# 28. April: Die erste große TV-Debatte der Demokraten: Elchtest für Obama


Die Demokraten-Frontunner für das Oval Office, Hillary Clinton und Barack Obama, prallten bei der ersten großen TV-Debatte mit sechs weiteren Kandidaten in Orangeburg, South Carolina, aneinander – und bestätigten ihre Favoritenrolle:
# Hillary, deren Vorsprung auf Obama laut jüngster NBC/WSJ-Umfrage zuletzt auf 36 % zu 31 % schrumpfte, argumentierte souverän, wirkte einer Präsidentin würdig und argumentiert “geschmeidig”, so CNN-Polit-Reporterin Candy Crowley.
# Senkrechtstarter Obama glänzte mit seinem Charisma, das oft 20.000 Menschen zu seinen Wahlkampfauftritten lockt und ihm den Spitznamen “farbiger JFK” eintrug. Trotzdem zeigten sich einige TV-Kommentatoren enttäuscht über “fehlende Substanz”. Insgesamt jedoch bestand Obama, erst seit zwei Jahren im Senat, den ersten großen Test auf einer nationalen Bühne.
Der Irakkrieg dominiert die Debatte: Obama punktete mit seiner konstanten Position gegen die von US-Präsidenten George W. Bush befohlene Irak-Invasion. “Ich bin stolz darauf, dass ich von Anfang an dagegen war”, sagt er. Ein wunder Punkt für Hillary: Sie hatte 2002 im Senat für eine Kriegsautorisation gestimmt, die sie heute bereut. Doch sie weigert sich beharrlich, sich dafür zu entschuldigen. Hillary schwor jedoch: “Wenn ich Präsidentin bin, werde ich die Truppen rausholen”.
Das Feld der Acht, mit dabei auch der bisher drittplatzierte John Edwards, Außenpolitik-Profi Joe Biden oder “New Mexico”-Gouverneur Bill Richardson, bildete eine geschlossene Front gegen Bush. “Die Kandidaten haben vermieden, sich selbst zu zerfleischen”, analysiert Tim Russert vom TV-Sender NBC: “Es war ein guter Abend für die Demokraten – und der große Verlierer ist Bush”. Immerhin: 75 % der Demokratenbasis ist mit ihrer Gruppe an Oval-Office-Anwärtern zufrieden, dagegen nur 50 % der Republikaner.
Es sind noch 80 Wochen bis zur Wahl des Bush-Nachfolgers im November 2008, doch der Wahlkampf erinnert jetzt schon fast an den Endspurt: Hillary mit 26 Millionen Dollar und Obama mit 25 Millionen hatten in den ersten drei Monaten des Jahres alle Spendenrekorde gesprengt.

# 27. April: Bush vs. Kongress: Kampf um Irak-Kohle

Der Irakkrieg steht vor einem historischen Showdown in Washington: Der Kongress ist am Weg zur endgültigen Genehmigung weiterer, dringend benötigter 124 Milliarden Dollar für den Irakkrieg – die jedoch erstmals mit fixen Abzugsfristen verknüpft sind. Demnach soll der Exit der 160.000 stationierten GIs aus Iraks Bürgerkriegshölle am 1. Oktober beginnen und am 1. April 2008 abgeschlossen sein. Zurückbleiben sollen nur mehr kleine Eliteeinheiten zur Terror-Bekämpfung und Trainer für die Irakarmee. US-Präsident George W. Bush hat angekündigt, dieses von den Demokraten durchgeboxte “Abzugs-Gesetz” mit einem Veto zu verhindern.
Die Debatte hatte zuletzt an Schärfe zugenommen, die Emotionen sind enorm: Bush und sein Vize Dick Cheney attackierten die Dems, “das Handtuch zu werfen” und “ein fixes Datum für Amerikas Niederlage” festschreiben zu wollen. Demokraten-Senats-Boss Harry Reid beschuldigte Bush & Co, unter “totalem Realitätsverlust” zu leiden. Reid, der für Aufsehen sorgte, als er den Irakkrieg gar für verloren erklärte, verhöhnte Cheney als Bushs “Kampfhund”. Vor den Kongress-Abstimmungen kam es zu Tumulten, als rechte Abgeordnete wüste Tiraden gegen Kriegsgegner losließen oder Demonstranten als Zeugen geladene Generäle als “Kriegsverbrecher” beschimpften.
Die Mehrheit der US-Bürger haben die Dems auf ihrer Seite: Laut einer jüngsten Umfrage wollen 57 % einen Truppenabzug, 55 % sehen den vierjährigen Krieg mit 3.332 toten GIs und Kosten von 400 Milliarden Dollar als “verloren”. Bush hatte gehofft, durch eine Offensive (“Surge”) und Entsendung weiterer 21.500 Soldaten Zeit zu gewinnen. Sein neuer Irak-General, David Patraeus, konnte mit einer Zwischenbilanz jedoch kaum überzeugen: Religiös motiviertes Morden in Bagdad sei zwar um ein Drittel gefallen, sagte er, “doch Al-Kaidas spektakuläre Attacken sind ein Rückschlag”. Allein am Mittwoch der Vorwoche starben 200 Iraker bei Serien-Anschlägen.
Beide Seiten rüsten bereits zur nächsten Runde: Bush dürfte am Montag sein Veto einlegen – ausgerechnet am Vorabend des vierten Jahrestag seiner nun unrühmlichen Siegesrede (“Mission Accomplished”) auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Kriegsgegner planen die Ausstrahlung eines TV-Spot mit der Botschaft: “Er hatte damals unrecht, und er hat es heute. Der Wille einer Nation richtet sich gegen die Sturheit eines einzigen Mannes”. Der Kongress muss nach dem Veto ein neues Finanzierungsgesetz verhandeln – und viele erwarten, dass die Dems letztendlich den Geldhahn nicht komplett zudrehen werden. “Doch für Bush wird es immer schwerer”, so Kommentator Tim Russert.

