und Saudiarabien. Florida-Gouverneur Jeb Bush hat nun einen Stopp aller Exekutionen angeordnet, bis der Vorfall geklärt ist.
Zeitgleich kam die Methode der Giftinjektion auch in Kalifornien unter massivem Beschuss, nachdem ein Bundesrichter sie gar für “verfassungswidrig” erklärte. Die Verabreichung der Dosis, durchgeführt in der Todeskammer von San Quentin, sei so “schmerzhaft”, schrieb der Richter, dass sie gegen das Verfassungs-Verbot von übertriebener Grausamkeit verstoße.
“Governator” Arnold Schwarzenegger, der wegen der Todesstrafe besonders in seinem Heimatland Österreich unter Beschuss geriet, reagierte prompt: “Ich werde nicht müde werden, die Todesstrafe zu verteidigen”, so Arnie, “um den Willen der Bürger gerecht zu werden”. 60 Prozent der Amerikaner unterstützten die Todesstrafe.

# 15. Dezember: Bangen im Demokraten-Mehrheit im Kongress

Kaum hatten sich die Demokraten nach ihrem Wahltriumph bei den “Midterm”-Kongresswahlen über ihre Mehrheit im Senat gefreut und mit Hillary Clinton eine strahlende Siegerin mit Präsidentschaftschancen präsentiert, könnte nun durch ein Gesundheitsdrama wieder alles ganz anders kommen: Demokraten-Senator Tim Johnson (60) liegt in der Intensivstation des “Geore Washington University”-Spitals, in das er Mittwoch nach Symptomen eines möglichen Schlaganfalles eingeliefert wurde. “Chirurgen haben die Nacht über an Johnson operiert”, wurde knapp verlautet. Die US-Medien attestierten prompt eine “mysteriöse Krankheit”, nachdem Johnsons Sprecherin sowohl einen Herz- als auch einen Schlaganfall zunächst dementierte.
Neben der Tragödie für Johnson und seine Familie könnte der Krankheitsfall aber auch dramatische politische Konsequenzen haben: Kann der Senator aus dem US-Bundesstaat South Dakota sein Amt – wenn der neu gewählte Senat Anfang Jänner erstmals zusammentritt – nicht ausüben, hat der Gouverneur des Midwest-Staates, Mike Rounds, ein Republikaner, das Recht, einen Nachfolger zu bestimmen – auch einen Parteikollegen. Im 100-köpfigen Senat stünde es dann 50 zu 50 und laut US-Verfassung habe dann Vize Dicke Cheney das Recht, der “Grand Old Party” (GOP) zur Mehrheit zu verhelfen. Im Repräsentantenhaus, der zweiten Kammer des US-Kongresses, haben die Demokraten mit 233 zu 202 Sitzen eine satte Mehrheit.
Dabei stehen gleich zu Beginn der neuen Kongress-Periode große Brocken zur Abstimmung: US-Präsident George Bush hat für die Kriege im Irak und Afghanistan ein Finanzierungspaket von über 130 Milliarden Dollar beantragt. Obwohl für die oft eigenwilligen Senatoren kaum der Klubzwang gelte und sie je nach Thema unterschiedlich abstimmten, so Bob Shapiro, Politologe an der New Yorker “Columbia”-Universität, sei doch der Vorsitz in den Ausschüssen in Gefahr: “Die Demokraten hatten sich bereits auf die Möglichkeit intensiver Untersuchungen der Bush-Regierung gefreut und wollten ihre Agenda vorantreiben”, so Shapiro.
Johnson hatte während eines Interviews plötzlich zu stottern begonnen, erholte sich kurz, ging langsam in sein Büro und war dann plötzlich “nicht mehr ansprechbar”, so sein Stab. Gouverneur Rounds, der seine Wahl ganz knapp mit nur wenigen tausend Stimmen Vorsprung gewonnen hatte, steht unter Druck: “Man wird ihn bedrängen, aus Fairnessgründen doch einen Demokraten als Nachfolger zu ernennen”, so Shapiro.

