Nach siebeneinhalb Jahren: Endlich ein “Soccer Dad”!
Es dauerte siebeneinhalb Jahre (!), doch Mittwoch, 16 Uhr Ortszeit, 30. September 2009, war es soweit: Ich wurde offiziell zum “Soccer Dad”, ein weiterer, gesellschaftlicher Meilenstein meines Ami-Lebens. Maxwell startete sein erstes Fußballtraining. Um Himmels Willen, darf gestaunt werden: Ein Bub, mit siebeneinhalb? Freilich kickte er auf Bälle ein, wenn sie zufällig an ihm vorbeirollten. Doch lieber erfindet er seine eigenen Spiele und nötigt Freunde unter seinen Regeln mitzuspielen (meist Dino- oder Pokemon-Battles). Das schien ihm mehr Spass zu bereiten, als sich dem strengen Regelkorsett des Fußballs zu unterwerfen.

Max als Goalie beim ersten Fußball-Training
Schließlich überredeten wir ihn, da sein bester Freund seit längerem beim Team “Sunderland” (benannt nach einer Briten-Region…) kickt, und die nach weiteren Ballkünstlern suchen. Der Platz, wo sie spielen, ist ein Rübenacker, dafür die Kulisse um so spektakulärer: Gleich daneben ragt der neue “Goldman Sachs”-Tower auf, dahinter die ganze Skyline von Lower Manhattan.
Doch gerade bei Maxwells Debüt ist sein Freund krank – und als ich am “Ball Field” aufkreuze rennt er bereits mit einem anderen Team herum. That´s Max for you: Geselle dich zur nächstgelegenen Gruppe kickender Kinder. Ich freilich muss nach dem richtigen Team suchen, und bin froh, an schwierige Recherchen gewohnt zu sein: Nach 15 nervenden Minuten finde ich nach der Befragung vieler Ahnungsloser endlich die Truppe – und muss Max von seinem selbstgefundenen Team erst mal loseisen. Er hat bereits ein rotes Leiberl an und ist bereit zum Ankick.
Nach kurzer Debatte beginnt er das Training mit der richtigen Gruppe. Uff! Es verlief überraschend positiv, auch wenn er meist mit Händen in den Hosentaschen dastand, zur Selbstunterhaltung cheerleader-ähnliche Verrenkungen absolvierte und auf das Leder nur hintrat, wenn es zufällig in seiner Nähe aufkreuzte. Und eines wurde rasch klar: Seine mögliche Kickerkarriere wird nicht als Gehäusebewacher erfolgen. Immerhin: Die Coachin zeigte sich zufrieden. Für das erste Spiel am Samstag warte bereits ein Trikot für Max, sagte sie. Mehr Probleme bereitet der aufgeregte Dad, der an der Linie andauernd ins Feld keppelte. Das wird noch was, wenn erst das Match losgeht.