# 26. April: Wie das Pentagon Heldengeschichten erfand

Der Horror-Folterskandal im Irakgefängnis Abu Ghraib eskalierte gerade zu einem der schlimmsten Debakel der Bush-Regierung, als das Pentagon die Chance sah, mit einer tollen Heldengeschichte das Thema zu wechseln: Pat Tillman, Ex-Footballstar, der nach 9/11 auf eine 3,6 Millionen Dollar Jahresgage verzichtete, um im Antiterror-Krieg in Afghanistan seinem Land zu dienen, war dort gefallen. “Er starb im Kampf gegen die Terroristen”, schlachteten die US-Streitkräfte seinen Tod weidlich aus. Doch sie hatten die Nation und vor allem die Tillman-Familie plump angelogen: Der hünenhafte Patriot war im “friendly fire” gestorben, getötet von den eigenen Truppen.
Der Tag der Abrechnung kam für Tillmans Familie nun bei einem Kongress-Hearing, das die USA erschüttert wie kaum ein Kriegsskandal zuvor: Tillmans Bruder Kevin, der gegen Tränen und rohe Wut ankämpfte, prangerte an, wie die Armeeführung alle hinters Licht führte. Hilfe kam von einer weiteren angeblichen Kriegsheldin, der zum Irakkriegsbeginn entführten und befreiten Soldatin Jessica Lynch. Ihre Story hatte zahlreiche Magazin-Titelgeschichten gefüllt und den Stoff für einen Buch-Bestseller geliefert. “Die machten aus mir ein kleines Rambo-Girl aus den Hügeln von West Virginia”, sagte Lynch: “Das hat einfach nicht gestimmt”.
Demokraten-Senator Henry Waxman, der die Kongress-Untersuchung initiierte, will vor allem wissen, ob der damalige Pentagon-Chef Donald Rumsfeld und sein Boss, US-Präsident George W. Bush, über die perfiden PR-Taktiken Bescheid wussten. “Diese Serie an erfundenen Geschichten kann jedenfalls kein Zufall sein”, so Waxman. Tillmans Mutter Mary gab zu Protokoll: “Rumsfeld muss es gewusst haben”. Dass ihm niemand die Wahrheit sagte, sei einfach nicht “glaubwürdig”, so die Mutter.
Kevin Tillman, der sich in einem Militärkonvois unweit des Unglücksortes aufhielt, wiederholte unter Tränen die letzten Worte seines Bruders via Funk: “Stellt das Feuer ein! Ich bin Pat fu…ing Tillman, verdammt”.

# 25. April: Tom Lantos vs OMV!

US-Kongress-Abgeordneter Tom Lantos hat den angestrebten OMV-Deal im Iran auf das gröbste verurteilt. “Ich bin erschüttert über die Medienberichte in Sachen beabsichtigter Geschäfte der OMV mit dem Iran”, so der Vorsitzende des “Außenpolitischen Komitees” des Repräsentantenhauses: “Der Deal missachtet aufs Gröbste den Willen der internationalen Gemeinschaft – gerade in einer Zeit, in der der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms beschlossen hat”. Der Deal könnte, so Lantos, wenn auch indirekt, Teherans Nuklear-Programm “zu Gute kommen”. Lantos weist weiter darauf hin, dass die USA Sanktionen gegen Firmen einleiten kann, die massiv in den Energiesektor des Iran investieren. Lantos: “Die OMV wird diese Aktion bereuen!” Der Ruf der OMV sei schon jetzt beschädigt und sollte das Geschäft tatsächlich durchgeführt werden, werden Sanktionen folgen. Lantos Stimme hat Gewicht: Er ist der Verfasser dieser Sanktionsgesetze.