# 15. Dezember: Hillary gegen Rudy?

Sollten die Umfrage halten, steht Amerika vor einem Jahrhundert-Match zwischen Ex-First-Lady und New-York-Senatorin Hillary Clinton und New York Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani um die Bush-Nachfolge im Jahr 2008. Beide Polit-Schwergewichte – die bereits 2000 im New Yorker Senats-Rennen aufeinanderprallten – führen laut der renommierten “Washington Post” deutlich im Rennen um die Nominierung für ihre Parteien (“Primaries”):
# Hillary hängt ihren Senatskollegen Barack Obama, der als eine Art farbiger JFK bei Auftritten in New Hampshire zuletzt Jubelstürme auslöste, mit 39 zu 17 Prozent ab;
# Giuliani, der als New-York-Bürgermeister durch seinen hemdsärmeligen Einsatz nach dem 9/11-Terror-Horror weltberühmt wurde, liegt mit 34 Prozent vor dem Vietnam-Kriegshelden John McCain (26%).
Giuliani und McCain haben beide bereits erste Schritte zu einer offiziellen Kandidatur-Ankündigung gesetzt, Hillary und Obama wollen erst nach den Weihnachtsfeiertagen ihre Absichten verlauten. Politbeobachter rechnen jedoch fast fix mit ihrem Antreten.
Hillary liegt währenddessen in Umfragen sowohl gegen Giuliani als auch McCain zurück. “Es wird nicht leicht, aber sie ist eine knallharte Wahlkämpferin”, so Kommentatoren.

# 14. Dezember: Warten auf Bush….

Die Augen Amerikas und der Welt richten sich auf US-Präsident George W. Bush, eine neue US-Strategie im Irak zu entwerfen – doch der will sich Zeit lassen. Fertig ist offenbar nur der Titel: “Ein neuer Weg vorwärts”. Anstatt, wie zuerst angekündigt, noch vor Weihnachten, will Bush die neuen Pläne nun erst im Jänner ausrollen. Die Verzögerung hat prompt eine Welle der Empörung ausgelöst, Demokraten fragten wütend: Wie viele GIs müssen dort noch sterben, bis der Präsident endlich Leadership zeigt?
Nach der Enthüllung des vernichtenden Irak-Reports der “Baker-Kommission” ist der Druck auf Bush dramatisch gestiegen: Die Lage im Irak war als äußerst brenzlig beschrieben, sowie eine diplomatische Großoffensive gepaart mit dem Abzug aller US-Kampfbrigaden bis 2008 empfohlen worden. Doch Bush, der bisher nur auf seine allerengsten Berater hörte, will im Rahmen einer “Listening Tour” (Zuhör-Tour) nun den Rat vieler Experten einholen. Das hätte er vor der Invasion machen sollen, wetterte prompt Demokraten-Senatsführer Harry Reid: “Jetzt haben wir keine Zeit zu verlieren”. Fast 3.000 GIs sind im Irak gefallen, 25.000 wurden verwundet.
Laut Insidern ist die Verzögerung – die an das Katrina-Hurrikandesaster erinnert, als Bush urlaubte, während Menschen in New Orleans verdursteten – auf heftige Debatten im Bush-Stab zurückzuführen: Diskutiert wird vor allem eine Entsendung von sogar mehr Truppen. Außerdem suche Bush nach “mehr praktischen Antworten”. Die Heimatfront hat er längst verloren: Für die Hälfte der Amerikaner ist, laut jüngster Umfrage, der Irakkrieg längst ein “weiteres Vietnam”.

