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Mega-Erdbeben


Rückreise von Port-au-Prince. 102 Stunden in dem Albtraum sind genug. Der Chef der AVIS-Autovermietung fährt mich mit einem Kollegen um $200 zur Grenze. Er wollte selbst fahren. Netter Typ. Er schimpft über die Gier, die jetzt unter Haitianern herrscht: Jene, die lieber mit Wucherpreisen Profite aus der Beben-Tragödie schöpfen wollen – anstatt zusammenzustehen in der …

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Wir fahren ins Epizentrum des Haiti-Todesbebens: Leogane, einst eine nette Kleinstadt mit gefälliger Kolonial-Architektur, gut 20 Kilometer südwestlich von Port-au-Prince. Die Fahrt geht vorbei am völlig demolierten Präsidentenpalast, durch das total verwüstete Downtown, wo die Müllberge nun fast schon die Schutthaufen überragen. Am Straßenrand liegt ein Toter, die Füsse abtrennt. Die herausragenden Knochen sind zu …

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Die Eisentore vor dem Hotel schließen sich. Zwei Guards mit Schrotflinten stellen sich davor. Es ist 17:30 Uhr. Es wird dunkel in der durch das Jahrhunderterdbeben zerstörten Haiti-Kapitale Port-au-Prince. Die Stunden, wo die Gewalt eskaliert, beginnen erneut. Seit Donnerstag lebe ich im Luxus-Hotel La Villa Creole im Bezirk Petionville mitten in der Desaster-Zone. Gut 100 …

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Die Lage verschärft sich in Port-au-Prince dramatisch: An der Delmas-Straße, der Hauptverkehrsader zwischen dem Viertel Petionville und dem Flughafen, liegen zwei Ermordete. Es ist ein Frau und ein Teenager, vielleicht ihr Sohn. Um die 16 Jahre alt. Auf seinem Kopf klafft eine riesige Wunde. Blut strömt auf den Asphalt, vermischt sich mit Teilen des Gehirns. …

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Port-au-Prince, drei Tage nach dem Megabeben: Das Schicksal einer 24-Jährigen ist schwer zu verdauen. Sie heißt Evelyn Pierre, ihre Brüste sind geschwollen, die Milchdrüse produziert weiter. Ihr Baby, ein zehn Monate altes Mädchen, zehn Monate alt, wurde erschlagen vor ihren Augen. Ihr Gatte starb am Arbeitsplatz. Es ist schwer, die Tränen zurückzuhalten. Ich denke an …

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