# 22. April: VA-Tech: Protokoll eines Uni-Massakers

Die Leichen lagen überall. In den Klassen, unter Tischen, an der Wand lehnend, am Gang, oft übereinander. Keine hat weniger als drei Kugeln im Körper. Dazwischen liegen hunderte Patronenhülsen. Selbst die hartgesottensten Kriminologen mussten unter Tränen zugeben, so einen grausamen Tatort “noch nie gesehen zu haben”. Tagelang werkten sie in der “Norris Hall” am Campus der “Virginia Tech”-Uni (VT) in Blacksburg – dem Schauplatz des grauenhaftesten Amoklaufes in der Geschichte Amerikas: Der wirre Einzelhänger Cho Seung-Hui (23), geboren in Südkorea, seit 1992 in den USA aufgewachsen, hatte mit zwei legal gekauften Pistolen, einer “Glock 19” und einer Walther-”.22 Kaliber”, 30 Studenten und zwei Professoren getötet, bevor er sich selbst richtete.
Die ganze Woche hat das Campus-Massaker die Welt mit immer makabereren Details, unglaublichen Helden- und Überlebens-Stories, berührenden Trauerfeiern sowie News von teils haarsträubenden Stümpereien der Behörden in Atem gehalten. Das Protokoll eines Massenmordes lässt sich nun nachzeichnen: Eisiger Wind pfeift über das VT-Gelände, als Cho am Montag um 7 Uhr sein Studentenheim “Harper Hall” verlässt. In Suite 2121 lebte er mit fünf Kollegen zusammen. Sie fanden ihn wirr: Endlos tippte er in seinen Computer, fotografierte sie versteckt mit seiner Handy-Kamera, fuhr um 5 Uhr früh eine Runde mit dem Fahrrad. Sein Spitzname war “Question Mark”, Fragezeichen. Zwei Studentinnen beschwerten sich, da Cho sie per SMS belästigte.
Eines von vielen Alarmzeichen: Ein Richter ließ ihn 2005 als “gemeingefährlich” in eine Klinik einweisen, wegen pervers-blutrünstiger Aufsätze hatte sich gleich eine ganze “Sondertruppe” aus acht Professoren bemüht, ihm zu helfen. Bekannt wurde auch, dass Cho als Teenager in der Highschool wegen mangelnder Englisch-Kenntnisse gehänselt wurde: “Geh zurück nach China”, hätten Mitschüler gerufen.
Doch Zimmerkollegen dachten, er sei nur “scheu und komisch”, so Karan Grewal. Und niemand hatte bemerkt, dass Cho bereits fieberhaft an seinem Massenmord-Komplott samt Manifest werkte: 27 “Quick Time”-Computervideos hatte er angefertigt, dutzende Selbstauslöser-Fotos gemacht, wo er die Pistolen in die Kamera streckt oder sich ein Jagdmesser an den Hals hält. “Ihr habt mich in eine Ecke gedrängt und mir keine Wahl gelassen”, spricht er am Studentenheimgang nächtens in die Videokamera: “Ihr habt Blut an den Händen”. Niemand bemerkt auch den kurzen Eintrag in einem Internet-Forum: “Ich werde in Vtech heute Menschen töten”.
Cho marschiert über den Campus, weinrote Uni-Baseball-Kappe am Kopf, einen schwarzen Mantel über der “Fotografen”-Weste, deren Taschen mit Munition vollgestopft. Die Pistolen hat er im Rucksack. Der erst Notruf kommt um 7:15 Uhr vom “West Ambler Johnston”-Gebäude. Die Polizei findet Emily Hilscher und Ryan Clark in einer Blutlache am Boden. Studenten berichten, der Killer hätte nach jemanden gesucht. Deshalb denkt die Polizei an ein Eifersuchtsdrama und fahndet nach Hilschers Boyfriend, Karl Thornhill, einem Waffennarren. Doch die Cops unterliegen einem katastrophaler Irrtum: Hilscher ist wohl ein zufälliges Opfer eines Amokläufers, der noch viel vorhat.
Vor seinem nächsten Ziel, der Norris Hall, marschiert Cho seelenruhig zurück in sein Zimmer, ladet die Pistolen auf, packt noch zwei Messer in den Rucksack. Dann geht er zum Postamt am Rand des Campus, wo er in einem Express-Umschlag sein, an den TV-Sender NBC adressiertes Multimedia-Manifest aufgibt. Währenddessen berät die Uni-Verwaltung, wie auf den ersten Doppelmord zu reagieren sei. Um 9:25 Uhr geht eine Massen-Email raus. Tenor: Ein Mord ist passiert, bleibt wachsam, meldet auffälliges!
Um 9:30 Uhr steckt Cho in Zimmer 207 den Kopf bei der Türe rein, als würde er nach jemanden suchen. Dort ist gerade Deutsch-Einführung, die erste Unterrichtsstunde des Tages. Als er wiederkommt schießt er ohne Vorwarnung Deutsch-Professor Christopher Bishop (35) in den Kopf. Mechanisch und methodisch feuert er auf einen Studenten nach dem anderen. Derek O´Dell wird in den Arm getroffen. Cho geht. Blutüberströmt hält O´Dell mit Überlebenden, darunter Erin Sheehan, die sich tot stellte als eine Leichen auf ihr lag, die Türe zu. Cho kehrt wieder: Er schießt durch die blockierte Türe. Fünf Mal. “Ich sah wie das Holz zersplitterte”, so Augenzeuge Trey Perkins.
Studenten hören die Schüsse, einige denken, es ist Baulärm. Professor Liviu Librescu, 77, ein Holocaust-Überlebender, reagiert jedoch sofort. Er stemmt seinen Körper gegen die Türe und ruft: “Springt aus dem Fenster!” Neun schaffen es, die anderen sterben im Kugelhagel, darunter Held Librescu. Student Andrey Andreyev (19): “Ich versuchte ihn, von der Türe wegzuziehen”. Er hätte sich geweigert, stieß den Studenten sogar weg.
In der Französischklasse nebenan hört Professorin Jocelyn Couture-Nowak den Lärm: “Das ist doch nicht, was ich glaube, was es ist”, ruft sie, so das US-Magazin “Time”. Mit Hilfe der Studenten versucht sie die Türe mit Tischen zu verbarrikadieren. Erfolglos: Cho dringt in das Zimmer und beginnt wieder gezielt, ruhig und überlegt zu töten. Sogar ein Lächeln im Gesicht wollen Überlebende gesehen haben. “Ich bin der nächste”, denkt sich Student Clay Violand, 20. Nach jedem Schuss hört er ein kurzes Stöhnen. Er malt sich aus, ob der Eintritt der Kugeln weh tun würde, ob er schnell oder langsam sterben würde.
Um 9:55 Uhr schickt die Univerwaltung eine zweite Email aus: “Bewaffneter am Campus unterwegs! Bleibt weg von den Fenstern”. Es ist wieder zu spät: Cho hat sich per Kopfschuss selbst gerichtet.