# 12. Dezember: Arnies tolle First Lady


Lange hat Arnie-Gattin und JFK-Nichte Maria Shriver (51) gebraucht, um sich mit ihrer Rolle als “First Lady” Kaliforniens anzufreunden: Doch nun genießt sie sichtlich Glanz und Glamour bei der Eröffnungsparty einer von ihr ins Leben gerufenen “Hall of Fame”, einer Ausstellung von Artifakten berühmter Kalifornier (die Liste der ersten 16 reicht vom Leinwandhelden Clint Eastwood bis zur ersten Astronautin Sally Ride). Stolz stand Shriver bei dem Hollywood-würdigen Empfang am Roten Teppich an der Seite des gerade wiedergewählten “Governators” Arnold Schwarzenegger (59) und erklärte im Medien-Blitzlichtgewitter: “Das soll vor allem junge Menschen inspirieren”.
Shriver hat ihre 25-jährige Karriere als erfolgreiche TV-Journalistin zwar aufgeben müssen – doch dafür ist sie heute eine der mächtigsten Frauen der USA: Als Arnies “wichtigste Beraterin”, so Politologen unisono, bestimmt sie die Politik in dem mit 38 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates und der sechstgrößten Volkswirtschaft der Erde entscheidend mit. Vor allem der massive Linksruck des Republikaners, der “Arnie 2.0” als Retter der Umwelt mit sozialem Herz einen triumphalen Wahlsieg bescherte, wird der resoluten Shriver gutgeschrieben. Ihre neue Mission ist jetzt, wie sie in einem erstaunlich offenem Interview mit dem TV-Sender ABC offenbart, “Errungenschaften von Frauen hervorzuheben”.
Shriver, Mitglied des legendären Kennedy-Politclans, gibt zu, das es mitunter zu heftigen Debatten am Frühstückstisch kommt: “Hat nicht jeder politische Meinungsverschiedenheiten mit seinem Mann oder seiner Frau?”, fragt sie. Aber alles werde ausdiskutiert: “Er hört sich meine Meinung an und ich mir seine”. Immer bestand sie auf ihre Unabhängigkeit, den Namen Shriver etwa hat sie behalten. Es ist keiner, den man leicht aufgibt: Mutter Eunice ist die Schwester der getöteten Kennedy-Brüder John F. und Bobby. “Die Shrivers sind die Kennedys ohne Beigeschmack”, so Biografen: Soziales Engagement statt Skandale.
Auch wegen der Tragödien wollte die aufstrebende Journalistin einst so weit weg von der Politik wie nur möglich. Dazu passte, als sie Muskelberg Arnold aus Austria als Boyfriend präsentierte. Der blieb nichts schuldig: “Ihre Tochter hat einen großartigen Arsch”, erzählte er seiner künftigen Schwiegermutter. “Als ich Arnold heiratete, sah ich mich am Ziel, einen wirklich anderen Weg zu gehen”, blickt sie heute zurück. Dass Shriver dennoch in der Politik landete, noch dazu an der Seite eines Republikaners, der Seriensiege feiert, während der Kennedy-Clan absteigt, ist die große Ironie ihres Lebens. Doch sie findet Gefallen daran: “Ich bin schon auf vielen Bühnen mit meinen Verwandten gestanden als sie verloren haben, und es ist schmerzhaft”. Da sei es schon um einiges leichter, so Shriver, im Konfettiregen “an der Seite eines Siegers zu stehen, besonders wenn es 17 Prozent Vorsprung sind”. So kommt sie am 5. Jänner in den Genuss, bei der Megafeier zu Arnies Angelobung zur zweiten Amtszeit im Rampenlicht stehen zu können.
Shrivers Stil als First Lady ist zwischen der eines kompletten Polit-Partners á la Hillary Clinton und unterstützenden Gemahlin á la Nancy Reagan angesiedelt: Sie kümmert sich nicht um die Umsetzung kompletter Polit-Projekte, doch spielt bei Arnies Taktik, Stil und Marschrichtung eine “entscheidende Rolle”, so Berater Steve Schmidt: “Ob sie wollte oder nicht, sie hat ihr ganzes Leben Politik eingeatmet – ihre Instinkte sind großartig”.
Von Nancy Reagan hätte sie 2003 nach Arnies Recall-Wahl zum Governator – als sie zwischen der 11,9-Millionen-Dollar-Villa im schicken L.A.-Suburb Brentwood und dem öden Sacramento zu pendeln begann – den Rat mitgenommen: “Mach was du für richtig hältst, du wirst sowieso kritisiert”. Shriver hat, trotz ihres Namen, gelernt zu kämpfen: Sie rackerte sich im TV-Journalismus nach oben, legendär sind ihre Interview mit Fidel Castro oder König Hussein von Jordanien. Dazu schrieb sie drei Bestseller. Gescheitert ist sie jedoch, und das gibt sie in ihrer Bio offen zu, als “Super-Frau”, die Job und Kids unter einen Hut bringt. “Nichts funktionierte so richtig”, schrieb sie: “Weder Mutter zu sei noch die Arbeit”. Sie verzichtet schließlich, in den Olymp der großen Diven des US-TV-Journalismus á la Barbara Walters aufzusteigen, managte mit einem disziplinierten Zeitplan fortan das Aufziehen der vier Kids, Katherine (heute 17), Christina (15), Patrick (13) und Christopher (9) sowie ihre Karriere beim NBC-TV-Magazin “Dateline”. Ihre Lektion, wie sie jetzt sagt: “Jede Frau hat zu kämpfen, egal was ihr Beruf ist”. Und auch ihre neue Rolle will sie völlig umkrempeln: “Der Begriff First Lady soll abgeschafft werden”, sagt sie: “Fortan werden Frauen mit eigenen Karrieren diese Rolle ausüben”.

