Als Maxwell Samstag Früh 21 West Street in einen „Jurassic Park“ verwandelte…


Print Friendly, PDF & Email

Maxwell ist munter. Soviel bekomme ich durch den dichten Nebel solider Schlaftrunkenheit mit. Er klettert rein ins Bett, Sekunden später wieder raus. Seine Nase ist verstopft. Er zieht sie auf. Nonstop. Snifff! „Geh dich schneuzen“, murmle ich im Halbschlaf. Nun weckt er Mia auf, die nach wie vor prominent in unserem Bett schläft. „Raus!“, ruft nun Estee bereits weit weniger schlaftrunken. Ich höre gewaltiges Rumoren in den restlichen Räumen, Wohnzimmer, Klo, Maxwells Zimmer. Es ist wohl schon Zeit zum Aufstehen, schließe ich aus der regen Aktivität (vor allem nachdem die Helligkeit an diesen längsten Tagen des Jahres keinen Schluss auf die Zeit zulässt).


Maxwells Dino-Digg…

Den Alarm habe ich auf 7 Uhr gestellt, arbeitsbedingt. Ich bin froh, dass ich das notwendige Frühaufstehen durch meinen Job als Tageszeitungs-Korri für das sechs Stunden vorausliegende Österreich (Land und Zeitung in meinem Fall…) mit dem Großziehen zweier Kids verbinden kann. Ich checke die Uhrzeit. 5:52 Uhr! 5:52 Uhr? What the….? Seit wann ist Max auf? Ist er Napoleoon, der Samstag ab 4:30 Uhr die Invasion Russlands plant? Ich lege mir den Polster auf den Kopf. Mia ist fast wieder eingeschlafen.

Draußen höre ich eine verdächtige Stille – und ein rhythmisches Klopfen. Hämmern. Whatever. „Daddy, I am digging dinosaur bones!“, kommt Max hereingelaufen. Toll. Er hat endlich das perfideste Geschenk, das die Spielwarenindustrie jemals ausbrütete, ausgegraben. Ein ziegelgroßer Block aus hartgepressten, groben Sandkörnern, mit Dinoskelettteilen drinnen. Dazu gibt es Eisenhammer und Meissel. Und eine Plastikschutzbrille, damit Eltern die Hersteller wegen Augenverletzungen der Kids nicht klagen. Was fehlt ist das Valium für die Eltern. Nachdem Max fanatischer Dinofan ist, hat er bereits einige dieser besonders wohnungsfreundlichen „Unterhaltungsgegenstände“ erhalten. Ich würde gerne meinen elterlichen Körper für einen kleinen Rundflug verlassen.

Um 6:30 Uhr stelle ich mich dem Chaos: Max sitzt inmitten eines Sandhaufens, sein zielstrebiges Einschlagen auf den Block hat die Körner praktisch im gesamten Wohnzimmer verbreitet. Das iPhone piepst. Ein Arbeitsauftrag: Die Flut am Mississippi! Doch vorerst muss ich noch Aufräumungsarbeiten in einer viel naheliegenderen Desasterzone vorantreiben. Max hat endlich seinen letzten Knochen freigeklopft. Ich rase mit dem Staubsauger herum, während mich Max bittet, ihm beim Zusammenbau zu helfen. Es ist 6:45 Uhr, und ich bin erschöpft als wäre es bereits „pm“ und nicht „am“. Dabei habe ich Glück: Ich kann mich zurückziehen, um zu arbeiten, die Flutstory zu schreiben. Welch Erholung.

Previous Post von McCain: Rettet Amerika vor der "Partei von Hillary Clinton und Barack Obama!"
Next Alternative zu explodierenden Spritpreisen: "Survivor, New York Subway"