# 21. April: Warum die Amis trotz Massaker keine Waffengesetze wollen

Nach dem Massaker des Amokläufers Cho Seung-Hui mit 33 Toten am Uni-Campus der “Virginia Tech” (VT) kam die USA durch einen Tag des nationalen Gedenkens an die Opfer fast zum Stillstand. Dazu kommt in Virginia eine Untersuchungskommission wegen dem Ignorieren von Alarmsignalen über Chos Benehmen und Versäumnissen während der Schießerei durch Polizei und Uni-Verwaltung ins Rollen. Eine Welle an Alarmen durch mögliche Nachahmungstäter schwappt über die USA: In Yuba City, Kalifornien, etwa mussten sich Studenten in Klassenzimmern verbarrikadieren, nachdem ein Irrer mit einem Massaker drohte, das “VT wie einen Spaziergang” erscheinen lassen würde.
Die Tragödie hat die Waffendebatte in den USA neuerlich aufflammen lassen: Fassungslos stellen viele besorgte Bürger in TV-Interviews und Internet-Foren die Frage, wie ein durch die Behörden bereits ausgewiesener Psychopath so leicht zwei Präzisionswaffen hatte kaufen können. Doch die mächtige Waffenlobby der “National Riffle Association” (NRA) verteidigte das Recht der Bürger auf Waffenbesitz und US-Präsident George Bush ließ, trotz dem Tod von 30.000 Menschen durch Waffengewalt pro Jahr, bereits am Tag des Massakers verlauten, dass keine “neuen Gesetze nötig sind”.
“Die Demokraten werden kaum auf eine Verschärfung drängen”, so CNN-Politanalyst Bill Schneider. Die Öffentlichkeit hätten sie in der Zeit nach Bluttaten zwar meist auf der Seite: Doch Waffengegner vergessen leicht, während die andere, fanatischere Seite den Politikern das Leben dann zu Hölle mache. Deshalb drängt auch keiner der demokratischen Oval-Office-Kandidaten wie Hillary Clinton, Barack Obama oder John Edwards auf radikale Änderungen.
Die Familie des Killers wurde in dem Suburb von Washington D.C. nach einem Inferno an Morddrohungen unter FBI-Schutz gestellt. Chos Großvater Kim Hyang-Sik, 82, sagte: “Der Hurensohn hat es verdient zu sterben”.
Bekannt wurde auch, dass Chos ältere Schwester “alles richtig gemacht hat in ihrem Leben”, so Zeitungen: Sie graduierte von der Elite-Uni Princeton und arbeitet für “McNeil Technologies” an Wiederaufbauprojekten für das US-Außenamt im Irak.

# 17. April: Hillary sammelt Kohle wie verrückt, doch Obama ist ihr auf den Fersen


Hillary Clinton ist mit einer Rekord-Summe von 31 Millionen Dollar in ihrer Kriegskasse für die Schlacht um die Bush-Nachfolge 2008 zwar das “Golden Girl” der Demokraten – doch ihr wichtigster Widersacher um das Demokraten-Ticket, Barack Obama, hat sie bereits in einer Kategorie, Gelder speziell für die “Primaries” (Vorwahlen), überholt. Die Summen für den mit geschätzten Gesamtausgaben von einer Milliarde Dollar teuersten US-Präsidentschaftswahlen aller Zeiten sind tatsächlich spektakulär: 19,1 Millionen Dollar sammelte Hillary in den ersten drei Monaten 2007 speziell für die Vorwahlen, 6,9 Millionen für den Endspurt um das Oval Office, falls sie die Primaries gewinnt. Zehn Millionen sind Hillary aus ihrem Senatswahlkampf im Herbst übrig geblieben. Abzüglich der Kosten liegen damit 31 Millionen am Konto – mehr als bei allen Republikaner-Kandidaten zusammen.
Doch Obama hat mit 24,8 Millionen an Geldern speziell für die Vorwahlen Hillary übertrumpft – und damit sorgte der Senkrechtstarter, der anderes als Hillary sein Spenden-Netzwerk erst aufbaut, für die eigentliche Polit-Sensation. Dazu hat die Hälfte seiner Spender das gesetzliche Maximum von 2.300 pro Person nur teilweise ausgeschöpft. “Das heißt”, so Politologe Bob Shapiro, “dass er die um mehr fragen kann”. Drei Viertel von Hillarys Sponsoren hingegen haben ihr Maximum bereits ausgereizt.
In der jüngsten “L.A. Times/Bloomberg”-Umfrage führt Hillary zwar noch bequem mit 33 % zu 23 % vor Obama. Doch der charismatische Afro-Amerikaner veröffentlichte eine Liste an ehemaliger Clinton-Fans, die in sein Lager bereits übergelaufen sind: Zwei dieser Freunde hatten die Clintons in den Neunzigern sogar im “Lincoln Bedroom” des White House übernachten lassen, vier dienten in der Clinton-Regierung.
Das Hillary-Obama-Duell hatte die Zirkel der Superreichen Hollywoods und New Yorks praktisch in zwei Lager geteilt – mit Medienmogul David Geffen als Obama-Promotor und Starregisseur Steven Spielberg als Hillary-Geldsammler. Die Demokraten zücken ihre Geldbörsen wegen der Chance auf eine Rückeroberung des White House “nach acht katastrophalen Bush-Jahren”, so ein Stratege, weit flotter als die Republikaner: Deren Frontrunner, “9/11-Bürgermeister” Rúdy Giuliani, hat vergleichsweise fast lächerlich wirkende 12 Millionen Dollar in seiner Kriegskasse.