# 7. Dezember: Ein Abzugsplan für die Irak?

Amerikas ist am “Day After” der Freigabe des Zweiparteien-”Baker Report” für einen möglichen Ausweg aus dem Irak-Debakel gespalten und ernüchtert. Als “todernst” und sich “rapide verschlechternd” hatten die sogenannten “zehn Weisen” (fünf Republikaner, fünf Demokraten) der “Irak Study Group” unter der Leitung von Ex-Außenminister James A. Baker III die Lage im Irak bezeichnet. Baker und Demokraten-Koführer Lee H. Hamilton stellten klar, dass von einem Sieg im Irak keine Rede mehr sein könne, warnten in schrillen Tönen, dass der eskalierende Bürgerkrieg den ganzen Nahen Osten in den Abgrund reißen könnte. Insgesamt beziehen sich die 79 Einzelvorschläge nur mehr auf einen geordneten Abzug der 148.000 US-Truppen – ohne katastrophale Konsequenzen für die Region.
Elf Soldaten starben an dem Tag als Baker und Hamilton Präsident George W. Bush im Oval Office über ihre Ratschläge informierten: Darunter der Start einer “diplomatischen Offensive” (Baker) samt Aufnahme direkter Gespräche mit den Todfeinden Iran und Syrien, verstärktes Training der Irak-Armee und der Rückzug von 80.000 GIs aus dem Irak bis 2008. Bleiben sollen eine “schnelle Eingreiftruppe”, Berater und Trainer. Den Irakern wird mit dem Entzug finanzieller und militärischer Unterstützung gedroht, falls sie nicht selbst für mehr Ordnung sorgen.
Der Bericht ist eine brutale Generalabrechnung mit der Irak-Politik des selbstdeklarierten “Kriegspräsidenten”, der den größten und umstrittensten Krieg seit Vietnam befahl. Das Interesse ist enorm: 400.000 Mal war der Report in nur wenigen Stunden von einer einzigen Website heruntergeladen worden. Bush habe, so Kommentatoren, “eine allerletzte Chance” zur kompletten Kurskorrektur. “Die gegenwärtige Politik ist gescheitert”, donnerte Hamilton mit tiefer Stimme und ernster Mine: “Unser Schiff ist in raue See geraten, es muss den Kurs wechseln!” Kein Wort mehr von einem Sieg, oder der Etablierung Iraks als Musterdemokratie.
Bush bezeichnete die gebundene 147-Seiten-Analyse, die wie Hamiltons legendärer “9/11 Report” aussieht, als “hart” und versprach, sie “ernst zu nehmen”. Er sah blass und versteinert drein. Doch in einem TV-Interview zu Wochenbeginn ließ er kaum Kompromissbereitschaft durchklingen: Er werde an seinen “Prinzipien” festhalten, sagte Bush.
Während moderate Politiker – darunter auch die Führung der im Jänner den US-Kongress übernehmenden Demokraten – die Ideen von Baker & Co begrüßten, gibt es Aufstände unter Rechten wie Linken: Die Neokonservativen, die Bush zur Ausschaltung Saddam Husseins ermunterten, wetterten gegen das “Aufgeben” im Irak. Als “Surrender Monkeys” (einem englischen Schimpfwort für feige Affen und Flinten-ins-Korn-Werfer) verunglimpfte gar die rechte “New York Post” Baker und Hamilton. Auch Verhandlungen mit dem Iran wurde als “Zeichen der Schwäche” kritisiert. Linke zeigten sich enttäuscht, dass nicht der sofortige Abzug empfohlen wurde: “Es gibt dort nichts mehr zu retten”, wetterte Senator Russ Feingold.

