No We Can´t: Schulen machen in NY schon 12 Stunden vor ersten Schneeflocken dicht…


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New York wachelt mit der weißen Fahne! Sprichwörtlich! Wir ergeben uns Schneeflocken, bevor sie fallen! Die erste Email traf bereits ein, da hatten sich die beiden Tiefs über Ohio und den Carolinas noch nicht mal zum angekündigten Wintersturm zusammengewirbelt. Mit einem Auge schnappe ich die Wortfetzen wie “School” und “closed” auf, messe dem im Stress aber zunächst nicht viel Bedeutung bei. Erst als Estee mich darauf anspricht, wie lächerlich die Schulschließung sei, verbinde ich die Dots.

Erraten: Die angeblich so hemdsärmelige, durch alle Auf- und Abs seiner turbulenten Geschichte gestählte Metropole aus acht Millionen Durchbeißern kündigt – 12 Stunden bevor sich die ersten Schneeflocken in die Hochhaus-Canyons verirren – die Schließung aller öffentlichen Schulen an. Bürgermeister Bloomberg verlautete den “schneefreien Schultag”. Der Wetterbericht lasse ihm keine Wahl: 30 Zentimeter an Schneekristallen könnten sich aufeinander schichten, Schüler wie Lehrer dürften so einem Ungemach kaum ausgesetzt werden. Und das in einer Stadt, die – anders als D.C. – für die Schneeräumung bestens gerüstet ist, wie Bloomy sonst immer stolz berichtet. Besonders wenn er über die, zugegebenermaßen recht coolen Schneeschmelzer schwärmt.

Es passt ins Bild: No we can´t! Das Volk der Pioniere wird geführt von Polit-Zögerlingen. Terror-Prozess gegen die Drahtzieher des 9/11-Horrors nahe dem Tatort? Dort, wo ihn eine selbstbewusste Nation und eine Stadt, die sich nach der Tragödie so bravourös hochrappelte, auch abhalten sollte? No! Können wir auch nicht! Wallstreet-Banker hätten sich über die Sicherheitsmaßnahmen beschwert. Oder der Ground-Zero-Wiederaufbau? Yes, können wir schon, man muss einfach nur bis zum Jahr 3012 geduldig sein. Erstaunlich jedenfalls für “Bloomy”: Immerhin hat der Mann ein Milliarden-Imperium aus dem Boden gestampft. Jetzt als Politiker bewältigt er nicht einmal die Herausforderung, Schulen bei Schneetreiben weiterzuführen.

Der kuriose “Schneetag” war jedenfalls Tagesgespräch im Schulhof, als ich Max abholte. Die Sonne strahlte, es hatte 5 º C. “Was ist, wenn es gar nicht schneit”, scherzte jemand. Auch das ist schon passiert: In einem ähnlichen Anfall an Flockenpanik schloss New York vorab seine Flughäfen, als es dann gerade mal zu einem feuchtkalten Nieselregen kam.

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