# 15. April: Molterer vs. Wolfowitz

Im Skandal um Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz, der seiner Freundin Shaha Riza zu einem Job im US-Außenamt mit 193.590 Dollar Jahresgage verhalf, hat jetzt Österreichs Vizekanzler Wilhelm Molterer “volle Aufklärung”, so wörtlich, gefordert. Molterer, der mit Wolfowitz anlässlich der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in der US-Kapitale Washington D.C. am Samstag zusammentraf, hielt mit seinem Unmut über die Vorgänge innerhalb der Weltbank nicht hinter dem Berg: “Es darf das Ansehen der Institution und ihre Handlungsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden”, so Molterer.
Doch genau das scheint zur Zeit in der Organisation, die, dotiert mit Beiträgen von 185 Mitgliedsstaaten 23 Milliarden Dollar pro Jahr an Krediten meist an Entwicklungsländer vergibt, zu passieren: Der Betriebsrat hat Wolfowitz bereits zum Rücktritt aufgefordert. Bei einer Wolfowitz-Verteidigungsrede vor tausenden Mitarbeitern waren “Tritt zurück! Tritt zuürck!”-Rufe durch das Auditorium gehallt.
Fordert nun auch Österreichs Vizekanzler Wolfowitzs Kopf? “Die letztendliche Entscheidung obliegt dem 24-köpfigen Board der Direktoren der Weltbank”, so Molterer.
Schon die Ernennung von Wolfowitz 2005 hatte weltweit einen Sturm der Entrüstung provoziert: Der Ex-US-Vizeverteidigungsminister gilt als Chefarchitekt des Irakkrieges. Wolfowitzs Freundin Riza kassierte, wie jetzt bekannt wurde, nach ihrem Transfer in eine Top-Position im State Department mehr als US-Außenministerin Condoleezza Rice. Riza arbeitet direkt zusammen mit Liz Cheney, der Tochter des Vizepräsidenten.

# 11. April: Flottls Bermuda-Immobilien: Glücklich Sekretärin

Die BAWAG könnte durch mögliche Immobilien-Tricks des Finanziers Wolfgang Flöttl doch noch Schadenersatz aus Liegenschaften in Bermuda lukrieren – nachdem Flöttl die Austrobanker durch den Geheimverkauf der Pracht-Immobilie “Castle Point” um 20,8 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen gebracht hatte. Die Vorgeschichte: Flöttl hatte die Liegenschaft “Sounion West” (Haupthaus, Swimming Pool und “Pool”-Haus samt Privatstrand) Anfang der Neunziger gekauft und hätte sie beim Ankauf von Castle Point, der noch exklusiveren Immobilie am Zipfel der Promi-Halbinsel “Tuckers Town”, verkaufen müssen. Das Bermuda-Recht erlaubt Ausländern nur den Besitz eines Grundstücks.
Flöttl machte daher seine Sekretärin, Julie Jones, zur Eigentümern. Jones wohnt jedoch in einem bescheidenen Haus in Paget, Bermuda, während Flöttl laut Lokalpresse bis ins letzte Jahr in Sounion West “nach wie vor Gäste empfing”, so Reporterin Lilla Zuill. Sounions Wert wird auf 15 Millionen Dollar geschätzt. Laut Bermuda-Steuerbehörde ist Jones nach wie vor Besitzerin. Durch Flöttls Trick könnte die BAWAG per Klage vor Ort Chancen haben, die Immobilie zu erstreiten, so Experten dort. In seinen Zeugenaussagen in Wien dürfte Flöttl Sounion nie erwähnt haben. Er gab seine Besitzungen mit einem Apartment an der Manhattaner “Upper East Side” und 500.000 Dollar am Konto an.

# 11. April: Endlich! Larry Birkhead darf Daddy sein.

Der Vater von Baby Dannielynn (sieben Monate) – deren Mutter, Ex-Playmate Anna Nicole Smith, im Februar an einer Medikamenten-Überdosis verstarb – ist laut DNA-Tests Fotograf Larry Birkhead (34). Das Kind könnte bis zu 500 Millionen von Smiths Ex-Gatten, Ölbaron Howard J. Marshall, vererbt bekommen. Birkhead jubelte in den Bahamas mit Tränen in den Augen: “Ich kann es nicht erwarten, meine Vaterrolle anzutreten”. Smiths Langzeitpartner, Howard K. Stern (38) hatte angekündigt, das Sorgerecht nicht vor Gericht anzufechten. “Doch es bricht sein Herz”, so seine Schwester Bonnie: “Für ihn war Dannielynn immer seine Tochter”. Vergie Arthur, Smiths Mutter, hatte ebenfalls um Sorgerecht angesucht und wollte das Kind in Texas großziehen.

