Als ich im Jumbo in 11.500 Meter Höhe via dem iPhone meinen TV-Kanal zu Hause wechselte…


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Es war eine lange Durststrecke für mich Gadget-Fan. Nach dem großen Crash ´08 fror auch der Bauernebel-Haushalt sein IT-Budget ein. Keine neuen Computer, Bildschirme, Headsets. Gar nichts. Sogar auf das neue iPhone 3G-S verzichtete ich (obwohl ich nun mit dem alten 3G auf der sicherlich miserabelsten Version aller iPhones sitze…).

Umso aufregender war der Moment, als die Geldbörse wieder vorsichtig geöffnet wurde (Achtung, Wall-Street-Good-News-Sucher: Die Bauernebel-Familie investiert wieder, schickt den „Dow“ auf 14.500 Punkte!): Ich erstand eine Slingbox. 179 Dollar, etwas teuer, doch immerhin wollte ich das Ding seit Jahren. Das anthrazitfarbene, pyramidenförmige Wunderkästchen verwandelt die TV-Signale der Kabelbox in Internet-taugliches Datenmaterial, abrufbar von wo immer es Breitband-Internet gibt. Der Radius des Fernschauens meines eigenen TV-Angebots wird demnach global.

Gedacht ist die Technologie natürlich primär für die Arbeit, wodurch fortan die Newskanäle auf meinem Laptop dank “Connect”-Karte an allen erdenklichen Orten laufen können. Und es flimmert auch am iPhone: $29 kostetet die App, die teuerste, die ich jemals kaufte. Zugriff am Apple-Handy gibt es nur via Hotspot, der Alptraum-Anbieter AT&T verbietet den Spass natürlich über sein 3G-Netz (würde wegen dessen desolaten Zustand ohnehin nicht klappen). Dennoch war auch die App zu verlockend.

Das alles führt jetzt zu recht kuriosen Situationen: Als ich eines Sonntag Nachmittags die Kids durch den Barnes & Nobel rasen ließ, checkte ich mal, was so im TV läuft. Aha. Estee sieht fern. Julia Roberts. Ich sage mal Hallo, indem ich von meinem iPhone aus den Kanal wechsle. Creepy. Das Telefon läutet: “Ja, das war ich, Big Brother…”. Sorry. Erraten: Auch auf via Slingbox läuft immer nur ein Kanal, wird an den portablen Geräten umgeschaltet, wechselt er auch am Fernseher zu Hause.

Noch besser: Wir fliegen nach Florida, Delta bietet, wie die meisten US-Fluglinien, an Bord jetzt einen Internet-Hotspot an. Klein-Mia hat damit am Handy ihren Lieblingskanal auch in 11.500 Meter Flughöhe irgendwo über North Carolina parat (was für zweijährige Flugreisende kein Nachteil ist).

Die zugleich traurige Schattenseite: Dass der geballte Quatsch namens US-Kabel-TV fortan wirklich von überall abrufbar ist.

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