Ein Treffen mit Rachel Uchitel…

By Published On: 30/11/2009Categories: Latest News

Ich wartete an der Bar des New Yorker Nightclubs “The Griffin” auf Rachel Uchitel. Ja genau, jene Rachel! Die jetzt im Skandal um eine mögliche Affäre und den mysteriösen Autocrash des Supergolfers Tiger Woods berühmter schein als selbst die White-House-Crashers der Salahis. War schon eine Weile her, sie werkte noch in der Tanzbar im “Meatpacking District” als VIP-Hostess.

Kein übler Job: Uchitel war dafür verantwortlich, dass sich die A-Liste aus Hollywood-Stars und sonstiger Szenegrößen relaxed fühlten. Im Juni soll sie dort auch Tiger Woods eine Lounge zugewiesen haben – und weiß Gott was sonst noch. In meinem Fall war die Interview-Vereinbarung leicht und verzwickt zugleich. Ein Einblick in den hektischen Modus Operandi des Party-Girls, das im 9/11-Horror ihren Verlobten verlor und als “Tränenmädchen” die Welt rührte. Mit immer neuen Kondition deckte sie mich via Emails ein. Vor allem: Keine Fotos! Dann wieder 20 Uhr, nein, vielleicht 21 Uhr, oder geht 22 Uhr auch?

Ich betrete das Griffin überpünktlich. Rachel sei am Weg, heißt es. Einer der “Velvet-Rope”-Hälter deponiert mich mit einem Bier an der Bar. Ich realisiere, wie lange mich meine Kinderschar vom schrillen New Yorker Nachtleben fernhielt: Neben mir warten herausgeputzte Twenty-Somethings auf betuchte Freier, unter dem großen Kristallluster, dem Markenzeichen der auf barock-dekadent getrimmten Promi-Disco, langweilen sich barbusige Tänzerinnen. Die werden wohl später in den VIP-Logen gebraucht. Ich habe mein Bier fertig: Wo ist sie?

Ich checke beim Eingang, wo Uchitel steht, und so tut, als würde sie sich an nichts erinnern. “Ach ja”, wirft sei die Lockenpracht nach hinten: “Wo warst du? Du bist spät dran!” An der Bar, wie angeordnet, wende ich leicht irritiert ein. Es sei jetzt jedenfalls zu spät für das Interview, winkt sie ab. Die VIPs können jede Sekunden antanzen. Gerade als ich die ersten Kraftausdrücke in mich hineinmurmle, sagt sie plötzlich: “O.k, what do you want to know?”

Rachel bedeutet, vor die Tür zu treten. Sie steckt sich eine Zigarette nach der anderen an, öffnet sich plötzlich fast ohne Zutun über den endlosen Schmerz nach dem Tod ihres geliebten Andy O´Grady im 105. Stock des Südturms. Immer noch schlafe sie in seinem T-Shirt, ihr Apartment ist vollgeräumt mit Fotos und Andenken. Ihr ganzes “tolles Leben” inmitten der Reichen und Schönen sei eine “Charade”, ein einziges Ablenkungsmanöver von der nicht enden wollenden Trauer. Doch ganz überzeugend wirkt es nicht: Offenbar fühlt sich Uchitel in der Haut als Szenequeen wohl genug, um sich mit offensichtlichen Brustimplantaten und aufgespritzten Lippen in Schuss zu bringen.

Nachdem sie ihr Herz ausschüttete kehrt in den weiteren Tagen wieder die Paranoia zurück, als es um das Organisieren der Fotos geht. Sie schickt mir zwei von ihrem Blackberry, mit 10 K Datenmenge kaum Druckqualität. Ich frage nach den Originalen: Dann bietet sie plötzlich an, dass ich mir die ganze CD-Rom persönlich in ihrem Apartment abholen kann. Ich schicke lieber einen Boten. Dann protestiert sie wieder gegen meine Auswahl. My head starts to spin.

Mein Eindruck jedenfalls: Sie ist unsicher, paranoid, offenbar auch traumatisiert durch das 9/11-Schicksal, freilich aber auch attraktiv, zielstrebig. Mit der Tiger-”Affäre” erhält sie endgültig ihre “Fifteen Minutes of Fame”: Während ich diese Blog tippte landeten sieben Emails mit Google-Alerts für “Rachel Uchitel”.