# 10. April: So rettet Arnie die Welt!

Governator Arnold Schwarzenegger wird in den USA am Titelblatt des Magazins “Newsweek” als Klima-Retter gefeiert. “Wir brauchen Washington nicht”, wettert Arnie gegen die Bush-Klimapolitik, die er schon früher als “lächerlich” bezeichnet hatte. “Wir sind ein ,Nation-State´, die sechstgrößte Volkswirtschaft der Erde”, so Arnie: “Wir schließen unsere eigenen Klimadeals ab etwa mit Japan, China oder Kanada – und lassen der Welt wissen, dass auch Amerika gegen die Klimaerwärmung kämpft”.
Tatsächlich hat Arnie eine der strengsten Gesetze der Welt durchgeboxt: Bis 2020 sollen die CO2-Ausstöße um 25% gesenkt werden, bis 2050 gar um 80%. Mit den Provinzverwaltern von Mexikos Baja Calfornia und Kanadas British Columbia verhandelt er über einen 8.500 Kilometer langen “Wasserstoff Highway”, wo Tankstellen mit dem ökofreundlichen Alternativ-Sprit ausgerüstet sind. Politiker in den USA umjubeln den Austro-Amerikaner als “Karbon-Botschafter”: “Arnold ist der Teddy Roosevelt unserer Generation”, so Utah-Gouverneur Jon Huntsman (R): “Er zeigt uns den Weg, in einer durchdachten Weise”.
“Es ist so wie 1977, als wir mit dem Film Pumping Iron das Bodybuilding populär machten”, vergleicht Arnie: “Es geht darum, Themen hipp zu machen”. Doch Arnies Botschaft ist – umstrittenerweise – auch: Wir können die Welt retten, ohne auf unseren Lebensstil zu verzichten. Seine beiden “Hummer”-Riesenjeeps hat er deshalb demonstrativ nicht verschrottet, sondern auf Wasserstoff und Biodiesel umgerüstet. Viele Muskel-Guys hätten eine Aversion gegen kleine, “feminine” Autos, wie “Hybrids”. Doch die müssten auch an Bord geholt werden, so Arnie, der kein Alarmist sie will wie etwa Ex-Vize Al Gore in der “Oscar”-gekrönten Doku “Eine unbequeme Wahrheit”, so Newsweek. Dennoch gratulierte er Gore persönlich mit seinen Teenager-Töchtern im Schlepptau kürzlich bei einer Autogrammstunde in Beverly Hills.
Arnies Öko-Gene stammen wohl aus seiner Jugend in Österreich (“Ich drehe jedes Licht hinter mir ab!”) und dem Einfluss des Kennedy-Clans seiner Gattin Maria Shriver, allen voran Ökovorreiter Robert Kennedy Jr.. Kandidaten für die Bush-Nachfolge hat Arnie bereits gewarnt: Meine Unterstützung gibt es nur durch kühne Ambitionen beim Klimaschutz.

# 7. April: Briten-Iran-Geiseln in den USA verhöhnt

Die aus iranischem Gewahrsam freigelassenen Briten-Geiseln müssen sich Hohn und Spott aus den USA gefallen lassen. “Das wäre uns nicht passiert”, behauptete der hochrangige US-Navy-Admiral Michael Mullen gegenüber CNN. Amerikanische Seeleute würden, so Mullen weiter, in derartigen Situationen “niemals entführt”. Außerdem müssten sie niemanden um Erlaubnis fragen, um ihr Recht auf “Selbstverteidigung” auszuüben.
Aufgeregt war im US-TV auch analysiert worden, wie es zum Kidnapping der 15 Matrosen bei der Durchsuchung eines Frachtkahns in der Mündung des iranisch-irakischen Grenzflusses Schatt al-Arab gekommen war: Demnach hätte sich das Mutterschiff “HMS Cornwall” zu weit weg von dem, in Schlauchbooten ausgerückten Kontroll-Trupp aufgehalten, ein zum Schutz abgestellter Kampfhubschrauber hatte zudem seine Position verlassen. “Das war ein schwerer taktischer Fehler”, so Militärexperten in den amerikanischen Nachrichtenkanälen.
Auch die bizarren Bilder, der sich bei Irans Hardline-Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad überschwenglich bedankenden, in billige Anzügen gesteckten Seeleute sorgte für Kopfschütteln in den USA. “Man wird sich genau ansehen müssen, wie viel von all dem freiwillig war”, so TV-Kommentator Joe Scarborough. US-Verteidigungsminister Robert Gates stellte inzwischen klar, dass fünf, im Februar im nordirakischen Arbil aufgegriffene iranische Mitglieder der “Revolutionären Garden” nicht freikommen werden. Vor allem US-Rechte hatten gegen mögliche Deals zur Belohnung von Teherans “Geisel-Diplomatie” gewettert.

# 6. April: Obama sammelt 26 Millionen!

Die Polit-Sensationsstory des Jahres hat ihr nächstes Kapitel: Demokraten-Senkrechtstarter Barack Obama hat heuer 25 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden gesammelt – und liegt Kopf an Kopf mit Hillary Clintons 26 Millionen in den “Geld-Vorwahlen”, dem ersten Test an Schlagkräftigkeit der Kandidaten für die Bush-Nachfolge 2008. Das Hillary-Camp, das eine frühe Vorentscheidung in den Demokraten-Vorwahlen zur Kür des Oval-Office-Kandidaten erzwingen wollte, hat allen Grund zur Panik: Der 45-Jährige Newcomer Obama, erst seit zwei Jahren Senator, hat die jahrelang aufgebaute Hillary-Wahlkampf-Maschinerie ins Wanken gebracht, ihr Image als unbezwingbare Favoritin ist dahin. Von einem “Polit-Beben” reden Beobachter. Dazu hat Obama mit 100.000 Geldgebern eine doppelt so große Spender-Basis als Hillary und mit 6,9 Millionen mehr Geld über das Internet lukriert (Hillary: 4,2 Mio.). “Er kann die kleinen Geldgeber, oder deren Freunde, leichter nach mehr fragen”, so Stratege Joe Trippi, “als Hillary, die ihre reichen Fans bereits abgeschöpft hat”. Dazu erzeugt der charismatische Obama für Begeisterung, oft 20.000 strömen zu seinen Auftritten. “Er reitet mühelos auf einer Popularitätswelle, während Hillary hektisch paddelt, um vorne zu bleiben”, so Politologen. Doch niemand will die erfahrene Hillary frühzeitig abschreiben: Sie führt in nationalen Umfragen mit 33% zu 26% vor Obama.

