Von Urin-Graffitis und dem Abspritzen eines Gehsteiges kurz vor dem Frost…


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Die weiße Pracht – prächtig in der Stadt meist nur für wenige Stunden. Die Feststellung ist keine sonderliche Enthüllung: Schneedecken verdrecken im urbanen Raum meist so rasant, dass man zusehen kann dabei. Offenbar besonders arg in New York, was ich die letzte Woche feststellen musste. Vielleicht fiel es diesmal nur  besonders auf, da sich wegen Dauerfrost die 30 Zentimeter-Flockendecke des Schneesturms des letzten Mittwoch weit länger hielt als sonst. Die Abgase des Autoverkehrs und des in schockierend schwarzen Wolken durch die Schornsteine verpuffenden Rauchs der Gebäude-Heizaggregate vergraute das zuerst wirklich idyllische Winterwunderland, schwärzte richtig am Rand der bei unserem Haus vorbeiführenden West Street (die vom Fiasko des Weihnachts-Blizzard immer noch teilweise herumliegenden Müllberge verschönerten den Anblick keineswegs).

Zusätzlich wurde offensichtlich, wie viele Hunde in unserer Nachbarschaft wirklich leben. Deren Urinspuren wirkten nach einigen Tagen an den Schneehaufen wie Graffiti – und, leider, scheinen New Yorks sonst so disziplinierten Hundebesitzer dem Abtransport der Trümmerln von einem Schneehaufen weniger Priorität beizumessen als sonst vom Asphalt. Warum ich das alles so genau weiß? Mias und Maxwells Routen führen stets über den Grat jedes einzelnen, begehbaren Schneeberges. Begeleitet von meinen Warnrufen: „Peepe, Poopu, Peepe, Peepe, Poopu…“ Und so weiter. Mias Idee, den frischen Schnee verspeisen zu wollen, stellte ich mit maximaler Rigorosität rasch ab.

Hilflos stemmten sich auch Hausverwaltungen einiger besonders luxuriöser Gebäude gegen den Dreck – mit teils erstaunlichen Geniestreichen: Da sahen wir am Wochenende einen Arbeiter den Gehsteig vor dem „Visionaire“-Gebäude mit einem Wasserstrahl abspritzen. Das einzige Problem dabei: Es hatte gerade 1 º C. Und angesagt war strenger Frost. Autsch!

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