# 5. Dezember: Hillary in den Startlöchern

Drei Wochen lang hatte New-York-Senatorin Hillary Clinton (59) nach ihrem Wiederwahltriumpf bei den “Midterm”-Kongresswahlen keinen öffentlichen Auftritt absolviert: Prompt brodelte die Gerüchteküche, dass sie vielleicht sogar auf ihre Kandidatur für das Weiße Haus 2008 verzichten könnte – zugunsten ihres Senatskollegen und farbigen Demokraten-Shootingstar Barack Obama (45), der im Gegensatz zu Hillary zuletzt allgegenwärtig schien.
Jetzt jedoch ist das Geheimnis gelüftet, was Hillary in ihrer, laut ihrem Stab “Rastzeit” so machte: Sie bat führende Demokraten im Staat New York in Geheimgesprächen um deren Unterstützung für ihre historische Präsidentschafts-Kandidatur (sollte sie siegen, wäre sie die erste Frau an der Spitze der USA). Sonntag Nachmittag trat sie etwa vor die Manhattaner Wohnung des neuen New-York-Gouverneurs Eliot Spitzer ins Blitzlichtgewitter der Presse, berichtete geheimnisvoll über “interessante Gespräche zu verschiedensten Themen”. Zuvor hatte sie zwei weitere führende Demokraten im Staat New York getroffen, um sie um Hilfe für die Schlacht um das Oval Office zu bitten, wie Mitarbeiter trotz strengster Verschwiegenheitsklauseln der “New York Times” anvertrauten. Mit Senatskollegen Chuck Schumer will Hillary in den nächsten Tagen zusammentreffen.
Die Geheimgespräche sind das bisher stärkste Indiz, dass Hillary kandidieren wird. “She is” (Sie wird) knallte etwa der Internet-”Drudge Report” aufgeregt auf seine Homepage. Bekannt wurde auch, dass im Hintergrund bereits hartgesottenen Politprofis für die lange Wahlschlacht angeheuert werden.
Hillary ist unter Druck geraten, nachdem beim Antreten ihres Gegners Obama in den Demokratenvorwahlen (Primaries) nun alle Signale auf grün stehen: Obama reiste zuletzt in den wichtigen Primaries-Staat New Hampshire, hielt staatstragende Reden in Serie und trat sogar in der Show des Talkmasters Jay Leno auf, wo einst Arnold Schwarzenegger seine Gouverneurs-Kandidatur bekannt gab.
In Umfragen führt Hillary noch mit 31 Prozent deutlich vor Obama (16%), doch gilt der rhetorisch brillante Senator als eines der größten Polittalente seit – ausgerechnet! – Hillary-Gatten Bill Clinton. “Es wird ein knallhartes Rennen”, prognostiziert Politologe Bob Shapiro von der “Columbia”-Uni: “Obama könnte für einen Sensation sorgen”.