# 4. April: Supremes helfen Öko-Arnie

Wer zuletzt lacht: Während Kaliforniens “Governator” Arnold Schwarzenegger in Sachen Klimaschutz mit strengen Gesetzen zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes in Autos vorpreschte, hatte US-Präsident George W. Bush auf juristische Tricks gesetzt, um der mächtigen Autolobby den Rücken so lange wie möglich frei zuhalten. Jetzt hart das US-Höchstgericht den Spuk beendet und sich auf Arnies Seite gestellt: Bushs Umweltbehörde EPA habe, anders als bisher behauptet, sehr wohl die Autorität, den Ausstoß des Abgases CO2 zu regeln, so der mit 5 : 4 Stimmen äußerst knappe, von Umweltschützern als Jahrhunderturteil für den Klimaschutz gefeierte Richterspruch.
“Das ist ein Schlag ins Gesicht der Bush-Regierung, die bisher die Wissenschaft, den Kongress und die Öffentlichkeit ignorierte”, so Chris Miller von “Greenpeace”. US-Autos würden “gehörig zu höheren Treibhausgas-Konzentrationen und dem Klimawandel beitragen”, schrieb Richter Paul Stevens in dem in teils beißendem Stil verfassten Urteil. Sprit-Verbrauch und Abgasausstoß ist in den USA zuletzt wegen dem Siegeszug großer, benzinfressender Geländewagen (SUVs) gestiegen – und für 33% des gesamten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich.
“Wir erwarten jetzt”, jubelte Arnie, “dass die EPA unsere harten Gesetze zur Reduktion der Autoabgase adoptiert”. Kalifornien und elf weitere Bundesstaaten hatten strengere Auflagen bereits für jene Automodelle festgeschrieben, die im Jahr 2009 bei den Händlern landen.
Der Richterspruch ist der jüngste Höhepunkt einer Kehrtwende in den USA in der globalen Klimaschutzdebatte: Das Thema wurde zum Dauerbrenner im Wahlkampf um die Bush-Nachfolge 2008. Zuletzt forderte Ex-Vize Al Gore, der mit seiner Klima-Doku “Eine Unbequeme Wahrheit” den Oscar gewann, vor dem Kongress ein “Umdenken”: Das sei keine politische, sondern eine “moralische Frage”, so Gore.

# 3. April: Der „Rubel“ rollt für Hillary

Mit sagenhaften 36 Millionen Dollar in ihrer Wahlkampfkasse geht die erste Runde des Jahrhundertwahlkampfes 2008 um die Bush-Nachfolge eindeutig an Demokraten-Superstar Hillary Clinton: Eine Rekordsumme von 26 Millionen Spenden-Dollar hatte sie in den ersten drei Monaten 2007 eingefahren (bisheriger Rekordhalter: Al Gore mit 8,9 Millionen 1999), zehn Millionen sind ihr aus dem Senatswahlkampf übrig geblieben.
Das erste Spendensammel-Quartal für die ´08-Schlacht, der wohl teuersten in der US-Geschichte, galt als erste Messlatte der Schlagkräftigkeit der Kandidaten und hatte ein Inferno an Fundraiser-Parties in den letzten Märztagen ausgelöst. Hillarys Gegenspieler in den Demokraten-Vorwahlen, der charismatische, “farbige JFK” Barack Obama, hat 21 Millionen eingefahren – ein klares Signal, dass mit ihm zu rechnen ist. Ex-Vize-Kandidat John Edwards, der durch eine Sympathiewelle wegen der Krebserkrankung seiner Frau Elizabeth massiv aufholte, sammelte 14 Millionen.
Das Match Hillary gegen Obama hatte die “Big Spender” New Yorks und Hollywoods gespalten: Starregisseur Steven Spielberg oder TV-König Haim Saban sammelten für Hillary; “Dreamworks”-Mogul David Geffen oder Investmentlegende George Soros halfen Obama. Hillary ist wegen Obama extrem nervös: Ihre ultimative Geheimwaffe, Gatte Bill mit seinem unvergleichbaren Netzwerk einflussreicher “FOBs” (“Friends of Bill”), war deshalb weit früher als erwartet in den Wahlkampf eingestiegen.
Warum sind die Geldberge diesmal so wichtig? Große Bundesstaaten wie Kalifornien, Florida oder New Jersey haben ihr Primaries vorverlegt: Dort hätten nur Kandidaten mit “prallen Kassen eine Chance”, so TV-Kommentatoren.
Doch trotz des Rekordkontostandes hat Hillary nach wie vor ein Problem: Gegen mögliche Republikaner-Gegner liegt sie zurück, laut “Time”-Umfrage mit 41% zu 50% hinter Rudy Giuliani und 42% zu 48% hinter John McCain.

# 2. April: Bush erschwert Iran-Briten-Geiselkrise

Nach der erstmaligen Einmischung von US-Präsident George W. Bush in die Entführung 15 britischer Seeleute durch den Iran sind die Spannungen in der Geiselkrise dramatisch gestiegen. Das Aufgreifen der Briten in der Mündung des irakisch-iranischen Grenzflusses Schatt al-Arab sei “unentschuldbares Benehmen”, erhöhte Bush den Druck auf Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad: “Iran muss die Geiseln sofort zurückgeben”, so Bush weiter im gewohnt martialischem Tonfall. Konsequenzen, falls Teheran nicht einlenke, wollte er keine nennen.
Da bereits vor dem Geiseldrama wegen Irans Nuklearprogramm und angeblicher Waffenlieferungen an schiitische Todesmilizen im Irak durch Teheran das Säbelrasseln massiv eskaliert war, befürchten US-Experten, Bush falle nun ein Kriegsgrund praktisch in den Schoß. “Man muss sich fragen”, schrieb Ex-CIA-Nahost-Agent Robert Baer auf “Time.com”, “ob die Iraner den Verstand verloren haben”. Bear sieht eine Art iranischen Fatalismus: “Viele nehmen dort offenbar an, ein Krieg gegen die USA sei ohnehin unabwendbar”.
Die “US Navy” hatte mit zwei Flugzeugträger-Verbänden, der “USS Eisenhower” und der “USS Stennis”, sowie 100 Kampfjets, darunter die neuen “F/A – 18 E/F Super Hornet”, in den vergangenen Tagen Großmanöver im Golf durchgeführt. Der massivste Truppenaufmarsch seit den Tagen vor der Irak-Invasion 2003 hatte zu globalem Nervenflattern geführt. Der Ölpreis kletterte auf 65 Dollar pro Barrel.
In den USA schlägt auch wieder die Stunde der Kriegstreiber: Amerikas ehemaliger UN-Botschafter John Bolton kritisierte die bisherige “Weich-Weich-Taktik” der Briten, die Teheran ermutige und sich auch auf den diplomatischen Showdown um das Atomprogramm auswirken könne. Die Briten sind jedoch kriegsmüde: 48% lehnen laut Umfrage Militärschläge “unter allen Umständen” ab.

# 1. April: Flottls Bermuda Immobilien: Sold!

Der Verkauf eines Prachtgrundstückes durch den Investmentbanker Wolfang Flöttl dürfte neuen Spannungen mit den neuen BAWAG-Eigentümern und der Staatsanwaltschaft in Wien führen: Laut ÖSTERREICH-Recherchen hat Flöttl seine Liegenschaft auf der Promiinsel Bermuda bereits im April 2006 um 20,8 Millionen Dollar an den US-Erdgas-Milliardär Aubrey McClendon verkauft. Der BAWAG ist dieser Deal jedoch offenbar entgangen: Die Austro-Banker hatten bisher geglaubt, der Verkauf der Immobilie – dessen Erlös als Kompensation für Spekulationsverluste in der Gesamthöhe von 1,4 Milliarden Dollar gedacht war – hätte aus rechtlichen Gründen bisher noch nicht durchgeführt werden können.
Doch laut einem Grundbuchauszug passierte der Verkauf bereits am 21. April 2006: Ausgerechnet in jenen Tagen, als sich die BAWAG nach dem Auffliegen der Flöttl-Spekulationen und krummer Geschäfte mit dem gefallenen US-Brokerhaus Refco in einer Todesspirale befand und in Wien ein Haftbefehl gegen Flöttl geprüft wurde. Rechtskräftig wurde die Transaktion von “Wolfgang Karl Flöttl”, so das Dokument, an “Aubrey Kerr McClendon” am 14. August 2006 (siehe Faksimile).
Wohin der Kauferlös geflossen ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Der Staatsanwaltschaft Wien gegenüber beteuerte der Investmentbanker, nur mehr eine Wohnung an der Manhattaner Upper East Side zu besitzen und 650.000 Dollar am Konto zu haben. Bisher hatte die BAWAG als Kompensation für die horrenden Verluste die Erlöse aus dem Verkauf seiner Kunstsammlung (89 Gemälde), sowie Liegenschaften in London und auf den Bahamas erhalten.
Gekauft hatte Flöttl das wertvollste Grundstück der Atlantikinsel, namens “Castle Point”, 1991 um 23 Millionen Dollar. Das Abstoßen mit Verlust – trotz steigender Immobilienpreise auf Bermuda – wird von Experten als Zeichen eines Art Panikverkaufs bewertet. Das Grundstück hatte wegen seiner exklusiven Lage als Symbol für Flöttls Pomp gegolten: Die zwei weißen Holzhäuser im Kolonialstil liegen auf 3,24 Hektar Land am Zipfel der streng bewachten Promi-Halbinsel “Tuckers Town”. Zu Flöttls Nachbarn zählten einst Ex-Italien-Premier Silvio Berlusconi und US-Milliardär Ross Perot.
Auch das Büro des neuen Eigentümers, der Boss des US-Erdgasriesen “Chesapeake Energy”, McClendon ($1,6 Mrd. schwer, Nr. 216 auf der “Forbes”-Reichenliste), bestätigte den Verlauf: “Mr. McClendon ist der neue Besitzer dieser Liegenschaft”, so eine Sprecherin.